Sind wir im Netz gefangen?
(gm). Das Internet, seine Megakonzerne, die scheinbar mit dem Nichts Geld verdienen und die dazugehörige Hardware haben unsere Welt verändert. Nur die Wenigsten erkennen, wie tiefgrün­dig unser Alltag durch sie umgekrem­pelt wurde und weiterhin wird. mehr ...
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Mittwoch, 16. Mai 2012

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15.05.2012 Erfurt: Verfassungsschutz warnte Neonazi vor Durchsuchungen der Polizei

Doppelspiel

(dpa) Der Thüringer Verfassungsschutz hat einen als V-Mann arbeitenden Neonazi in den neunziger Jahren mehrmals vor Durchsuchungen der Polizei gewarnt. Es gebe vier bis fünf solcher Fälle, sagte am Dienstag Gerhard Schäfer, Vorsitzender der Kommission zur Untersuchung des Thüringer Behördenhandelns rund um das Neonazi-Trio. Er sei überzeugt, dass es diese Warnungen gegeben habe, über die der ehemalige NPD-Landesvize Tino Brandt der Kommission berichtet habe.  mehr ...
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15.05.2012 Den Haag: Aufarbeitung der Balkan-Kriegsverbrechen steht noch ganz am Anfang

"Kein Unrechtsbewusstsein"

(dpa) Mit dem serbischen General Ratko Mladic steht einer der Hauptverantwortlichen für die schwersten Gräueltaten in Europa seit 1945 vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal. Eine Minderheit in Serbien und Bosnien-Herzegowina hofft, dass damit die Kriegsvergangenheit umfassender denn je aufgearbeitet wird. Denn bisher ist die drückende historische Last in diesen Ländern ebenso wie in Kroatien unter den Teppich gekehrt worden. Für die meisten sind die eigenen Kriegsverbrecher immer noch Helden.  mehr ...
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15.05.2012 Istanbul: "Nicht mit reflexartigen Ängsten vor Instabilität und dem Einfluss des politischen Islam reagieren"

Strategischer Dialog mit der Türkei

(dpa). Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat sich für die Einrichtung eines «Strategischen Dialogs» zwischen Deutschland und der Türkei ausgesprochen. Dieser Dialog, der unter Leitung der Außenminister beider Staaten regelmäßig stattfinden sollte, würde sich nicht nur auf bilaterale Themen beschränken, sondern auch eine Abstimmung in Fragen der internationalen Politik beinhalten. Der FDP-Politiker lobte am Dienstag in einer Rede vor den Teilnehmern der 14.  mehr ...
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15.05.2012 Umfrage: Staatsschulden größte Sorge der Deutschen

"Sorgenbarometer"

(dpa) Die hohen Staatsschulden sind derzeit mit Abstand die größte Sorge der Deutschen. Das hat das am Dienstag veröffentlichte «Sorgenbarometer» des Magazins «Stern» ergeben, in dem die Bundesbürger gefragt werden, was sie am meisten beunruhigt. 62 Prozent der Befragten gaben an, die schlechte Haushaltslage des Staates treibe sie um - vier Prozentpunkte mehr als zu Beginn des Jahres. Grund sei vor allem die ungewisse Lage des Euro-Krisenlandes Griechenland. Eng verknüpft damit ist die Furcht vor steigenden Preisen, die um neun Prozentpunkte auf 54 Prozent am deutlichsten zugenommen hat.  mehr ...

15.05.2012 Solingen: Solidaritätsbekundung für die Polizei

Distanzierung von Gewaltverbrechern

(ots). Am Samstagnachmittag (12.05.2012) erhielt die Solinger Polizei besonderen Besuch: drei Frauen und zwei Kinder erschienen aufgrund einer privaten Initiative von Muslimen aus Bonn und Umgebung auf der Polizeiwache. Sie überreichten den diensthabenden Beamten einen Blumenstrauß und ein Bekundungsschreiben. In diesem drückten mehrere Muslime ihr Bedauern über die Ausschreitungen radikaler Extremisten am 01. Mai aus und verurteilten darin die Angriffe auf die Polizei.  mehr ...

