Wie sieht der ideale Verband aus?
mehr ...
Hauptbild
RSS
RSS
3 Minuten
3 min.
Newsletter bestellen
Newsletter abbestellen
Unabhängiges Forum für Europa
Dienstag, 21. Mai 2013

Alle IZ Verkaufsstellen in Deutschland
Wählen Sie aus unseren Kategorien:

 
  Erweiterte Suche

Wirtschaft und Recht
Der anhaltende Kollaps der Finanzwelt hindert die EU an der bisherigen Projektion ihrer militärpolitischen Macht
Folgen der Krise mehr
Kultur
Teaser aus der kommenden IZ-Ausgabe – zum Jean-Paul-Festjahr 2013. Vorstellung eines deutschen Dichters von Muhsin Sebastian Hennig
„Alle Kinder sind Orientalen“ mehr
Bildung
Erstmals Islamischer Religionsunterricht an Hessens Grundschulen
Beginn in 27 Schulen mehr
Berlin
Berlin: Edathy sieht "beispielloses Versagen" deutscher Sicherheitsbehörden
Absicht? - "Das wird offen bleiben müssen" mehr
Interview
„IZ-Begegnung“ mit Parvez Asad Sheikh
„Echte Macht basiert auf irgendeiner anerkannten Legitimität“ mehr
 
Registrieren   Passwort vergessen
 
 
Werbung
Bücher Studium:
Günstige Bücher für das Studium und die Ausbildung.

 
Werbung
 
Werbung
Sie sind hier: Home >> >> Tagung zum Thema Potential und Ausgrenzung von Musliminnen in der Arbeitswelt. Von Tasnim El-Naggar, Berlin

29.07.2011 Tagung zum Thema Potential und Ausgrenzung von Musliminnen in der Arbeitswelt. Von Tasnim El-Naggar, Berlin

Musliminnen an die Arbeit!

(iz). Am 4. Juli 2011 fand in Düsseldorf die Tagung „Musliminnen in der Arbeitswelt - zwischen Potential und Ausgrenzung“, veranstaltet vom ADB/Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V., dem Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e.V aus Köln und dem Anti-Rassismus Informations-Centrum aus Duisburg, statt.
Werbung

Grund für diese Tagung ist die Tatsache, dass nicht nur im öffentlichen Bereich wie in der Schule, sondern auch im privaten Bereich Frauen mit Migrationshintergrund - insbesondere die, die ein Kopftuch tragen - maßgeblich diskriminiert werden. Auch wenn sie für den Arbeitsplatz, für den sie sich bewerben, geeignet sind, werden sie häufig auf Grund ihrer äußeren Erscheinung, gekoppelt an die Religion, nicht eingestellt. Dies bemängelte Zülfiye Kaykin, Staatssekretärin für Integration des Landes NRW, bei der offiziellen Eröffnung der Tagung. Auf verschiedene Art und Weise wurde anschließend genau dieses Thema bearbeitet, etwa durch den Vortrag von Yasemin Shooman vom Zentrum für Antisemitismus-Forschung in Berlin, die detailliert auf die Darstellung der muslimischen Frau in den deutschen Medien einging. Deutlich wurde dadurch, dass Muslime insgesamt und insbesondere muslimische Frauen tendenziell als „das Andere“ schlechthin sowie als unterdrückt, untergeben und ungebildet dargestellt würden, was der Realität keinesfalls gerecht werde, Ängste und Vorbehalte in der Bevölkerung und auch unter Arbeitsgebern jedoch erheblich schüre.

