Die innere Wüste
(iz). Wenn man sich die Frage nach Europa, dem Islam und dem Nihilismus neu stellt, dann ist dies für europäische Muslime nichts anderes als die eigene Frage als Gestalt. mehr ...
Hauptbild
RSS
RSS
3 Minuten
3 min.
Newsletter bestellen
Newsletter abbestellen
Unabhängiges Forum für Europa
Samstag, 31. Juli 2010

Alle IZ Verkaufsstellen in Deutschland
Wählen Sie aus unseren Kategorien:

 
  Erweiterte Suche

Wirtschaft und Recht
"Muslime & Globalisierung" - Pro: Das Bewusstsein um ökologische Fragen baut Brücken, wo Ideologien scheitern. Von Joseph Mayton
Partner bei globalen Fragen mehr
Kultur
Kommentar: Was lässt sich über die tödlichen Folgen des Duisburger Massenspektakels sagen? Ein Versuch von Malik Özkan
Die Parade mehr
Bildung
Europa: Sind neue Bauformen ein Weg zur Begegnung?
Mit oder ohne Kuppel mehr
Berlin
Großes Misstrauen gegenüber Regierung, Banken und Kirche
Regierung schneidet schlecht ab mehr
Interview
"IZ-Begegnung" mit der ehemaligen Sozialarbeiterin Tahira Gabriele Güldiken über ihre langjährigen Erfahrungen
"Zurück aufs Dorf" mehr
 
Registrieren   Passwort vergessen
 
 
Werbung
Bücher Studium:
Günstige Bücher für das Studium und die Ausbildung.

 
Werbung
 
Werbung
Sie sind hier: Home >> Berlin >> Den Frauen eine Stimme geben: Musliminnen gründen neues Aktionsbündnis. Von Gabriele Boos-Niazy

21.12.2009 Den Frauen eine Stimme geben: Musliminnen gründen neues Aktionsbündnis. Von Gabriele Boos-Niazy

Positives Potenzial bündeln

(PM/iz) In Deutschland leben nach neuesten Erkenntnissen ca. 4,3 Millionen Muslime, die Hälfte davon weiblich. Der überwiegende Teil der Muslime hat zwar einen Migrationshintergrund, aber der Islam kann inzwischen nicht mehr als eine Religion der Migranten bezeichnet werden. Die muslimischen Arbeitsmigranten organisierten sich in den 80er Jahren in Moscheegemeinden, um ihre Religion zu leben und ein Stück Heimat zu schaffen. Dies erfolgte zunächst überwiegend von Männern nach den damalig existierenden Bedürfnissen; erst später begannen Frauen - meinst in interkultureller Besetzung - Räume für sich zu schaffen. Damit schlossen sie bestehende soziale Lücken in den eigenen Reihen sowie der Mehrheitsgesellschaft und hofften über ihre Aktivitäten auch Gehör in Politik und Öffentlichkeit zu finden. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nur sehr unzureichend.
Werbung

Auf diesem Hintergrund kam im Jahr 2005 eine staatliche Initiative gerade Recht: das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend rief in Kooperation mit der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und der Muslimischen Akademie in Deutschland e.V. das Dialogforum muslimischer Frauen ins Leben. In regelmäßigen Treffen wurden gleichstellungs- sowie integrationspolitisch wichtige Themen diskutiert und es wurde darüber beraten, wie die gesellschaftliche Teilhabe von Musliminnen verbessern werden kann.

Im Dialogforum waren sowohl Vertreterinnen muslimischer Verbände (ZMD, DITIB, VIKZ, Islamrat,), Frauenbeauftragte der Schura Hamburg und Niedersachsen, als auch Initiatorinnen großer und kleiner eingetragener Vereine aus ganz Deutschland (zum Beispiel BFmF, ZIF, Forum unabhängiger Muslime, Buschra, Kompetenzzentrum muslimischer Frauen Rhein/Main, Bund alevitischer Frauen) präsent.

Da die Teilnehmerinnen im Dialogforum zwar eine große religiöse und nationale Bandbreite abdeckten, die Teilnehmerzahl jedoch begrenzt war, wurde erstmals 2006 eine Klausurtagung initiiert, an der eine größere Anzahl muslimischer Frauen aus dem ganzen Bundesgebiet teilnahm. Drei weitere Klausurtagungen in den darauf folgenden Jahren ließen dann die Pläne zu einem Aktionsbündnis mit klar umrissenen Zielen konkreter werden, und schließlich folgte im November dieses Jahres die Gründung eines eingetragenen, gemeinnützigen Vereins. Der gemischt-nationale Vorstand besteht aus sieben Frauen - zwei Juristinnen, vier Sozial- und Geisteswissenschaftlerinnen und einer Diplomökonomin. Einige haben Erfahrung in der Verbandsarbeit, andere in muslimischen Frauenvereinen, wieder andere haben sich bisher völlig ohne Anbindung betätigt.

Mitglied kann jede volljährige muslimische Frau werden, die die Ziele unseres Vereins unterstützt. Inscha Allah wird in Kürze unsere Webseite fertig sein, dann werden wir uns intensiv darum bemühen, neue Mitglieder zu gewinnen. Es geht uns dabei um eine breite Basis: Frauen jeden Alters, jeder Herkunft und aller islamischen Facetten sind willkommen, denn wir haben über alle Unterschiede hinweg gemeinsame Interessen, die bisher nicht ausreichend vertreten wurden. Um den Frauen unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Situation die Mitarbeit zu ermöglichen, verzichten wir auf Mitgliedsbeiträge. Die Gemeinnützigkeit gibt uns allerdings die Möglichkeit, Spenden anzunehmen und dafür entsprechende Belege auszustellen. Unsere Ziele sind: die Verbesserung der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe von Musliminnen, die Unterstützung muslimischer Frauen bei der Wahrnehmung ihrer Rechte, die Vernetzung der Kompetenzen muslimischer Frauen, ein Ansprechpartner für die Politik zu sein und die Interessenvertretung bei gleichstellungs- wie integrationspolitisch wichtigen Themen.

