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Zum Deutschlandbesuch des türkischen Außenminister Davutoglu. Bericht von Kadri Akkaya (Foto: Isabelle M. Beck)

Ein Visionär zu Gast

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(iz). Prof. Dr. Ahmet Davutoğlu, Außenminister der Republik Türkei ist ein Visionär – sowohl regional als auch global. Mit einem natürlichen Lächeln für seine Umgebung und mit sehr einfühlsamen und solidarischen Worte an die Hinterbliebenen der acht türkischen und einem griechisch-stämmigen Mordopfer der letzten Jahre war er fünf Tage lang in Deutschland unterwegs.

Prof. Dr. Ahmet Davutoğlu, von Hause aus Politikwissenschaftler, war ein idealistischer Wissenschaftler und lehrte begeistert an einer Istanbuler Universität, bis er zum Berater für das Außenministerium der Republik Türkei berufen wurde. Dann war er Botschafter und jetzt Außenminister. Seine politischen Theorien kann er jetzt mit der realen Politik in der Praxis falsifizieren oder verifizieren. Mit und durch seine visionäre Außenpolitik wurde die Türkei ein wichtiger Faktor sowohl in der regionalen, als auch in der globalen internationalen Politik. Die Türkei muss immer mehr bei den vielen Entscheidungen in den regionalen wie auch in den internationalen Entscheidungsgremien mitberücksichtigt werden.

Eine friedliche Politik mit den Nachbarstaaten ist eine der erklärten Visionen von ihm: „Minimierung der Probleme auf 0 mit den Nachbarstaaten.“ Rechtschaffende und friedliche Politik auf der gleichen Augenhöhe mit den Konfliktparteien und auf internationaler Ebene. Deutschland und die deutsche Kultur ist ihm durch seine Bildung nicht fremd, da er bewusst ein deutschsprachiges Abitur in Istanbul absolvierte.

Jüngste besuchte Ahmet Davutoğlu auf seiner Reise durch Deutschland drei symbolträchtige Orte in Köln. Bevor er dort ankam, war er schon bereits drei Tage in verschiedenen Städten Deutschlands unterwegs: Hamburg, Wiesbaden und das hessische Friedberg. Neben der Begegnung mit dem Amtskollegen Westerwelle und Bundesinnenminister Friedrich war sein erklärtes Hauptziel, die Angehörigen der Opfer, die von rechtsextremen Terroristen erschossen und umgebracht wurden sind, zu besuchen.

Häufiger hat er die Morde als ein Zeichen gegen die Menschlichkeit und als „bewusster und gezielter Angriff auf die türkische und muslimische Identität“ bewertet. Neben dieser Islam- und Türkenfeindlichkeit galt seine Sorge, dass die über die Jahrzehnte dauernden Aktivitäten des Terror-Trios ohne die geringste Ahnung der öffentlichen Sicherheit in Deutschland vorangegangen seien.

Zum Programm gehörte ein Besuch der Keupstraße in Köln-Mülheim. Der Ort, an dem am 9. Juni 2004 durch ein Bombenattentat 22 Menschen verletzt wurden. Die Anschläge, die der Zwickauer Terrorzelle  „Nationalsozialistischer Untergrund“ zugeschrieben werden, seien, „nicht nur ein rechtsradikaler Akt gegen die Türken, sondern auch gegen die deutsche und die europäische Kultur“. In Anwesenheit des Kölner Oberbürgermeister, Jürgen Roters, schlug Davutoğlu vor, am 9. Juni des kommenden Jahres in der Keupstaße ein „Fest des friedlichen Zusammenlebens“ zu feiern. Die Anregung wurde von Oberbürgermeister Roters sofort aufgegriffen und er sagte zu, dass er seinen Amtskollegen Kadir Topbaş, Oberbürgermeister der Kölner Partnerstadt Istanbul, dazu einladen werde.

Zuvor besuchte Ahmet Davutoğlu die griechisch-orthodoxe (Rum) St. Dimitrios, sowie die von türkischen Migranten aufgebaute Kirchengemeinde in Köln-Seeberg und die syrisch-orthodoxe Kirche von Antiochien Mor Petrus und Mor Paulus in Köln-Lindenthal.

Vielleicht ist für viele Entscheidungsträger in Deutschland, wenn sie diesen Besuch kritisch begleitet und gewürdigt haben, ein Vorurteil über die Türken und Davutoğlus Köln-Besuch zu Recht korrigiert worden: Die Türken sind nicht nur Muslime. Sie sind, auch nach 50-jähriger Migrationsgeschichte, sogar in Köln, vielfältiger und bunter als man annehmen sollte. Und vielleicht sollten wir die Empfehlung Davutoğlus ernst nehmen, dass die europäische Kultur unbedingt eine neue kulturelle Komponente braucht, um die europäische Zivilisation fortzuentwickeln, sonst käme es zu einem kulturellen Stillstand. Ein Vorbote dessen war bei den deutschen und europäischen Eliten die Schockstarre nach dem Bekanntwerden des Zwickauer Terror-Trio.

Es werden visionäre und aufrichtige Entscheider und Führungsgestalten gesucht, die uns nicht ein Fortschreiten vorgaukeln, obwohl die Gangschaltung im „Leerlauf“ ist. Fangen wir vielleicht damit an, dass die Kinder der ersten Arbeitsmigranten aus der Türkei nicht als Botschafter wie Hüseyin Ahmet Karslıoğlu nach Berlin kommen, sondern sie bald auch als deutsche Botschafter Berlin in Ankara oder anderswo vertreten.

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