14.05.2012 Muslimische Staaten planen gemeinsame humanitäre Hilfe

Mehr Hilfsbedürftige erwartet

Dschidda (KNA). Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) will ein umfassendes humanitäres Hilfsprogramm aufbauen. 60 Prozent der Flüchtlinge weltweit lebten in islamischen Ländern wie Pakistan, Iran, Syrien, Sudan und Somalia, sagte Ata Al-Mannan Bakhit, Mitglied des OIC-Generalsekretariates, laut der saudischen Zeitung «Arab News». In den kommenden zehn Jahren könne die Zahl der Menschen, die aufgrund politischer Krisen und Naturkatastrophen in OIC-Ländern Zuflucht suchten, auf 18 Millionen steigen.  mehr ...

13.05.2012 Washington: Pentagon streicht muslimfeindliche Lehrstunde

Evangelikale und der totale Krieg

Nicht nur Al-Kaida: Gleich gegen alle Muslime hielt ein US-Offizier einen totalen Krieg für möglich. Das Ausradieren ganzer Städte sah er als Option an. Washington setzte seinem Treiben ein Ende.

(dpa). Ein US-Offizier hat an einer Militärhochschule Planspiele für einen «totalen Krieg» gegen die Muslime präsentiert. Dabei fasste er auch die Vernichtung der heiligen Städte Mekka und Medina nach den Vorbildern von Dresden und Hiroshima im Zweiten Weltkrieg ins Auge. Von einem Offiziersschüler alarmiert, zog die US-Regierung Konsequenzen.  mehr ...

12.05.2012 Zwischen Öffentlich und Privat: Anmerkungen zu den Innenhöfen in der muslimischen Architektur. Von Prof. Dr. Omer Spahic

Die Freuden des Hauses

Der Islam war die treibende Kraft, welche die Tradition des Innenhofes in den musli­mischen Kulturen zum Aufblühen brachte. Faktoren wie Geografie, ­Klima und andere lokale Einflüsse traten in den Hintergrund. Sein Stellenwert und die Funktionen spielen eine wichtige Rolle im muslimischen Haus, das seinerseits er Rahmen für die Familie ist.

Mit Innenhöfen sind nicht nur offene Räume im Zentrum eines Hauses gemeint. Nach Ansicht von John Reynolds können sie auch „ein, vielleicht zwei Wände haben, die eine Barriere zum Nachbarhaus oder zur Straße bilden“.  mehr ...

12.05.2012 In eigener Sache: Erweiterte 2. Auflage des IZ Spezials zur Finanzkrise noch immer brandaktuell

"Finanzkrise ist das eigentliche Thema dieser Zeit"

(iz). Es gibt seit Entstehen der Islamischen Zeitung in den 90er Jahren einige Kontinuitäten und natürlich auch regelmäßig wiederkehrende Themen. So ist seit dieser Zeit beispielsweise die strikt ablehnende Haltung der IZ gegenüber Terrorismus und Selbstmordattentaten bekannt. In all diesen Jahren beschäftigte sich die Redaktion immer wieder mit dem Wesen von Ideologien oder analysierte die schwierige Allianz des Modernismus mit dem Islam.  mehr ...

10.05.2012 Westafrika: Der nigerianische Bischof Kukah über den Terror von Boko Haram. Von Christoph Schmidt

„Die Ursachen sind Korruption und Gleichgültigkeit“

Seit Jahren verbreitet die Terrorgruppe Boko Haram im Norden Nigerias mit Attentaten und Überfällen Angst und Schrecken. Ihr Motto tragen sie im Namen, der übersetzt soviel bedeutet wie „Westliche Bildung ist Sünde“. Hunderte Christen starben allein in diesem Jahr durch Bombenanschläge gegen Kirchen. m Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittwoch in Aachen analysiert der katholische Bischof von Sokoto, Matthew Kukah, die gespannte Situation in seinem Heimatland.

