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Pegida, was nun?
„Die Stimmung, die in Dresden nun zu Tage tritt, wurde in zahlreichen Redaktionsstuben mit deutscher Gründlichkeit vorbereitet – mit dunklen Titeln und kühnen Assoziationsketten. mehr ...
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18.12.2014 Eine Analyse der Denkfabrik German-Foreign-Policy.com über das Phänomen Pegida und seine Hintergründe

Folgen des „Anti-Terror-Kriegs“

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Foto: flickr|CCL 3.0
Berlin (GFP.com). Die Debatte über die rassistische Pegida-Mobilisierung in der Bundesrepublik hält an. Nach der jüngsten Dresdner Großdemonstration „gegen Islamisierung“, an der sich rund 15.000 Personen beteiligten, empfehlen Teile des deutschen Polit-Establishments, die Demonstranten „ernst zu nehmen“ und ihre Forderungen zumindest teilweise zu erfüllen.

Konkrete Folgen der Agitation bekommen inzwischen deutsche Muslime zu spüren, die zunehmend verbal angegriffen werden. Bereits seit Monaten werden verstärkt auch physische Attacken verübt, etwa Brandanschläge auf Moscheen.  mehr ...
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16.12.2014 Terrorangst bedroht gesellschaftliche Harmonie in Australien

Canberras Umgang mit Muslimen

Die Geiselnahme von Sydney schockiert Australier - Muslime wie Nichtmuslime. Die Wut über die Gewalt unter dem Banner des Islam trifft aber wahllos alle Muslime. Die Zahl der Übergriffe steigt.

Sydney (dpa). Die Geiselnahme von Sydney hat die Australier im Mark erschüttert. Ihr Kontinent, fernab aller Krisenherde der Welt, als Zielscheibe eines muslimischen Fanatikers? Dass ein iranischer Geiselnehmer unter einem schwarzen Banner mit islamischem Glaubensbekenntnis Australier terrorisierte, nährt antimuslimische Vorurteile.  mehr ...
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16.12.2014 Massaker in Pakistan: Bei Taliban-Angriff sterben 125 Schulkinder

Größtmöglicher Zivilisationsbruch

Die Schüler der oberen Klassen legen in Peshawar gerade eine Prüfung ab, als die Terroristen das Feuer eröffnen. Ein Taliban-Sprecher rechtfertigt den schwersten Angriff in Pakistan seit Jahren mit den Worten: „Wir wollen, dass sie den Schmerz fühlen, den wir fühlen.“

Peshawar (dpa). Bei einem Überfall islamistischer Taliban auf eine Schule des Militärs sind in Pakistan mindestens 125 Kinder und Jugendliche getötet worden. Die Terroristen bezeichneten die Attacke als einen Racheakt für eine seit Monaten laufende Militäroffensive in ihren Stammesgebieten.  mehr ...
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15.12.2014 PM zu Demonstrationen gegen die sogenannte „Islamisierung des Abendlandes“:

Eine rassistische Bewegung

(PM) Bei den Demonstrationen gegen die sogenannte „Islamisierung des Abendlandes“ und gegen Flüchtlinge handelt es sich im Kern um eine rassistische Bewegung. Das betont der Vorstand des Interkulturellen Rates in Deutschland. „Die Anführer dieser Demonstrationen sind keine Patrioten, sondern Rassisten, die Menschenrechte in Frage stellen und Minderheiten diskriminieren. Deshalb sollte man besser von „Rassistischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (REGIDA) sprechen als von „Patriotischen Europäern“ (PEGIDA)“ – so Jürgen Micksch, der Vorsitzende des Interkulturellen Rates.  mehr ...

15.12.2014 Zum dritten Mal muslimische Sozialaktion „Speisen für Waisen“

Gemeinsam essen, gemeinsam helfen

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Foto: Islamic Relief 2013
Köln (KNA). Zum dritten Mal startet das Hilfswerk Islamic Relief Deutschland seine bundesweite Sozialaktion „Speisen für Waisen“. Ziel des Aktionsmonats ab 2. Januar sei es, Muslime und Nichtmuslime zum gemeinsamen Engagement für Waisenkinder in Gaza zu motivieren, sagte Geschäftsführer Tarek Abdelalem am Montag in Köln. „Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse ist es besonders wichtig, Menschen unterschiedlicher Religion und Herkunft zusammenzubringen.“ Daher seien alle Bürger aufgerufen, Verwandte und Freunde zum Essen einzuladen.  mehr ...

