Muslimische ­Zivilgesellschaft
(iz). Die Präsenz des Islam in Deutschland hat in den letzten Jahren auch zu neuen Organisationsformen geführt. Aus dem politischen Islam sind die Verbände hervorgegangen, die sich heute als Interessenvertretung der Muslime verstehen. mehr ...
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01.09.2014 Syrischer Politiker: Assad war Geburtshelfer der IS-Miliz

Das Regime und sein „perfider Deal“

Frankfurt (KNA). Die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) verdankt ihr Erstarken nach Meinung des syrischen Oppositionspolitikers Bassam Abdullah dem Kalkül von Syriens Staatschef Baschar al-Assad. Beide agierten „wie totalitäre Zwillinge“, schreibt der Botschafter der Syrischen Nationalen Koalition in Deutschland in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Montag).

So habe Assad 2012 mehrere Hundert „Islamisten“ aus dem Gefängnis entlassen, zu denen auch heutige Mitglieder der IS-Führungsriege gehörten.  mehr ...
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31.08.2014 Forscher: 11. September hat eine ganze Generation geprägt

Persönliches Umfeld und weltpolitisches Ereignis

Foto: TheMachineStops|CCL 3.0
Essen (KNA). Auch dreizehn Jahre nach den Terroranschlägen weiß noch fast jeder Bundesbürger, wo er am 11. September 2001 war. Soziologen der Universität Duisburg-Essen haben nun herausgefunden, dass das Ereignis das Lebensgefühl einer ganzen Generation geprägt hat. «Individuen setzen sich in einen persönlichen Bezug zu diesem weltpolitischen Ereignis», sagt Daniela Schiek im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur. Sie führte die Studie zur «Generation 9/11» gemeinsam mit Carsten Ullrich durch.  mehr ...
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31.08.2014 Zum Thema muslimischer Wohlfahrtsverbände – Islamische Märkte bringen die Muslime in Austausch mit ihrem Umfeld.

Erfolgreicher Feldversuch

(iz). Zur Theorie und zur Lehre zählt auch die Handlung. Entscheidende ­Elemente der islamischen Ökonomie sind freier Handel und ebenso freie Märkte.

Köln-Ehrenfeld, ein verregneter Dienstag im August 2008: Zwei junge ­Männer betraten eines der vielen kleinen Geschäfte, in diesem Fall eine Bäckerei, in diesem Kölner Stadtteil, den man nicht gerade als „schick“ oder „angesagt“ bezeichnen kann, der aber auch deshalb nicht nur auf seine Bewohner aus allen sozialen Schichten einen gewissen Char­­me ausübt.  mehr ...
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31.08.2014 Zum Thema muslimischer Wohlfahrtsverbände – Geschichte des islamischen Stiftungswesens weist neue Wege für aktuelle Herausforderungen. Von Malik Özkan

Der Reichtum der Muslime

(iz). In einem von Muhammad ibn Abdallah ibn Hasan überlieferten Hadith des Gesandten Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, heißt es: „Der Gesandte Allahs gab den Muslimen ihren Markt als Sadaqa.“ Dies war einerseits wichtig für die Muslime insofern, dass darin beleuchtet wird, dass der Markt für alle Muslime frei und offen im Gebrauch ist. Aber es ist auch aus einem anderem Grund von Bedeutung. Dadurch wurde ein Präzedenzfall und eine Sunna etabliert, wonach ein Waqf (Pl. Auqaf) für andere als für rein religiöse Zwecke gestiftet werden kann.  mehr ...
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31.08.2014 Zum Thema muslimischer Wohlfahrtsverbände – Die IZ-Reihe über den Alltag der Muslime. Von Yasin Alder

Hintergrund: Wie gründe ich eine islamische Stiftung?

(iz)Die Stiftungen im Islam (Waqf, Plural Auqaf; auch Habus genannt), hierzulande oft als „fromme Stiftungen“ bezeichnet, sind ein bedeutsames Element des sozialen und wohltätigen Lebens und haben in der islamischen Geschichte eine große Rolle gespielt. Am stärksten ausgeprägt, qualitativ und quantitativ, war das Stiftungswesen im Osmanischen Reich; doch auch in den anderen Regionen der muslimischen Welt waren die Auqaf ein fester Bestandteil islamischen Lebens.  mehr ...

