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(iz). In den letzten Jahren weitete sich die Debatte um dieses – im Grunde archaische – Phänomen enorm aus. Regelmäßig geben sich Fachpublikationen, Symposien und Debatten hier die Klinke in die Hand; langsam entwickelt sich sogar ein akademischer Berufszweig, der dem Ganzen gewidmet ist. mehr ...
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31.01.2011 Gastbeitrag: Ein Teufelskreis im Miteinander - Hass und Misstrauen hindern Juden und Muslime daran, interkulturelle Brücken bauen. Von Reuven Firestone

Der böse Geist der Anderen

Dieser Beitrag erschien erstmals am 04.08.2010 unter dem Titel „Fellow Demons“ als dritter und letzter Teil der Artikelreihe “Bridging the Islamic-Jewish Divide” in der amerikanisch-jüdischen Netzeitung "The Jewish Journal"
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Los Angeles. Wir Menschen haben die seltsame Angewohnheit zu dämonisieren, wovor wir uns fürchten, das wir aber nicht verstehen. Wenn wir uns nicht sicher sind, woher unsere tiefsten Ängste kommen, denken wir uns einfach irgendeinen Grund aus. In unserer Kindheit ist es das Schreckgespenst, das sich im Schrank versteckt. Wenn wir älter werden, bekommen wir immer wieder mit, wie man es anstellt, den bösen Geist in anderen Leuten zu finden; manchmal dämonisieren wir ganze Gemeinschaften oder Bevölkerungen. Dieser unglückseligen Angewohnheit des Menschen fielen in der Vergangenheit wahrscheinlich die Juden am häufigsten zum Opfer.

Wir Juden werden weiterhin von einigen dämonisiert, die ihre Ängste freisetzen, indem sie ihre Furcht in Hass und Gewalt uns gegenüber kanalisieren. Aber wir sind gleichfalls Menschen und haben als solche die gleiche seltsame Angewohnheit. Heute richtet sich die große Furcht von uns Juden, genauso wie die vieler anderer in der westlichen Welt, gern gegen Muslime. Muslime und ihre Religion sind der im Moment beliebteste Sündenbock für die Missstände in der Welt, der alltägliche Fußabtreter, auf dem wir unsere Ängste meistens abstreifen. Unsere Islamophobie zu beenden ist keine leichte Aufgabe, denn Vorurteile haben die Tendenz, sich kulturell tief zu verankern. Dadurch gehen sie in Fleisch und Blut über und werden unhinterfragt ausagiert. Doch wirkt unsere eigene jüdische Weisheit dieser schlechten Angewohnheit entgegen, indem sie lehrt, dass die Menschheit - und zwar die ganze Menschheit - im Bild Gottes geschaffen wurde. Alle Menschen gehen auf den „Ur-Adam“ (adam ha-qadmon) zurück, der nackt, bar jeglicher Religion und Kultur gebildet worden war und in den Gott einen göttlichen Geist hineinblies.

Die Menschen blieben nicht lange nackt. Von dem Augenblick an als wir als Menschen erkennbar waren, haben wir uns in Kulturen und Sprachen gekleidet und Religionen angenommen, deren Ursprung unserem Verständnis nach in erhabener Höhe lag. Während das Judentum einerseits lehrt, dass wir im Ebenbild Gottes erschaffen wurden, lehrt es andrerseits auch, dass wir nur Fleisch und Blut sind. Wir sind nicht der Allwissende, der die Tiefen des Herzens erkunden und erfahren kann, was andere Menschen wirklich denken und fühlen, und wir haben das Potential zu Dummheit und boshaftem Verhalten. Das trifft auf uns alle zu: Juden, Muslime, Christen, Buddhisten - jedermann.

Ein wiederkehrender Ausdruck unseres menschlichen Potentials zur Torheit sind Bigotterie, Rassismus und Intoleranz gegenüber denjenigen, vor denen wir Angst haben. In dieser Netzeitung habe ich schon einmal davon gesprochen, dass wir Juden dazu tendieren, Muslime und den Islam abzuschreiben und es als ein und dasselbe zu charakterisieren - und dabei generell als etwas Schlechtes. Aber ich bin nicht einfach der Typ des zur Selbstanklage neigenden Gutmenschen. An anderer Stelle habe ich über die Schuldhaftigkeit vieler Muslime geschrieben, Juden zu Objekten zu machen und uns für alle Übel der Welt die Schuld zu geben. Antisemitismus unter Muslimen ist ein sehr ernstes Problem, und ihm muss von Muslimen genauso mutig entgegengetreten werden, wie wir Juden die Islamophobie zu konfrontieren haben.

