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20.06.2007 Islamische Lebenspraxis

Dieses Mal: Zuhd

(iz). Die Bedeutung von Zuhd ist nicht leicht zu übersetzen. Es wird oft mit Enthaltsamkeit wiedergegeben. Einigermaßen treffend lässt Zuhd sich vielleicht umschreiben als „mit wenig von dieser Welt auskommen und das lassen, was man nicht braucht“. Jemand, der Zuhd praktiziert, wird Zahid genannt, der Plural heißt Zuhhad.
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In einem Hadith bei Baihaqi und Ibn Madschah heißt es, dass der Prophet gesagt hat: „Kommt ohne die Welt aus, und Allah wird euch lieben. Kommt ohne das aus, was ihr in den Händen der Menschen findet, und die Menschen werden euch lieben.“

Zuhd bedeutet, das Herz von diesseitigen Wünschen zu leeren. Sadaqa und großzügige Geschenke zu geben, trägt dazu bei. Zuhd bedeutet, scheinbare und eingebildete Wünsche und Bedürfnisse als solche zu erkennen und sie zu lassen.

Nach Ansicht mancher Gelehrter muss man nur das Verbotene unterlassen und für das von Allah Erlaubte und einem Gegebene dankbar sein. Andere sagen, dass die Entsagung des Verbotenen eine Verpflichtung ist, während der Verzicht auf Erlaubtes eine Tugend ist. Gemäß dieser Sicht ist jemand, der mit seinem Zustand geringen Besitzes und mit dem, was Allah ihm zugeteilt hat und gegeben hat, zufrieden ist, in einem perfekteren Zustand als jemand, der reich und komfortabel in dieser Welt lebt. Allah hat den Menschen geraten, sich von dieser Welt fern zu halten, indem Er im Qur’an sagt: „Sprich: Die Versorgung dieser Welt ist klein, das Jenseits hingegen ist besser für jene, die gottesfürchtig sind.“ (Sure An-Nisa, 77). Es gibt zahlreiche weitere Verse mit entsprechender Aussage.

Abu ‘Abd Ar-Rahman As-Sulami sagte, dass er Sufjan Ath-Thauri sagen hörte: „Verzicht auf die Welt bedeutet, damit aufzuhören, seine Hoffnungen in sie zu setzen, und nicht, rohe Nahrung zu essen oder das Gewand eines Asketen zu tragen.“ Und Sari Al-Saqati sagte: „Allah löst die Welt von Seinen Freunden ab, verweigert sie Seinen Gereinigten, und nimmt sie aus den Herzen jener, die Er liebt, hinweg, denn Er ist nicht damit zufrieden für sie.“ Im Qur’an heißt es in Sure Al-Hadid, Vers 23: „So betrübt euch nicht über das, was euch entgeht, und freut euch nicht überheblich über das, was Er euch gibt …“

Ibn Khafif sagte: „Das Zeichen von Zuhd ist, dass Leichtigkeit da ist, wenn Besitz geht.“ Er sagte auch: „Wenn das Herz scheinbare Ursachen vergessen hat und die Hände sich von Besitz zurückgezogen haben, dann ist das Zuhd.“ Ahmad ibn Hanbal, dessen Buch „Kitab Az-Zuhd“ sehr bekannt ist, vertrat die Position, dass der Welt zu entsagen bedeutet, Begierden aufzugeben und mit seinem Los zufrieden zu sein, was sowohl eines der Zeichen, Motivationen als auch Folgen von Zuhd sei. Abdullah ibn Al-Mubarak sagte: „Zuhd ist Vertrauen in Allah den Allerhöchsten, zusammen mit Liebe zur Armut.“ Die Kraft, Zuhd auszuüben, kommt aus dem Vertrauen in Allah. Zuhd bedeutet auch, sich von allem abzuwenden, was nicht Allah ist. Abu Sulaiman Ad-Darani sagte: „Zuhd bedeutet, alles aufzugeben, was dich von Allah dem Gepriesenen und Erhabenen entfernt.“ Jahja ibn Mu’adh sagte: „Keiner erreicht die Wirklichkeit von Zuhd, solange er nicht über drei Eigenschaften verfügt: Schaffende Tätigkeit, ohne mit den Dingen verbunden zu sein, Rede ohne persönliche Motive, und Ehre, ohne nach Position zu streben.“ Es wird auch gesagt, dass Allah demjenigen, der Zuhd übt, mehr gibt als das, was er sich wünscht, während Er demjenigen, der viele Wünsche hat, weniger gibt als das, was er sich wünscht. Ahmad ibn Hanbal sagte: „Zuhd hat drei Phasen. Die erste ist das Aufgeben des Verbotenen, das ist der Zuhd der Mehrheit der Menschen. Die zweite ist das Aufgeben von Überfluss und Maßlosigkeit in den erlaubten Dingen, dies ist der Zuhd der Elite. Die dritte ist das Aufgeben von allem, was den Diener von Allah dem Allerhöchsten entfernt, und dies ist der Zuhd der Wissenden.“

Und Fudail ibn Ijad sagte: „Allah tat alles Schlechte in ein Haus und machte die Liebe zur Welt den Schlüssel dazu. Und er tat alles Gute in ein anderes Haus und machte Zuhd zu dessen Schlüssel.“ (YA)

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