31.08.2014 Zum Thema muslimischer Wohlfahrtsverbände – Das Imaret: Der Schlüssel zum muslimischen Gemeinwesen. Von Dr. Abdullah Luongo

Hintergrund: Die Quellen des sozialen Lebens

(iz)Im Jahre 1332, während der Herrschaft des Khalifen1 Sultan Orhan Gazi Pascha, wurde die Stadt Iznik [das antike Nicäa] zur neuen Hauptstadt für das blühende muslimische Gemeinwesen, welches von Zentralasien bis nach Osteuropa reichte. Vorher war die Stadt Teil des Byzantinischen Reiches, bis sie vom Khalifen Sultan Osman Gazi Pascha, dem Vater von Orhan, eingenommen wurde. Der legendäre Osman war der Begründer und Ausgangspunkt dessen, was später als Osmanisches Devlet bekannt werden sollte.

Hier in Iznik begann die Einrichtung des ersten Imarets durch den Khalifen Orhan.  mehr ...

30.08.2014 Die IZ-Blogger: Nach den tödlichen Brandstiftungen der 1990er Jahre brennen nun auch Moscheen. Von Yasin Baş

Tatmotive werden oft vernachlässigt

(iz). Die Übergriffe auf Moscheen haben in den letzten Jahren signifikant zugelegt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor. Lagen die Übergriffe zwischen den Jahren 2001 und 2011 noch im Schnitt bei jährlich 22, stiegen die im Jahr 2012 auf durchschnittlich 35 beziehungsweise im Jahr 2013 auf 36.

Rassistische und menschenfeindliche Tatmotive werden oft vernachlässigt
Nach den bestialischen und penibel geplanten NSU-Morden brennen nun die ersten Moscheen in Deutschland.  mehr ...

29.08.2014 Die IZ-Blogger: Überlegungen von Mehmet Çelebi

Zur Zukunft der Islamdebatte

„Was die Debatte nicht verdient, sind polarisierende Persönlichkeiten, die bewusst aus der Kritikalität der Debatte schöpfen und gezielt die Gezeiten der gesellschaftliche Teilnahme lenken, um Fluten von Hass und Misstrauen auf beiden Seiten zu erzeugen.“

(iz). Warum führen wir heute eine Debatte über den Islam in Deutschland? Die Antwort, die für Herrn Wulff eine ganz einfache war, nämlich, dass der Islam mit fast 5 Millionen Muslimen zu Deutschland gehöre, wurde erstaunlicher Weise von der Regierungsspitze und einem Großteil der hiesigen Gesellschaft scharf kritisiert.  mehr ...

29.08.2014 Nach Moschee-Brand: Rassismus nicht vorschnell ausschließen

Polizei geht von Anschlag aus

Berlin (KNA). Türkische Organisationen haben vor einem übereilten Ausschluss rassistischer Motive bei Straftaten gewarnt. Dies sei bei dem Brandanschlag am 12. August auf die Mevlana-Moschee in Berlin-Kreuzberg der Fall gewesen, kritisierten am Donnerstag die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) und der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg (TBB). Nun seien die Sicherheitskräfte eines Besseren belehrt worden.

Die Berliner Polizei hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass sie nun von einem Anschlag ausgehe.  mehr ...

29.08.2014 UN: Fast die Hälfte aller Syrer auf der Flucht

Was ist die Steigerung von „humanitärer Katastrophe“?

Genf (dpa). Die Situation der Bürgerkriegsflüchtlinge in Syrien spitzt sich laut Vereinten Nationen dramatisch zu. Inzwischen sei fast die Hälfte aller Syrer wegen der Gewalt auf der Flucht oder aus den Heimatorten vertrieben worden.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR geht nach neuesten Zahlen von drei Millionen Flüchtlingen aus. 6,5 Millionen Menschen seien innerhalb Syriens auf der Suche nach Sicherheit. Unter den entwurzelten Menschen seien sehr viele Kinder, teilte das Flüchtlingshilfswerk am Freitag in Genf mit.

28.08.2014 Zeitungsbericht: USA schmieden Bündnis für Einsatz in Syrien

Mit Erlaubnis aus Damaskus?

Washington (dpa). Die USA schmieden laut einem Medienbericht ein Bündnis westlicher und arabischer Staaten, um mögliche Angriffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien vorzubereiten. Auch der Militäreinsatz gegen die Extremisten im benachbarten Irak solle ausgedehnt werden, meldete die überregionale arabische Tageszeitung «Al-Sharq al-Awsat» am Donnerstag. Sie beruft sich dabei auf nicht näher genannte Verantwortliche in der US-Regierung.  mehr ...