Zu Beginn unserer Arbeit stehen Kontakte mit gesellschaftspolitischen AkteurInnen im Vordergrund - ihnen wollen wir uns als kompetente Gesprächs­partnerinnen zur Verfügung stellen und unseren Vertretungsanspruch nahe bringen.

Wir wollen den muslimischen Frauen eine Stimme verleihen und sie sichtbar machen - nicht nur als Opfer exis­tierender gesellschaftlicher Vorurteile, sondern als aktive Frauen. Nur so ­können langfristig die bestehenden gesellschaftlichen Klischees verändert werden.

Frauen haben eine Schlüsselposition im Integrationsprozess. Wenn sie durch die Gesellschaft ausgegrenzt oder positiv angenommen werden, hat das Auswirkungen auf die Stimmung innerhalb der ganzen Familie und wirkt insbesondere auf die Kinder zurück. Wenn sich die Frauen lediglich als manövrierbares Objekt von gesellschaftlichen Akteuren fühlen, wird dies die positive Entwicklung einer ganzen Generation behindern.

Wir wollen den Frauen dabei helfen, ihr Potenzial, das sich häufig aus der „Kenntnis zweier Welten“ speist, positiv in die Gesellschaft einzubringen und hoffen, dass dies umgekehrt auch von der Gesellschaft anerkannt und genutzt wird.

Webseite: www.muslimische-frauen.de

Zum Video-Interview mit Gabriele Boos-Niazy und Ayten Kilicarslan vom Aktionsbündnis muslimischer Frauen:


http://www.islamische-zeitung.de/iztv.cgi?id=12760
Im IZ-Onlineshop finden Sie zu diesem Thema:
 

Kategorie: Englische Bücher
The Women of Madina

Muhammad ibn Sa’d Ta-Ha Publishers 336 Seiten

>> jetzt kaufen  
 
Produktbeschreibung

Auszug aus dem umfangreichen biografischen Werk von Ibn Sa'd über berühmte Persönlichkeiten aus den frühen Generationen der Muslime, insbesondere der Tabi'in und Tabi-Tabi'in. In diesem faszinierenden Band werden die Frauen des Propheten und andere berühmte Frauen aus der Zeit des Propheten und der nachfolgenden Generationen vorgestellt.

 


ARRM Nachname aus Ort schrieb am 22.12.2009
Salamualeykum,
wie genau der Verein oder das Bündnis heißt ist leider aus dem Artikel nicht zu entnehmen. Sehr gerne würdeich den Namen des Vereins und die der Website erfahren.
>Danke

Großes Misstrauen gegenüber Regierung, Banken und Kirche [19.07.2010]
Zentralrat der Muslime kritisiert Rückschritte bei Islamkonferenz [14.07.2010]
Ärzte-Organisation kritisiert Verbot der Spendenorganisation IHH [14.07.2010]
Hintergrund: Interne Auseinandersetzungen über das gestrige IHH-Verbot und die aktuelle Nahostpolitik [13.07.2010]
16.744 Schuhe vor dem Brandenburger Tor erinnern an Versagen der UN [12.07.2010]
Werbung
Header
Foot
IZ Abo
Druckfrische IZ einmal im Monat im Briefkasten!
jetzt abonieren
Spezial "Wie...?"
Wie gründe ich einen Verein? Wie kommt man an Halal-Fleisch? Wie kommt man am Arbeitsplatz zurecht? 19 Fragen auf 82 Seiten beantwortet.
IZ Online Abo
weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews voller Zugang zum Archiv >> bestellen
Aktuelle Ausgabe
Die kommende Printausgabe der IZ steht natürlich auch im Schatten des sich ankündigen Fastenmonats. Hierzu haben wir Texte aus den Bereichen religiöse Grundlagen, Islam im Alltag und Gesundheit. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Lage in Afghanistan, auch im Lichte der jüngsten Enthüllungen von Wikileaks. Des Weiteren: Interview mit der ehemaligen Sozialarbeiterin Tahira Gabriele Güldiken, Islam und Nihilismus, eine neue muslimische Initiative sowie eine interessante Kampagne von Muslimen in England.
Downloads für Online-Abonnenten
Hier finden Sie zusätzliche Informationen und Dokumente, die nur den Online-Abonnenten zur Verfügung stehen.
IZ erklärt Deutschland: Denunziation
Unter Denunziation (lat. denuntiare „absprechend berichten, Anzeige/Meldung machen“) versteht man die häufig anonyme Beschuldigung einer Person hinter deren Rücken durch jemanden, dessen Dienst- oder Rechtspflicht dies nicht ist. Im ethischen Sinn wird allgemein von Denunziation gesprochen, wenn in einem nicht freiheitlichen System Menschen bei staatlichen Vollzugsbehörden angezeigt werden, obwohl dem Anzeigenden klar sein muss, dass er sie damit der Gefahr der politisch motivierten Verfolgung aussetzt. Eine Denunziation unter Kindern oder Schülern wird umgangssprachlich als Petzen bezeichnet.
Bild der Woche
Forum für Gemeinschaft KÖLN. Trotz drückender Sommerhitze folgten Leser und Freunde der IZ unserer Einladung zum diesjährigen Grillfest.
© Islamische Zeitung   Impressum   Haftungsausschluss   Sitemap