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(iz). Seitdem Deutschlands Muslime vor vielen Jahren zaghaft begannen, einen Austausch mit Staat und Politik zu führen, stand die Frage der „Vertretung“ ganz oben auf der Tagesordnung. Direkt oder indirekt werden muslimische Repräsentanten oft befragt, wen sie mit welchem Recht „repräsentieren“. mehr ...
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19.04.2014 Visionär und scharfsinniger Analyst - 150 Jahre Max Weber

Kapitalismus und Bürokratie

München (dpa) - Max Weber (1864-1920) erlebte, wie der Erste Weltkrieg seine Welt erschütterte, war erst überzeugter Nationalist, später Mitgründer der Deutschen Demokratischen Partei (DDP). Heute wird er vor allem als Begründer der deutschen Soziologie gefeiert. Generationen von Politikstudenten lernten seine Definitionen von Macht und Herrschaft auswendig - und noch heute werden seine Theorien immer wieder herangezogen, um das aktuelle Zeitgeschehen zu erläutern, es verstehbar zu machen.

Zu seinem 150. Geburtstag in diesem Jahr (21.  mehr ...
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18.04.2014 Golfstaaten zeigen sich nach Streit mit Katar versöhnlich

Al Jazeera soll nicht mehr kritisch sein

Im Machtkampf zwischen Saudi-Arabien und Katar gibt es Zeichen der Entspannung. Der saudische Botschafter und seine Kollegen aus Bahrain und den Emiraten kehren aber noch nicht nach Doha zurück.

Riad (dpa). Gut sechs Wochen nach dem Abzug der Botschafter Saudi-Arabiens, Bahrains und der Vereinigten Arabischen Emirate aus Katar zeigen sich die Golfstaaten wieder versöhnlich.  mehr ...
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18.04.2014 Quälende Erinnerungen und Streit um Geld. Von Nazrul Islam und Doreen Fiedler

Ein Jahr nach Rana Plaza

Foto: Wikimedia Commons|CCL 3.0
Wo einst die Textilfabrik stand, klafft heute ein riesiges Loch. Auch das Leid vieler Arbeiter hält ein Jahr nach der Katastrophe in Bangladesch an. Geld hilft ihnen oft nicht - im Gegenteil.

Dhaka (dpa). Pakhi Begum verlor am 24. April 2013 ihr selbstbestimmtes Leben. Die 30-Jährige aus Bangladesch saß an diesem Tag an ihrer Nähmaschine im fünften Stock des Rana-Plaza-Gebäudes, als der Betonbau wie ein Kartenhaus in sich zusammenfiel. Die junge Frau wurde zusammen mit Tausenden anderen unter den Trümmern begraben - es war das größte Fabrikunglück in der Geschichte Bangladeschs.  mehr ...
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18.04.2014 Türkisches Parlament gibt Geheimdienst mehr Machtbefugnisse

MIT wird mächtiger

Istanbul (dpa). Das türkische Parlament hat dem Geheimdienst MIT auf Initiative der Regierungspartei AKP freie Hand für Überwachung und konspirative Einsätze gegeben. Zugleich soll der Diebstahl geheimer MIT-Dokumente künftig mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden, die Veröffentlichung mit bis zu neun Jahren.

Alle öffentlichen Institutionen und Banken müssten dem Dienst auf Antrag Daten zugänglich machen, berichteten türkische Medien am Freitag. Für Ermittlungen gegen MIT-Bedienstete sei die Zustimmung des Geheimdienstes nötig.  mehr ...

18.04.2014 Die IZ-Blogger: Essay von Hassan Mohsen

Du bist, was du tust

(iz). Hauptamtlich oder ehrenamtlich Engagierte sollten keinen Lohn erwarten. Auch Lob und Anerkennung sind eine Lohnform. Aktivitäten für andere – jeglicher Art – sind ehrenamtliche Tätigkeiten, die den Tätigen erfüllen. Und genau in dieser Erfüllung sollte der wahre Lohn liegen. So wird die Erlaubnis, eine Aktivität ausführen zu dürfen bereits zu einem Lohn.

Selbstverständlich verspricht Allah, demjenigen der Gutes tut und sich für andere mit seiner Zeit und seinem Fleiß einsetzt, großen Lohn.  mehr ...

17.04.2014 Türken wollen Moschee in Havanna bauen

Ort für 3.500 kubanische Gläubige

Istanbul (KNA). Die Türkei will nach Medienberichten eine Moschee in der kubanischen Hauptstadt Havanna errichten. Eine Delegation des türkischen Amts für Religionsangelegenheiten erörterte die Pläne vor Ort mit Vertretern der kommunistischen Regierung, wie die türkische Zeitung «Radikal» (Onlineausgabe Donnerstag) meldete.

