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Der Charakter des Propheten Muhammad (3)

Auszüge aus dem berühmten Buch über den Gesandten Allahs „Asch-Schifa“ von Qadi 'Ijad ibn Musa al-Jahsubi

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Lobenswerte Eigenschaften

Es gibt gewisse lobenswerte Eigenschaften und vorzüglichen Adab, die angeeignet werden können. Alle Verständigen sind sich darin einig, dass derjenige, der sie besitzt, rechtschaffen ist und selbst wenn jemand nur eine von ihnen besitzt, steht er in hohem Ansehen. Die Schari’ah lobt sie alle, gebietet sie und verspricht anhaltendes Glück für ihren Besitzer. Einige dieser Eigenschaften werden als Teil des Prophetentums gezählt. Als Ganzes werden sie „guter Charakter“ genannt. Guter Charakter besteht aus der Ausgewogenheit zwischen den Fähigkeiten und Eigenschaften des Selbst und dass man sich maßvoll verhält, anstatt sich auf Extreme zu versteifen. Unser Prophet war vollkommen in all diesen Eigenschaften und gänzlich ausgeglichen, so dass Allah ihn mit folgenden Worten lobte: „Und du bist fürwahr von edler Natur.“ (al-Qalam, 4) ‘A’ischa sage: „Sein Charakter war der Qur’an. Er war erfreut von dem, was darin als erfreulich beschrieben wird und ärgerlich entsprechend dem, was er darin als hassenswert fand.“ (al-Baihaqi) Er, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden gewähren, sagte: „Ich wurde gesandt, um guten Charakter zu vervollkommnen.“ (Ibn Hanbal) Anas sagte: „Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, hatte von allen Leuten den besten Charakter.“ Gemäß den Leuten des Wissens besaß der Prophet diese Eigenschaften seit seiner Erschaffung. Weder hat er sich diese später erst erworben, noch sie durch Erziehung erlernt. Er erhielt sie durch die Göttliche Großzügigkeit und als ein besonderes Geschenk seines Herren. So war es auch bei allen Propheten zuvor. Wenn man ihre Lebensgeschichten – besonders deutlich im Fall von ‘Isa, Musa, Jahja und Sulaiman – liest und die Zeit von ihrer Geburt bis zu ihrer Prophetenschaft betrachtet, dann wird man dies feststellen. Ihnen waren diese Eigenschaften natürlicherweise zugehörig und ihnen wurde Wissen und Weisheit gegeben, als sie erschaffen wurden. Allah sagt: „Wir gaben ihm Urteilsvermögen, als er noch ein Kind war.“ (Mariam, 12) Die Kommentatoren sagen, dass Allah Jahja Wissen über das Buch Allahs gab, als dieser noch ein Kind war. Ma’mar sagt, dass er nur zwei oder drei Jahre alt war, als dies geschah. Die Kinder fragten ihn: „Warum spielst du nicht mit uns?“ und er antwortete ihnen: „Wurde ich geschaffen, um zu spielen?“ Allah sagt: „Bestätiger des Wortes von Allah.“ (Al ‘Imran, 39) Jahja bestätigte ‘Isa, als er noch drei Jahre alt war. Er bezeugte, dass ‘Isa das Wort Allahs war. Es wird gesagt, dass er ihn bestätigte, als er noch im Bauch seiner Mutter war. Jahjas Mutter sagte zu Mariam: „Ich fühle, dass das, was in meinem Bauch ist, sich beugt, um das, was in deinem Bauch ist, zu grüßen.“ Allah erwähnt, was ‘Isa zu seiner Mutter sagte, als er geboren wurde mit den Worten: „Da rief unter ihr jemand, ‘Sorge dich nicht’“ (al-Mariam, 24) Einige meinen, dass derjenige, der dies ausrief, ‘Isa war. Die Worte, die er sprach, als er noch in der Wiege lag, werden im Qur’an zitiert: „Ich bin der Sklave Allahs. Er gab mir das Buch und Er machte mich zu einem Propheten.