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2011 hat bewiesen, dass Deutschland und die Muslime vor großen Herausforderungen stehen. Von Ali Kocaman

Blick auf ein turbulentes Jahr

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(iz). Während sich das Kalenderjahr (im Gegensatz zum mus­limischen) seinem En­de nähert, wird auf allen Kanälen an dessen Höhepunkte (oft wohl eher Tiefpunkt) erinnert. Obwohl Deutschlands Muslime mit den allgemeinen ­Jahresrückblicken so einiges haben, ist es gerechtfertigt, eine eigene Chronik ­anzustellen.

Von der Sarrazin-Debatte, der Arabellion, über Fukushima, den Gefahren ­einer mili­tan­ten Islamkritik, über die ­Occupy-Bewe­gung bis zur Zwickauer Zelle – all dies berührt uns. Andererseits gibt es Dinge, die anderswo kaum erwähnt werden. Natür­lich ist diese ­Aufstellung ­subjektiv. Wer meint, wir hätten etwas vergessen, darf sich gerne melden.

Von einem großen islamischen Gelehr­ten stammt der Satz: „Wir leben in sehr schwierigen Zeiten, aber es ist wunderbar, lebendig zu sein!“ Auch wenn wir vor Herausforderungen stehen, ist unsere religiöse Lebensweise ein Schatz, den es zu teilen gilt. Vielleicht hilft ein Rückblick der muslimischen Community auch, konkrete Ansätze für ihr Leben in diesem Land zu formulieren und zu formulieren, was sie erreichen will.

Politik
Es gibt Jahre, die gehen ereignislos vorbei. Für 2011 gilt dies garantiert nicht. Die zur Jahreswende ausgebrochene Arabellion strahlte bis nach Deutschland aus. Arabischen bezie­hungsweise nordafrikanischen Bevölkerungen gelang es nach Jahrzehnten der Stagnation, sich gegen ihre Diktatoren aufzulehnen. Islam- und Nahos­texperten der Republik waren vollkommen überrascht.

Den beiden großen Krisen, der poli­tischen und der finanztechnischen, schloss sich am 11. März die Jahrhundertkatas­trophe im japanischen AKW Fukushima an, deren Folgen nicht abzu­schät­zen sind. In Deutschland weckte sie die kollektive Fähigkeit, Entscheidungen zu stürzen; und so wurde Ende Juli ein unerwarteter Ausstieg aus der Kernkraft beschlossen.

Obwohl die Islamkonferenz auch unter dem neuen Innenminister Hans-Peter Friedrich in eine weitere Runde (al­lerdings ohne die Teilnahme relevanter muslimischer Verbände) ging, ­machte sich Friedrich kurz nach seiner Amtsein­führung Anfang März zügig unbeliebt. Seiner Meinung nach gehöre der ­Islam nicht zu Deutschland. Zudem deutete vieles darauf hin, dass aus der Islamkon­ferenz eine Art Sicherheitskonferenz kreiert ­werden sollte, was sich im Juni 2011 mit der Einberufung eines Präven­tionsgipfels abzeichnete. Das Vertrauensverhältnis zwischen Friedrich und Muslimen nahm keinen guten Anfang.

Auf einem Feld zeigte sich, dass zukünftig auch politisch mit Muslimen zu rechnen sein wird. Immer mehr ­nehmen – sowohl innerhalb etablierter Parteien, als auch in eigenen Formationen – an der Gestaltung ihres Lebensumfelds teil. Die jüngst gegründete BIG-Partei ­führte in Berlin einen großen Wahlkampf.

Mit seinen mörderischen Attacken vom 22. Juli leitete der Norweger Anders B. Breivik eine ­Phase ein, die das Verhältnis zwischen Muslimen und Politik bis heute beeinflusst. Während in Vorjahren so ­genannte „Islamkritiker“ – allen voran Thilo Sarrazin – ohne ­Kritik befürch­ten zu müssen, ihren Geschäften nachgehen konnten, wurden sie nach Norwegen mit den Konsequenzen ihres Ressentiments konfrontiert. In Folge erinnerten auch Politiker daran, dass sich Islamkritik nach Schnittmengen mit extremistischen, kriminellen Elementen fragen lassen muss. Nach Recherchen der „Frankfurter Rundschau“ wurde im Herbst bekannt, wer freundlichen Austausch mit dem Hassblog „Politically Incorrect“ pflegte.