12.12.2014 Kiewer Großerzbischof: Kirche steht aufseiten des Volkes

"Keine Religionsfreiheit"

Kiew (KNA) Die griechisch-katholische Kirche sieht sich im Ukraine-Konflikt «aufseiten des Volkes». Die von der russisch-orthodoxen Kirche wiederholt erhobenen Beschuldigungen, die katholische Kirche beziehe einseitig Partei in einem «innerukrainischen» Konflikt, wies der Großerzbischof von Kiew und Halytsch, Swjatoslaw Schewtschuk, im Gespräch mit der Presseagentur Kathpress (Freitag) in Kiew entschieden zurück. Es handele sich bei dem Konflikt klar um eine «ausländische Invasion», sagte Schewtschuk. «Russische Truppen dringen auf ukrainisches Territorium vor.  mehr ...

12.12.2014 Außerhalb des Systems – (geistiger) Stillstand auf PEGIDA-Kundgebung. Ein Augenzeugenbericht von Martin Zabel aus Dresden

Symbolträchtiger Montag in Sachsen

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Foto: flickt|CCL 3.0
(iz). In Kälte ausharren, Kälte, die das Wetter mit sich bringt. Minusgrade, die am Leibe zehren, die Füße gefrieren lassen. Eine Kälte, die eine Freude ist im Anbetracht der frostigen Gesinnung, welche sich Woche für Woche in der Öffentlichkeit einer Landeshauptstadt artikuliert. Denn das Abendland schlägt zurück und „Dresden zeigt wie’s geht“.

Montag, ein Tag in der Woche, der für vielerlei berüchtigt ist: Wochenstart, blau, schwarz, rosig, schwierigster Arbeitstag und Sturz einer Weltordnung.  mehr ...

11.12.2014 Vor 20 Jahren begann der erste Krieg in Tschetschenien: bis heute kein Frieden im Nordkaukasus

Spirale der Gewalt dreht sich weiter

Göttingen (GfbV). Vor 20 Jahren begann am 11. Dezember 1994 der erste Krieg in Tschetschenien, erinnert die Gesellschaft für bedrohte Völker. „Bis heute dreht sich dort die Spirale der Gewalt, der russischen Regierung ist es nicht gelungen, Frieden zu schaffen“, zieht die GfbV-Referentin für die GUS-Staaten, Sarah Reinke Bilanz. „Statt auf die Tschetschenen zuzugehen und im Dialog eine friedliche Lösung zu suchen, setzen die Regierungen in Moskau und Grosny auf Gewalt und Unterdrückung.  mehr ...

11.12.2014 Islam in Deutschland: Die Politik braucht einen Paradigmenwechsel. Ein Kommentar von Morad Bouras

Vom Schüren der Ängste

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(iz). Man stelle sich vor, die Pegida hieße Pegjda – also „Patriotische Europäer gegen die Judiasierung des Abendlandes“. Was wäre hier los? Wie hätte die Politik reagiert? Wie würden unsere europäischen Nachbarstaaten reagieren und wie erst die USA und Israel?

Joachim Gaucks erste öffentliche Aussage nach Amtsantritt war es, Christian Wulffs Aussage, der Islam gehöre zu Deutschland, zu verneinen. Sarazzin nahm er in Schutz. Nannte ihn „mutig“ und er würde, anders als die Politik, Probleme der Gesellschaft offen benennen. Das Problem: Muslime und Islam.  mehr ...

09.12.2014 Während Putin von heiliger Erde träumt: Versammlungsverbot soll Minderheit mundtot machen

Krimtataren leiden unter Menschenrechtsverletzungen

„Im Gegenteil: Die Krimtataren wurden und werden Opfer schwerer Menschenrechtsverletzungen wie Morden, Verschwindenlassen, Willkürjustiz, Einschüchterungen und Einreiseverbote gegen zwei der wichtigsten krimtatarischen Politiker. Moscheen, Schulen und Wohnungen werden durchsucht, das Selbstvertretungsorgan der Krimtataren – der Medschlis – wird systematisch handlungsunfähig gemacht.“

Göttingen (GfbV). In diesem Jahr dürfen sich die Krimtataren am Tag der Menschenrechte nicht treffen.  mehr ...

