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06.05.2012 Was steht im Qur’an über die zentrale Gestalt des Christentums? Von Cemil Sahinöz

Der Prophet ‘Isa im Islam

(iz). Muslime, Christen und Juden führen alle ihren Ursprung auf den Propheten Ibrahim (Abraham) zurück. Drei ihrer Propheten sind direkte Nachkommen der Söhne Ibrahims - Muhammed über Isma’il, Musa (Moses) und ‘Isa (Jesus) über ­Ishaq (Isaac), Friede sei mit ihnen allen. Ein hervorstechender Aspekt des islamischen Glaubens an das Prophetentums ist es, dass Muslime an alle Gesandten Allahs glauben und sie - ohne Ausnahme - achten. Da alle Propheten von dem Einzigen Gott entsandt wurden - für den selben Zweck, die Menschheit zu Allah zu leiten -, ist der Glaube an sie wichtig und logisch. Einige anzuerkennen und andere zurückzuweisen, beruht auf ­Missverständnissen bezüglich der Rolle der Propheten oder auf rassistischen ­Vorurteilen.

Aber ausschließlich Muslime betrach­ten den Glauben an alle Propheten ­Allahs als einen Glaubensartikel. So weisen die Juden ‘Isa und Muhammed zurück; die Christen weisen Muhammed zurück und in Wirklichkeit auch Musa, weil sie nicht an den Gesetzen, die er übermittelte, festhalten. Die Muslime nehmen sie alle als Gesandte Allahs an, die der Menschheit Leitung brachten. Daher ist Muhammed, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, weder der erste, noch der einzige Prophet, an den die Muslime glauben. Der Glaube an alle Gesandten Allahs wird Muslimen im Qur’an befohlen:

„Sprecht: ‘Wir glauben an Allah und an das, was uns herab gesandt worden ist, und was Ibrahim, Isma’il, Ishaq, Ja’qub und ihren Nachkommen herab gesandt wurde, und was Musa und ‘Isa gegeben wurde, und was den (anderen) Propheten von ihrem Erhalter gegeben wurde. Wir machen zwischen keinem von ihnen einen Unterschied und Ihm sind wir ergeben.“ (Al-Baqra, 136)

Im Qur’an werden die Muslime darauf hingewiesen, dass dies der wahre und unparteiische Glaube ist. Es gibt mindestens zwei wichtige Punkte bezüglich der Prophetenschaft, die geklärt werden müssen. Diese Punkte betreffen die Rollen von ‘Isa und Muhammed als Prophe­ten, die oft werden.

Die qur’anische Darstellung von ‘Isa weist nachdrücklich die Vorstellung von „Göttlichkeit“ und „Gottes Sohn“ zurück und stellt ihn als einen der großen Propheten Allahs vor. Der Qur’an macht klar, dass die Geburt ‘Isa ohne Vater ihn nicht zu „Gottes Sohn“ macht und erwähnt in diesem Zusammenhang Adam, der ohne Vater und Mutter erschaffen wurde: „Wahrlich, ‘Isa ist vor ­Allah gleich Adam. Er erschuf ihn aus Staub. Dann sprach Er zu ihm: ‘Sei!’, und er war.“ (Al ‘Imran, 59)

Die Muslime achten ‘Isa, Friede sei auf ihm, und seine Mutter Mariam sehr. Ein Muslim spricht nie einfach von „‘Isa“, sondern fügt immer den Satz hinzu „Frieden auf ihm“. Der Qur’an berichtet uns, dass Jesus durch ein Wunder ohne Vater geboren wurde. Er vollbrachte mit Allahs Hilfe als Prophet viele Wunder. Unter anderem konnte er gleich nach seiner Geburt sprechen, um seine Mutter zu verteidigen und ihre Frömmigkeit zu bestätigen.

Allah gab ihm noch andere Fähigkeiten wie zum Beispiel das Heilen von Blinden und Kranken, das Wiedererwecken von Toten, das Formen eines lebendigen Vogels aus Ton und das Wichtigste: Er gab ihm eine Botschaft an die Menschen. Diese Wunder, die ihm Allah gab, bestätigten ihn als Propheten.

Weder Muhammed noch ‘Isa kamen, um die grundsätzliche Lehre vom Glauben an den einen Gott zu ändern, die von den früheren Propheten gebracht worden war, sondern sie bestätigten und erneuerten sie. Die Muslime lieben und ehren daher den Propheten ‘Isa genau so wie den Propheten Muhammed (Friede sei auf Ihnen beiden).
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Egal, ob angezählte Ex-Boser oder ehema­lige Bonner Musterschüler, die in den Bergen Afghanistans ums Leben kommen, Der „Salafismus“ ist trotz der zahlenmäßig geringen Menge der Anhänger zum Synonym einer amorphen Bedrohung geworden. Diese neuzeitliche Ideologie, die lange unter Muslimen und unse­ren Gelehrten als „Wahhabismus“ [nach ihrem Begründer Ibn ‘Abdulwahhab] bezeichnet wurde, hat sich lange dieses Tarnbegriffs bedient, um der Klassifi­zierung als Sekte zu entgehen. Phänome­nologisch ähnelt sie den Khawaridsch. Zum Leidwesen der muslimischen Welt ist der „Salafismus“ in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Nicht nur, weil er ungenau ist, sondern mehr noch, weil die Generationen (die Salaf As-Salihin), auf die sich die ­Wahhabiten gerne beziehen, um sich deren Legitima­tion anzueignen, von allen praktizierenden Muslimen der Ahl As-Sunna wa’l-Dschama’a geachtet und geliebt werden. Wie bei anderen Begriffen muss man auch hier erst einmal der zeitgenössische Schutt der Missverständnisse weggeräumt werden, um verstehen zu können. Qadi ‘Ijad aus Ceuta, früherer andalusischer Gelehrter und Autor des monumen­talen „Kitab Asch-Schifa“ beschrieb den Charakter dieser Generation unter ande­rem wie folgt: „(…) Es wurde überliefert, dass es eine Gruppe der Salaf, oder besser alle von ihnen, verabscheute, über etwas zu diskutieren, welches nicht zu Handlungen führte. (…)“ Der Imam schließt an anderer Stelle mit dem Gebet: „Möge Allah unseren gottesfürchtigen Salaf barmherzig sein, die ihren Din beschützt haben!“
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