Demnach will die Türkei die Kosten komplett tragen. Stilistisches Vorbild für den Bau, der 3.500 kubanischen Muslimen als Gebetsstätte dienen soll, sei die Ortaköy-Moschee, eine der Sehenswürdigkeiten Istanbuls.  mehr ...

17.04.2014 Wenn Muslime die Werken und Dramen des großen Dichters studieren. Von Sulaiman Wilms

Warum Shakespeare lesen?

Foto: gemeinfrei
„Die Dichter können uns sehr viel lehren. Wir hören zu viel auf unsere politischen Ingenieure und Sozialwissenschaftler und nicht genug auf unsere Dichter.“ (Hamza Yusuf)

(iz). Würden wir den lautstarken Vertretern der vermeintlichen Leitkultur (aber auch manchem, negativen muslimischem Ideologen) Glauben schenken, dann gähnt zwischen den Muslimen und der europäischen Kultur ein tiefer Abgrund. Allein schon das bestehende Interesse von muslimischer Seite am umfangreichen Werk von William Sha­kespeare, reicht aus um das Gegenteil zu belegen.  mehr ...

16.04.2014 Interview mit dem Sozialwissenschaftler Dr. Kinan Darwisch über den Islamischen Religionsunterricht und die Rolle des organisierten Islam

Verbände sind „in der Bringschuld“

(iz). Dr. Kinan Darwisch wurde 1980 geboren und entstammt einer deutsch-syrischen Ehe. Er studierte Sozialwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre. An der Georg-August-Universität Göttingen wurde er über eine Arbeit zum Islamischen Religionsunterricht in Deutschland zum Doktor der Sozialwissenschaften promoviert. Seine Forschungs- und Tätigkeitsschwerpunkte liegen in der interkulturellen Organisationsentwicklung, Migration, Integration und Interkulturellen Pädagogik sowie der qualitativ-empirischen Sozialforschung.  mehr ...

16.04.2014 Der neuen Gesetzgebung fehlt der Schutz der Muslime als «indigenem Volk»

Krimtataren gegen neue Verfassung

(KNA). Russland hat mit vielen Versprechungen die Mehrheit der Bürger der Krim für sich gewonnen. Deshalb vermeiden auf der Halbinsel inzwischen alle Glaubensgemeinschaften offene Kritik an der moskautreuen Regionalregierung.

Einzig die Krimtataren bezeichnen die vom Parlament der Schwarzmeer-Halbinsel vorige Woche beschlossene Verfassung als «inakzeptabel», weil sie keine Bestimmungen enthalte, die den Schutz des «indigenen Volks» garantierten.  mehr ...

16.04.2014 Am 19. und 20. April treffen sich deutsche Muslime beim Event „Vereint im Islam“

Kommendes Wochenende ist die IZ in Hamburg

(iz). Am 19. und 20.April 2014 treffen sich Muslime aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Event „Verein im Islam“ in Hamburg. Die erfolgreiche Veranstaltung aus den Jahren 2012 und 2013, wird in diesem Jahr zum dritten Mal organisiert und erfreut sich immer größerer Beleibtheit. Auch dieses Jahr findet das VIS wieder in Hamburg statt.

Unter der Schirmherrschaft des Islamischen Zentrums Al-Nour e.V., wird in Kooperation mit der SCHURA Hamburg e.V., dem Bündnis der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland e.V. (BIG) und der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland e.V.  mehr ...

15.04.2014 Erste Gefechte bei Spezialeinsatz in der Ostukraine

Moskau warnt

Kiew/Moskau (dpa). Mit einem Sondereinsatz gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes hat die Ukraine vor internationalen Krisengesprächen in Genf den Zorn Moskaus auf sich gezogen. Der russische Präsident Wladimir Putin kritisierte in einem Telefonat mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon das Vorgehen der ukrainischen Regierungstruppen. Die Vereinten Nationen müssten das «verfassungswidrige Vorgehen» der Machthaber in Kiew verurteilen. Die Krise in der Ukraine habe sich durch die «gewaltsame Operation» noch einmal deutlich verschärft, sagte Putin am Dienstag.  mehr ...

15.04.2014 Die IZ-Blogger: ein Essay von Tarek Bärliner

Wer stirbt zuerst?

„Bevor die Welt unsere Herzen tötet,
müssen wir die Welt in unseren Herzen töten.“


(iz). Unser Umgang mit Zeit ist ein Fundament unseres Daseins. Die Gelehrten erklärten uns, dass wir etwas falsch machen würden, wenn uns Langeweile überkommt. Gleichzeitig machen wir auch etwas falsch, wenn wir aufgrund von zu viel Aktivität Unruhe in uns tragen.

