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15.06.2005 Bekannte Muslime
Umm Kulthum, Tochter des Propheten
Umm Kulthum, möge Allah mir ihr zufrieden sein, die dritte Tochter des Propheten Muhammed, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, war nur wenig jünger als ihre Schwester Ruqaija und wie wir wissen, wuchsen sie zusammen auf. Umm Kulthum war kräftig und von besonders hübschem Aussehen mit einem vollen, glatten Gesicht. Die zwei Schwestern wurden in ihrer Jugend mit den beiden Söhnen des Abu Lahab verheiratet. Allah meinte es gut mit den beiden und ließ sie nicht lange in der Familie des größten Feindes des Propheten leben. Ohne ihre Unschuld verloren zu haben, kehrten sie in ihr Elternhaus zurück. Bald danach heiratete Ruqaija den jungen ‘Uthman ibn ‘Affan, den dritten Khalifen des Islam, und Umm Kulthum blieb bei ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester Fatima.
In der Zeit nach dem Beginn der Offenbarung waren der Prophet und seine Familie verschiedenen Schikanen und Verleumdungen ausgesetzt. In diesen schweren Tagen war Umm Kulthum an der Seite ihrer Eltern und erlebte mit ihnen die Freude über jeden neuen Muslim, aber auch die Leiden der seelischen und materiellen Belastungen, denen sie durch die Muschrikun der Quraisch ausgesetzt waren.
Drei Jahre lang lebten die Muslime isoliert und von den Quraisch belagert. In dieser Zeit erkrankte Khadidscha schwer und Umm Kulthum pflegte ihre Mutter mit Hingabe. So tröstete sie die Sterbende mit den Worten: „Sorge dich nicht, oh Mutter, Allah wird deine Anstrengung auf Seinem Wege nicht vergessen, all deine Anstrengungen und deine guten Taten auf Seinem Wege.“ Ihre Mutter erwiderte: „Oh, wie wünsche ich mir, dass meine Todesstunde erst kommt, wenn ich alle Prüfungen bestanden und alle Not ertragen habe. (...) Ich mache mir keine Sorgen, meine Tochter, hat es mir doch Allah ermöglicht, die Mutter solch gläubiger Menschen sein zu dürfen, wie du es bist.“
Nach dieser schweren Zeit des Boykotts, im zehnten Jahr nach der ersten Offenbarung Allahs an den Propheten Muhammed starb Khadidscha im Alter von 65 Jahren. Umm Kulthum übernahm die Mutterpflichten für Fatima, die Betreuung des Haushaltes und die Unterstützung ihres Vaters, des Propheten.
Als die Quraisch sahen, dass alle ihre Quälereien dem Islam und der jungen Gemeinschaft nicht zu schaden vermochten, im Gegenteil, die Muslime zahlreicher und fester in ihrem Glauben an Allah wurden, beschlossen sie das Schlimmste: Der Prophet sollte getötet werden.
Allah hatte jedoch zuvor den Gläubigen die Auswanderung nach Medina erlaubt. Als einer der letzten verließ der Prophet Mekka und reiste mit seinem treuen Gefährten Abu Bakr nach Medina. Kurz darauf schickte er Zaid Bin Harith nach Mekka, damit er Umm Kulthum und Fatima nach Medina bringe. Die nächsten zwei Jahre lebte Umm Kulthum wieder in nächster Nähe ihrer geliebten Schwester Ruqaija mit ihrem Vater und ihrer Schwester Fatima. Der Tag der Schlacht von Badr kam und Ruqaija erlag einer Krankheit.
Als Umm Kulthum ihr Einverständnis zu ihrer Ehe mit ‘Uthman ibn ‘Affan gegeben hatte und die Trauung vollzogen war, zog sie als Jungvermählte in das Haus ein, in welchem sie früher ihre Schwester oft besucht hatte. ‘Uthman erhielt den Beinamen „Dhu-n’Nurain“, „Besitzer der beiden Lichter“, war er doch der einzige Mann der ganzen Menschheitsgeschichte, welcher zwei Töchter eines Gesandten geheiratet hatte.
Kurz darauf wurde der Vertrag von Hudaibija unterschrieben, und die Muslime mussten nach Medina zurückkehren. Erst nach zwei weiteren Jahren zogen die Muslime wieder aus, um Mekka zu besuchen. Die Truppen der Muslime wurden auch von Frauen begleitet, unter ihnen Umm Kulthum und Fatima.
Nach der Eroberung Mekkas, all den Kindheitserinnerungen, von denen sie in ihrer Heimatstadt überwältigt wurde, und der Rückreise nach Medina erkrankte Umm Kulthum. Zum zweiten Mal pflegte ‘Uthman eine Tochter des Propheten und erleichterte auch Umm Kulthum die Schmerzen ihrer schweren Krankheit so gut er konnte. Und zum zweiten Mal verlor er seine Frau, sein zweites Licht. Ihr Vater leitete das Totengebet, und Umm Kulthum wurde auf dem Friedhof Al-Baqi’, in der Nähe ihrer Schwester Ruqaija, begraben.
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IZ erklärt Deutschland: Die Salaf
Egal, ob angezählte Ex-Boser oder ehemalige Bonner Musterschüler, die in den Bergen Afghanistans ums Leben kommen, Der „Salafismus“ ist trotz der zahlenmäßig geringen Menge der Anhänger zum Synonym einer amorphen Bedrohung geworden. Diese neuzeitliche Ideologie, die lange unter Muslimen und unseren Gelehrten als „Wahhabismus“ [nach ihrem Begründer Ibn ‘Abdulwahhab] bezeichnet wurde, hat sich lange dieses Tarnbegriffs bedient, um der Klassifizierung als Sekte zu entgehen. Phänomenologisch ähnelt sie den Khawaridsch. Zum Leidwesen der muslimischen Welt ist der „Salafismus“ in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Nicht nur, weil er ungenau ist, sondern mehr noch, weil die Generationen (die Salaf As-Salihin), auf die sich die Wahhabiten gerne beziehen, um sich deren Legitimation anzueignen, von allen praktizierenden Muslimen der Ahl As-Sunna wa’l-Dschama’a geachtet und geliebt werden. Wie bei anderen Begriffen muss man auch hier erst einmal der zeitgenössische Schutt der Missverständnisse weggeräumt werden, um verstehen zu können. Qadi ‘Ijad aus Ceuta, früherer andalusischer Gelehrter und Autor des monumentalen „Kitab Asch-Schifa“ beschrieb den Charakter dieser Generation unter anderem wie folgt: „(…) Es wurde überliefert, dass es eine Gruppe der Salaf, oder besser alle von ihnen, verabscheute, über etwas zu diskutieren, welches nicht zu Handlungen führte. (…)“ Der Imam schließt an anderer Stelle mit dem Gebet: „Möge Allah unseren gottesfürchtigen Salaf barmherzig sein, die ihren Din beschützt haben!“
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