Muslimische ­Zivilgesellschaft
(iz). Die Präsenz des Islam in Deutschland hat in den letzten Jahren auch zu neuen Organisationsformen geführt. Aus dem politischen Islam sind die Verbände hervorgegangen, die sich heute als Interessenvertretung der Muslime verstehen. mehr ...
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Iman Andrea Reimann vom Deutschsprachigen Muslimkreis Berlin über die muslimische Realität vor Ort und die wichtige Rolle der Frauen
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27.08.2014 Die Muslimische Gemeinde dankt dem SPD-Vorsitzenden für seinen Besuch. Von Malik Özkan

Gabriel setzt Zeichen

(iz). Man hätte sich einen positiveren Anlass gewünscht: Der SPD-Vorsitzende und Vizekanzler, Sigmar Gabriel, hat nach einem Brandanschlag die Berliner Mevlana-Moschee besucht. Gabriel setzte so ein vielbeachtetes Zeichen der Solidarität auf Grundlage einer einfachen Einsicht.

„Angriffe gegen Menschen islamischen Glaubens verabscheuen wir genauso, wie jene gegen Menschen jüdischen Glaubens“, schrieb Gabriel auf seinem Facebook-Account. Der Sozialdemokrat zeigte zudem mit dem Bekenntnis „der Islam gehöre zu Deutschland“ eindeutig Flagge und sammelte so viele Sympathien bei den Muslimen.  mehr ...
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27.08.2014 Die IZ-Blogger: ein Beitrag von Tarek Bärliner

Die Ice-Bucket-Challenge

(iz). Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich nominiert werde. An keinem ist der neue Trend vorbeigegangen: Ice-Bucket-Challenge. Ursprünglich (gar nicht so lange her) erfunden worden, um aufmerksam zu machen auf die seltene Nervenkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), entwickelt sich die Aktion zu einer viralen Pflichtaufgabe für jeden, der gern vor der Kamera steht. Die Stars aus den USA machten es vor. Wer nominiert wird, muss sich einen Eimer mit eiskaltem Wasser über den Kopf kippen, oder eine Summe an einen wohltätigen Verein spenden.  mehr ...
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26.08.2014 Mekka erwartet 1,3 Millionen Pilger aus dem Ausland

Globaler Ritus

Dschidda (KNA) In Mekka werden 1,3 Millionen Pilger aus dem Ausland zur diesjährigen Wallfahrt erwartet. Der mit 410.000 Besuchern größte Teil komme aus Südasien, berichtete die Zeitung «Arab News» (Onlineausgabe Dienstag) unter Berufung auf das Wallfahrtsministerium in Riad. 250.000 hätten sich aus anderen arabischen Ländern angemeldet, 190.000 aus Europa einschließlich der Türkei.

Neben den ausländischen Pilgern machen sich nach Ministeriumsangaben 150.000 saudische Muslime zu den heiligen Stätten in Mekka auf. Unterstützt werden die Wallfahrer durch 115 Hilfsorganisationen vor Ort.  mehr ...
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24.08.2014 Holocaust-Überlebende protestieren gegen „Massaker an Palästinensern“

„Völkermord beginnt mit dem Schweigen der Welt“

Foto: New York Times|IJAN
New York (dpa). Mit einer großen Anzeige in der „New York Times“ haben Überlebende des Holocausts den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen als „Massaker an den Palästinensern“ angeprangert. Die 327 Unterzeichner aus den USA und vor allem Europa bezeichnen sich selbst als Überlebende oder Nachkommen von Opfern des Nazi-Völkermords, die den Einsatz der israelischen Armee „unmissverständlich verurteilen“. Die Anzeige in der Samstagsausgabe ist eine Reaktion auf eine Aktion des Friedensnobelpreisträgers Elie Wiesel.  mehr ...
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24.08.2014 Die Konstruktionsmängel des Koordinationsrates der Muslime sind nicht zufällig. Von Khalil Breuer

Wir brauchen mehr Vernetzung

(iz). Macht ist organisierter Wille. So könnte man die weltliche Grundüberzeugung mo­derner Verbände beschreiben. Die dahinter stehende Logik ist klar: Über je mehr Mitglieder ein Verein verfügt, desto größer ist seine Repräsentationsmacht. Es stimmt ja auch. Große Zusammenschlüsse können besser mobilisieren und über ihre Mitgliedsbeiträge ökonomische Bedeutung ansammeln. Begrenzt wird diese rein strukturelle Sicht durch die andere Überzeugung des Islam, dass alle Macht bei Allah ist und der Mensch die Attribute der Macht eben nur verliehen bekommt.  mehr ...

