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(iz). Macht ist organisierter Wille. So könnte man die weltliche Grundüberzeugung mo­derner Verbände beschreiben. Die dahinter stehende Logik ist klar: Über je mehr Mitglieder ein Verein verfügt, desto größer ist seine Repräsentationsmacht. Es stimmt ja auch. mehr ...
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21.08.2014 Interview mit dem amtierenden KRM-Sprecher, Ali Kizilkaya, über die jüngsten Brandanschläge auf deutsche Moscheen

„Wir sind eine Gesellschaft“

Foto: Ali Kizilkaya
(iz). In den letzten zwei Wochen ließen mehrere Brandanschläge auf Moscheen in Berliner und Bielefeld die muslimische Gemeinschaft aufhorchen und machte viele, nicht nur die Gemeinden vor Ort, betroffen. Viele Muslime stellen sich nicht nur Fragen nach der Sicherheit ihrer Einrichtungen, sondern auch nach der Zukunft eines gedeihlichen Zusammenlebens. Insbesondere ein größeres Interesse von Politik und Medien wurde in sozialen Medien wie Facebook weithin angemahnt.

Darüber sprachen wir am 21.  mehr ...

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20.08.2014 Die Gelehrten machen deutlich, dass mangelnde Distanzierung von verbrecherischen Aktivitäten im Irak und in Syrien vor allem ein mediales Phänomen ist

Muslimische Geistliche verurteilen IS

(iz). Zu den drängendsten Herausforderungen der muslimischen Welt gehört zweifelsfrei die Terrororganisation Islamischer Staat IS (syn. ISIS oder ISIL). Während direkt Betroffene in den Krisengebieten massiv unter den Aktionen, die den Extremisten zugeschrieben werden, leiden, stellt für die Muslime in Europa vor allem die mediale Aufarbeitung des Themas ein Problem dar.

Die allseits bekannte Diskussion um Fanatismus und Radikalismus wird energisch weitergeführt.  mehr ...
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20.08.2014 Breite Mehrheit gegen Waffenlieferungen

Bürger sind nicht überzeugt

Foto: LFK GmbH
Hamburg (KNA). Eine breite Mehrheit der Deutschen lehnt nach einer Umfrage deutsche Waffenlieferungen an die Kurden im Nordirak ab. Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage für das Hamburger Magazin «stern» sind 63 Prozent der Befragten gegen Waffenlieferungen, um die Kurden im Kampf gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» zu unterstützen. 30 Prozent befürworten sie.

Vor allem Frauen sprechen sich mit 74 Prozent dagegen aus, bei den Männern sind es 51 Prozent.  mehr ...
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20.08.2014 Gewalt in Gaza hat katastrophale Auswirkungen auf Kinder: Schon jetzt benötigen mehr als 370.000 Kinder psychosoziale Hilfe

„Den Waffenstillstand verlängern“

Berlin (Save the Children). Das Scheitern der Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern hat tragische Auswirkungen auf Kinder und Familien, warnt die Kinderrechtsorganisation Save the Children. Inzwischen benötigen mehr als 370.000 Kinder dringend psychologische Unterstützung. Die Zahl der Todesopfer dieses Konflikts ist bereits dramatisch hoch – mehr als 450 Kinder wurden in Gaza getötet, hunderttausende werden noch jahrelang unter den Erlebnissen leiden. Beide Seiten müssen sofort die Gespräche wieder aufnehmen, um humanitäre Hilfe möglich zu machen.  mehr ...
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19.08.2014 Lassen sich aus den Brandanschlägen der letzten Wochen Bedeutungen für die muslimische Gemeinschaft ableiten? Überlegungen von Sulaiman Wilms

Bloße Empörung hilft hier nicht

(iz). Nach einer Brandstiftung durch Unbekannte auf eine Bielefelder Moscheegemeinde am 11. August kam es am Morgen vom 18. August zu einem weiteren Anschlagversuch auf eine andere Lokalität. Laut Berichten sollen sich ein oder mehrere unbekannte Täter in den Morgenstunden gewaltsam Zutritt zum Islamischen Kulturverein in der Herforder Straße verschafft haben, nachdem sie Überwachungskameras manipulierten. Im Inneren des Gebetsraumes stapelten sie mehrere Bücher, darunter auch Exemplare des Qur’an, aufeinander und setzten sie in Brand.  mehr ...

18.08.2014 Deutschland liefert Ausrüstung

Kurden erobern Mossul-Damm im Irak

Trinkwasser für den Irak - ohne den Mossul-Staudamm geht da gar nichts. Nun haben die Kurden die größte Talsperre von den IS-Terroristen zurückerobert. In Deutschland streitet die Politik weiter über Waffenlieferungen in die Region.