Anfang November flog die Zwickauer Zelle auf. Dieses Netzwerk faschis­toider Mörder und ihrer Helfer machte auch dem Letzten deutlich, wo eine ­reale Gefahr besteht, dass desperate ­Elemente die Theorie (Hass auf Muslime) auch in die Praxis (Anschläge, Brandstiftun­gen und Mord) umsetzen. Deutschlands Muslime verwiesen zu Recht darauf, dass die Politik (in Zeiten des einseitigen ­„Sicherheitsdialoges“) weder die reale Gefahrenlage erkannte, noch ihre eigenen Sicherheitsorgane die Situation richtig einschätzten.

Geld & Wirtschaft
Was sich als Unruhe auf dem Gebiet der Politik im Jahre 2011 seinen Weg bahnte, hat ihre Ursache in der anhalten­den Finanzkrise. Von Nordafrika, über die USA bis nach Westeuropa: Überall protestierten Menschen gegen die Herrschaft von TINA (engl. „There Is No Alternative“; es gibt keine Alternative). Drei Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise machen die überlebenden Großbanken nicht nur weiter wie bisher, die Politik feuert diesen Vorgang auch noch an, anstatt korrigierend einzugreifen.

Global hat sich eine Opposition zur Tyrannei der unbegrenzten Geldvermeh­rung gebildet, die in Ländern wie Malay­sia oder Indonesien von der muslimischen Gemeinschaft angeführt wird. Sie argumentieren für die Hinwendung zu einer bimetallischen Gold- und Silber­währung. In Deutschland wurde diese Bewegung von Geldkritikern wie dem FDP-Politiker Frank Schäffler geführt. Anders als in Asien hat sich der organisierte Islam bisher nicht mit ökonomischen Beiträgen beteiligt.

Dass Muslime Verbraucher und ­Kunden sind, wird mittlerweile auch im rückständigen Deutschland (soweit es den Halal-Markt betrifft) eingesehen. Deutsche Produzenten wie das Bonner Unter­nehmen Haribo fertigen in der Türkei Gum­mibärchen mit Rindergelati­ne. Auch in manchen Supermärkten kön­nen Muslime islam-konform einkau­fen. Bisher dominierte der türkische Einzelhandel. In Zeiten sinkender Gewinnmargen dürfte sich die weit verbrei­tete Ignoranz nicht mehr halten lassen. Ein großes Hindernis ist die Zertifizierung von als „halal“ bezeichneten Produkten. Während viele gegen die Zertifi­zierung durch nichtsmuslimische Prüfstellen sind, ist es auf muslimischer ­Seite bisher nicht gelungen, sich auf verbind­liche Standards zu einigen.

Deutschlands Rüstungsexporte werden wichtiger. Dazu zählt auch die umfangreiche Ausfuhr von Waffen- und Überwachungstechnologie in die Länder der muslimischen Welt. Der Ende 2011 publizierte Rüstungsexportbericht der Bundesregierung bestätigt zentrale Stoßrichtungen der Außenpolitik. Berlin setzt die Auf­rüstung der Arabischen ­Halbinsel fort. Die Bundesrepublik ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt.

Sicherheit & Islamkritik
Der Bereich der inneren Sicherheit und der ihr oft untergeordneten „Islamkritik“ erlebte – sicherlich für die Musli­me – heftige Bewegungen. Anfang 2011 prüfte eine Forschergruppe unter der Berliner Soziogin Faroutan die kruden Thesen Sarrazins auf ihre Faktenlage ab. In dem knapp 70-seitigen Papier wird deutlich, dass viele der angeblichen „unstritti­gen Fakten“ des Misanthropen angesichts der Reali­tät nicht haltbar sind.