24.08.2014 Vorab aus der neuen Ausgabe: IZ-Reihe über den Alltag der Muslime in ­Deutschland. Zusammengestellt von Sulaiman Wilms

Wie mit Leid und Sorgen ­umgehen?

„Wahrlich, mit der Bedrängnis geht Erleichterung einher; wahrlich, mit der Bedrängnis geht Erleichterung einher.“ (Asch-Scharh, 5-6)

„Kein Unglück trifft (jemanden), außer mit Allahs Erlaubnis. Und wer an Allah glaubt, dessen Herz leitet Er recht. Und Allah weiß über alles Bescheid.“ (At-Taghabun, 11)

„Die, wenn sie ein Unglück trifft, sagen: ‘Wir gehören Allah, und zu Ihm kehren wir zurück.’“ (Al-Baqara, 156)

„Oh, mein lieber Sohn, verrichte das Gebet, gebiete das Rechte und verbiete das Verwerfliche und ertrage standhaft, was dich trifft.“ (Luqman, 17)

(iz).  mehr ...

23.08.2014 Gabriel: Der Islam gehört zu Deutschland. Besuch in Berliner Moschee

"Unterstützung signalisieren"

Berlin (KNA) Der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel will mit seinem Besuch in der Mevlana-Moschee in Berlin den Muslimen in Deutschland seine Unterstützung signalisieren. Bei manchen entstehe der Eindruck, die Auseinandersetzung mit der Terrorgruppe «Islamischer Staat» (IS) richte sich generell gegen den Islam und gegen Muslime, sagte Gabriel am Samstag in Berlin. Mit seinem Moschee-Besuch wolle er ein Zeichen dafür setzen, dass dies nicht so sei und dass der Islam zu Deutschland gehöre.  mehr ...

21.08.2014 Interview mit dem amtierenden KRM-Sprecher, Ali Kizilkaya, über die jüngsten Brandanschläge auf deutsche Moscheen

„Wir sind eine Gesellschaft“

Foto: Ali Kizilkaya
(iz). In den letzten zwei Wochen ließen mehrere Brandanschläge auf Moscheen in Berliner und Bielefeld die muslimische Gemeinschaft aufhorchen und machte viele, nicht nur die Gemeinden vor Ort, betroffen. Viele Muslime stellen sich nicht nur Fragen nach der Sicherheit ihrer Einrichtungen, sondern auch nach der Zukunft eines gedeihlichen Zusammenlebens. Insbesondere ein größeres Interesse von Politik und Medien wurde in sozialen Medien wie Facebook weithin angemahnt.

Darüber sprachen wir am 21.  mehr ...

20.08.2014 Die Gelehrten machen deutlich, dass mangelnde Distanzierung von verbrecherischen Aktivitäten im Irak und in Syrien vor allem ein mediales Phänomen ist

Muslimische Geistliche verurteilen IS

(iz). Zu den drängendsten Herausforderungen der muslimischen Welt gehört zweifelsfrei die Terrororganisation Islamischer Staat IS (syn. ISIS oder ISIL). Während direkt Betroffene in den Krisengebieten massiv unter den Aktionen, die den Extremisten zugeschrieben werden, leiden, stellt für die Muslime in Europa vor allem die mediale Aufarbeitung des Themas ein Problem dar.

Die allseits bekannte Diskussion um Fanatismus und Radikalismus wird energisch weitergeführt.  mehr ...

