Wie sieht der ideale Verband aus?
mehr ...
Hauptbild
RSS
RSS
3 Minuten
3 min.
Newsletter bestellen
Newsletter abbestellen
Unabhängiges Forum für Europa
Montag, 20. Mai 2013

Alle IZ Verkaufsstellen in Deutschland
Wählen Sie aus unseren Kategorien:

 
  Erweiterte Suche

Wirtschaft und Recht
Der anhaltende Kollaps der Finanzwelt hindert die EU an der bisherigen Projektion ihrer militärpolitischen Macht
Folgen der Krise mehr
Kultur
Teaser aus der kommenden IZ-Ausgabe – zum Jean-Paul-Festjahr 2013. Vorstellung eines deutschen Dichters von Muhsin Sebastian Hennig
„Alle Kinder sind Orientalen“ mehr
Bildung
Erstmals Islamischer Religionsunterricht an Hessens Grundschulen
Beginn in 27 Schulen mehr
Berlin
Berlin: Edathy sieht "beispielloses Versagen" deutscher Sicherheitsbehörden
Absicht? - "Das wird offen bleiben müssen" mehr
Interview
„IZ-Begegnung“ mit Parvez Asad Sheikh
„Echte Macht basiert auf irgendeiner anerkannten Legitimität“ mehr
 
Registrieren   Passwort vergessen
 
 
Werbung
Bücher Studium:
Günstige Bücher für das Studium und die Ausbildung.

 
Werbung
 
Werbung
Sie sind hier: Home >> Kultur >> Die Pfade der Islamkritik: Gibt es ­Schnittmengen zwischen Antideutschen und rechten Rassisten? Von Susann Witt-Stahl

25.02.2011 Die Pfade der Islamkritik: Gibt es ­Schnittmengen zwischen Antideutschen und rechten Rassisten? Von Susann Witt-Stahl

Die Verteidiger der Zivilisation

Sie grölen auf ihren Demonstrationen zynische Parolen, wie ­“Palästina, knie nieder! Die Siedler kommen wieder!“ oder „Wir tragen Gucci. Wir tragen Prada. Tod der Intifada!“ Aber nicht nur „bedingungslose Solidarität mit Israel“, westlicher Chauvinismus, eine ausgeprägte Upper-Class-Arroganz gegenüber den schlecht Gekleideten „da unten“ und eine schaurige Freude am Tanz auf den Gräbern der ausgemachten Feinde - Friedensaktivisten, Kapitalismuskritiker, vor allem von ihnen als „Barbaren“ titulierte Bewohner des Orients - sind signifikante Merkmale der so genannten Antideutschen.
Werbung

Seit rund 20 Jahren betreiben diese Exlinken, deren Ideologie aus Versatzstücken der Bush-Doktrin, Marx’ Kritik der politischen Ökonomie und Adornos Kritischer Theorie zusammengekleistert ist, auf rabiate Weise Geschichtsrevi­sionismus. Sie verkehren die Begriffe Emanzipation und Aufklärung in ihr ­Gegenteil und schrecken auch vor Kooperationen mit Rechtsextremisten nicht ­zurück.

Ehrbares Anliegen wurde entsorgt
„Abbruchunternehmen der Linken“ wollen sie sein, formulierte einer ihrer prominenten Wortführer und Kopf ­ihres Zentralorgans „Bahamas“, Justus Wertmüller, vor einigen Jahren die Agenda der „Antideutschen“. Wenigstens einmal eine ehrliche Aussage. Ihr Name hingegen führt völlig in die Irre: Waren sie, damals noch Kommunisten, Anfang der 1990er Jahre aus Angst, nach der Auflö­sung der DDR könnte ein „Viertes Reich“ entstehen und Deutschland ­seine Großmachtbestrebungen wiederbeleben, mit einem ehrbaren Anliegen, der Bekämpfung des deutschen Nationalismus, angetreten - inzwischen haben sie es weitgehend entsorgt.

Der auf ihren Demonstrationen und sonstigen Events performte „Hass auf Deutschland“ ist längst zum leeren ­Ritual heruntergeleierter und von Vernichtungsphantasien ge­tragener Parolen, wie „Von der Saar bis an die Neiße: ­Bomben drauf und weg die Scheiße!“, verkommen. Damit kann gerade einmal das sehr junge Fußvolk bei der Israelfahnen-­Stange gehalten werden.