Bagdad/Berlin (dpa). Mit massiver Unterstützung der US-Luftwaffe haben kurdische Einheiten im Nordirak einen wichtigen Erfolg gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) erzielt.  mehr ...

17.08.2014 Türkei will Bericht über deutsche Spionage prüfen

Gefährdung einer bewährten Freundschaft

Foto: photoblog.hibernia.de
Istanbul/Berlin (dpa). Die Türkei hat verhalten auf einen Medienbericht reagiert, wonach der deutsche Auslandsgeheimdienst BND seit Jahren den Nato-Verbündeten überwachen soll. Man nehme die Angaben des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» ernst und prüfe sie, sagte ein Sprecher der regierenden AKP-Partei am Sonntag. Der Bundesnachrichtendienst überwacht nach «Spiegel»-Informationen die Türkei schon seit Jahren. Demnach wurde der deutsche Nato-Partner im derzeit noch aktuellen «Auftragsprofil» der Bundesregierung aus dem Jahr 2009 als offizielles Aufklärungsziel geführt.  mehr ...

17.08.2014 Konfliktforscher warnt vor Waffenlieferungen an Kurden im Irak

Wer ist der Gute?

Berlin (KNA). Der Konfliktforscher Otfried Nassauer warnt vor einer weiteren militärischen Aufrüstung der Kurden im Nordirak, die im Nordirak gegen die Terrorgruppe IS kämpfen. In der Regel würden Konflikte durch Waffenlieferungen nicht nur weitergehen, sondern die Waffen später zu anderen Konflikten wandern, sagte Nassauer am Samstag im Deutschlandradio Kultur.

«Wir wollen da angeblich Frieden schaffen durch Waffenlieferungen, oder einer Bevölkerungsgruppe helfen, sich zu verteidigen.  mehr ...

17.08.2014 Eine aktuelle Khutba von Hafiz Malik del Pozo über destruktiven Zorn und was sich dagegen tun lässt

Dhikr ist das Gegenmittel

(iz). Es gibt mehr als 40 Ahadith [Berichte über Aussagen oder Handlungen des Propheten], in denen von Zorn die Rede ist. Er ist eine Eigenschaft, die der Prophet, Allahs Heil und Segen auf ihm, verboten hat, dass wir sie als Eigenschaft haben. In der letzten Khutba hörten wir eine Aussage über den Starken; dass der wirklich Starke der ist, der seinen Zorn beherrscht und nicht einer, der stark im Kampf ist. Der Kämpfer ist physisch stark und bezwingt seinen Gegenüber im Kampf oder im Wettstreit.  mehr ...

16.08.2014 Publizist Peter Scholl-Latour im Alter von 90 Jahren gestorben. Ein Nachruf von Joachim Heinz

Der Krisenfeste

Bonn (KNA). „Matata am Kongo“ – so hieß das erste Buch von Peter Scholl-Latour, das 1961 auf den Markt kam. 2012 brachte er mit „Die Welt aus den Fugen“ eines seiner letzten Veröffentlichungen heraus. Dazwischen liegen zig Titel etwa zu den Konflikten in Afrika, Asien oder Arabien, die den Ruf des deutsch-französischen Journalisten als einer der erfolgreichsten Sachbuchautoren hierzulande begründeten. Am Samstag ist der umtriebige Publizist im Alter von 90 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben.  mehr ...

15.08.2014 Berlin: Als Reaktion auf den mutmaßlichen Brandanschlag fanden sich bei dem heutigen Freitagsgebet mehr als 1.000 Menschen ein. Ein Bericht von Tarek Bärliner

„Wir müssen Vorbilder sein“

Berlin (iz). In der Nacht zum 12. August kam es zu einem Brand am Rohbau der Berliner Mevlana-Moschee im Stadtteil Kreuzberg. Seitdem begann für die Gemeinde in Kreuzberg ein Gezerre um Ursache und Tathergang. In der Presse hieß es zunächst weiträumig, die Baumaterialien hätten Feuer gefangen, von einem Brand in der Moschee war keine Rede.

Deutschlandweit löste das Ereignis Entsetzen aus und entfachte eine hitzige Debatte über den oftmals ignorierten antimuslimischen Hass in Europa.  mehr ...