20.08.2014 Breite Mehrheit gegen Waffenlieferungen

Bürger sind nicht überzeugt

Foto: LFK GmbH
Hamburg (KNA). Eine breite Mehrheit der Deutschen lehnt nach einer Umfrage deutsche Waffenlieferungen an die Kurden im Nordirak ab. Nach einer am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage für das Hamburger Magazin «stern» sind 63 Prozent der Befragten gegen Waffenlieferungen, um die Kurden im Kampf gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat» zu unterstützen. 30 Prozent befürworten sie.

Vor allem Frauen sprechen sich mit 74 Prozent dagegen aus, bei den Männern sind es 51 Prozent.  mehr ...

20.08.2014 Gewalt in Gaza hat katastrophale Auswirkungen auf Kinder: Schon jetzt benötigen mehr als 370.000 Kinder psychosoziale Hilfe

„Den Waffenstillstand verlängern“

Berlin (Save the Children). Das Scheitern der Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern hat tragische Auswirkungen auf Kinder und Familien, warnt die Kinderrechtsorganisation Save the Children. Inzwischen benötigen mehr als 370.000 Kinder dringend psychologische Unterstützung. Die Zahl der Todesopfer dieses Konflikts ist bereits dramatisch hoch – mehr als 450 Kinder wurden in Gaza getötet, hunderttausende werden noch jahrelang unter den Erlebnissen leiden. Beide Seiten müssen sofort die Gespräche wieder aufnehmen, um humanitäre Hilfe möglich zu machen.  mehr ...

19.08.2014 Lassen sich aus den Brandanschlägen der letzten Wochen Bedeutungen für die muslimische Gemeinschaft ableiten? Überlegungen von Sulaiman Wilms

Bloße Empörung hilft hier nicht

(iz). Nach einer Brandstiftung durch Unbekannte auf eine Bielefelder Moscheegemeinde am 11. August kam es am Morgen vom 18. August zu einem weiteren Anschlagversuch auf eine andere Lokalität. Laut Berichten sollen sich ein oder mehrere unbekannte Täter in den Morgenstunden gewaltsam Zutritt zum Islamischen Kulturverein in der Herforder Straße verschafft haben, nachdem sie Überwachungskameras manipulierten. Im Inneren des Gebetsraumes stapelten sie mehrere Bücher, darunter auch Exemplare des Qur’an, aufeinander und setzten sie in Brand.  [ABO] mehr ...

18.08.2014 Deutschland liefert Ausrüstung

Kurden erobern Mossul-Damm im Irak

Trinkwasser für den Irak - ohne den Mossul-Staudamm geht da gar nichts. Nun haben die Kurden die größte Talsperre von den IS-Terroristen zurückerobert. In Deutschland streitet die Politik weiter über Waffenlieferungen in die Region.

Bagdad/Berlin (dpa). Mit massiver Unterstützung der US-Luftwaffe haben kurdische Einheiten im Nordirak einen wichtigen Erfolg gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) erzielt.  mehr ...

17.08.2014 Türkei will Bericht über deutsche Spionage prüfen

Gefährdung einer bewährten Freundschaft

Foto: photoblog.hibernia.de
Istanbul/Berlin (dpa). Die Türkei hat verhalten auf einen Medienbericht reagiert, wonach der deutsche Auslandsgeheimdienst BND seit Jahren den Nato-Verbündeten überwachen soll. Man nehme die Angaben des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» ernst und prüfe sie, sagte ein Sprecher der regierenden AKP-Partei am Sonntag. Der Bundesnachrichtendienst überwacht nach «Spiegel»-Informationen die Türkei schon seit Jahren. Demnach wurde der deutsche Nato-Partner im derzeit noch aktuellen «Auftragsprofil» der Bundesregierung aus dem Jahr 2009 als offizielles Aufklärungsziel geführt.  mehr ...

17.08.2014 Konfliktforscher warnt vor Waffenlieferungen an Kurden im Irak

Wer ist der Gute?