Die 10 Minuten für das Gebet scheinen uns zu lang, doch die nervenaufreibende Wartezeit auf bestelltes Essen nehmen wir hin. Nahrung für den Körper, aber keine Nahrung für den Geist.  mehr ...

14.04.2014 Beim Vergleich der Krisenfälle Krim und Kosovo sind die Positionen Moskaus sowie Brüssels und Washingtons völlig gegensätzlich. Doch Verdrehungen und Verbiegungen gibt es auf beiden Seiten.

Krim gleich Kosovo?

Belgrad (dpa) - Jetzt hat es die Nato noch einmal klargestellt: Die internationalen Krisenfälle Krim und Kosovo sind überhaupt nicht miteinander zu vergleichen. Doch Russlands Präsident Wladimir Putin behauptet das genaue Gegenteil. Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) springt ihm zur Seite. Und US-Präsident Barack Obama will die Unterschiede zwischen beiden Krisenherden mit einem Referendum im Kosovo beweisen, das es gar nicht gab. Klar ist: Hier wie da wurde das Völkerrecht gebrochen. Die Nato intervenierte 1999 im Kosovo ohne UN-Mandat. Dieses wurde von Russland und China verhindert.  mehr ...

13.04.2014 Die Parteien rund um die Ukraine nutzen die Medien als Propagandainstrument

"Zweimal zwei ist gleich fünf"

Foto: Mstyslav Chernov|CCL 3.0
(dpa). Prorussische Separatisten stürmen und besetzen seit Tagen Verwaltungsgebäude in der krisengeschüttelten Ostukraine - jetzt schlägt die Regierung in Kiew erstmals mit Härte zurück. Der massive «Anti-Terror-Einsatz» in der Stadt Slawjansk, bei dem es auf beiden Seiten Opfer gab, war nach Einschätzung von Experten nicht der letzte Zusammenstoß beider Lager. Doch der erbitterte Konflikt wird längst nicht mehr nur auf der Straße ausgetragen. In Medien tobt eine Propagandaschlacht, die schon in der Krim-Krise einen Höhepunkt erreichte.  mehr ...

12.04.2014 IZ-Reihe über den Alltag der Muslime

Wie mit der ­Beschwernis ­umgehen?

(iz). Im 5. und 6. Vers der Sura Asch-Scharh sagt Allah, der Erhabene: „Wahrlich, mit der Beschwernis kommt Erleichterung, mit der Beschwernis kommt Erleichterung.“ Allah unterrichtet uns zu Beginn, dass es zwei widerstrebende Zustände in dieser Welt gibt. Sie ähneln sich einerseits, sind aber andererseits verschieden von den Zuständen der nächsten Welt. Hier handelt es sich um Beschwernis und Erleichterung.  mehr ...

10.04.2014 Muslimische Parteien in Indonesien verzeichnen Wählergewinne

Überraschend zugelegt

Jakarta (KNA). Muslimische Parteien in Indonesien haben bei den Parlamentswahlen überraschend zugelegt. Nach ersten Auszählungen steigerten die fünf islamischen Bündnisse ihr Ergebnis um 5 Prozent und kämen demnach auf insgesamt 31 Prozent, wie indonesische Medien (Donnerstag) berichteten. Ein Vertreter der deutschen Konrad-Adenauer-Stiftung in Jakarta, Jan Woischnik, erklärte den Stimmenzuwachs mit „der Schwäche der nationalistischen Partei der Demokraten“. Prognosen vor der Wahl waren von Verlusten für die islamischen Parteien ausgegangen.  mehr ...

09.04.2014 Mekka will Pilgerbetrieb mit internationaler Technik aufrüsten

Erfindermesse für die Hadsch

Dschidda (KNA). Saudi-Arabien will internationale Technologie einkaufen, um den Service für Pilger an den Heiligen Stätten des Islam zu verbessern. Die Leitung der Großen Moschee in Mekka und der Prophetenmoschee in Medina reiste dafür eigens zur Internationalen Erfindermesse in Genf, um sich über Innovationen weltweit zu informieren, wie die Zeitung «Arab News» (Dienstag) berichtete.

Ziel sei, «Pilgern mit der neuesten Technologie zu dienen, wie es der Hüter der beiden heiligen Moscheen, König Abdullah, angeordnet hat», sagte Ahmed Al-Mansuri, Mitglied der Moscheebehörde.  mehr ...