“ (Mariam, 30) Die Kommentatoren sagen, dass die Worte Allahs „Wir gaben Ibrahim bereits zuvor Rechtleitung,“ (al-Anbija, 51) die Bedeutung haben: „Wir leiteten ihn recht, als er noch jung war.“ Mujahid und andere sagen dies. Ibn ‘Ata sagte, es bedeute: „Er erwählte ihn, bevor Er ihn erschuf.“ Ein anderer sagte dazu: „Als Ibrahim geboren wurde, schickte Allah ihm einen Engel mit dem Befehl von Allah, Ihn in seinem Herzen anzuerkennen und sich an Ihn mit seiner Zunge zu erinnern, worauf Ibrahim antwortete: ‘Ich habe es getan’. Er sagte nicht, ‘Ich werde es tun’. Solcher Art war seine Rechtleitung.“ Man sagt, dass Ibrahim sechzehn Jahre alt war, als er in das Feuer geworfen und auf die Probe gestellt wurde. Amina bint Wahb [die Mutter des Propheten] sagte, dass der Prophet, als er geboren wurde, seine Hände zur Erde ausbreitete und seinen Kopf zum Himmel erhob. Er, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte über sich selbst: „Als ich heranwuchs, wurden mir Götzen zuwider gemacht und ebenso die Dichtung. Ich wurde, außer bei zwei Anlässen, durch nichts in der Dschahilija [Zeit der Unwissenheit, vor dem Islam] in Versuchung gebracht -doch Allah beschützte mich vor ihnen und sie wiederholten sich nicht.“ Die Propheten haben vollkommene Beherrschung in dieser Angelegenheit und Brisen Allahs wehten über sie, eine nach der anderen und das Licht der Gnosis schien in ihren Herzen, bis sie das Ziel erreichten. Sie erreichten das Ziel, weil Allah sie zu Propheten machte und bestimmte, dass sie edle Eigenschaften ohne Erziehung oder Disziplin erhielten. Allah sagt: „Und als er seine volle Manneskraft erreichte und aufrecht war, gaben Wir ihm Weisheit und Wissen.“ (al-Qasas, 14) Wir sehen, dass andere Menschen mit einigen dieser Eigenschaften geformt wurden, aber nicht mit allen. Jemand wird mit einigen von ihnen geboren und mit Allahs Großzügigkeit ist es einfach für ihn, sie sich anzueignen. Wir können dies durch die Tatsache erkennen, dass Er einige Kinder mit ausgezeichnetem Verhalten, Schlauheit, Wahrhaftigkeit oder Großzügigkeit erschaffen hat und andere mit derem Gegenteil. Durch Aneignung können Menschen vervollständigen, was ihnen fehlt. Dies geschieht durch Disziplin und Bemühung und den Ausgleich dessen, was zwischen diesen Eigenschaften im Ungleichgewicht ist. Die Menschen unterscheiden sich anhand dieser zwei Zustände (Ausgeglichenheit und Unausgeglichenheit). Für jeden wird das, wozu er erschaffen wurde, einfach gemacht. Deshalb waren sich die Salaf [die ersten Generationen] uneinig darüber, ob Charaktereigenschaften angeboren oder erworben sind. At-Tabari überlieferte, wie einer der Salaf sagte: „Guter Charakter ist angeboren und ein natürlicher Instinkt des Sklaven Allahs.“ Er überlieferte dies von ‘Abdullah ibn Mas’ud und al-Hasan al-Basri. Sa’d ibn Abi Waqqas überlieferte, dass der Gesandte Allahs sagte: „Der Mumin [derjenige, der Vertrauen in Allah hat] kann von Natur aus jede Unvollkommenheit des Charakters haben, außer Verrat und Lüge.“ ‘Umar ibn al-Khattab war der Ansicht, dass Mut und Feigheit natürliche Qualitäten sind, die Allah gibt, wohin Er will.“ Die lobenswerten Qualitäten, schönen und edlen Eigenschaften sind zahlreich, doch wir werden ihre Grundlagen erwähnen und auf sie insgesamt hinweisen. Wir werden, so Allah will, beweisen und belegen, dass er, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sie alle besaß.