Im März 2011 wurde deutlich, dass der Umgang von Verfassungsschutzämtern mit organisierten Muslimen fragwürdig ist. Anhand der bayrischen Kampagne gegen eine Moscheegemeinde wurde klar, dass viele verbeam­tete Islam­experten Ansichten haben, die mit der radikalen „Islamkritik“ deckungs­gleich sind. Aus Hamburg kamen ­anderer Signale. Der dortige Verfassungsschutz will in Zukunft radikale Webseiten und islamfeindliche Gruppierungen mit Schwarzen Listen überwachen.

Der mörderische Anschlag von Norwegen und die nicht abgeschlos­senen Enthüllungen zur „Zwickauer Zelle“ offenbarten den mörderischen ­Charakter des Hasses auf Muslime und Einwan­derer. Diese Ereignisse führten zu einem gesellschaftlichen Erwa­chen. Die Öffentlichkeit reagierte schockiert, als bekannt wurde, dass wie Mitarbeiter einiger Landesverfassungsschutzämter Kontakte zur rechtsextremen Szene unterhalten. In diesem Kontext fragten Musli­me, inwiefern radikale, muslimische Gruppierungen von V-Leuten durchsetzt sind. So wurde beim Münchener Prozess gegen eine angebliche „Globale Islamische Medien­front“ bekannt, dass deren Führer Irfan P. im Auftrage eines Dienstes unterwegs gewesen war.

In Berlin wurden mehrere Moscheen Opfer von Brandanschlägen. ­Verhaftet wurde ein Mann mit islamfeindlichen Einstellungen.

Gesellschaft & Medien
Auch 2011 waren Medien die Hauptarena für die gesellschaftliche Beschäftigung mit dem Islam und den Muslimen. Es war aber auch das Jahr, in dem eine selbstbewusste Auseinandersetzung des medialen Mainstreams mit der „Islamkritik“ und „ihren Grauen Eminenzen“ begann. Eingeleitet von dem furiosen Standardwerk „Die Panikmacher“ von Patrick Bahners, wandten sich Publizis­ten gegen eine emotionale Mobilisierung durch die „Islamkritik“. Die Medienwissenschaftlerin Schiffer fasste das bishe­rige Islambild in deutschen Medien mit dem prägnanten Satz zusammen: „Mit Fakten lügen.“

Ironischerweise kam der wichtigste Beitrag zur Debatte über den Islam in Deutschland vom türkischen Außenminister, Ahmet Davutoglu. Bei einer Begegnung mit Innenminister Friedrich protestierte er gegen den Begriff „isla­mis­tischer Terror“. Die Bezeichnung beleidi­ge und stelle „alle Muslime unter Gene­ralverdacht“. Der seit dem 11. ­September 2001 benutzte „Isla­mis­mus“-Begriff, der unzählige gesetzestreue Muslime mit Verbrechern vermengt, kann auf Dauer nicht durchgehalten werden.

Moscheen, Gemeinden & organisierter Islam
Trotz einer Paralyse bei der ­staatlichen Anerkennung des Islams tat sich 2011 einiges auf dem Gebiet der Moscheegemeinden und ihren Interessenverbänden. Eine wichtige Rolle spielte der Neubau der Kölner Zentralmoschee. Während die Einweihung des Rohbaus im Februar 2011 gefeiert wurde, rückte der Bau Ende des Jahres wieder in die Öffentlichkeit. Dieses Mal als Streitobjekt zwischen dem Bauträger und dem Architek­ten, dem Mängel vorgeworfen wurden.

Im Spätsommer kam es zur ­wichtigen Debatte, ob sich die Identität von Muslimen politisch einordnen lässt. Angesto­ßen von Lamya Kaddor stritten Muslime auch in der Islamischen Zeitung darü­ber, ob die Einteilung von Muslimen in „konservativ“ oder „liberal“ ohne Verzerrungen möglich sei. Dabei handelte es sich nicht um eine Trockenübung, sondern darum, ob sich gemeinschaftliche muslimische Spiritualität ohne politische Instrumentalisierung realisieren lässt. Diese Debatte ist noch nicht abgeschlossen.