KNA: Bischof Kukah, die schwersten Anschläge von Boko Haram liegen einige Monate zurück.  [ABO] mehr ...

10.05.2012 Experte: „Islamic Banking“ oft nur lückenhaft kontrolliert

Mangelndes Controlling in Deutschland

Köln (KNA). Die neuen islamischen Investmentfonds in Deutschland werden aus Expertensicht nur lückenhaft durch die Bankenaufsicht kontrolliert. Das klassische Bankaufsichtsrecht sei bislang überhaupt nicht auf „Islamic Banking“ ausgelegt, erklärte der Münsteraner Rechtswissenschaftler Matthias Casper am Mittwoch im Deutschlandfunk. Islamkonforme Finanzprodukte zeichnen sich durch Beachtung des islamischen Rechts, insbesondere des Spekulations- und Zinsverbots, aus.  mehr ...

09.05.2012 Friedrich: Ausweisung von Salafisten einzeln prüfen

Innenpolitiker satteln auf Bonner Ereignisse auf

(dpa). Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat nach den jüngsten Ausschreitungen eine Ausweisung einzelner radikaler „Salafisten“ aus Deutschland nicht ausgeschlossen. „Wir werden uns das nicht gefallen lassen, dass gewaltbereite Salafisten den Frieden im Lande stören», sagte er am Mittwoch im ARD-«Morgenmagazin“. „Wir werden natürlich auch jede Möglichkeit prüfen, Vereine, in denen sie organisiert sind, zu verbieten.  mehr ...

08.05.2012 Hintergrund: Der Polizist, der ein Salafist war! "Bewegung in der Szene". Recherchebedarf wächst stetig. Von Khalil Breuer

Neue Geschichten. Alte Fragen

(dpa/iz). Das ist schon eine merkwürdige - man könnte auch sagen, abenteuerliche - Geschichte. Ein 31-jähriger Polizist aus Essen ist ganz zufällig als Salafist aufgefallen und soll nun aus dem Polizeidienst entfernt werden. Der Beamte wurde suspendiert. Es sei ein Disziplinarverfahren mit dem Ziel eingeleitet worden, ihn aus dem Staatsdienst zu entlassen, teilte der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Dienstag in Düsseldorf mit. Doch damit noch nicht genug.  mehr ...

08.05.2012 Stand der Zertifizierung: ein Bericht von Norbert Müller

Halal-Gütegemeinschaft gegründet

Hamburg (iz). Nach einer doch längeren Vorlaufzeit an Vorbereitungen und Diskussionen konnte nun ein Durchbruch für einen einheitlichen Halal-Standard in Deutschland erzielt werden: Schon am 26. Januar war von mehreren islamischen Verbänden, Halal-Zertifizierern und Halal-Produkte anbietenden Unternehmen eine „Gütegemeinschaft Halal-Lebensmittel“ gegründet worden. Jetzt erfolgte die Anerkennung durch das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung (RAL) in St. Augustin.  mehr ...

06.05.2012 Was steht im Qur’an über die zentrale Gestalt des Christentums? Von Cemil Sahinöz

Der Prophet ‘Isa im Islam

(iz). Muslime, Christen und Juden führen alle ihren Ursprung auf den Propheten Ibrahim (Abraham) zurück. Drei ihrer Propheten sind direkte Nachkommen der Söhne Ibrahims - Muhammed über Isma’il, Musa (Moses) und ‘Isa (Jesus) über ­Ishaq (Isaac), Friede sei mit ihnen allen. Ein hervorstechender Aspekt des islamischen Glaubens an das Prophetentums ist es, dass Muslime an alle Gesandten Allahs glauben und sie - ohne Ausnahme - achten. Da alle Propheten von dem Einzigen Gott entsandt wurden - für den selben Zweck, die Menschheit zu Allah zu leiten -, ist der Glaube an sie wichtig und logisch.  mehr ...