27.08.2014 Die Muslimische Gemeinde dankt dem SPD-Vorsitzenden für seinen Besuch. Von Malik Özkan

Gabriel setzt Zeichen

(iz). Man hätte sich einen positiveren Anlass gewünscht: Der SPD-Vorsitzende und Vizekanzler, Sigmar Gabriel, hat nach einem Brandanschlag die Berliner Mevlana-Moschee besucht. Gabriel setzte so ein vielbeachtetes Zeichen der Solidarität auf Grundlage einer einfachen Einsicht.

„Angriffe gegen Menschen islamischen Glaubens verabscheuen wir genauso, wie jene gegen Menschen jüdischen Glaubens“, schrieb Gabriel auf seinem Facebook-Account. Der Sozialdemokrat zeigte zudem mit dem Bekenntnis „der Islam gehöre zu Deutschland“ eindeutig Flagge und sammelte so viele Sympathien bei den Muslimen.  mehr ...

27.08.2014 Die IZ-Blogger: ein Beitrag von Tarek Bärliner

Die Ice-Bucket-Challenge

(iz). Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich nominiert werde. An keinem ist der neue Trend vorbeigegangen: Ice-Bucket-Challenge. Ursprünglich (gar nicht so lange her) erfunden worden, um aufmerksam zu machen auf die seltene Nervenkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), entwickelt sich die Aktion zu einer viralen Pflichtaufgabe für jeden, der gern vor der Kamera steht. Die Stars aus den USA machten es vor. Wer nominiert wird, muss sich einen Eimer mit eiskaltem Wasser über den Kopf kippen, oder eine Summe an einen wohltätigen Verein spenden.  mehr ...

26.08.2014 Mekka erwartet 1,3 Millionen Pilger aus dem Ausland

Globaler Ritus

Dschidda (KNA) In Mekka werden 1,3 Millionen Pilger aus dem Ausland zur diesjährigen Wallfahrt erwartet. Der mit 410.000 Besuchern größte Teil komme aus Südasien, berichtete die Zeitung «Arab News» (Onlineausgabe Dienstag) unter Berufung auf das Wallfahrtsministerium in Riad. 250.000 hätten sich aus anderen arabischen Ländern angemeldet, 190.000 aus Europa einschließlich der Türkei.

Neben den ausländischen Pilgern machen sich nach Ministeriumsangaben 150.000 saudische Muslime zu den heiligen Stätten in Mekka auf. Unterstützt werden die Wallfahrer durch 115 Hilfsorganisationen vor Ort.  mehr ...

24.08.2014 Holocaust-Überlebende protestieren gegen „Massaker an Palästinensern“

„Völkermord beginnt mit dem Schweigen der Welt“

Foto: New York Times|IJAN
New York (dpa). Mit einer großen Anzeige in der „New York Times“ haben Überlebende des Holocausts den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen als „Massaker an den Palästinensern“ angeprangert. Die 327 Unterzeichner aus den USA und vor allem Europa bezeichnen sich selbst als Überlebende oder Nachkommen von Opfern des Nazi-Völkermords, die den Einsatz der israelischen Armee „unmissverständlich verurteilen“. Die Anzeige in der Samstagsausgabe ist eine Reaktion auf eine Aktion des Friedensnobelpreisträgers Elie Wiesel.  mehr ...

24.08.2014 Die Konstruktionsmängel des Koordinationsrates der Muslime sind nicht zufällig. Von Khalil Breuer

Wir brauchen mehr Vernetzung

(iz). Macht ist organisierter Wille. So könnte man die weltliche Grundüberzeugung mo­derner Verbände beschreiben. Die dahinter stehende Logik ist klar: Über je mehr Mitglieder ein Verein verfügt, desto größer ist seine Repräsentationsmacht. Es stimmt ja auch. Große Zusammenschlüsse können besser mobilisieren und über ihre Mitgliedsbeiträge ökonomische Bedeutung ansammeln. Begrenzt wird diese rein strukturelle Sicht durch die andere Überzeugung des Islam, dass alle Macht bei Allah ist und der Mensch die Attribute der Macht eben nur verliehen bekommt.  mehr ...

24.08.2014 Vorab aus der neuen Ausgabe: IZ-Reihe über den Alltag der Muslime in ­Deutschland. Zusammengestellt von Sulaiman Wilms

Wie mit Leid und Sorgen ­umgehen?