Berlin (KNA). Der Konfliktforscher Otfried Nassauer warnt vor einer weiteren militärischen Aufrüstung der Kurden im Nordirak, die im Nordirak gegen die Terrorgruppe IS kämpfen. In der Regel würden Konflikte durch Waffenlieferungen nicht nur weitergehen, sondern die Waffen später zu anderen Konflikten wandern, sagte Nassauer am Samstag im Deutschlandradio Kultur.

«Wir wollen da angeblich Frieden schaffen durch Waffenlieferungen, oder einer Bevölkerungsgruppe helfen, sich zu verteidigen.  mehr ...

17.08.2014 Eine aktuelle Khutba von Hafiz Malik del Pozo über destruktiven Zorn und was sich dagegen tun lässt

Dhikr ist das Gegenmittel

(iz). Es gibt mehr als 40 Ahadith [Berichte über Aussagen oder Handlungen des Propheten], in denen von Zorn die Rede ist. Er ist eine Eigenschaft, die der Prophet, Allahs Heil und Segen auf ihm, verboten hat, dass wir sie als Eigenschaft haben. In der letzten Khutba hörten wir eine Aussage über den Starken; dass der wirklich Starke der ist, der seinen Zorn beherrscht und nicht einer, der stark im Kampf ist. Der Kämpfer ist physisch stark und bezwingt seinen Gegenüber im Kampf oder im Wettstreit.  mehr ...

16.08.2014 Publizist Peter Scholl-Latour im Alter von 90 Jahren gestorben. Ein Nachruf von Joachim Heinz

Der Krisenfeste

Bonn (KNA). „Matata am Kongo“ – so hieß das erste Buch von Peter Scholl-Latour, das 1961 auf den Markt kam. 2012 brachte er mit „Die Welt aus den Fugen“ eines seiner letzten Veröffentlichungen heraus. Dazwischen liegen zig Titel etwa zu den Konflikten in Afrika, Asien oder Arabien, die den Ruf des deutsch-französischen Journalisten als einer der erfolgreichsten Sachbuchautoren hierzulande begründeten. Am Samstag ist der umtriebige Publizist im Alter von 90 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben.  mehr ...

15.08.2014 Berlin: Als Reaktion auf den mutmaßlichen Brandanschlag fanden sich bei dem heutigen Freitagsgebet mehr als 1.000 Menschen ein. Ein Bericht von Tarek Bärliner

„Wir müssen Vorbilder sein“

Berlin (iz). In der Nacht zum 12. August kam es zu einem Brand am Rohbau der Berliner Mevlana-Moschee im Stadtteil Kreuzberg. Seitdem begann für die Gemeinde in Kreuzberg ein Gezerre um Ursache und Tathergang. In der Presse hieß es zunächst weiträumig, die Baumaterialien hätten Feuer gefangen, von einem Brand in der Moschee war keine Rede.

Deutschlandweit löste das Ereignis Entsetzen aus und entfachte eine hitzige Debatte über den oftmals ignorierten antimuslimischen Hass in Europa.  mehr ...