09.04.2014 Kritik an Aung San Suu Kyi: Von der Freiheitsikone zur Parteipolitikerin

„Populismus statt Engagement“

Foto: Pete Souza|White House,
Public Domain
Göttingen (GfbV). Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) wirft Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi vor, sich nicht konsequent für die Menschenrechte von Verfolgten in Burma einzusetzen. „Wir sind tief enttäuscht, dass die selbst so lange verfolgte Oppositionspolitikerin zur systematischen Ausgrenzung und Vertreibung der muslimischen Rohingya-Minderheit schweigt“, kritisierte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius am Mittwoch in Göttingen.

„Es ist höchste Zeit, dass Aung San Suu Kyi ernsthaftes Engagement für Menschenrechte zeigt.  mehr ...

07.04.2014 Wie geht es weiter in Afghanistan? Von Can Merey

Nach der Wahl

Kabul (dpa) - Millionen Afghanen haben am Samstag einen Nachfolger von Präsident Hamid Karsai gewählt. Bis die Wahlkommission einen Wahlsieger erklärt, werden noch mehrere Wochen vergehen. Wie geht es nun weiter, und was für Konsequenzen hat die historische Wahl?

Wann wird ein neuer Präsident vereidigt?
Das kann im besten Fall noch im Frühjahr geschehen, kann sich aber auch bis in den Spätsommer ziehen. Die Wahlkommission (IEC) zählt zunächst die Stimmen, die Wahlbeschwerdekommission (ECC) prüft Betrugsvorwürfe. Am 14. Mai will die IEC ein amtliches Endergebnis verkünden.  mehr ...

29.03.2014 Umstrittene Gülen-Bewegung will transparenter werden. Hintergründe von Johannes Nitschmann

Jahrelang ohne „echte Öffentlichkeitsarbeit“

Düsseldorf (KNA). Die umstrittene muslimische Gülen-Bewegung will ihre Arbeit in Deutschland künftig transparenter machen und mit den staatlichen Sicherheitsbehörden kooperieren. „Natürlich hat eine demokratische Gesellschaft das Recht, sich Organisationen, die sie nicht so gut kennt, anzuschauen“, sagt Ercan Karakoyun, als Vorsitzender der Stiftung Dialog und Bildung Ansprechpartner der Gülen-Bewegung.  [ABO] mehr ...
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Pünktlich zum April widmen wir uns im als Schwerpunkt dem vielfältigen wie debattierten Thema „Halal“. Wir sind zu Besuch bei einem Wittstocker Dönerproduzenten, sprechen mit einem Halal-Zertifizierer in Hamburg, fragen uns, was „halal“ mit Rentieren im Hohen Norden zu tun hat und überlegen, ob dieser Geschäftszweig unausweichlich in die Lebensmittelindustrie führen muss. Außerdem: Wie geht es weiter mit den Krimtataren und der Ukraine?, die Comic-Zeichnerin Sofein Hamed, der Einfluss von Körperschaften und Stiftungen auf die Entwicklung des Islam in Deutschland sowie viele andere interessante Themen.
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IZ erklärt Deutschland: Die Salaf
Egal, ob angezählte Ex-Boser oder ehema­lige Bonner Musterschüler, die in den Bergen Afghanistans ums Leben kommen, Der „Salafismus“ ist trotz der zahlenmäßig geringen Menge der Anhänger zum Synonym einer amorphen Bedrohung geworden. Diese neuzeitliche Ideologie, die lange unter Muslimen und unse­ren Gelehrten als „Wahhabismus“ [nach ihrem Begründer Ibn ‘Abdulwahhab] bezeichnet wurde, hat sich lange dieses Tarnbegriffs bedient, um der Klassifi­zierung als Sekte zu entgehen. Phänome­nologisch ähnelt sie den Khawaridsch. Zum Leidwesen der muslimischen Welt ist der „Salafismus“ in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Nicht nur, weil er ungenau ist, sondern mehr noch, weil die Generationen (die Salaf As-Salihin), auf die sich die ­Wahhabiten gerne beziehen, um sich deren Legitima­tion anzueignen, von allen praktizierenden Muslimen der Ahl As-Sunna wa’l-Dschama’a geachtet und geliebt werden. Wie bei anderen Begriffen muss man auch hier erst einmal der zeitgenössische Schutt der Missverständnisse weggeräumt werden, um verstehen zu können. Qadi ‘Ijad aus Ceuta, früherer andalusischer Gelehrter und Autor des monumen­talen „Kitab Asch-Schifa“ beschrieb den Charakter dieser Generation unter ande­rem wie folgt: „(…) Es wurde überliefert, dass es eine Gruppe der Salaf, oder besser alle von ihnen, verabscheute, über etwas zu diskutieren, welches nicht zu Handlungen führte. (…)“ Der Imam schließt an anderer Stelle mit dem Gebet: „Möge Allah unseren gottesfürchtigen Salaf barmherzig sein, die ihren Din beschützt haben!“
Zitat der Woche
„In der westlichen Presse verbreitet sich eine Form der Entspannung rund um das Ehepaar Asma und Baschar al-Assad, eine Nettigkeit, die an sich ein Graus ist. Präsident Assad gehört zu einem kriminellen Clan, der nie vor den grausamsten Machtmitteln zurückgeschreckt hat. Ein Clan, dessen derzeitiger Führer, Baschar al-Assad, die syrische Bevölkerung ermordet und verantwortlich ist für den Tod von mehr als hunderttausend Menschen, seit der Aufstand begann. Es gibt keinen Grund, dem westlichen Tonfall dieses Mannes oder seiner in Großbritannien geborenen Frau und seinen demokratischen Reden zu glauben. Baschar al-Assads demokratische Sprache ist eine Fremdsprache, die er gelernt hat, genauso wie er Englisch gelernt hat.“