Anschließend erhielt Mario Peucker von der Universität Melbourne das Wort, der sich mit der Situation von Musliminnen in der Arbeitswelt in Deutschland aus wissenschaftlicher Perspektive auseinandersetzte. Sein nüchternes Fazit lautete entsprechend der zuvor angeklungenen Vermutung: Muslimische Frauen am Arbeitsplatz werden häufig diskriminiert, und dies wird durch die gesellschaftlichen Diskurse aufrechterhalten und sogar legitimiert. Verschiedene Argumente werden dafür herangezogen, wie eine praktische Analyse von betroffenen Frauen verdeutlichte: der potentielle Arbeitgeber räumt zum Beispiel ein, ein Kopftuch würde die Kunden abschrecken oder unterstellt, manchmal auch unbewusst, der Bewerberin eine geringere Qualifikation für die Arbeitsstelle als einer Frau mit gleicher Qualifikation, aber ohne Kopftuch. Daneben findet außerdem strukturelle Diskriminierung statt, etwa durch das Kopftuchverbot von muslimischen Frauen, die als Lehrerinnern arbeiten möchten, oder von solchen, die sich bei christlichen sozialen Diensten bewerben und dann mit Verweis auf die „falsche“ Religionszugehörigkeit abgelehnt werden.

In verschiedenen Arbeitsgruppen wurden diese kritischen Befunde noch vertieft. Hier ging es um mediale Diskurse im Rahmen des antimuslimischen Rassismus (Nina Mühe), um eigene Erfahrungen von Musliminnen in der Arbeitswelt (Erica Theißen) und um den Diskriminierungsschutz auf juristischer Ebene (Dr. Dorothee Frings), und da vor allem um das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und seine Potentiale und Grenzen. Bei der Diskussion um das Kopftuchverbot für Lehrerinnen etwa wurde zum einen die Hoffnung geäußert, dass dieses bald wegen seiner Unrechtmäßigkeit und seiner mangelnden juristischen Legitimität - Religionsfreiheit und das AGG spreche für die Erlaubnis des Kopftuches - abgeschafft werden, zum anderen sprachen sich aber auch einige Teilnehmer für die Aufrechterhaltung des Verbots aus. Die rege Diskussion in den AGs wurde durch die kurze Vorstellung der Ergebnisse der verschiedenen Arbeitsgruppen im Plenum weiter vertieft.

Abschlusspunkt war die Podiumsdiskussion mit Arif Ünal (Integrationspolitischer Sprecher der Grünen in NRW), Dr. Dorothee Frings (Juristin), Esma May (deutsch-türkisches Forum der CDU), Dieter Heesemann (Rat der Religionen Frankfurt), Bernhard von Grünberg (Integrationspolitischer Sprecher der SPD), Daniel Weber (DGB-Bildungswerk) und Gabriele Boos-Niazy (Aktionsbündnis muslimischer Frauen). Hier wurde deutlich, dass sich Nichtmuslime ebenso für die Rechte muslimischer Frauen stark machen können, wie es muslimische Vertreter bisweilen nicht tun. So sprach sich Dr. Frings etwa für die stärkere Beachtung des Gleichbehandlungsgesetzes aus, was neue Möglichkeiten für kopftuchtragende Frauen offenlegen kann, ebenso wie sich Daniel Weber klar gegen Diskriminierung am Arbeitsmarkt aussprach.

Esma May dagegen - selbst Muslimin - sah für eine Änderung der derzeitigen Gesetzeslage ebenso wie für die Öffnung der Politik für Musliminnen in Form einer stärkeren Interessenvertretung dieses Klientels keinen Anlass. Auch wenn hier leichte Kontroversen zu spüren waren, wurde doch recht schnell deutlich, dass an dieser Tagung mehrheitlich Menschen teilgenommen haben, die sich für die Abschaffung von Diskriminierung (muslimischer Frauen) am Arbeitsplatz einsetzen. Auch wenn dies, wie eine Teilnehmerin anmerkte, vermutlich nicht die Mehrheit der deutschen Bevölkerung widerspiegelt, die dem Kopftuch gegenüber doch meist sehr negativ eingestellt ist, so hat es doch gut getan einmal aus der als Muslimin gewohnten Rechtfertigungsposition herauszukommen und mit anderen sozial und politisch aktiven Menschen konstruktiv und vielversprechend das Thema Diskriminierung und antimuslimischer Rassismus zu diskutieren - neue Hoffnung auf Änderung der derzeitigen Lage konnte geschöpft, neue Ideen für Aktivitäten konnten gesammelt und ausgetauscht werden.