15.08.2014 Berliner Moschee-Brand: Verdacht auf Brandstiftung erhärtet

Henkel ändert Einschätzung

Berlin (KNA). Das Feuer an der Mevlana-Moschee in Berlin-Kreuzberg könnte doch durch Brandstiftung entstanden sein. Wie die Berliner Polizei am Freitag meldete, stellte sie im Brandschutt Spuren einer brennbaren Flüssigkeit fest. Nun will sie prüfen, ob solche Flüssigkeiten vorsätzlich benutzt wurden oder durch einen technischen Defekt oder fahrlässige Handhabung in Brand gerieten. Die erforderlichen Ermittlungen würden beim Staatsschutz konzentriert. Bei dem Brand am Montag in einem Anbau der Moschee fand die Polizei zunächst keine Hinweise auf ein Verbrechen.  mehr ...
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Die dramatischen Ereignisse im Gazastreifen und in Palästina machten auch keinen Halt vor unserer neuen Printausgabe. In der Nummer 230 der Islamischen Zeitung beschäftigen wir uns auf mehreren Seiten mit Ursachen, Hintergründen, dem Völkerrecht und der Lage der Menschen in Gaza und in Palästina.
Wir konnten den emsigen bosnischen Imam Hafis Suleyman Bugari für ein Interview gewinnen, blicken in die Abgründe der IS-Herrschaft in Irak und Syrien, beschäftigen uns mit dem zeitlosen Werk von William Shakespeare, erinnern an die Rechte von Arbeitern im Islam und an die spirituelle Sehnsucht der Muslime.
Außerdem: Berufsaussichten für angehende muslimische Theologen, warum wir unsere Leben verschönern sollten, Rückblick auf bunten Ramadan in der Hauptstadt sowie vieles andere mehr.
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IZ erklärt Deutschland: Die Salaf
Egal, ob angezählte Ex-Boser oder ehema­lige Bonner Musterschüler, die in den Bergen Afghanistans ums Leben kommen, Der „Salafismus“ ist trotz der zahlenmäßig geringen Menge der Anhänger zum Synonym einer amorphen Bedrohung geworden. Diese neuzeitliche Ideologie, die lange unter Muslimen und unse­ren Gelehrten als „Wahhabismus“ [nach ihrem Begründer Ibn ‘Abdulwahhab] bezeichnet wurde, hat sich lange dieses Tarnbegriffs bedient, um der Klassifi­zierung als Sekte zu entgehen. Phänome­nologisch ähnelt sie den Khawaridsch. Zum Leidwesen der muslimischen Welt ist der „Salafismus“ in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Nicht nur, weil er ungenau ist, sondern mehr noch, weil die Generationen (die Salaf As-Salihin), auf die sich die ­Wahhabiten gerne beziehen, um sich deren Legitima­tion anzueignen, von allen praktizierenden Muslimen der Ahl As-Sunna wa’l-Dschama’a geachtet und geliebt werden. Wie bei anderen Begriffen muss man auch hier erst einmal der zeitgenössische Schutt der Missverständnisse weggeräumt werden, um verstehen zu können. Qadi ‘Ijad aus Ceuta, früherer andalusischer Gelehrter und Autor des monumen­talen „Kitab Asch-Schifa“ beschrieb den Charakter dieser Generation unter ande­rem wie folgt: „(…) Es wurde überliefert, dass es eine Gruppe der Salaf, oder besser alle von ihnen, verabscheute, über etwas zu diskutieren, welches nicht zu Handlungen führte. (…)“ Der Imam schließt an anderer Stelle mit dem Gebet: „Möge Allah unseren gottesfürchtigen Salaf barmherzig sein, die ihren Din beschützt haben!“
Zitat der Woche
«Zum dritten Mal in fünf Jahren hat die viertgrößte Militärmacht der Welt eine volle Attacke auf eines ihrer sozial am meisten benachteiligten Gebiete gestartet. Seit Israels Bombardement des Gazastreifens begann, vor etwas mehr als einer Woche, wurden über 200 Palästinenser getötet. Fast 80 Prozent der Opfer sind Zivilisten, mehr als 20 Prozent Kinder. Um die 1400 wurden verwundet und 1255 Palästinenser-Wohnungen zerstört. Bisher hat palästinensisches Feuer einen Israeli auf der anderen Seite der Grenze getötet, die das abgeschottete Gaza zum größten Freiluft-Gefängnis der Welt macht.

Aber statt einen Stopp zu fordern für Israels kollektive Bestrafung gegen ein Gebiet, das (von Israel) noch immer illegal okkupiert ist, geben die westlichen Mächte den Opfern die Schuld, weil sie sich verteidigen. Wenn die Hamas nicht Raketen aus Gaza abschießen würde, beharren sie, würde all das Blutvergießen enden.

(...) Die Vorstellung, dass Israel auf einen Raketenhagel antwortet, der aus dem schönen blauen Himmel kommt, bedarf eines romanartigen Rahmens, der über den Bereich der Fantasie hinausgeht. Tatsächlich ist der Raketenbeschuss aus Gaza seit dem vergangenen Angriff im Jahr 2012 auf sein niedrigstes Niveau seit zwölf Jahren gefallen.»