Kürzlich verbrachte ich ein paar Tage mit einem muslimischen Bekannten in Malaysia, der eine starke religiöse Identität hat und seiner religiösen Pflichten gewissenhaft erfüllt. Ahmad betet fünfmal am Tag und reichert jedes Gespräch ganz selbstverständlich mit spirituellen Aphorismen an. Er ist aber nicht nur auf seine rituelle Religionsausübung bedacht, sondern stellt auch moralisch-ethische Überlegungen an. Im jüdisch-religiösen Spektrum würde er irgendwo unter „modern-orthodox“ hineinpassen. Er macht sich Gedanken über Demokratie, Gewissens- und Redefreiheit. Er behandelt andere mit Respekt und passt auf, nicht in „lashon hara“ (boshaftes Reden anderen gegenüber) verwickelt zu werden. Er macht sich Sorgen um die Armen und die Umwelt. Ferner kritisierte er z.B. auch die unregulierte Abholzung malaiischer Wälder und sprach sich scharf gegen die Vetternwirtschaft und Korruption der Regierung aus. Ich erkannte in ihm einen Seelenverwandten in seinem Bestreben, gute Werke zu tun und sich selbst dann für das Gute zu engagieren, wenn es persönliche Opfer fordert; ich zähle ihn zu meinen Freunden. Doch waren seine Ansichten über Juden zugleich dermaßen naiv von Vorurteilen geprägt, dass ich nicht umhin konnte, ihn als Antisemiten zu bezeichnen.

Ich begleitete meinen Freund auf einer Fahrt von seinem Zuhause in Alor Setar an der Westküste Malaysias nach Osten bis nach Kuala Terengganu am Südchinesischen Meer. Dabei durchquerten wir auf der langgezogenen westmalaysischen Halbinsel drei malaiische Staaten. Vor dem Aufbruch zeigte Ahmad mir seinen Garten mit den vielen Obstbäumen und essbaren Pflanzen und beklagte sich über ein Unkraut, das den Garten allmählich überwuchert, jedoch keine essbaren Teile und keinerlei Wert hat. „Wir nennen es die 'Israel-Pflanze',“ sagte er. Bei dieser ersten Begegnung blieb ich noch still, allerdings nicht lange.

Insgesamt war es eine herrliche Autoreise für mich. Wir fuhren durch den hochgelegenen Dschungel nahe der thailändischen Grenze, wo wir unsere Augen nach Elefanten offen halten mussten, die die Straße blockierten. Wir stoppten, um einen alten Mann zu beobachten, der die Kautschukbäume anzapfte, die um sein nach malaiischer Tradition auf Stelzen stehendes Haus herumstanden. Später unterstützten wir durch unseren Einkauf einen Obststand der einheimischen Völker in der Hochgebirgsregion. Ahmad ist süchtig nach Nachrichten, die er eifrig, aber nur im Internet recherchiert. Er erklärte mir, dass die malaysische Regierung die Zeitungen des Landes kontrolliere und verhindere, dass genaue Informationen die Bevölkerung erreichen. Er ist ein aktives Mitglied der oppositionellen Islamischen Partei und verfügt über akademische Abschlüsse in Landwirtschaft und Verwaltung, was es mit sich gebracht hatte, während seines Studiums mit seiner Familie in Schottland zu leben. Er ist hervorragend informiert und hat eine starke Sehnsucht nach Frieden und Harmonie in der Welt. Auf unserer langen Fahrt hatten wir mehr als genug Zeit, uns zu unterhalten.