Sein Verstand Der Verstand ist die Wurzel aller Wissenszweige, die Urquelle und der Kern, aus dem Wissen und Gnosis entspringen. Aus ihm kommen Verständnis, klare Wahrnehmung, Genauigkeit bei der Beobachtung, gesunde Ansicht über das, was am besten für einen selbst ist, Zügelung der Leidenschaften, gerechtes Verhalten und die Handhabung und Aneignung von Tugenden sowie die Vermeidung von Übeln. Wir haben bereits die Position des Propheten betreffend dieser Sache und den Besitz eines Intellekts und einer Tiefe des Wissens, die kein Sterblicher außer ihm erreicht hat, besprochen. Die Majestät seines Zustands ruht hierin und ist eine der Manifestationen, die von jedem überprüft werden kann, der die Entwicklung seiner Zustände, seinen Lebenslauf, die Weisheit in seinen Hadith, sein Wissen von den Dingen in der Thora und im Evangelium, um die offenbarten Bücher, um die Weisheit der Alten, um die Geschichte vergangener Völker und ihrer Schlachten, seine Fertigkeit im Prägen von Gleichnissen, sein Umgang mit Menschen, die Einrichtung der Gesetze der Schari’ah, die Einrichtung der Grundlagen seines unvergleichlichen Adabs und seine lobenswerten Gewohnheiten, studiert. Dies wird in allen Zweigen des Wissens deutlich, in denen Menschen seine Worte als Vorbild nutzen und seine Beispiele als Beweis anführen- in der Traumdeutung, der Medizin, der Erbteilung, der Genealogie und anderen Dingen, die wir besprechen werden, wenn wir, so Allah will, über seine Wundertaten sprechen. All dies erlangte er ohne jeglichen Unterricht, ohne Unterweisung, ohne die Lektüre alter Schriften oder Studium mit Gelehrten dieser alten Schriften. Der Prophet war des Lesens und Schreibens unkundig und wusste nichts von diesen Dingen, bis Allah seine Brust erweiterte, seine Angelegenheit klärte, ihn lehrte und ihn den Qur’an rezitieren ließ.

Seine Nachsicht, Ausdauer und Verzeihen Nachsicht, Ausdauer, Verzeihen, obwohl man die Macht hat, zu strafen und Geduld im Zustand der Bedrängnis, unterscheiden sich voneinander. Nachsicht (Hilm) ist der Zustand des würdigen Ertragens und der Beständigkeit trotz Provokationen. Ausdauer (Ihtimal) ist Selbstbeschränkung und Ergebung angesichts von Schmerzen und Verletzungen. Geduld (Sabr) ist ähnlich, aber seine Bedeutung weicht leicht davon ab. Was das Verzeihen (‘Auf) betrifft, so ist dies die Weigerung, eine Sache jemandem anderen vorzuhalten. Alle diese Eigenschaften sind Teil des Adabs, mit dem Allah Seinen Propheten beschenkt hat. „Nimm den Weg des Verzeihens, befehle das Richtige und wende dich ab von den Unwissenden.“ (al-’Araf, 199) Es wird überliefert, dass der Prophet nach der Offenbarung dieses Verses Dschibril darum bat, diesen zu erklären. Dschibril sagte ihm, „Warte, bis ich Den gefragt habe, Der weiss.“ Als er wiederkam, sagte er: „Oh Muhammad, Allah befiehlt dir, dich mit denen zu einigen, die sich von dir trennen und denjenigen zu geben, die sich weigern dir zu geben und denen zu vergeben, die dir gegenüber ungerecht sind.“ Allah sagte ihm: „Sei standhaft angesichts dessen, was dich befällt“ (al-Luqman, 17) und „So gedulde dich denn, wie die Standhaften unter den Gesandten sich geduldet hatten und sei standhaft.“ (al-Ahqaf, 35) Die Ergebnisse seiner Nachsicht und Ausdauer sind sehr offenkundig. Bei jedem Nachsichtigen ist bekannt, dass er gelegentliche Ausbrüche hat. Der Prophet jedoch wurde nur in seiner Standhaftigkeit erhöht, wenn die Verletzung, die ihn traf, besonders groß war und seine Nachsicht steigerte sich noch, wenn ihm die aufdringlichen Leute im Übermaß begegneten. ‘A’ischa sagte: „Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, traf keine Entscheidung, in der er nicht die leichtere von zwei Sache wählte, solange dies keine falsche Handlung war. Wenn es eine falsche Handlung war, dann war er derjenige unter den Menschen, der am weitesten davon entfernt war. Der Gesandte Allahs übte keine Vergeltung für sich selbst, solange nicht die Ehre (Hurma) Allahs betroffen war. Dann übte er um Allahs willen Vergeltung.