Zivilisationsverteidiger
Bereits 2006 hatte Justus Wertmüller in seiner Rede auf einer Kundgebung gegen Ahmadinedschad in Frankfurt, bei der er gemeinsam mit dem damaligen CSU-Innenminister Günter Beckstein auftrat, deutsche Fahnen schwenkende christliche Fundamentalisten und andere Rechte als „verbindliche Freunde ­Israels“ gelobt. Und er bot der Bundesregierung generös an, es dürften „in einem Meer von israelischen“ ruhig auch ein paar schwarz-rot-goldene Banner wehen. Seine Bedingung: Deutschland müsse, wie Wertmüller forderte, bloß endlich zur „Verteidigung der Zivilisation“, die es „nur an der Seite Israels gibt“, entschließen und dafür notfalls auch seine „militärischen Ressourcen ausschöpfen“, um das Atomprogramm des Iran zu stoppen.

Alte Nazi-Mythen
Integrale Bestandteile der neoimperialistischen Matrix der „antideutschen“ Ideologie ist die synonyme Verwendung der Begriffe Antisemitismus und Antizionismus. Das Gros ihrer Anhänger stimmt dem von ihrer Freiburger Denkfabrik Initiative Sozialistisches Forum formulierten Dogma „Jede Kritik am Staat Israel ist antisemitisch“ zu. Es vergleicht die gegenwärtige Situation der jüdischen Bevölkerung Israels mit der der europäischen Ghetto-Juden vor der Shoah, Ahmadinedschad und die Hamas mit der SS und prangert die Politik des Westens gegenüber dem Iran und den Palästinensern als „Appeasement“ an. Die meisten meinen, so beispielsweise der „antideutsche“ Arbeitskreis Antifa der Universität Gießen, Nationalsozialismus und Sozialismus „sind Fleisch vom selben Fleisch“. Und mit der Behauptung, Hitlers „Volksgemeinschaft“ sei eine klassenlose Gesellschaft gewesen, verbreiten sie die alten Nazi-Mythen weiter. Vor allem eint die „Antideutschen“ die Neigung, wie der Soziologe Gerhard Hanloser diagnostiziert, zur „rituellen Hinrichtung“ der von ihnen als Allzweckwaffe missbrauchten Kritischen Theorie. Ein Beispiel: Der wissenschaftliche Mitarbeiter der kriegstreiberischen Kampagne Stop the Bomb!, ­ Stephan Grigat, fordert, der von Theodor W. Adorno formulierte „neue kategorische Imperativ“, seit 1945 sei unser „Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts Ähnliches geschehe“, müsse als „zionistischer kategorischer Imperativ“ durch den Staat Israel exekutiert werden. Das bedeutet, Adornos Imperativ würde seines durch und durch universalistischen Wesens entschlagen werden, indem er nationalisiert, partikularisiert (unter anderem werden Muslime ausgeschlossen) und ­somit seines zutiefst humanen, emanzipatorischen Anliegens beraubt wird.

Partyzionisten
Aber die „Antideutschen“ sind keine homogene Glaubensgemeinschaft. An ihrem linken Rand findet sich die größte Gruppe der sich vorwiegend aus dem Milieu der autonomen Antifas rekrutierenden „Softantideutschen“. Diese oftmals lifestyleorientierten „Partyzionisten“ tummeln sich mit Israel und sein Militär fetischisierender Sprücheklopferei unter bizarren Namen wie Group Merkava Winsen im Internet und atmen die „Jungle World“ ein: Eine zur Hälfte linke und zur anderen neoliberale Wochenzeitung, die die „antideutsche“ Ideologie populär vereinfacht und ihre reaktionären Inhalte (sub)kulturindustriell verbrämt. Ihre vorwiegend studentische Klientel verschanzt sich häufig hinter dem Begriff „Antinationale“, weil sie an der Bekämpfung von Neonazis und einigen ihnen nützlichen linken Restbeständen, beispielsweise dem Protest gegen Studiengebühren, festhalten will.