08.12.2014 Die IZ-Blogger: Mehrsprachigkeit nützt unserer Wirtschaft und unserem Land. Yasin Baş über politisch motivierte Sprachregelungen

CSU manövriert sich ins Abseits

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(iz). „Wer dauerhaft hier leben will, soll dazu angehalten werden, im öffentlichen Raum und in der Familie deutsch zu sprechen.” Mit dieser Formulierung in ihrem Leitantrags-Entwurf manövriert sich die CSU derzeit gänzlich ins Abseits. Die Erben von Franz-Josef Strauß lassen sich weiterhin strikt von den Leitideen ihres 1988 verstorbenen Partei-Patriarchen beeinflussen. Für den national-konservativen Strauß galt immer der Grundsatz: „Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben.  mehr ...

08.12.2014 Ein Bericht von Norbert Müller zur Debatte der SCHURA Hamburg über den Salafismus

Wir müssen selbst diskutieren

„Cefli Ademi forderte in seinem Vortrag, dass man sich des Themas Salafismus oder IS nicht dadurch entledigen könne, in dem man erkläre, dies habe mit dem Islam nichts zu tun. Vielmehr müssten Muslime die inhaltliche Auseinandersetzung suchen und verdeutlichen, dass dies eine modernistische Abweichung von jeglichem traditionellen islamischen Rechtsverständnis darstelle.“

(iz). Die wichtigen Debatten müssen wir Muslime unter uns selbst organisieren und sie nicht von Dritten über uns führen lassen.  mehr ...

06.12.2014 Zwischen Burkadebatte und Pegida – Ein Blick auf die Islamismusdebatte. Ein Beitrag von Joachim Heinz

Braucht es Gespräche oder Proteste?

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Foto: Screenshot Facebook
Dresden/Düsseldorf (KNA). Erst HoGeSa und nun Pegida: Nach den „Hooligans gegen Salafisten“ gehen jetzt die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ auf die Straßen. Während es bei den Hooligans zu Gewaltaktionen kam, treten die Sympathisanten von Pegida gemäßigter auf – zumindest nach außen hin. Bislang ohne größere Zwischenfälle ziehen sie auf ihren „Spaziergängen“ durch die Innenstädte. Was in Dresden begann, hat inzwischen mehrere Ableger bekommen.  mehr ...

05.12.2014 Dresdner Bischof Koch besorgt wegen Pegida-Demonstrationen

Was treibt die Menschen an?

Dresden (KNA). Die anhaltenden Demonstrationen der Initiative „Patrioten Europas gegen Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) in Dresden und anderen Städten beunruhigen Bischof Heiner Koch. Das Recht auf Asyl für Kriegsflüchtlinge und politisch Verfolgte sei ein Grundrecht, erklärte der Bischof des Bistums Dresden-Meißen am Freitag. „Dafür stehen wir uneingeschränkt.“ Zugleich wandte er sich dagegen, alle Demonstranten „von vornherein als rechtsextremistisch zu bezeichnen“.

„Man muss kritisch hinterfragen, was eine so große Menschenmenge Woche für Woche montags auf die Straße treibt“.  mehr ...

05.12.2014 Manuskripte aus 1000 Jahren Wissenschaft in der muslimischen Welt sind nun online

Einblicke in bahnbrechende Schriften

Hauptbild
Foto: QDL
(iz) Egal ob Andalusien, Khorasan oder die Levante - unter dem muslimischen Einfluss blühten die verschiendsten Wissenschaften, von Medizin über Physik zu Astronomie, auf. Zwischen dem 9. und 19. Jahrhundert sammelten die arabischsprachigen Gelehrten wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Griechischen, Lateinischen, Hebräischen, Indischen und Chinesischen, übersetzten sie und forschten in den jeweiligen Gebieten weiter.

Nun wurden 25.000 Manuskripte aus 1000 Jahren Geschichte durch die 'British Library and the Qatar Foundation' online gestellt.  mehr ...

04.12.2014 Caritas gegen islam- und ausländerfeindliche Demonstrationen

„Plakative Denunziation“

Dresden (KNA). Die Caritas im Bistum Dresden-Meißen hat sich gegen eine zunehmende Islam- und Ausländerfeindlichkeit in Sachsen gewandt. Diözesancaritasdirektor Matthias Mitzscherlich rief am Donnerstag in Dresden die Bürger der Stadt auf, sich am kommenden Montag an einem Sternmarsch gegen die derzeitigen fremdenfeindlichen Demonstrationen zu beteiligen. Hinter diesen steht die Initiative „Patriotische Europäer gegen Islamisierung Europas“ (Pegida).  mehr ...