Verbunden mit dem Liberalismusstreit stand 2011 auch die Frage der ­po­liti­schen Repräsentanz im Raum. Während auf allen Ebenen die Notwendigkeit von Einrichtungen wie dem KRM ­vertreten wurde, häuften sich die Klagen über die bisher mageren Ergebnisse, die ­dieser ­zeitigte. Dies liegt unter anderem an den Machtverhältnissen innerhalb von Organisationen und Dachverbänden. Immerhin schalteten sich Muslime mit wichtigen Stellungnahmen in ­allgemeine Debatten ein. Neben der ­aktuellen Diskus­sion um Ursachen der „Zwangsehe“ wäre die Stellungnahme des Zentralrats zur Präimplantationsdiagnostik (PID) zu nennen. Gleichermaßen kam es bei den Verbänden zu wichtigen ­Veränderungen: Sowohl bei der DITIB, als auch bei der IGMG wurden neue Vorstände gewählt, die über Verbandsgrenzen hinaus großes Vertrau­en genießen.

Lokal finden sich so viele Initiativen, als dass man sie hier ausreichend nennen könnte. Ein wichtiges, weil neuartiges Beispiel ist die erstmalige Einrichtung eines „Dritte-Welt-Ladens“ im Rahmen ­einer multi-ethnischen Moscheegemeinde in Frankfurt. Im Jahr des gesellschaftlich erzwungenen Atomausstiegs machte eine Moscheegemeinde in Norderstedt von sich Reden. Ihr Neubau soll nach ökologischen Kriterien ausgerichtet sein. Geplant vom Hambur­ger Architekten Selcuk Ünyilmaz wurde das Projekt in den Medien als „Ökomoschee“ bezeichnet.

Muslimisches Leben
Die muslimische Community ist so bunt und so vielfältig wie ihre individuellen Elemente. Ihre Identität steht im ständigen Austausch mit ihrer Umwelt. Es ist diese Vielfalt, die eine Unmenge an Herausforderungen und Chancen generiert. Auch in Deutschland ließen sich 2011 viele Muslime durch den Ausspruch des Propheten inspirieren, dass „die Hand, die gibt, besser ist als die, die nimmt“.

Zu den noch nicht abgeschlossenen Aufgaben zählte 2011 die Auseinander­setzung mit radikalen Elementen in der Community. An einigen Orten kam es zu Konflikten zwischen Kleingruppen, die für sich eine religiöse Führungsrolle beanspruchten, und selbsterklärten „Islamkritikern“. Muslimische Gemeinden waren dabei unbeteiligte ­Dritte, die darunter zu leiden hatten. Anders als in den Vorjahren begann 2011 eine inhalt­liche Auseinandersetzung mit Zielen und Inhalten solcher Zirkel. Nachdem im Januar 2011 Bonn als „Islamistenhochburg“ bezeich­net wurde, griffen die Gemeinden in die Debatte ein und luden die Öffentlichkeit zu einem gemeinsamen Austausch ein. Gemeinsam müsse, so ein muslimischer Vertreter, nach den Ursachen des Phänomens einer Radikalisierung gesucht werden. Auf ­Bundesebene wurden im Laufe des Jahres die Stimmen derjenigen lauter, die die „hilfreichen Radikalen“ dafür kritisier­ten, dass sie den Muslime insgesamt schaden.

Dass es nicht ausreicht, sich auf die rituellen Aspekte des Islams zu beschrän­ken, belegten mehrere, neue Projekte. Als Antwort auf die Notwendigkeit, Men­schen in Notlagen zu helfen, wurde vor einiger Zeit das Muslimische Seelsorge Telefon in Berlin dank Förderung der Hilfsorganisation Islamic Relief ins Leben gerufen. Dieser Service wurde auch 2011 angeboten und half vielen Anrufern. Ein weiteres Projekt ist der „Grüne Halbmond“. Der einige Jahre zuvor gegründete Verein bietet auf vielen Bereichen Hilfe an: bei der häuslichen Pflege, bei der Sozialberatung, bei ­familiären Problem und in der Seelsorge.