Film: Murat Kurnaz und das Leiden in Guantánamo [16.05.2013]
Hintergrund zur Pakistanwahl: Imran Khan ist für viele Menschen der einzige Ausweg aus einer verfahrenen Lage. Von Mohammed Dockrat [13.05.2013]
Malische Vertriebene kehren nur zögerlich in den Norden zurück. Von Katrin Gänsler [13.05.2013]
Birma: Mönche mit Schlagstöcken - Behörden schauen zu [12.05.2013]
Imran Khan wird zum politischen Machtfaktor [12.05.2013]
Dafür zahl' ich
gefällt Ihnen die Arbeit der IZ? Dann freuen wir uns über Ihre finanzielle Unterstützung:
oder

per Überweisung
Werbung
Werbung
IZ Abo
Druckfrische IZ einmal im Monat im Briefkasten!
jetzt abonieren
Spezial "Wie...?"
Wie gründe ich einen Verein? Wie kommt man an Halal-Fleisch? Wie kommt man am Arbeitsplatz zurecht? 19 Fragen auf 82 Seiten beantwortet.
IZ Online Abo
weitere Hintergrundbeiträge, Analysen und Interviews voller Zugang zum Archiv >> bestellen
Aktuelle Ausgabe
In der Mai-Ausgabe der Islamischen Zeitung (Nr. 215) beschäftigen wir uns mit den Schwerpunkten „Muslimische Frau“ und dem Bürgerkrieg in Syrien. Parvez Asad Sheikh beschreibt in einem Interview die Grundzüge der Geopolitik, wir gehen mit der IZ-Redaktion auf die Umra (kleine Pilgerreise) und denken über das Wesen der Freiheit nach. Außerdem: Beten während der Freitagsansprache, Großzügigkeit, Verfassungsschutz und der „Salafismus“, eine neue Moschee für Hamburg, eine Replik von Avni Altiner sowie die neue CD des Berliner Rappers Musa.
Downloads für Online-Abonnenten
Hier finden Sie zusätzliche Informationen und Dokumente, die nur den Online-Abonnenten zur Verfügung stehen.
IZ erklärt Deutschland: Die Salaf
Egal, ob angezählte Ex-Boser oder ehema­lige Bonner Musterschüler, die in den Bergen Afghanistans ums Leben kommen, Der „Salafismus“ ist trotz der zahlenmäßig geringen Menge der Anhänger zum Synonym einer amorphen Bedrohung geworden. Diese neuzeitliche Ideologie, die lange unter Muslimen und unse­ren Gelehrten als „Wahhabismus“ [nach ihrem Begründer Ibn ‘Abdulwahhab] bezeichnet wurde, hat sich lange dieses Tarnbegriffs bedient, um der Klassifi­zierung als Sekte zu entgehen. Phänome­nologisch ähnelt sie den Khawaridsch. Zum Leidwesen der muslimischen Welt ist der „Salafismus“ in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Nicht nur, weil er ungenau ist, sondern mehr noch, weil die Generationen (die Salaf As-Salihin), auf die sich die ­Wahhabiten gerne beziehen, um sich deren Legitima­tion anzueignen, von allen praktizierenden Muslimen der Ahl As-Sunna wa’l-Dschama’a geachtet und geliebt werden. Wie bei anderen Begriffen muss man auch hier erst einmal der zeitgenössische Schutt der Missverständnisse weggeräumt werden, um verstehen zu können. Qadi ‘Ijad aus Ceuta, früherer andalusischer Gelehrter und Autor des monumen­talen „Kitab Asch-Schifa“ beschrieb den Charakter dieser Generation unter ande­rem wie folgt: „(…) Es wurde überliefert, dass es eine Gruppe der Salaf, oder besser alle von ihnen, verabscheute, über etwas zu diskutieren, welches nicht zu Handlungen führte. (…)“ Der Imam schließt an anderer Stelle mit dem Gebet: „Möge Allah unseren gottesfürchtigen Salaf barmherzig sein, die ihren Din beschützt haben!“
Bild der Woche
"Neues Wir-Gefühl" BERLIN. Gauck wirbt für respektvollen Dialog zwischen den Religionen. JIK besucht Bundespräsidenten (Foto: Dirk Enters).
© Islamische Zeitung   Impressum   Haftungsausschluss   Sitemap