15.08.2014 Berliner Moschee-Brand: Verdacht auf Brandstiftung erhärtet

Henkel ändert Einschätzung

Berlin (KNA). Das Feuer an der Mevlana-Moschee in Berlin-Kreuzberg könnte doch durch Brandstiftung entstanden sein. Wie die Berliner Polizei am Freitag meldete, stellte sie im Brandschutt Spuren einer brennbaren Flüssigkeit fest. Nun will sie prüfen, ob solche Flüssigkeiten vorsätzlich benutzt wurden oder durch einen technischen Defekt oder fahrlässige Handhabung in Brand gerieten. Die erforderlichen Ermittlungen würden beim Staatsschutz konzentriert. Bei dem Brand am Montag in einem Anbau der Moschee fand die Polizei zunächst keine Hinweise auf ein Verbrechen.  mehr ...

15.08.2014 Kermani kritisiert Deutschlands Haltung zu Waffenlieferungen

«Endlich gemeinsam handeln»

Foto: Lesekreis|CCL 3.0
Köln (KNA). Der Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani hat die zurückhaltende deutsche Position zu Waffenlieferungen in den Irak kritisiert. Aktuell erkenne er zwar einen Konsens, aber nicht den Willen, die Terrororganisation «Islamischer Staat» (IS) zu bekämpfen, sagte der Schriftsteller am Freitag im Deutschlandfunk. Deutschland könne sich seine Zurückhaltung «nur leisten, weil andere sie nicht haben».

Die Welt habe zugelassen, dass sich das «Monster» Islamischer Staat entwickeln konnte, fügte der deutsch-iranische Autor hinzu.  mehr ...

14.08.2014 Medien: Deutschland beginnt Hilfsflüge in den Irak

Ab morgen greift Berlin direkter ein

Hamburg (KNA). Deutschland beginnt nach Medienberichten am Freitag mit ersten Hilfslieferungen in den Nordirak. Demnach sollen zunächst vier Transall-Maschinen in die Krisenregion fliegen, wie das Nachrichtenportal «Spiegel Online» am Donnerstag unter Berufung auf Bundeswehrkreise berichtete. An Bord der Flugzeuge befänden sich demnach vor allem Verpflegung und Sanitätsmaterial. Die Flieger sollen einen Zwischenstopp in der Türkei einlegen.  mehr ...

13.08.2014 Immer häufiger machen muslimische Gemeinden Erfahrung mit handfester Islamfeindschaft

Brandanschläge auf bis zu drei Moscheen

Foto: BIG Bielefeld
(iz). Der aktuellen «Mitte»-Studie der Universität Leipzig zufolge hat die Islamfeindschaft in Deutschland zuletzt deutlich zugenommen und immer häufiger müssen Moscheegemeinden das bezeugen. Neben einem Brand am Rohbau der Mevlana-Moschee in Berlin-Kreuzberg, kam es am 11.08. auch zu einem Brandanschlag auf die Semerkand-Moschee in Bielefeld.

Zwischen 10.00 und 11.00 Uhr brach eine noch ungeklärte Anzahl von Personen in die Gebetsstätte ein und setzte Qur’an-Ausgaben und Teppiche in Brand. Gegen 11.  mehr ...

11.08.2014 Bislang war das Amt des Staatsoberhauptes vor allem zeremonieller Natur: Neuer Staatspräsident Tayyip Erdogan ruft nach Wahlsieg zu «Aussöhnungsprozess» auf

AKP sucht einen Nachfolger für das Ministerpräsidentenamt

Istanbul (dpa). Nach seinem Sieg bei der Präsidentenwahl in der Türkei hat der bisherige Regierungschef Recep Tayyip Erdogan seinen Gegnern die Hand zur Versöhnung entgegengestreckt. «Lasst uns heute alle gemeinsamen einen gesellschaftlichen Aussöhnungsprozess beginnen lassen», sagte Erdogan in seiner Siegesrede in der Nacht zum Montag in Ankara. «Lasst uns die alten Auseinandersetzungen in der alten Türkei zurücklassen.» Der 60-Jährige kündigte eine «neue Türkei» an und versprach, er werde Staatsoberhaupt aller 77 Millionen Türken sein.  mehr ...

09.08.2014 Ein Beitrag von Ahmet Inam über die Auslegung eines Koranverses und was sich daraus über die ISIS im heutigen Nahen Osten ableiten lässt

„La ikraha fi’d-din… – Es gibt keinen Zwang in der Religion“

Foto: asimjaved96|CCL 3.0
(iz). Es gibt mehrere Überlieferungen zu diesem Koranvers (Sure al-Baqara 2/256), die uns allesamt veranschaulichen sollen, aus welchen Anlässen dieser Koranvers offenbart wurde. Diese finden sich in den Werken der früheren Gelehrten wie in dem Sunan-Werk von Abu Dawud, in dem koranexegetischen Werk Dschami al-Bayan von at-Tabari oder in dem berühmten Werk von Al-Wahidi über die Sammlung der Offenbarungsanlässe (Asbab an-Nuzul) und wurden bis heute in allen Bereichen der islamischen Literatur immer wieder zitiert, aufgearbeitet und weitervermittelt.  mehr ...