Im Sommer 2011 feierte eine langjährige Einrichtung ihr 15-jähriges Bestehen. Das Kölner Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e.V. (BfmF) offeriert neben Integrations- und Sprachkursen Möglichkeiten zur schulischen Weiterbildung. Für die unermüdliche Tätigkeit wurde die Geschäftsführerin, Erika Amina Theißen, am 7.12. mit dem Bundes­ver­dienstkreuz ausgezeichnet.

So wie das BfmF leisteten auch 2011 viele lokale Initiativen wie Kindergärten, Schul- und Bildungsinitiativen, Frauengruppen und muslimische Sportvereine einen wichtigen und konstruktiven Beitrag. Die Tatsache, dass sie nur selten Erwähnung fanden, mindert ihre Leistung nicht.

Das Jahr 2011 war auch ein Jahr der anhaltenden Ausbreitung der virtuellen Räume im Internet. Obwohl dieser Trend unver­meid­bar ist, hatte er schon in der Vergan­genheit negati­ve Folgen und verstärk­te die Atomi­sierung unter Muslimen. Bisher ­ver­moch­te es mit Ausnahmen niemand, das Inter­net zur Mobilisierung für echte Begegnung und ­Aktion zu nutzen.

Jugend & Bildung Wie kaum eine Gruppe waren 2011 muslimische Jugendlichen durch das Internet beeinflusst. Das scheinbar hierarchiefreie Netz bleibt attraktiv. Der Mangel an nützlichen Programmen in den Moscheegen und das Fehlen ­einer gemeinsamen Sprache mit Imamen fördert die Abwanderung in virtuelle Welten.

Die Folgen sind ambivalent: Die rasante Kommunikation ermöglicht ­einen ungehinderten Austausch und er­mu­tigt das Überschreiten früherer Barrieren. Andererseits fehlt es – trotz ­neuer Netzwer­ke – an der Vermittlung von Priori­tä­ten, ohne die ein erfolgreiches Handeln kaum möglich zu sein scheint.

Laut einer Studie der Universität Münster sind die „sozialen Netzwerke“ zum wichtigsten Ort geworden, an dem sie über ihre Religion und ihre Spiritu­alität diskutieren können. Hier finden sich nicht nur Angebote wie ­Multimedia-Plattformen oder Magazine, sondern auch kommerzielle Produzenten, die maßgeschneiderte Apps für muslimische Kunden anbieten.

Um die religiösen Bedürfnisse der Jugend zu befriedigen, fanden 2011 verschiedene Aktionen und Projekte statt – innerhalb und außer­halb etablierter Organisationen. Dazu zählten Wochenend­semina­re, Zeltlager (wie sie von der Muslimischen Jugend Deutschland e.V. angebo­ten werden), das Berliner Jugend­projekt JUMA, der Uniday 2011 in Bielefeld oder – am 17.12. in Berlin – der bundes­weite Poetry Slam-Wettbewerb i,Slam.

Auf institutioneller Ebene gab es Fortschritte. In einigen Bundesländern, ­allen voran in Nordrhein-Westfalen, steht der Isla­mi­sche Religionsunterricht (IRU) kurz vor der Einführung. Über das Wie wird noch debattiert. Zur fachlichen Un­terfüt­terung wurden Lehrstühle zur Aus- und Fortbildung von Religionslehrern ein­ge­richtet. Dass das Verhältnis von Bildung und Islam nicht immer ohne Konflikte fortschreitet, belegte ein Urteil des Bundesverwaltungsgericht im ­November 2011. In diesem konkreten Fall wurde einem Berliner Schüler das „demonstrative Gebet“ an dessen ­Schule untersagt.

Bei vielen Muslimen herrscht Einigkeit, dass Jugend und Bildung die entscheidende Zukunftsaufgaben des Islams in Deutschland sind. In Ermangelung von Fortschritten auf politischer und ins­ti­tutioneller Ebene können hier die wichtigsten Entscheidungen für die Zukunft der Muslime in Deutschland getroffen werden.

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Ali Kocaman

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