Islam in Deutschland: Wer hat die Organisationshoheit?
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28.04.2009 Erneuerung: Uniday 2009 mit Teilnehmern aus ganz Europa. Von Nesrin Cepa

Studenten in Dortmund

Erneuerung durch Wiederholung“- unter diesem Motto fand der zweite Uniday am 4. April 2009 in den Westfalenhallen in Dortmund statt. Die Universitätsabteilung der Jugendorganisation der Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) hat sich zum Ziel gesetzt, für ihre Mitglieder europaweit Zusammenkünfte zu organisieren. Der Uniday ist eine dieser Zusammenkünfte und soll eine Art Plattform für junge muslimische Studenten werden.
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An der Veranstaltung nahmen ca. 4000 Studierende aus ganz Europa teil. Zu Beginn der Veranstaltung hob der Vorsitzende der IGMG-Studentenabteilung, Celal Tüter, hervor, dass der Islam zu einem Bestandteil Europas geworden sei. Er erinnerte daran, dass die Geschichte der Muslime in Europa nicht mit der Arbeitsmigration beginne, sondern bereits in Andalusien und auf dem Balkan ihren Ursprung gefunden habe. In seiner Rede griff Tüter den Leitspruch der Veranstaltung „Erneuerung durch Wiederholung“ auf und sagte: „Wer nicht wiederholt und zurückblickt, kann sich nicht erneuern, sich nicht bessern. Eine gesunde Beziehung zur Vergangenheit wird zu einer optimalen Zukunftsgestaltung führen.“ Tüter machte auf die Verantwortung der Studierenden in Europa aufmerksam und sagte, dass diese die größte Verantwortung trügen. Diese sollten die islamische Weise des Zusammenlebens vorleben und mit neuen Wörtern in die europäischen Sprachen einbringen. Es liege an den Muslimen, nicht bloß zu klagen, sondern Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit zu gewährleisten.

Im Anschluss fand der Vortrag von Tariq Ramadan statt. Er verwies auf die multiplen Identitäten der europäischen Muslime. Dies stelle für Europa eine Bereicherung dar. Muslime sollen sich in Europa integrieren, aber ihre eigene Identität beibehalten. Er sagte, es werde nicht bei der Integration bleiben, und machte darauf aufmerksam, dass Muslime ihren Beitrag für das Wohl der Gesellschaft leisten werden. Muslimischen Studierenden komme die besondere Verantwortung zu, das Gelernte an die Gesellschaft weiterzugeben. Ein Universitätstitel sei wertlos, wenn man der Gesellschaft beziehungsweise der Umma nicht gute Dienste erweise. Weiter machte er auf die Ängste der Menschen vor dem Islam aufmerksam und stellte fest, dass man sich dessen gewahr werden müsse und daran arbeiten müsse, die Ängste der Menschen zu überwinden. Er verdeutlichte, wie wichtig die Beherrschung der Sprache des Landes sei, in dem sie leben. Die Sprache stelle den Schlüssel für die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben dar.

Ein weiterer Gastredner war Iskender Pala, Leiter der Fakultät für Türkische Sprache und Literatur an der Kulturuniversität in Istanbul. Pala gab einige Beispiele von den ehemaligen osmanischen Sultanen und unterstrich, dass diese nicht nur Herrscher und Krieger waren, sondern sich auch mit Wissenschaft, Kunst und Literatur beschäftigten, und ermutigte die Studierenden, sich ebenfalls vielseitig zu engagieren.

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