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27.10.2010 ARD und ZDF boten Fortbildung über den Islam an. Von Malik Özkan

Wissen für die Medien

(iz). Die ARD.ZDF medienakademie, eine Fortbildungseinrichtung für Journalisten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und Hörfunks, veranstaltete vom 11. bis 13. Oktober ein Seminar zum Thema „Der Islam in Medien und Gesellschaft“ für Interessierte aus der oben genannten Berufsgruppe. Dabei sollten Fragen wie, was der Islam ist, wie Islam und Muslime zu Demokratie stehen, wie die Medien, nichtmuslimische und muslimische, über den Islam berichten und welchen Beitrag Medien für eine gelingende Integration leisten behandelt werden.
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Geleitet wurde das dreitätige Fachseminar, das im Berliner Hauptstadtstudio der ARD stattfand, von Reinhard Baumgarten und Holger Gohla, beide aus der Fachredakton Religion, Kirche und Gesellschaft beim SWR Baden-Baden.

Das hochkarätig besetzte Programm enthielt neben ­Vorträgen über den Islam in Deutschland auch eine Diskussion über Sinn und Zweck der Islam­konferenz, bei der ­Aiman Maz­yek vom Zentralrat der Muslime in Deutschland und eine Vertreterin des Bundesinnenministeriums teilnahmen, und einen ­Besuch in der Berliner Sehitlik-Moschee sowie Hintergrundgespräche mit Parlamentarischen Staats­sekretären, einem Vertreter des Verfassungs­schutzes oder auch Prof. Rauf Ceylan von der Universität Osnabrück.

Am letzten Tag sprach zum Themenbereich „Islam in der Me­dienwelt“ Dr. Dirk Halm vom Zentrum für Türkeistudien über das Bild des Islam in den Medien, und Oktay Yaman vom Hauptstadtbüro der Zeitung „Zaman“ sowie Yasin Alder, stell­vertretender Chefredakteur der Islamischen Zeitung, stellten ihre Medienprodukte vor und diskutierten mit den teilnehmenden Journalisten, die den beiden muslimischen Medienschaffenden und dem Wissenschaftler Dr. Halm interessiert Fragen stellten. Es entstand eine fruchtbare, unvoreingenommene Diskussion über die Integrationsdebatte der vergangenen Wochen und die Art und Weise, wie dieses Thema in den öffentlich-rechtlichen Sendern behandelt wurde. Die Sichtweise der Vertreter von Islamischer Zei­tung und Zaman wurde dabei mit regem Interesse aufgenommen, und so kam eine konstruktiver Austausch zwischen Medienschaffenden zustande, wie er sonst eher selten vorkommt.

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IZ erklärt Deutschland: Die Salaf
Egal, ob angezählte Ex-Boser oder ehema­lige Bonner Musterschüler, die in den Bergen Afghanistans ums Leben kommen, Der „Salafismus“ ist trotz der zahlenmäßig geringen Menge der Anhänger zum Synonym einer amorphen Bedrohung geworden. Diese neuzeitliche Ideologie, die lange unter Muslimen und unse­ren Gelehrten als „Wahhabismus“ [nach ihrem Begründer Ibn ‘Abdulwahhab] bezeichnet wurde, hat sich lange dieses Tarnbegriffs bedient, um der Klassifi­zierung als Sekte zu entgehen. Phänome­nologisch ähnelt sie den Khawaridsch. Zum Leidwesen der muslimischen Welt ist der „Salafismus“ in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Nicht nur, weil er ungenau ist, sondern mehr noch, weil die Generationen (die Salaf As-Salihin), auf die sich die ­Wahhabiten gerne beziehen, um sich deren Legitima­tion anzueignen, von allen praktizierenden Muslimen der Ahl As-Sunna wa’l-Dschama’a geachtet und geliebt werden. Wie bei anderen Begriffen muss man auch hier erst einmal der zeitgenössische Schutt der Missverständnisse weggeräumt werden, um verstehen zu können. Qadi ‘Ijad aus Ceuta, früherer andalusischer Gelehrter und Autor des monumen­talen „Kitab Asch-Schifa“ beschrieb den Charakter dieser Generation unter ande­rem wie folgt: „(…) Es wurde überliefert, dass es eine Gruppe der Salaf, oder besser alle von ihnen, verabscheute, über etwas zu diskutieren, welches nicht zu Handlungen führte. (…)“ Der Imam schließt an anderer Stelle mit dem Gebet: „Möge Allah unseren gottesfürchtigen Salaf barmherzig sein, die ihren Din beschützt haben!“
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