„Wahrlich, mit der Bedrängnis geht Erleichterung einher; wahrlich, mit der Bedrängnis geht Erleichterung einher.“ (Asch-Scharh, 5-6)

„Kein Unglück trifft (jemanden), außer mit Allahs Erlaubnis. Und wer an Allah glaubt, dessen Herz leitet Er recht. Und Allah weiß über alles Bescheid.“ (At-Taghabun, 11)

„Die, wenn sie ein Unglück trifft, sagen: ‘Wir gehören Allah, und zu Ihm kehren wir zurück.’“ (Al-Baqara, 156)

„Oh, mein lieber Sohn, verrichte das Gebet, gebiete das Rechte und verbiete das Verwerfliche und ertrage standhaft, was dich trifft.“ (Luqman, 17)

(iz).  mehr ...

23.08.2014 Gabriel: Der Islam gehört zu Deutschland. Besuch in Berliner Moschee

"Unterstützung signalisieren"

Berlin (KNA) Der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel will mit seinem Besuch in der Mevlana-Moschee in Berlin den Muslimen in Deutschland seine Unterstützung signalisieren. Bei manchen entstehe der Eindruck, die Auseinandersetzung mit der Terrorgruppe «Islamischer Staat» (IS) richte sich generell gegen den Islam und gegen Muslime, sagte Gabriel am Samstag in Berlin. Mit seinem Moschee-Besuch wolle er ein Zeichen dafür setzen, dass dies nicht so sei und dass der Islam zu Deutschland gehöre.  mehr ...
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In dieser Ausgabe finden sich unter anderem: Interview mit dem britischen Gelehrten Mufti Abu Layth al-Maliki, Sigmar Gabriel besucht Berliner Moschee, Gelehrte gegen IS, Muslime in der Ukraine, Qur'anexegese und die Extremisten, Schwerpunkt über Brandschläge auf deutsche Moscheen, Interview mit DMK-Chefin Iman Andreas Reimann sowie ein Blick auf die Hijabista-Bewegung.
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IZ erklärt Deutschland: Die Salaf
Egal, ob angezählte Ex-Boser oder ehema­lige Bonner Musterschüler, die in den Bergen Afghanistans ums Leben kommen, Der „Salafismus“ ist trotz der zahlenmäßig geringen Menge der Anhänger zum Synonym einer amorphen Bedrohung geworden. Diese neuzeitliche Ideologie, die lange unter Muslimen und unse­ren Gelehrten als „Wahhabismus“ [nach ihrem Begründer Ibn ‘Abdulwahhab] bezeichnet wurde, hat sich lange dieses Tarnbegriffs bedient, um der Klassifi­zierung als Sekte zu entgehen. Phänome­nologisch ähnelt sie den Khawaridsch. Zum Leidwesen der muslimischen Welt ist der „Salafismus“ in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Nicht nur, weil er ungenau ist, sondern mehr noch, weil die Generationen (die Salaf As-Salihin), auf die sich die ­Wahhabiten gerne beziehen, um sich deren Legitima­tion anzueignen, von allen praktizierenden Muslimen der Ahl As-Sunna wa’l-Dschama’a geachtet und geliebt werden. Wie bei anderen Begriffen muss man auch hier erst einmal der zeitgenössische Schutt der Missverständnisse weggeräumt werden, um verstehen zu können. Qadi ‘Ijad aus Ceuta, früherer andalusischer Gelehrter und Autor des monumen­talen „Kitab Asch-Schifa“ beschrieb den Charakter dieser Generation unter ande­rem wie folgt: „(…) Es wurde überliefert, dass es eine Gruppe der Salaf, oder besser alle von ihnen, verabscheute, über etwas zu diskutieren, welches nicht zu Handlungen führte. (…)“ Der Imam schließt an anderer Stelle mit dem Gebet: „Möge Allah unseren gottesfürchtigen Salaf barmherzig sein, die ihren Din beschützt haben!“
Zitat der Woche
«Zum dritten Mal in fünf Jahren hat die viertgrößte Militärmacht der Welt eine volle Attacke auf eines ihrer sozial am meisten benachteiligten Gebiete gestartet. Seit Israels Bombardement des Gazastreifens begann, vor etwas mehr als einer Woche, wurden über 200 Palästinenser getötet. Fast 80 Prozent der Opfer sind Zivilisten, mehr als 20 Prozent Kinder. Um die 1400 wurden verwundet und 1255 Palästinenser-Wohnungen zerstört. Bisher hat palästinensisches Feuer einen Israeli auf der anderen Seite der Grenze getötet, die das abgeschottete Gaza zum größten Freiluft-Gefängnis der Welt macht.