Die Bahamas-Redaktion
Unbefangener agieren Gruppen, die die reine Lehre predigen und mit ­geschichtsklitternden Slogans, wie „Der Deutschen Linken und anderen Nazis das Existenzrecht entziehen!“ (Antideutsche Assoziation Dresden), hausieren gehen. Schon gar nicht machen die Mitglieder der Bahamas-Redaktion aus ihren Herzen eine Mördergrube. Sie haben den Begriff „antideutsch“ Anfang 2009 als Bezeichnung für ihre Ideologie zurückgewiesen: „Was einmal antideutsch geheißen hat, taucht heute als Apologie für das irgendwie widerständige Tun migrantischer Schlägerbanden, als Angriff auf den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr oder als vom Sozialneid erfülltes Ressentiment gegen deutsche Frührentner, die sich auf Mallorca nieder­gelassen haben, wieder auf“, heißt es in der Distanzierung der „Bahamas“ von all jenen „Antideutschen“, die ­immer noch nicht verstanden haben: „Antifa heißt Luftangriff.“

English Defence League
Die Bahamisten sind längst unterwegs zu neurechten Ufern und bekunden ihre Zuneigung für die bevorzugt Muslime schlagende Verbindung English Defence League (EDL): Eine aus Netzwerken von Fascho-Hooligans und der British National Party entstandene militante Bewegung, deren Mitglieder sich als Wahrer der westlichen Zivilisation auserkoren fühlen und auf ihren Demonstrationen das Sankt-Georgs-Kreuz, das Symbol der Kreuzzüge, vorantragen. Sie bepöbeln Linke als „Coward Commie ­Bastards“, arabische und afrikanische Einwanderer als „Jihads“ und „Niggers“. ­Einige ihrer Anhänger zeigen gern mal den Hitler-Gruß - andere lieber Israelfahnen. Unlängst lud die EDL, die mittlerweile eine „Jewish Division“ unterhält, als Gast-Redner den Tea-Party-Aktivisten Nachum Shifren ein - laut ­Jewish Chronicle der ehemalige Fahrer des Grün­ders der rechtsextremistischen ­Terrororganisation Kach, Meir Kahane. Während sich die meisten jüdischen Organisationen von der EDL distanziert haben, wirbt die „Bahamas“ um Verständnis: Die EDL handele schließlich „im Geiste ­Winston Churchills“. Dass die britische Antifa diese „Patrioten“ unter anderem als „Hetzer“ bezeich­net habe, sei „einfach nur böswillig“.

Stephan Grigat und die FPÖ
Zwar steht die Mehrheit der „Antideutschen“ den Neocons weitaus näher als dem rechtsextremen Lager. Aber wenn es gegen „linke Antisemiten“ (Israel-Kritiker) und Muslime geht, hilft man sich gern mal gegenseitig aus. So sprechen Vertreter des „antideutschen“ Bündnis gegen Hamburger Unzumutbarkeiten gern ausführliche Stellungnahmen in die Ka­mera des im Milieu des rechtspopulis­tischen und rassistischen Blogs Political­ly Incorrect (PI) angesiedelten Kieler Filmemachers Plaass, der PI nicht nur mit Bildmaterial beliefert, sondern auch regelmäßig in Leserbriefen Stimmung gegen die Bevölkerung aus dem „tuerk-arab mohamedanischen Kulturkreis“ macht. Und Stephan Grigat, der findet, der neue Faschismus sei ein Import aus den arabischen Ländern, ­Israel sei „zu liberal“ und sollte ein Knesset-Verbot für „islamistische arabische Israelis“ verhängen, trat im vergangenen Jahr beim Wiener Akademikerbund (WAB) auf - einer ultrarechten FPÖ-nahen Organisation, die in Österreich mit ihrer aggressiven Fremdenfeindlichkeit immer wieder für Schlagzeilen sorgt, weil sie Angst vor der „Gefahr Islam“ schürt und sich neuerdings auch für die Aufhe­bung des NS-Verbotsgesetzes einsetzt. „In anderen Ländern existieren immerhin Vorfeldorganisationen konservativer Parteien, mit denen eine Diskussion durchaus lohnt“, so Grigats aufschlussreiche ­Begründung für seinen Auftritt. „Und man zwingt sich ja auch immer wieder, einer von Ressentiments gegen Israel ­geprägten Linken mit Argumenten zu begegnen.“ Nachdem sein Schlenker nach rechts außen aufgeflogen und öffent­lich gemacht worden war, ­erklärte ­Grigat zehn Monate (!) später, er habe bei ­seiner Zusage an den WAB doch ­keine Ahnung gehabt, dass er für „lupenreine Geschichtsrevisionisten, Antisemiten, Nationalisten und Rassisten“ referieren würde - honni soit qui mal y pense.