09.08.2014 Zehn Jahre nach Tsunami ist totgeglaubte Tochter wieder daheim Von Nurdin Hasan

«Wohl schlimmster Moment in ihrem Leben»

Der Fall erregt weltweit Aufsehen. Zehn Jahre nach dem Tsunami hat ein Elternpaar in Indonesien seine totgeglaubte Tochter wiedergefunden. Seit kurzem ist das Mädchen zurück bei seiner Familie.

Banda Aceh (dpa). An den wohl schlimmsten Moment in ihrem Leben kann sich die 14 Jahre alte Indonesierin Raudhatul Jannah nicht mehr erinnern. Es ist ja auch fast zehn Jahre her, dass der Tsunami sie und ihren Bruder den Eltern entriss und ins Meer schleuderte. Vier Jahre war Raudhatul alt, als Südostasien am zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 eine der verheerendsten Naturkatastrophen erlebte.  mehr ...
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Aktuelle Ausgabe
Die dramatischen Ereignisse im Gazastreifen und in Palästina machten auch keinen Halt vor unserer neuen Printausgabe. In der Nummer 230 der Islamischen Zeitung beschäftigen wir uns auf mehreren Seiten mit Ursachen, Hintergründen, dem Völkerrecht und der Lage der Menschen in Gaza und in Palästina.
Wir konnten den emsigen bosnischen Imam Hafis Suleyman Bugari für ein Interview gewinnen, blicken in die Abgründe der IS-Herrschaft in Irak und Syrien, beschäftigen uns mit dem zeitlosen Werk von William Shakespeare, erinnern an die Rechte von Arbeitern im Islam und an die spirituelle Sehnsucht der Muslime.
Außerdem: Berufsaussichten für angehende muslimische Theologen, warum wir unsere Leben verschönern sollten, Rückblick auf bunten Ramadan in der Hauptstadt sowie vieles andere mehr.
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IZ erklärt Deutschland: Die Salaf
Egal, ob angezählte Ex-Boser oder ehema­lige Bonner Musterschüler, die in den Bergen Afghanistans ums Leben kommen, Der „Salafismus“ ist trotz der zahlenmäßig geringen Menge der Anhänger zum Synonym einer amorphen Bedrohung geworden. Diese neuzeitliche Ideologie, die lange unter Muslimen und unse­ren Gelehrten als „Wahhabismus“ [nach ihrem Begründer Ibn ‘Abdulwahhab] bezeichnet wurde, hat sich lange dieses Tarnbegriffs bedient, um der Klassifi­zierung als Sekte zu entgehen. Phänome­nologisch ähnelt sie den Khawaridsch. Zum Leidwesen der muslimischen Welt ist der „Salafismus“ in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Nicht nur, weil er ungenau ist, sondern mehr noch, weil die Generationen (die Salaf As-Salihin), auf die sich die ­Wahhabiten gerne beziehen, um sich deren Legitima­tion anzueignen, von allen praktizierenden Muslimen der Ahl As-Sunna wa’l-Dschama’a geachtet und geliebt werden. Wie bei anderen Begriffen muss man auch hier erst einmal der zeitgenössische Schutt der Missverständnisse weggeräumt werden, um verstehen zu können. Qadi ‘Ijad aus Ceuta, früherer andalusischer Gelehrter und Autor des monumen­talen „Kitab Asch-Schifa“ beschrieb den Charakter dieser Generation unter ande­rem wie folgt: „(…) Es wurde überliefert, dass es eine Gruppe der Salaf, oder besser alle von ihnen, verabscheute, über etwas zu diskutieren, welches nicht zu Handlungen führte. (…)“ Der Imam schließt an anderer Stelle mit dem Gebet: „Möge Allah unseren gottesfürchtigen Salaf barmherzig sein, die ihren Din beschützt haben!“
Zitat der Woche
«Zum dritten Mal in fünf Jahren hat die viertgrößte Militärmacht der Welt eine volle Attacke auf eines ihrer sozial am meisten benachteiligten Gebiete gestartet. Seit Israels Bombardement des Gazastreifens begann, vor etwas mehr als einer Woche, wurden über 200 Palästinenser getötet. Fast 80 Prozent der Opfer sind Zivilisten, mehr als 20 Prozent Kinder. Um die 1400 wurden verwundet und 1255 Palästinenser-Wohnungen zerstört. Bisher hat palästinensisches Feuer einen Israeli auf der anderen Seite der Grenze getötet, die das abgeschottete Gaza zum größten Freiluft-Gefängnis der Welt macht.