Unser Gespräch glitt zwischen Politik und Religion, Flora und Fauna der malaiischen Halbinsel hin und her. Einmal hörten wir im Radio eine Version der Reggae-Melodie „Wasser von Babylon“, von der Ahmad meinte, sie sei eine zionistische Hymne („... als wir Zion gedachten“). Er fragte mich, wie die Juden es schafften, die Weltmedien zu kontrollieren (er glaubte, Rupert Murdoch sei jüdisch), obwohl er sich soeben darüber beklagt hatte, dass die Nachrichtensendungen Malaysias von der malaiischen Regierung überwacht würden. Als ich ihn fragte, woher er seine Informationen über Juden beziehe, zitierte er Henry Fords antisemitischen Redeerguss „Der Internationale Jude“. Das erinnerte mich sofort an ein nicht lange zurückliegendes Sabbatjahr in Ägypten, wo ich zahlreiche Ägypter behaupten hörte, dass Condoleezza Rice und Präsident George W. Bush Juden seien. Viele in der muslimischen Welt nehmen an, dass Juden die Hauptursache für die meisten Probleme in der Welt seien.

Die Naivität unter Muslimen kann schockierend sein und die Kombination von Ignoranz und Bigotterie führt bisweilen zu befremdlichen Schlüssen, nicht verschieden von mancher der verrückten Ideen, die ich von Juden über Muslime höre. Gerade neulich hat mir ein jüdischer Freund begeistert ein den Islam verleumdendes Video empfohlen, als Antwort auf eine muslimische Initiative, in Lower Manhattan einige Häuserblöcke vom Ground Zero entfernt ein Gemeindezentrum zu errichten. In dem Video wurde u.a. vorwurfsvoll behauptet, der Islam sei nichts anderes als eine faschistische politische Ideologie mit der Absicht, die Welt zu kontrollieren. Abgesehen von dem Faschismus-(lies: „Kommunismus-“)Vorwurf war das genau die Art der Verleumdung, die in den 1930er Jahren gegen die Juden in Deutschland (und gelegentlich auch in den Vereinigten Staaten) erhoben worden war. Wir Juden sollten es heute besser wissen und nicht auf so etwas hereinfallen.

Aber viele Muslime haben in der Tat befremdliche Ansichten über Juden. 2005 hielt ich mich zufällig länger in Ägypten auf, als sich dort die Nachwirkungen des Karikaturenstreits wegen der Herabsetzung des Propheten Muhammad in der dänischen Zeitung Jyllands Posten zeigten. Ungefähr einen Monat, nachdem die Aufregung über die Karikaturen nachgelassen hatte, war ich an der American University in Kairo. Ein Schlag ins Gesicht bedeutete eine Karikatur inmitten eines zentralen Raums der Öffentlichkeit, die auf Postergröße gebracht auf einer Werbefläche zu sehen war. Auf dem Poster war das karikierte Porträt eines Dirigenten abgebildet, der ein Orchester leitete. Jeder einzelne Musiker war der Vertreter einer Nation; die Musiker schwitzten und wandten viel Energie in ihrer Anstrengung auf, der Führung des Dirigenten zu folgen. Eine der Nationen stand jedoch im Verhältnis zu jeder anderen völlig außerhalb der Harmonie und erzeugte nur krächzende, scheußliche Töne. Sie spielte hauptsächlich ihre eigene Melodie, während alle anderen den Anweisungen des Dirigenten folgten. Diese abweichende Nation war das durch die Hamas vertretene Palästina. Der Dirigent, der das Orchester der Nationen zu kontrollieren versuchte, war die Karikatur eines orthodoxen Juden.

Irritierend war vor allem die Wahl des Zeitpunkts so bald nach der Debatte über die dänischen Karikaturen. Die Karikatur verblieb eine ganze Woche lang im öffentlichen Raum. Trotz der heftigen und gewaltvollen Krawalle in vielen Teilen der muslimischen Welt infolge der Verleumdung des Islam schien es, dass selbst in dieser amerikanischen Universität kein einziger die antisemitische Karikatur als problematisch genug ansah, um sie zu entfernen.