“ Es wird berichtet, dass dem Propheten am Tag der Schlacht von Uhud das Gesicht verletzt und ein Zahn gebrochen wurde. Dies war unerträglich für seine Gefährten. Sie sagten: „Wenn du doch nur einen Fluch gegen sie äußern würdest!“ Er sagte: „Ich wurde nicht gesandt, um zu verfluchen, sondern ich wurde als Warner und als eine Gnade gesandt! Oh Allah, führe mein Volk, denn sie haben kein Wissen.“ Es wird berichtet, dass ‘Umar zu ihm sagte: „Mögen meine Mutter und mein Vater dein Lösegeld sein, oh Gesandter Allahs! Nuh schwor einen Fluch gegen sein Volk, als er sagte: „Mein Herr, lasse keinen einzigen der die Wahrheit Zurückweisenden auf dieser Erde.“ (an-Nuh, 26) Hättest du je einen ähnlichen Fluch wie diesen gegen uns geschworen, dann wären wir bis zum letzten Mann vernichtet worden. Man hat dir auf dem Rücken herumgetrampelt, dein Gesicht ist blutig und dein Zahn brach, und doch weigerst du dich, etwas anderes zu äußern. Du hast gesagt: ‘Oh Allah, vergib meinem Volk, denn es hat kein Wissen.’“ Bedenke die Vollkommenheit seiner Freigiebigkeit, den Grad seiner Tugend (Ihsan), seinen ausgezeichneten Charakter, seine Großzügigkeit und seine äußerste Geduld und die Nachsicht, die in dieser Aussage gezeigt wird. Der Prophet verzieh ihnen, war barmherzig zu ihnen, betete für sie und legte Fürsprache für sie ein. Er sagte: „Vergebe ihnen“ oder „Führe sie“, und entschuldigte dann ihre Ignoranz, indem er sagte, „sie wissen nicht“. Als ein Mann [ein Heuchler namens Dhu’l-Huwaisira, der später als einer der Khawaridsch getötet wurde, bei der Verteilung der Beute von Hunain] zum Propheten sagte: „Teile gerecht. Was du hier tust, ist keine Aufteilung, bei der es um das Wohlgefallen Allahs geht.“ Der Prophet ging nicht weiter darauf ein, als dass er diesem Mann klar machte, wie ignorant er war und dass er ihm klar machte, was er da tatsächlich gesagt hatte: „Befremdend ist, was du da äußerst! Wer soll denn gerecht sein, wenn ich es nicht bin? Ich würde versagen und wäre verloren, würde ich nicht gerecht handeln.“ Darüberhinaus hielt er einen seiner Gefährten, der auf den Mann losgehen wollte, zurück. (Muslim, Bukhari und al-Baihaqi) Anas berichtete: „Ich war mit dem Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, als er einen dicken Mantel trug. Ein Beduine riss ihn so gewaltsam an seinem Mantel, dass der Rand des Mantels einen Abdruck auf seinem Nacken hinterließ. Dann sagte er: ‘Muhammad! Lass mich diese beiden Kamele von mir mit dem Eigentum Allahs, welches du in deinem Besitz hast, voll laden! Schließlich wirst du mich ja nicht von deinem Eigentum oder dem deines Vaters laden lassen.’ Der Prophet blieb ruhig und sagte dann: ‘Der Besitz ist der Besitz von Allah und ich bin Sein Sklave.’ Dann fragte er: ‘Soll ich Vergeltung an dir üben, Beduine, für das, was du mir angetan hast?’ Er antwortete: ‘Nein.’ Der Prophet fragte ihn, warum er dies nicht tun solle. Der Beduine antwortete ihm: ‘Weil du nie eine schlechte Handlung mit einer schlechten Handlung begleichst.’ Der Prophet lachte und wies an, dass ein Kamel mit Gerste und ein Kamel mit Datteln beladen werden sollte.“ (Muslim und al-Bukhari)

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