Aber statt einen Stopp zu fordern für Israels kollektive Bestrafung gegen ein Gebiet, das (von Israel) noch immer illegal okkupiert ist, geben die westlichen Mächte den Opfern die Schuld, weil sie sich verteidigen. Wenn die Hamas nicht Raketen aus Gaza abschießen würde, beharren sie, würde all das Blutvergießen enden.

(...) Die Vorstellung, dass Israel auf einen Raketenhagel antwortet, der aus dem schönen blauen Himmel kommt, bedarf eines romanartigen Rahmens, der über den Bereich der Fantasie hinausgeht. Tatsächlich ist der Raketenbeschuss aus Gaza seit dem vergangenen Angriff im Jahr 2012 auf sein niedrigstes Niveau seit zwölf Jahren gefallen.»

The Guardian, 17.07.2014
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Bild der Woche
Solidarität vor Ort BIELEFELD. Der turnusgemäße Sprecher des KRM und Vorsitzende des Islamrates für die Bundesrepublik, nimmt Moscheen in Bielefeld (Bild) und Berlin in Augenschein. Diese wurden durch mutmaßliche Brandanschläge angegriffen. (Foto: Twitter@KizilkayaAli
Buchtipp
Machen wir ein gedankliches Experiment: Würde heute jemand seine Begeisterung – und sei sie noch so verhalten – für die Monarchie äußern, würde er von den meisten erheblich weniger ernstgenommen als solche Zeitgenossen, die an UFOs oder die heilende Kraft von Steinen glauben. Wenn wir uns dem vorliegenden Erstlingswerk von Rasim Marz nähern, gilt es im Hinterkopf zu behalten, dass diese Form der Herrschaft durchaus eine legitime Ordnungsform sein kann beziehungsweise sich im Verlauf der Menschheitsgeschichte oft als segensreich erwiesen hat.
Der junge Autor hat kein leichtes Buch geschrieben. Es liegt schwer im Magen, was seine inhaltliche Qualität und seinen Wert nicht schmälert. Seine Chronik des „Osmanischen Reiches auf dem Weg nach Europa“ ist nicht die landesübliche Beschreibung eines unausweichlichen Niederganges, wie man sie von vielen Titeln zum Thema „Osmanen“ kennt. Am Ende ist es eben auch der Text eines Liebenden, der – jenseits von Verdammung oder blinder Verehrung – sich diesem faszinierenden Phänomen widmet.
Vielmehr beschreibt Rasim Marz das Zusammenspiel von innen- und außenpolitischen Faktoren, die zu einem Ende der osmanischen Herrschaft in Europa, Afrika und dem Nahen Osten geführt hatte. Unter den Folgen dieses Endes beziehungsweise den blutigen Konsequenzen der Abwesenheit des osmanischen Ordnungsprinzips im Nahen Osten und auf dem Balkan leiden die betroffenen Bevölkerungen auch heute noch. Ein Blick auf die jetzige Lage in Syrien sollte das ausreichend bestätigen. Es ist von Belang, dass Marz unter anderem auch auf die Verschuldungs- und Finanzierungsmechanismen verwies, die zu einem Abbröckeln des osmanischen Staatsgefüges geführt hatten. Die Endphase der osma­nischen Geschichte ist untrennbar mit der Entwicklung der Finanztechnik verbunden.
Auf Nachfrage beschrieb Rasim Marz seine Absicht und Motivation für das Buch: „Da es im deutschsprachigem Raum nur sehr wenig Fachliteratur zum Osmanischen Reich gab, wollte ich einen kleinen Beitrag dazu leisten und eine vorurteilsfreie Aufklärungsarbeit. In der ganzen Weltgeschichte gab es keine Herrscherfamilie, die ununterbrochen 36 männliche Monarchen für ein Großreich hervorbrachte und das in einem Zeitraum von über 600 Jahren. Dies ist mehr als bemerkenswert.“ Bisher seien die ersten Reaktionen auf das Buch „durchweg positiv“ gewesen“. „Der alternative Blick auf die Geschichte unseres Volkes hat auch vielen die Augen geöffnet.“

Marz, Rasim. Das Osmanische Reich auf dem Weg nach Europa. Neue osmanische Geschichtsschreibung: Books on Demand, Dezember 2013, Gebunden, 260 Seiten, ISBN 978-3732292738, Preis: EUR 29,99 (23,99 für Kindle)
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