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28.01.2009 Aus der Reihe "Bekannte Muslime"
Dieses Mal: Malcolm X
(iz). Wie kommen heute Jugendliche aus aller Welt, Hip-Hopper, Aktivisten etc. dazu, Malcolm X neben anderen als Idol zu verehren? Ein Blick auf die jüngere Geschichte der USA mag dies erklären helfen: Es kam seit 1945 in den USA zu einem verstärkten Zuzug von Schwarzen in die Städte. Amerika, Supermacht und „Befrieder der Welt“, stand vor dem großen Sturm zuhause. Die Ghettos schwollen an. Und 1954 erklärte der Oberste Gerichtshof auf Antrag der NAACP unter W.E.B. Du Bois die Rassentrennung für verfassungswidrig. Es kam in dieser Zeit auch zum Aufschwung der rassistischen „Black Muslims“ des Elijah Muhammed. Die „Nation of Islam“ war 1930 von Wallace D. Fard gegründet worden. 1934 übergab er die Führung an Elijah Poole, der sich als „Prophet Allahs“ bezeichnete und den Namen Elijah Muhammad annahm. Seine Anhänger nannten ihn auch den „Gesandten“ und sprechen von ihm noch immer als „most honorable Elijah Muhammad“. Ende der 50er Jahre war Malcolm X zu ihrem bekanntesten Agitator geworden.
Malcolm X interessierte sich allerdings zunehmend für die politische Sprengkraft der anwachsenden Bürgerrechtsbewegung. Dies war eine der Ursachen für die Spannungen zwischen ihm und Elijah Muhammad. Als die Polizei von Los Angeles 1962 sieben unbewaffnete Schwarze erschoss, begann er, die Schwarzen dazu zu ermuntern, auf die Straßen zu gehen. Elijah Muhammad untersagte ihm dies jedoch. Im selben Jahr lud die „Nation“ die Amerikanische Nazi Partei ein, um eine geographische Aufteilung der USA in „schwarze“ und „weiße“ Gebiete auszuhandeln. Als Malcolm das strikte Verbot Elijah Muhammads, sich als Mitglied der „Nation“ öffentlich zum Kennedy-Mord zu äußern, missachtete, wurde er 1964 aus der „Nation of Islam“ verstoßen. Malcolm X gründete die Muslim Mosque Inc. für alle, die die „Nation“ ebenfalls verlassen wollten. Im letzten Jahr seines Lebens unternahm Malcolm verschiedene Besuche Afrikas, des mittleren Ostens, sowie seine Pilgerreise nach Mekka, wo er dem universellen Geist des Islam begegnete. Pilger aller Rassen beteten friedlich nebeneinander, blauäugige Blonde neben schwarzhäutigen Afrikanern. Malcolms Sicht der Weißen veränderte sich. „Ich habe gesehen, dass nicht alle Weißen Rassisten sind.“ Und: „Weiße können uns helfen, sie können sich uns jedoch nicht anschließen. Eine schwarz-weiße Einheit kann es nicht vor einer schwarzen Einheit geben... Wir können nicht daran denken, andere zu vereinen, bevor wir uns nicht untereinander vereint haben.“ Später gründete er noch die Afro-American Unity (OAAU). Sowohl die Muslim Mosque Inc. als auch die OAAU sollten jene mysteriöse Einheit der Schwarzen zustande bringen. Während Allah im Qur’an verkündet, dass es die Taqwa (die Ehrfurcht vor Allah) ist, die Menschen vor Allah unterscheidet. Keinesfalls jedoch äußere Merkmale, wie die Hautfarbe oder das Aussehen oder der Wohlstand eines Menschen. Das Gift des Rassismus ist nicht leicht auszuscheiden. Schließlich sollte Hadsch Malik daran sterben.
Malcolm X war vom religiösen Rassisten zum Muslim geworden, der begann, das Gefängnis rassistischen Denkens zu verlassen. Bevor er die Eierschalen einer düsteren, messianisch-apokalyptischen Rassen-Ideologie ganz abstreifen und sein Charisma mit aller Macht dem Islam widmen konnte, brachten ihn Rassisten zum Schweigen. Diese letzte Handlung von Malcolm X stellt sein unbequemes, eigentliches Vermächtnis dar. Werden die vielen Fans von Malcolm X mit ihrer Begeisterung Ernst machen und ihm folgen? Viele tun es schon. Der Islam ist heute in den USA, vor allem unter den Farbigen, die am schnellsten wachsende Religion. Malcolm X begann als Herr Unbekannt, der seine Wurzeln als Hadsch Malik Schabazz in der Religion des Islam fand.
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IZ erklärt Deutschland: Die Salaf
Egal, ob angezählte Ex-Boser oder ehemalige Bonner Musterschüler, die in den Bergen Afghanistans ums Leben kommen, Der „Salafismus“ ist trotz der zahlenmäßig geringen Menge der Anhänger zum Synonym einer amorphen Bedrohung geworden. Diese neuzeitliche Ideologie, die lange unter Muslimen und unseren Gelehrten als „Wahhabismus“ [nach ihrem Begründer Ibn ‘Abdulwahhab] bezeichnet wurde, hat sich lange dieses Tarnbegriffs bedient, um der Klassifizierung als Sekte zu entgehen. Phänomenologisch ähnelt sie den Khawaridsch. Zum Leidwesen der muslimischen Welt ist der „Salafismus“ in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Nicht nur, weil er ungenau ist, sondern mehr noch, weil die Generationen (die Salaf As-Salihin), auf die sich die Wahhabiten gerne beziehen, um sich deren Legitimation anzueignen, von allen praktizierenden Muslimen der Ahl As-Sunna wa’l-Dschama’a geachtet und geliebt werden. Wie bei anderen Begriffen muss man auch hier erst einmal der zeitgenössische Schutt der Missverständnisse weggeräumt werden, um verstehen zu können. Qadi ‘Ijad aus Ceuta, früherer andalusischer Gelehrter und Autor des monumentalen „Kitab Asch-Schifa“ beschrieb den Charakter dieser Generation unter anderem wie folgt: „(…) Es wurde überliefert, dass es eine Gruppe der Salaf, oder besser alle von ihnen, verabscheute, über etwas zu diskutieren, welches nicht zu Handlungen führte. (…)“ Der Imam schließt an anderer Stelle mit dem Gebet: „Möge Allah unseren gottesfürchtigen Salaf barmherzig sein, die ihren Din beschützt haben!“
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"Neues Wir-Gefühl" BERLIN. Gauck wirbt für respektvollen Dialog zwischen den Religionen. JIK besucht Bundespräsidenten (Foto: Dirk Enters).