Politiken, Kopenhagen, 23.10.2013
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Bild der Woche
Brüder, zur Sonne, zur Freiheit? In Berlin konstituierte sich nach einem Jahr der Arbeitskreis Muslimischer Sozialdemokraten. (Foto: Hendrik Rauch/SPD)
Buchtipp
Machen wir ein gedankliches Experiment: Würde heute jemand seine Begeisterung – und sei sie noch so verhalten – für die Monarchie äußern, würde er von den meisten erheblich weniger ernstgenommen als solche Zeitgenossen, die an UFOs oder die heilende Kraft von Steinen glauben. Wenn wir uns dem vorliegenden Erstlingswerk von Rasim Marz nähern, gilt es im Hinterkopf zu behalten, dass diese Form der Herrschaft durchaus eine legitime Ordnungsform sein kann beziehungsweise sich im Verlauf der Menschheitsgeschichte oft als segensreich erwiesen hat.
Der junge Autor hat kein leichtes Buch geschrieben. Es liegt schwer im Magen, was seine inhaltliche Qualität und seinen Wert nicht schmälert. Seine Chronik des „Osmanischen Reiches auf dem Weg nach Europa“ ist nicht die landesübliche Beschreibung eines unausweichlichen Niederganges, wie man sie von vielen Titeln zum Thema „Osmanen“ kennt. Am Ende ist es eben auch der Text eines Liebenden, der – jenseits von Verdammung oder blinder Verehrung – sich diesem faszinierenden Phänomen widmet.
Vielmehr beschreibt Rasim Marz das Zusammenspiel von innen- und außenpolitischen Faktoren, die zu einem Ende der osmanischen Herrschaft in Europa, Afrika und dem Nahen Osten geführt hatte. Unter den Folgen dieses Endes beziehungsweise den blutigen Konsequenzen der Abwesenheit des osmanischen Ordnungsprinzips im Nahen Osten und auf dem Balkan leiden die betroffenen Bevölkerungen auch heute noch. Ein Blick auf die jetzige Lage in Syrien sollte das ausreichend bestätigen. Es ist von Belang, dass Marz unter anderem auch auf die Verschuldungs- und Finanzierungsmechanismen verwies, die zu einem Abbröckeln des osmanischen Staatsgefüges geführt hatten. Die Endphase der osma­nischen Geschichte ist untrennbar mit der Entwicklung der Finanztechnik verbunden.
Auf Nachfrage beschrieb Rasim Marz seine Absicht und Motivation für das Buch: „Da es im deutschsprachigem Raum nur sehr wenig Fachliteratur zum Osmanischen Reich gab, wollte ich einen kleinen Beitrag dazu leisten und eine vorurteilsfreie Aufklärungsarbeit. In der ganzen Weltgeschichte gab es keine Herrscherfamilie, die ununterbrochen 36 männliche Monarchen für ein Großreich hervorbrachte und das in einem Zeitraum von über 600 Jahren. Dies ist mehr als bemerkenswert.“ Bisher seien die ersten Reaktionen auf das Buch „durchweg positiv“ gewesen“. „Der alternative Blick auf die Geschichte unseres Volkes hat auch vielen die Augen geöffnet.“

Marz, Rasim. Das Osmanische Reich auf dem Weg nach Europa. Neue osmanische Geschichtsschreibung: Books on Demand, Dezember 2013, Gebunden, 260 Seiten, ISBN 978-3732292738, Preis: EUR 29,99 (23,99 für Kindle)
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