Auch die Rosa Luxemburg Stiftung…
Der linke Flügel der „antideutschen“ Bewegung schweigt zu diesen Auswüch­sen. Zur Rede gestellt, betonen ihre Vertreter ihre angebliche Distanz zu den Bahamisten. In Wahrheit sind unzählige Blogs des linken Lagers mit Wertmüllers und anderen rechten Organen, wie beispielsweise Lizas Welt und Prodomo, verlinkt. Der Hamburger LAK Shalom der Linksjugend rief mit ihnen nach dem Angriff der israelischen Marine auf die Free-Gaza-Flotte sogar zu einer Demons­tration gegen die eigene Partei auf. ­Titel: „Gegen das Bündnis der Kriegstreiber von Linkspartei und Hamas.“ Bahamas-Schreiberlinge - darunter Philipp Lenhard, Thomas Becker, Tjark Kunstreich - werden von linken „antideutschen“ ­Medien wie „Jungle World“, „Phase 2“ oder „Konkret“ hofiert. Der Rosa Luxemburg Stiftung, dem Think Tank der LINKEN, sind „Antideutsche“, die politisch hart Steuerbord segeln, als Stipendiaten oder Referenten willkommen. Wenn die Grigats, Osten-Sackens und wie sie alle heißen dort gerade nicht enga­giert sind, dann sind sie in neokonser­va­tiven Medien, wie auf Henryk M. Broders „Achse des Guten“ oder in der „Welt“, unterwegs. Und auch die Medien der goldenen neoliberalen Mitte, „Spiegel“, „Tagesspiegel“, „Wiener Zeitung“, bereiten den „Antideutschen“ einen zunehmend herzlichen Ideologie-Empfang.

Kein Wunder: „Freihandelshausierburschen“ (so nannte Karl Marx einst die Propagandisten des Kapitalismus) wie die „Antideutschen“ mit ihrem blanken Hass auf die antikapitalistische Linke und den von ihnen unter anderem als „Ummasozialismus“ betitelten Islam sind heute objektiv omnidirektional einsetzbare Hilfstruppen: Ebenso für die Durchsetzung schwarz-gelber Sparpakete wie für die (deutsche) Rüstungsindustrie, ihren Karl-Theodor zu Guttenberg und ihre ehrgeizigen Pläne, noch viel mehr Handelswege freizuschießen - oder eben auch für die rechtspopulistische Pro-Bewegung und ihre sich derzeit europaweit formierenden militanten Ableger, die sogenannten Defence Leagues.

Machiavelli statt Marx
Die - von den meisten nicht intendierten, aber sich häufenden - Schulterschlüsse der „Antideutschen“ mit Rechten sind unweigerlich eine Konsequenz der inneren Logik ihrer Ideologie. Wer vorgibt, eine Wiederholung von Auschwitz durch neoimperialistische Machtentfaltung, Marktradikalismus, Kulturkampf, die Verherrlichung des Militärs der westlichen Welt und seiner Waffengewalt ausschließen zu können, hat Marx gegen Machiavelli eingetauscht. Wer Juden zwangszionisieren will und jene, die sich weigern, mit Kampfbegriffen wie „selbsthassende Juden“, „Antisemiten“ und „Verräter“ beleidigt, wird in den Armen von Daniela Weiss, Geert Wilders oder noch viel schlimmeren Gesellen aufwachen - wenn er aufwacht. Wer, wie die „Antideutschen“ es tun, den Antisemitismusbegriff bis zur Unkenntlichkeit inflationiert und damit die nach wie vor notwendigen Antisemitismuskritik ihrer Wirkmacht beraubt und die Opfergeschichte des jüdischen Kollektivs schamlos für die Legitimierung von Mord und Totschlag ausbeutet, hat auch nichts anderes verdient.