06.05.2012 In eigener Sache: Verkaufsstellen gesucht. IZ im ganzen Bundesgebiet erhältlich. Neue Ausgabe (203) im Handel.

IZ abonnieren, kaufen, verbreiten

(iz). Die IZ braucht neue Abonnenten/Innen und höhere Verkaufszahlen. Nachdem die Islamische Zeitung zwischenzeitlich nicht mehr an Kiosken und im Zeitschriftenhandel erhältlich war, ist sie nun bis auf weiteres wieder an ausgewählten Verkaufsorten erhältlich. Bitte beachten Sie die auch die (nicht vollständige) Liste unten. Die Zahl der Verkaufsstellen wird gegebenenfalls künftig noch erhöht werden. Außerdem suchen wir auch nach wie vor Zwischenhändler, VerkäuferInnen und weitere Kioske (Diskussionen und Vorschläge auch auf unserer "Facebook"-Seite).  mehr ...

05.05.2012 Hintergrund: In NRW wiederholen sich die Ausschreitungen vom 1. Mai. Mehrere Polizisten verletzt. Zentralrat distanziert sich

Radikale haben keinen Respekt für die öffentliche Ordnung

Der Islam kennt weder Selbstjustiz, noch privatisierte Gewalt. Traditionell verstehen sich Muslime als Garanten des gesellschaftlichen Friedens. Auch im Islam muss der öffentliche Raum gewaltfrei bleiben. „Chaoten“ und Randalierer wie am 5. Mai in Bonn können sich weder auf religiöse Grundlagen, noch auf Zustimmung von der muslimischen Mehrheit berufen. Minimal kleine Splittergruppen sind - zum Schaden aller - anderer Meinung. Einige Prediger rechtfertigten die Randale am gleichen Tag bereits durch das Verhalten von Seiten Dritter.

Bonn (dpa/iz).  mehr ...

05.05.2012 Hintergrund: ZMD erstattet Strafanzeige gegen Pro NRW

"Nicht tatenlos zusehen"

(islam.de) Aufmärsche vor Moscheen von Pro NRW verhindern normalen Moscheebetrieb - Anzeige wegen Volksverhetzung, Einschränkung der Religionsausübung und Störung des öffentlichen Friedens. ZMD-Vorsitzender Mazyek: „Geistige Brandstifter und Wegbereiter des NSU-Terrors“. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat am Freitag Strafanzeige gegen die rechtspopulistische Bewegung "Pro NRW" eingereicht. „Wir stellen Strafanzeige gegen Pro NRW wegen Volksverhetzung und Störung der Religionsausübung“, sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mayzek.  mehr ...

05.05.2012 Alles halal? Islamkonforme Lebensmittel werden immer häufiger konsumiert. Von Larissa Hinz

„Die Großen produzieren stärker für den Export“

Bonn (KNA) Eine exotische Suppe mit Joghurt und Minze? Jayla Corbasi. Oder doch eine einfache Hühnersuppe mit Nudeln? Sehriyeli Tavuk. Deutsche Lebensmittelhändler bieten immer mehr Halal-Produkte an - Waren, die streng religiöse Muslime konsumieren dürfen, weil sie zum Beispiel kein Schweinefleisch enthalten. Die Marktführer haben vertraute Namen: Maggi, Nestle und Haribo - Sie bleiben aber nicht die einzigen auf dem stark umkämpften Markt.

Der arabische Begriff „halal“ bedeutet „erlaubt“ und bezeichnet - neben „haram“ als „verboten“ - islamkonformes Verhalten.  mehr ...

