Ismail Özel aus Darmstadt schrieb am 12.06.2010
Aus der Studie des KFN wird ersichtlich, wie die einzelnen Punkte zur Messung der Werte „religiös“ und „Integration“ definiert würden.
Was ist religiös?
„Der Häufigkeit des Betens sowie des Gottesdienstbesuches und der Bedeutung, die die Religion aus der Sicht der Befragten in ihrem Alltag hat sowie bei ihrer Erziehung in der Familie hat.“
Ist das die korrekte Darstellung von Religiös? Persönliche Einschätzungen von Halbstarken bilden die Grundlage der Statistik. Keine Wissenschaft eines zivilisierten Landes würde jemals diese Beweise akzeptieren. Wie jeder vernünftige Mensch weiß, verschanzen sich Minderheiten vor Angriffen der Mehrheit hinter ihren Gemeinsamkeiten. Das ist in vielen Fällen die alte Kultur und in diesem speziellen Fall bildet die Religion eben das Fundament dieser Kultur. Jeder Historiker und Philosoph wird diese Tatsache bestätigen. Die Aussage „Ich bin religiös oder nicht“ ist also nicht zwingend ein Fakt, sondern kann ein Schutzschild oder eine Trotzreaktion sein – besonders in diesem Alter.
Was ist Integration?
„Die Nutzung der deutschen Sprache in verschiedenen Lebensbereichen, dem Anteil deutscher Freunde, der Quote derjenigen, die durch Besuch eines Gymnasiums oder einer Gesamtschule das Abitur anstreben und dem Anteil der jungen Migranten, die sich selber als Deutsche einstufen.“
Integration durch die Sprache – Deutsch = deutsche Sprache? OK!
Integration durch Kontakt zu Deutschen – Deutsch = Kontakt zu Deutschen? Siehe unten.
Integration durch Besuch des Gymnasiums und Abitur – Deutsch = Gymnasiast? Siehe unten.
Integration durch Selbsteinschätzung – Deutsch = „Ich fühle mich deutsch“? unwissenschaftlich...
Hier wird es interessant, denn eine andere für Deutschland sehr peinliche Statistik spielt hier dagegen: Es wurde nachgewiesen, dass Kinder und Jugendliche mit ausländischem Namen(!) prinzipiell in den Deutsch-Förderkurs geschickt werden, dass vorrangig Migrantenkindern das Gymnasium verwehrt wird und die sonst leeren Plätze der Sonder-, Haupt- und Realschulen mit ihnen gefüllt werden. Wie wollen Sie das erklären?
Hat die Gewalt dann mit der Bildung und dem sozialen Status zu tun? Wenn ich gezielt Migrantenkinder in niedere Schulen schicke, kann ich bei ihnen ein „gymnasiales“ Denken erreichen?
Die Fragestellung der Statistik ist eine Ohrfeige gegen alle Schulzweige unter dem Gymnasium. Warum schreit niemand dagegen auf? All diese Schulwege werden allein durch diese Definition auf „Assozialen-Niveau“ gedrückt.
Anteil deutscher Freunde? Ich verstehe, dass heranwachsende Muslime nicht mit gleichaltrigen Jugendlichen saufen und feiern gehen. Was ist daran falsch? Die Statistik der jugendlichen Alkoholtoten und –patienten spricht hier eine weitere Sprache. Auch dieses Kriterium ist somit falsch gewählt.
Junge Menschen, die von Medien, Politik und Umfeld nicht akzeptiert werden sollen sich hier also als Deutsche einstufen. Ein junger Muslim, der zusehen muss, dass die muslimische Schwester wegen des Kopftuchs gehänselt wird, seine Mutter über die Stufe der Putzfrau wegen ihres Kopftuchs per Gesetz nicht steigen darf. Danke für diese Integrationswilligkeit des Landes, in dem wir geboren wurden und unser Leben verbringen dürfen. Obwohl über 80% der jugendlichen Migranten in Deutschland geboren wurden, werden sie mit 18 kein Recht haben, das „Heimatland Deutschland“ mitzugestalten. Wie um Gottes Willen sollen sich junge Menschen hier integriert fühlen?