The Guardian, 17.07.2014
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Bild der Woche
Solidarität vor Ort BIELEFELD. Der turnusgemäße Sprecher des KRM und Vorsitzende des Islamrates für die Bundesrepublik, nimmt Moscheen in Bielefeld (Bild) und Berlin in Augenschein. Diese wurden durch mutmaßliche Brandanschläge angegriffen. (Foto: Twitter@KizilkayaAli
Buchtipp
Machen wir ein gedankliches Experiment: Würde heute jemand seine Begeisterung – und sei sie noch so verhalten – für die Monarchie äußern, würde er von den meisten erheblich weniger ernstgenommen als solche Zeitgenossen, die an UFOs oder die heilende Kraft von Steinen glauben. Wenn wir uns dem vorliegenden Erstlingswerk von Rasim Marz nähern, gilt es im Hinterkopf zu behalten, dass diese Form der Herrschaft durchaus eine legitime Ordnungsform sein kann beziehungsweise sich im Verlauf der Menschheitsgeschichte oft als segensreich erwiesen hat.
Der junge Autor hat kein leichtes Buch geschrieben. Es liegt schwer im Magen, was seine inhaltliche Qualität und seinen Wert nicht schmälert. Seine Chronik des „Osmanischen Reiches auf dem Weg nach Europa“ ist nicht die landesübliche Beschreibung eines unausweichlichen Niederganges, wie man sie von vielen Titeln zum Thema „Osmanen“ kennt. Am Ende ist es eben auch der Text eines Liebenden, der – jenseits von Verdammung oder blinder Verehrung – sich diesem faszinierenden Phänomen widmet.
Vielmehr beschreibt Rasim Marz das Zusammenspiel von innen- und außenpolitischen Faktoren, die zu einem Ende der osmanischen Herrschaft in Europa, Afrika und dem Nahen Osten geführt hatte. Unter den Folgen dieses Endes beziehungsweise den blutigen Konsequenzen der Abwesenheit des osmanischen Ordnungsprinzips im Nahen Osten und auf dem Balkan leiden die betroffenen Bevölkerungen auch heute noch. Ein Blick auf die jetzige Lage in Syrien sollte das ausreichend bestätigen. Es ist von Belang, dass Marz unter anderem auch auf die Verschuldungs- und Finanzierungsmechanismen verwies, die zu einem Abbröckeln des osmanischen Staatsgefüges geführt hatten. Die Endphase der osma­nischen Geschichte ist untrennbar mit der Entwicklung der Finanztechnik verbunden.
Auf Nachfrage beschrieb Rasim Marz seine Absicht und Motivation für das Buch: „Da es im deutschsprachigem Raum nur sehr wenig Fachliteratur zum Osmanischen Reich gab, wollte ich einen kleinen Beitrag dazu leisten und eine vorurteilsfreie Aufklärungsarbeit. In der ganzen Weltgeschichte gab es keine Herrscherfamilie, die ununterbrochen 36 männliche Monarchen für ein Großreich hervorbrachte und das in einem Zeitraum von über 600 Jahren. Dies ist mehr als bemerkenswert.“ Bisher seien die ersten Reaktionen auf das Buch „durchweg positiv“ gewesen“. „Der alternative Blick auf die Geschichte unseres Volkes hat auch vielen die Augen geöffnet.“

Marz, Rasim. Das Osmanische Reich auf dem Weg nach Europa. Neue osmanische Geschichtsschreibung: Books on Demand, Dezember 2013, Gebunden, 260 Seiten, ISBN 978-3732292738, Preis: EUR 29,99 (23,99 für Kindle)
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Nützliches Verzeichnis von Grundlagentexten zu Themen der islamischen Debatte. Nach Themen sortiert

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Geopolitische Analysen von Dawud Stewart Hurrell, einem der weltweit führenden muslimischen Experten

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Emran Feroz
Blog über Politik, Naher & Mittlerer Osten, Migration, Europa & die islamische Welt

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