03.12.2014 Frankreichs Nationalversammlung für Anerkennung Palästinas

Europa entscheidet sich

Jetzt stimmen auch Frankreichs Parlamentarier für die Anerkennung eines Staates Palästina. Das zwingt die Regierung aber nicht, dem zu folgen. Sie setzt zunächst noch auf eine baldige Verhandlungslösung.

Paris (dpa). Die französische Nationalversammlung hat für eine Anerkennung eines Staates Palästina neben Israel gestimmt. Mit 339 gegen 151 Stimmen riefen die Abgeordneten die linke Regierung auf, diesem politischen Schritt zu folgen.

Die Entscheidung der Kammer ist nur symbolisch und für die Regierung unter Staatspräsident François Hollande nicht bindend.  mehr ...

02.12.2014 Olivier Roy: Ideologischer „Salafismus“ hat vor allem soziale Ursachen

„Religiöser Faktor zweitrangig“

Hauptbild
Foto: University Boston/flickr
Berlin (KNA) Der französische Islamismusforscher Olivier Roy sieht den Salafismus nicht als Folge der islamischen Kultur. Die Extremisten radikalisierten sich oft in Gefängnissen und wollten im Dschihad «Helden» werden, sagte Roy im Interview der Tageszeitung «Die Welt» (Dienstag). Der Salafismus biete vor allem jungen Männern vom Rand der Gesellschaft eine neue Heimat und eine Ersatzfamilie. Roy ist Politologe am Europäischen Institut in Florenz. Er berät die Regierung Frankreichs und die UNO.

Nach seiner Einschätzung hat der Salafismus vor allem soziale Ursachen.  mehr ...
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Wir sprechen mit dem Unternehmensberater Dr. Murat Ünal von Funds@Work, denken über den politischen Islam nach, reflektieren über das Leben in der Großstadt, hören eine muslimische Stimme aus Großbritannien und diskutieren die innermuslimische Debatte.
Außerdem: Interview mit dem angehenden Rabbiner Armin Langer von Salaam-Shalom, der deutschen Muslimin Rotraue Djamila Alkonavi sowie dem österreichischen Polizisten Yusuf Bernd Wolff. Tarek Bärliner schreibt über Schlaflosigkeit sowie eine Seite Buchrezensionen.
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IZ erklärt Deutschland: Die Salaf
Egal, ob angezählte Ex-Boser oder ehema­lige Bonner Musterschüler, die in den Bergen Afghanistans ums Leben kommen, Der „Salafismus“ ist trotz der zahlenmäßig geringen Menge der Anhänger zum Synonym einer amorphen Bedrohung geworden. Diese neuzeitliche Ideologie, die lange unter Muslimen und unse­ren Gelehrten als „Wahhabismus“ [nach ihrem Begründer Ibn ‘Abdulwahhab] bezeichnet wurde, hat sich lange dieses Tarnbegriffs bedient, um der Klassifi­zierung als Sekte zu entgehen. Phänome­nologisch ähnelt sie den Khawaridsch. Zum Leidwesen der muslimischen Welt ist der „Salafismus“ in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Nicht nur, weil er ungenau ist, sondern mehr noch, weil die Generationen (die Salaf As-Salihin), auf die sich die ­Wahhabiten gerne beziehen, um sich deren Legitima­tion anzueignen, von allen praktizierenden Muslimen der Ahl As-Sunna wa’l-Dschama’a geachtet und geliebt werden. Wie bei anderen Begriffen muss man auch hier erst einmal der zeitgenössische Schutt der Missverständnisse weggeräumt werden, um verstehen zu können. Qadi ‘Ijad aus Ceuta, früherer andalusischer Gelehrter und Autor des monumen­talen „Kitab Asch-Schifa“ beschrieb den Charakter dieser Generation unter ande­rem wie folgt: „(…) Es wurde überliefert, dass es eine Gruppe der Salaf, oder besser alle von ihnen, verabscheute, über etwas zu diskutieren, welches nicht zu Handlungen führte. (…)“ Der Imam schließt an anderer Stelle mit dem Gebet: „Möge Allah unseren gottesfürchtigen Salaf barmherzig sein, die ihren Din beschützt haben!“
Zitat der Woche
„Europa ist für den Kreml in rein politischer Hinsicht notwendig - zur Umsetzung bestimmter strategischer Pläne. Hauptsächlich, und das ist kein besonderes Geheimnis, zielt Russland darauf ab, die Rolle der Nato zu schwächen und den russischen Einfluss in Europa zu erhöhen. Um diese Ziele zu erreichen, kann sich der Kreml nicht mehr länger nur auf Politiker der sogenannten traditionellen Parteien Europas verlassen, obwohl er diesbezüglich keine Anstrengungen scheut. Hinzu kommt eine Tendenz, die bis noch vor ein paar Jahren nicht sehr ernst genommen wurde - Moskaus Unterstützung für rechtsextreme Parteien in EU-Staaten.“