Aber statt einen Stopp zu fordern für Israels kollektive Bestrafung gegen ein Gebiet, das (von Israel) noch immer illegal okkupiert ist, geben die westlichen Mächte den Opfern die Schuld, weil sie sich verteidigen. Wenn die Hamas nicht Raketen aus Gaza abschießen würde, beharren sie, würde all das Blutvergießen enden.

(...) Die Vorstellung, dass Israel auf einen Raketenhagel antwortet, der aus dem schönen blauen Himmel kommt, bedarf eines romanartigen Rahmens, der über den Bereich der Fantasie hinausgeht. Tatsächlich ist der Raketenbeschuss aus Gaza seit dem vergangenen Angriff im Jahr 2012 auf sein niedrigstes Niveau seit zwölf Jahren gefallen.»

The Guardian, 17.07.2014
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Bild der Woche
Solidarität vor Ort BIELEFELD. Der turnusgemäße Sprecher des KRM und Vorsitzende des Islamrates für die Bundesrepublik, nimmt Moscheen in Bielefeld (Bild) und Berlin in Augenschein. Diese wurden durch mutmaßliche Brandanschläge angegriffen. (Foto: Twitter@KizilkayaAli
Buchtipp
Machen wir ein gedankliches Experiment: Würde heute jemand seine Begeisterung – und sei sie noch so verhalten – für die Monarchie äußern, würde er von den meisten erheblich weniger ernstgenommen als solche Zeitgenossen, die an UFOs oder die heilende Kraft von Steinen glauben. Wenn wir uns dem vorliegenden Erstlingswerk von Rasim Marz nähern, gilt es im Hinterkopf zu behalten, dass diese Form der Herrschaft durchaus eine legitime Ordnungsform sein kann beziehungsweise sich im Verlauf der Menschheitsgeschichte oft als segensreich erwiesen hat.
Der junge Autor hat kein leichtes Buch geschrieben. Es liegt schwer im Magen, was seine inhaltliche Qualität und seinen Wert nicht schmälert. Seine Chronik des „Osmanischen Reiches auf dem Weg nach Europa“ ist nicht die landesübliche Beschreibung eines unausweichlichen Niederganges, wie man sie von vielen Titeln zum Thema „Osmanen“ kennt. Am Ende ist es eben auch der Text eines Liebenden, der – jenseits von Verdammung oder blinder Verehrung – sich diesem faszinierenden Phänomen widmet.
Vielmehr beschreibt Rasim Marz das Zusammenspiel von innen- und außenpolitischen Faktoren, die zu einem Ende der osmanischen Herrschaft in Europa, Afrika und dem Nahen Osten geführt hatte. Unter den Folgen dieses Endes beziehungsweise den blutigen Konsequenzen der Abwesenheit des osmanischen Ordnungsprinzips im Nahen Osten und auf dem Balkan leiden die betroffenen Bevölkerungen auch heute noch. Ein Blick auf die jetzige Lage in Syrien sollte das ausreichend bestätigen. Es ist von Belang, dass Marz unter anderem auch auf die Verschuldungs- und Finanzierungsmechanismen verwies, die zu einem Abbröckeln des osmanischen Staatsgefüges geführt hatten. Die Endphase der osma­nischen Geschichte ist untrennbar mit der Entwicklung der Finanztechnik verbunden.
Auf Nachfrage beschrieb Rasim Marz seine Absicht und Motivation für das Buch: „Da es im deutschsprachigem Raum nur sehr wenig Fachliteratur zum Osmanischen Reich gab, wollte ich einen kleinen Beitrag dazu leisten und eine vorurteilsfreie Aufklärungsarbeit. In der ganzen Weltgeschichte gab es keine Herrscherfamilie, die ununterbrochen 36 männliche Monarchen für ein Großreich hervorbrachte und das in einem Zeitraum von über 600 Jahren. Dies ist mehr als bemerkenswert.“ Bisher seien die ersten Reaktionen auf das Buch „durchweg positiv“ gewesen“. „Der alternative Blick auf die Geschichte unseres Volkes hat auch vielen die Augen geöffnet.“

Marz, Rasim. Das Osmanische Reich auf dem Weg nach Europa. Neue osmanische Geschichtsschreibung: Books on Demand, Dezember 2013, Gebunden, 260 Seiten, ISBN 978-3732292738, Preis: EUR 29,99 (23,99 für Kindle)
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Nützliches Verzeichnis von Grundlagentexten zu Themen der islamischen Debatte. Nach Themen sortiert

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