Die Statistik ist in ihren Grundfesten nicht haltbar und nichts wert.
Warum diskutieren aber die islamischen Verbände in Deutschland über den Inhalt, der nach logischen Gesichtspunkten inakzeptabel ist? Haben sie Angst, schlecht dazustehen, wenn sie die Statistik anzweifeln? Ich habe das Gefühl, dass keiner der Vertreter der Muslime die Statistik tatsächlich gelesen und analysiert hat. Statt dessen stoßen sie in das gleiche Horn und suchen Lösungen in Schlussfolgerungen, die keine nachvollziehbare Prämisse haben.
Wo sind die Kritiker und Denker in den Spitzenpositionen der muslimischen Verbände?
Warum ist bisher nicht einmal ein brauchbarer Gegenartikel in den breiten Medien erschienen? Es wurde viel geschrieben, aber nichts veröffentlicht – wo ist unsere Macht und Stellung in diesem Land?
Wo deutsche Vertreter und deutsche Sprachrohre der Muslime, wenn wir sie im Alltag und zu unserem Schutz brauchen?
Woher kommt die Folgerung, dass islamische Religiösität mit Machokultur verbunden wird. Was ist die Definition von Macho? Es wird hier als sinnfreies Wort benutzt und dient als Pseudonym für „Buhmann“. Man hat eine vage Idee und es ist negativ besetzt. Das genügt, um es gut genug zu machen, es mit dem Islam zu verbinden. Somit verbinde ich ein negatives Wort mit einem anderen und schon sind beide Begriffe negativ. Ein klassisches und gern benutztes Prinzip der Propaganda. Aber nur wirksam bei Menschen, die nicht denken können.
Eine weitere Schlussfolgerung der Statistik sei die Problematik der Imame, die genau das negative Bild gegen Deutschland in den Köpfen der Jugendlichen aufbauen und verstärken sollen. Jetzt überlegen wir alle zusammen ganz scharf: was verändert und Prägt das Verhalten von Menschen? Der tägliche Umgang und die Erfahrung mit der Umwelt und den Menschen um uns herum, oder die 2 Stunden „Hasspredigt“ des Imams am Wochenende in der Sonntagsschule?
Diese Prämisse ist falsch gewählt und an den Haaren herbeigezogen, nur um eine Schlussfolgerung zu rechtfertigen, die per se korrekt ist: Imame in Deutschland auszubilden. Ein logischer Fehler und primitiver Propagandatrick, um seine Meinung zu „untermauern“.
Ich zweifle nicht die Zahlen an, aber das Fundament der Statistik ist nicht vorhanden oder sehr brüchig.
Roxanna Lorenz aus Dortmund schrieb am 20.06.2010
Die meisten Gewalttaten kommen doch sowieso unter Alkoholeinfluß zustanden und damit haben Muslime nichts zu tun.
Roxanna Lorenz aus Dortmund schrieb am 20.06.2010
Wo kann man eigentlich die Fragen zu der "Studie" nachlesen?
Sinnlose Gewalt wird doch wohl am meisten von Hells Angels, Bandidos und alkoholisierten Hooligans praktiziert!
Die Masse der Bevölkerung ist friedlich, insbesondere gläubige Muslime.
Daß uns die Befragung was anderes weismachen will, liegt entweder an der Auswertung oder an der Fragestellung.
Wird ein Christ aggressiv wenn jemand einer Frau ihr Kopftuch runterreißt? Nein.
Ein Muslim aber wird diese Frau notfalls mit Fäusten verteidigen und das ist auch gut so.
Ich nehme an, daß schon allein durch die Fragestellung die Weichen für völlig falsche Schlußfolgerungen gestellt wurden.
Zivilcourage darf man nicht mit Aggressivität verwechseln.