Der Beitrag ist gedruckt erschienen in „Der ­Semit“, 2. Jahrgang Nr. 6, Dezember/Januar 2011

Teaser aus der kommenden IZ-Ausgabe – zum Jean-Paul-Festjahr 2013. Vorstellung eines deutschen Dichters von Muhsin Sebastian Hennig [08.05.2013]
Vom schwierigen Versuch, in dürftiger Zeit über die Freiheit zu schreiben. Ein Beitrag von Sulaiman Wilms [06.05.2013]
Dresdner Sinfoniker: Konzertreise nach Israel und ins Westjordanland [02.05.2013]
Riza Savas’ umfassende Studie „Die Frau zur Zeit des Propheten Mohammed“ liegt endlich auf Deusch vor. Von Laila Massoudi und Massouda Khan [30.04.2013]
Passend zum Wagner-Jahr: Muhsin Hennig über Christoph Thielemann „Mein Leben mit Wagner“ und die umfassende Edition von Marek Janowski [15.04.2013]
Dafür zahl' ich
gefällt Ihnen die Arbeit der IZ? Dann freuen wir uns über Ihre finanzielle Unterstützung:
oder

per Überweisung
Werbung
Werbung
IZ Abo
Druckfrische IZ einmal im Monat im Briefkasten!
jetzt abonieren
Spezial "Wie...?"
Wie gründe ich einen Verein? Wie kommt man an Halal-Fleisch? Wie kommt man am Arbeitsplatz zurecht? 19 Fragen auf 82 Seiten beantwortet.
IZ Online Abo
weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews voller Zugang zum Archiv >> bestellen
Aktuelle Ausgabe
In der Mai-Ausgabe der Islamischen Zeitung (Nr. 215) beschäftigen wir uns mit den Schwerpunkten „Muslimische Frau“ und dem Bürgerkrieg in Syrien. Parvez Asad Sheikh beschreibt in einem Interview die Grundzüge der Geopolitik, wir gehen mit der IZ-Redaktion auf die Umra (kleine Pilgerreise) und denken über das Wesen der Freiheit nach. Außerdem: Beten während der Freitagsansprache, Großzügigkeit, Verfassungsschutz und der „Salafismus“, eine neue Moschee für Hamburg, eine Replik von Avni Altiner sowie die neue CD des Berliner Rappers Musa.
Downloads für Online-Abonnenten
Hier finden Sie zusätzliche Informationen und Dokumente, die nur den Online-Abonnenten zur Verfügung stehen.
IZ erklärt Deutschland: Die Salaf
Egal, ob angezählte Ex-Boser oder ehema­lige Bonner Musterschüler, die in den Bergen Afghanistans ums Leben kommen, Der „Salafismus“ ist trotz der zahlenmäßig geringen Menge der Anhänger zum Synonym einer amorphen Bedrohung geworden. Diese neuzeitliche Ideologie, die lange unter Muslimen und unse­ren Gelehrten als „Wahhabismus“ [nach ihrem Begründer Ibn ‘Abdulwahhab] bezeichnet wurde, hat sich lange dieses Tarnbegriffs bedient, um der Klassifi­zierung als Sekte zu entgehen. Phänome­nologisch ähnelt sie den Khawaridsch. Zum Leidwesen der muslimischen Welt ist der „Salafismus“ in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Nicht nur, weil er ungenau ist, sondern mehr noch, weil die Generationen (die Salaf As-Salihin), auf die sich die ­Wahhabiten gerne beziehen, um sich deren Legitima­tion anzueignen, von allen praktizierenden Muslimen der Ahl As-Sunna wa’l-Dschama’a geachtet und geliebt werden. Wie bei anderen Begriffen muss man auch hier erst einmal der zeitgenössische Schutt der Missverständnisse weggeräumt werden, um verstehen zu können. Qadi ‘Ijad aus Ceuta, früherer andalusischer Gelehrter und Autor des monumen­talen „Kitab Asch-Schifa“ beschrieb den Charakter dieser Generation unter ande­rem wie folgt: „(…) Es wurde überliefert, dass es eine Gruppe der Salaf, oder besser alle von ihnen, verabscheute, über etwas zu diskutieren, welches nicht zu Handlungen führte. (…)“ Der Imam schließt an anderer Stelle mit dem Gebet: „Möge Allah unseren gottesfürchtigen Salaf barmherzig sein, die ihren Din beschützt haben!“
Bild der Woche
"Neues Wir-Gefühl" BERLIN. Gauck wirbt für respektvollen Dialog zwischen den Religionen. JIK besucht Bundespräsidenten (Foto: Dirk Enters).
© Islamische Zeitung   Impressum   Haftungsausschluss   Sitemap