30.04.2012 Rechtsextremisten wollen mit „Karikaturen“ provozieren. In Berlin halten die Übergriffe auf Moscheen an

Empörung in NRW

Düsseldorf/Berlin (dpa) - Zwei Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat die rechtsextremistische Splitterpartei Pro NRW versucht, mit islamfeindlichen „Karikaturen“ Stimmung zu machen. Anhänger der Gruppierung zeigten die Bilder am Samstag, den 28. April, in Essen und Gelsenkirchen. Innenminister Ralf Jäger (SPD) verurteilte die Aktionen als „geistige Brandstiftung»“ In Berlin-Neukölln legten Unbekannte zwei abgetrennte Schweineköpfe vor einer Moschee ab. Der Vorstand der Moschee bat Polizei und Senat daraufhin um Wachschutz.  mehr ...
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Wie gründe ich einen Verein? Wie kommt man an Halal-Fleisch? Wie kommt man am Arbeitsplatz zurecht? 19 Fragen auf 82 Seiten beantwortet.
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IZ erklärt Deutschland: Denunziation
Unter Denunziation (lat. denuntiare „absprechend berichten, Anzeige/Meldung machen“) versteht man die häufig anonyme Beschuldigung einer Person hinter deren Rücken durch jemanden, dessen Dienst- oder Rechtspflicht dies nicht ist. Im ethischen Sinn wird allgemein von Denunziation gesprochen, wenn in einem nicht freiheitlichen System Menschen bei staatlichen Vollzugsbehörden angezeigt werden, obwohl dem Anzeigenden klar sein muss, dass er sie damit der Gefahr der politisch motivierten Verfolgung aussetzt. Eine Denunziation unter Kindern oder Schülern wird umgangssprachlich als Petzen bezeichnet.
Zitat der Woche
„Wahrlich trostlos wirken einige Bilder der jüngsten Auseinandersetzungen zwischen rechten und salafitischen Gruppen bei den „Videozeugen“. Wenn sich Muslime in einen Konflikt auf Augenhöhe mit dem Mob einlassen, dann kann dies leider nur auf Kosten der Würde gehen. Die Extreme berühren sich nicht nur; sie schaffen auch, gerade wenn sie sich dialektisch aufeinander beziehen, auf Dauer eine gewisse Wesensangleichung. Intolerabel sind natürlich auch – egal von wem – Angriffe auf die Polizei.
Die Stärkung der Extreme ist ein Indiz für die Schwächung der Mitte. Man könnte meinen, dass diese Mitte heute durch den organisierten und politischen Islam vertreten wird. Das wirkt auf mich aber zunehmend wie eine Täuschung. In Wirklichkeit ist die Mitte unbesetzt, erstarrt und nur mühsam von einigen Funktionären verwaltet, während die Mehrheit der Muslime, die das Bild des Islam eigentlich prägen sollten, entweder gelähmte Zuschauer sind, oder als Tagträumer der verlorenen Heimat nachtrauern.
Die Mitte wird nicht durch das Verbreiten von Presserklärungen gebildet. Sie entsteht durch die authentische Praxis des Islam selbst, die Erhebung und die Zahlung der Zakat beispielsweise, die echte Gemeinschaft und Zugehörigkeit schafft. (…). Nicht umsonst wird der Zusammenhang zwischen Gebet und Salat dutzendfach im Qur’an erwähnt. Nicht umsonst hat der organisierte Islam den Bedeutungszusammenhang der Zakat-Erhebung de facto ignoriert.”