„Latvijas Avize“, 02.12.2014
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Bild der Woche
Solidarität vor Ort BIELEFELD. Der turnusgemäße Sprecher des KRM und Vorsitzende des Islamrates für die Bundesrepublik, nimmt Moscheen in Bielefeld (Bild) und Berlin in Augenschein. Diese wurden durch mutmaßliche Brandanschläge angegriffen. (Foto: Twitter@KizilkayaAli
Buchtipp
„Aber wer im Okzident kennt unsere Geschichte? Wer unterzieht sich der Mühe, sie kennenzulernen?“ Mit diesem Stoßseufzer rätselte schon Sultan Abdul Hamid II (1842-1918) vor 100 Jahren über die Bereitschaft Europas, sich mit dem damaligen Osmanischen Reich fair auseinanderzusetzen.
Natürlich sind diese Fragen heute noch aktuell, man denke nur an die, von türkischer Seite oft als unfair empfundenen, Debatten über die Rolle der modernen Türkei oder die mediale Begleitung der Politik des neuen „Sultans“ von Ankara, dem türkischen Präsidenten Tayyib Erdogan.
Es ist das Verdienst des Historikers Thomas Weiberg, in seinem neuen Buch einen Versuch der Objektivierung der Debatte um den berühmten osmanischen Regenten vorzulegen. Auch mit der Absicht, wie der Autor im persönlichen Gespräch versicherte, die heutigen Kontroversen um die Türkei und den Islam besser auszuleuchten.
Seinen Beitrag versteht Weiberg dabei nicht etwa als Romantisierung der Vergangenheit, sondern als den Versuch, die geschichtlichen Grundlagen heutiger Probleme zu verdeutlichen. Weiberg zitiert dabei treffend den türkischen Romancier Ahmet Tanpinar: „Die Vergangenheit, das heißt die Geschichte, ist für die Gesellschaft, was das Gedächtnis für das Individuum ist“.
In dem vorliegenden Buch geht es Weiberg darum, die Person des Sultans weder zu verherrlichen noch zu verdammen, sondern ein möglichst ausgewogenes Bild herauszuarbeiten. Dem Historiker gelingt dies, weil er nicht nur die persönlichen Erinnerungen des Regenten übersetzt und in das Buch einfügt, er auch in seinem thematischen Teil keine umfassende Biographie vorlegt, sondern sich auf die wichtigsten Fragen seiner Regierungszeit beschränkt und mit zahlreichen Quellen die unterschiedlichen Stimmen und Beurteilungen der Zeitgenossen des Kalifen für sich sprechen lässt.
So entsteht ein faszinierendes Bild einer Zeit, die im Spannungsfeld der Begegnung von Islam und Technik, von Globalisierung und wirtschaftlichen Interessen, von Demokratie und persönlicher Herrschaft steht.
Man muss schlussendlich das Buch von Thomas Weiberg als Pflichtlektüre einstufen, zumindest für alle, denen es um ein vertieftes, auch geschichtlich begründetes Verhältnis zur historischen und aktuellen Türkei geht. Aber auch für das Verstehen der Rolle des Islam in unserer Zeit gibt das Buch wichtige Impulse, denn die moderne Begegnung von „Islam und Technik“, die sich in der Regierungszeit des Sultans vollzieht, ist nach wie vor eine intellektuelle Herausforderung für Muslime in aller Welt.

Thomas Weiberg, Mein Sultan möge lange leben! 528 Seiten, Simurg Verlag
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Eurasia News
Das Nachrichtenportal Eurasia News ist medial auf der Seidenstraße unterwegs und will ­Klischees aufbrechen. Eurasia News will die alten Blöcke überwinden und den Fokus auf künftige neue, aufstrebende Regionen setzen, die ihren Platz in der Welt suchen und sich als Wirtschaftsstandorte und politische Akteure in Szene setzen wollen und werden.

Serdar Günes' Verzeichnis
Nützliches Verzeichnis von Grundlagentexten zu Themen der islamischen Debatte. Nach Themen sortiert

The Majalla
Internationales, englisch sprachiges Magazin über die Arabische Welt

Emran Feroz
Blog über Politik, Naher & Mittlerer Osten, Migration, Europa & die islamische Welt

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