Der Antisemitismus in der muslimischen Welt ist ein sehr ernstes Problem, und es muss von Muslimen thematisiert werden. Glücklicherweise habe ich muslimische Kollegen, die über den Antisemitismus unter Muslimen ebenso empört sind wie ich über die Islamophobie auf jüdischer Seite. In Reaktion auf dieses zweiseitige Problem arbeiten wir sowohl gemeinsam als auch jeder für sich. Eine Erkenntnis, die wir aus unserem Engagement gewonnen haben, besteht darin, dass die Bigotterie und die Voreingenommenheit auf beiden Seiten ein Ergebnis komplexer Faktoren sind, auf welche die Geschichte, aktuelle Ereignisse und eine Riesenmenge von Furcht und Ignoranz einwirken. Das wird nicht leicht zu reparieren sein, aber es zu ignorieren ist unverantwortlich.

Einige werden meine Klage über den Antisemitismus unter vielen Muslimen als Bestätigung für ihre eigene, von Vereinfachung und Fehleinschätzung geprägte Vorstellung lesen, dass der Islam eine schlechte Religion sei und Muslime boshafte Menschen. Eine solche Reaktion unterscheidet sich nicht von der Weigerung mancher Muslime vom Antisemitismus abzulassen, nur um für ihre eigenen Ängste weiterhin eine Erklärung zu haben. Beides sind jämmerliche, aber nicht unerwartete Schlüsse, weil Angst machtvoll ist. Und dennoch, obwohl vereinfachende Antworten auf komplexe und frustrierende Probleme Erleichterung bringen mögen, können sie diese nur vorläufig und unzulänglich verschaffen, denn vereinfachende Antworten auf vielschichtige Probleme bringen gar nichts in Ordnung.

Durch Furcht hervorgerufene Bigotterie ist schlimm, aber nichts Schlechtes. Sie ist eine typisch menschliche Antwort auf mit einem Gefühl von Machtlosigkeit verbundene Ängste. Viele von uns haben Angst vor dem Islam, weil wir keine Muslime persönlich kennen und weil wir von selbst ernannten „Experten“ darauf trainiert wurden, die Lüge zu glauben, dass der Islam das einzige, schreckliche Problem sei, das hinter so viel Gewalt und Leiden in der Welt von heute liege. Andererseits ist es für die meisten von uns eine Ironie und bleibt unergründlich, dass sich viele Muslime geradezu genauso vor Juden fürchten - weil sie eben keine jüdischen Bekannten haben und sie mit dem Mythos außerordentlich großer jüdischer Macht und mit dem Scheinglauben vollgestopft wurden, dass sich Juden hinter all der Gewalt und dem Leiden der Welt von heute verbergen würden.

Es gibt so viel verzerrende Darstellung da draußen, und es gibt keine Möglichkeit, genug über unsere unübersichtlich globalisierte Welt zu erfahren, um immer die Wahrheit aus den Verwerfungen herauszufinden. Was ist zu tun? Wir könnten beginnen, indem wir uns nach unserer eigenen Lehre aus der Mischna richten (die übrigens eine Parallele im Islam hat): „Beurteile deinen Nebenmenschen nicht, bis du an seine Stelle gekommen.“ (Avot 2.5). Aber da diese Großzügigkeit im Geistigen von manchen so interpretiert wird, dass sie nur auf jüdische Mitmenschen beschränkt sei („d e i n Nebenmensch“), bezieht eine weitere jüdische Spruchweisheit aus demselben Ethikkodex dieselbe Idee explizit auf die ganze Menschheit: „Beurteile jeden Menschen (‘kol ha-adam’) nach seiner günstigsten Seite.“ (Avot 1.6). Mit solchen Lehrsätzen lässt sich nicht leicht leben, wenn wir zornig und ängstlich sind.

Aber ich habe keine Lehrweisheit im Kopf, die besagt, dass es leicht sei, das Richtige zu tun.

Reuven Firestone ist Professor für Judentum und Islam des Mittelalters am Hebrew Union College-Jewish Institute of Religion in Los Angeles und Ko-Direktor des Center for Muslim-Jewish Engagement (CMJE) an der University of Southern Carolina ( HYPERLINK "http://www.usc.edu/cmje" www.usc.edu/cmje). Zu seinen neueren Büchern gehören “An Introduction to Islam for Jews” (Jewish Publication Society, 2008) und “Children of Abraham: An Introduction to Judaism for Muslims” (Ktav, 2000).

Übersetzung: SB


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