Abu Bakr Rieger, 6.5.2012, abubakrrieger.de
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Bild der Woche
MCLEAN (KNA). Die Zahl der Moscheen in den USA ist im vergangenen Jahrzehnt um 74 Prozent gewachsen. Zudem fühlen sich Imame mit ihren Gemeinden besser in der Gesellschaft akzep­tiert als vor dem 11.09.2001. Das geht aus einer Studie der Universität Kentu­cky hervor. Demnach gab es 2010 in den Vereinigten Staaten 2.106 Moscheen; zehn Jahre zuvor waren es 1.209. Die islamische Gemeinschaft sei „sehr gesund“, sagte Ihsan Bagby, Islamwissenschaftler und Autor der Studie.
Buchtipp
Selten schalten sich Deutschlands Muslime hörbar in die Debatte um den Islam ein. Zu sehr sind unsere Repräsentanten durch reaktive, manchmal schwachbrüstige Rhetorik gekennzeichnet. Den wenigen relevanten Stimmen, die es gibt, wird - im Gegensatz zu Randfiguren - nur selten Gehör im Mehrheitsdiskurs geschenkt.Umso höher muss das erste Buch des Journalisten Eren Güvercin, „Neo-Moslems: Porträt einer deutschen Generation“, bewertet werden. Es ist mit Sicherheit, zumindest von muslimischer Warte, der wichtigste Titel dieser Saison. In drei Kapiteln widmet sich junge Autor der Generation der „Neo-Moslem“, denkt darüber nach, wer bisher was über den Islam in Deutschland zu sagen hatte (und was das zu bedeuten hat) und führt in die Welt der „Neo-Moslems“ ein. Es ist gut, dass der ­Autor den renommierten Herder-Verlag und einen mutigen ­Lektor fand, der sich dieses wichtigen Textes über die Zukunfts­generation der deutschen Muslime angenommen hat. Um aufgeregte Reflexe und Kurzschlüsse zu vermeiden, sei erklärt, dass der Autor - wie er im Gespräch mit der IZ mitteilte - mit seinen „Neo-Moslems“ keine neue religiöse Kategorie in die Debatte einführen will. Seine „Neo-Moslems“ haben mit dem Rest der muslimischen Gemeinschaft die gleichen religiösen Grundlagen gemein.Auf 190, recht flotten Seiten beschreibt Güvercin eine Welt jenseits einer multimedialen Arena des professionellen Gewäschs oder der dumpfen Hinterhofwelt. Er begegnet muslimischen und nichtmuslimischen Köpfen, die etwas zu sagen haben. Dabei handelt es sich weder um ethnische Ghetto-Größen, die unver­dient „Respekt“ einfordern, noch um die berühmt-berüchtigten Prediger; die beide nichts zu den anstehenden Problemen unserer Zeit beizutragen haben. Die „Neo-Moslems“ sind - anders als der Titel manchen „Liberalen“ hoffen lässt - in einer nachvollziehbaren, aber spirituell vitalen Glaubenswelt verwurzelt. Der Autor der Generation der „Neo-Moslems“ verweist im ersten Teil des Buches zurecht auf die Bedeutung der deutschen Muslime. Damit meint er aber ausdrücklich nicht „skurrile Konvertiten“. Für Güvercin spielen sie eine wichtige Rolle für die „Neo-Moslems“, deren Eltern aus der Türkei oder arabischen Welt als Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Sie würden von den Erfahrungen der deutschen Muslimen (denen der Autor das Kapitel „Deutsch-Deutsche Muslime widmet) profitieren, die sich im Laufe ihres Lebens für den Islam entschieden hätten. Oftmals seien sie eher in der Lage, kritisch über bestimmte unheilvolle Entwicklungen in der islamischen Welt zu reflektieren. Es ist für die muslimische Gemeinschaft in Deutschland sicherlich von Nutzen, würden diese - wie Eren Güvercin beschreibt - als Inspiration und Bereicherung wahrgenommen. Bisher sind sie - von wenigen Ausnahmen abgesehen - nicht nennenswert in den Rängen des organisierten Islam vertreten.
Eren Güvercin, Neo-Moslems: Porträt einer deutschen Generation, Herder Verlag, erscheint am 24. April, 200 Seiten, Taschenbuch, ISBN: 978-3451304712, Preis: 14,00 Euro
Linkliste
telepolis
Unabhängiges und kritisches online-Medium des renommierten Heise Verlags

Russia Today
Englischsprachige Webseite des russischen Senders mit einer frischen Berichterstattung

BIRN Balkan Investigative Reporting Network
Recherche- und Publikationsnetzwerk von Journalisten aus Südosteuropa

Musafira
Webseite und Blog der Islamwissenschaftlerin Kathrin Klausing

Union Europäischer Muslime
Webseite der

www.abubakrrieger.de
Private Webseite des Herausgebers der IZ

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