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2017 war ein Jahr der Klimarekorde

12 Monate voller Wetterextreme sollten Anlass genug für einen wirklichen Richtungswechsel sein. Von Kelly Levin

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Foto: Pixabay

(IPS). Das neue Jahr ist noch jung, aber wir erleben bereits jetzt einen extremen Anfang. Teile der Vereinigten Staaten litten unter Schneestürmen und neuen Tiefstrekorden. Dabei froren Haie im Atlantik ein und von der Kälte überraschte Iguanas fielen in Florida von den Bäumen. Das eiskalte Schneewetter könnte mit Klimaveränderungen verbunden sein. Jüngste Studien legen den Schluss nahe, dass ­abschmelzendes Eis aus Meerwasser in der Arktis den Golfstrom stören und so Kaltluft nach Süden treiben dürfte. Währenddessen erleben andere Weltregionen gegenwärtig überdurchschnittlich warme Temperaturen.

Das momentane Wetter erinnert an die Extreme, die wir im letzten Jahr ­immer wieder beobachten konnten. Weltweit waren Gemeinschaften von Ausnahmesituationen betroffen, die bisherige Rekorde brachen. Währenddessen gewannen Forscher ein besseres Verständnis davon, in welchem Maße Klima­wandel einen großen Teil der beobachteten Katastrophen beeinflusste.

Wir haben einige der Auswirkungen und wissenschaftliche Erkenntnisse von 2017 aufgeführt. Eine Sache ist klar: ­Klimawandel schafft Bedingungen, die uns alle gefährden können.

Temperaturen: Obwohl die Daten vom Jahresende noch nicht veröffentlicht wurden, wird 2017 wahrscheinlich das drittwärmste Jahr sein. Seit 138 Jahren werden die Temperaturen aufgezeichnet. Es könnte das wärmste Jahr ohne ­Auftreten von El Niño sein. Dabei handelt es sich um ein Wettermuster, welches typischerweise die globalen Durchschnittstemperaturen steigert.

Extremereignisse: Bereits im frühen Oktober 2017 kam es zu 15 Klima- und Wetterkatastrophen in den Vereinigten Staaten. Dabei entstanden finanzielle Verluste von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Kalifornien erlebte die größten Waldbrände der Menschheitsgeschichte. Mindestens 50.000 Menschen mussten evakuiert werden. Kurz vorher ereignete sich in Nordkalifornien ein weiteres Flächenfeuer, bei dem mehr als 40 Menschen getötet und mindestens 8.400 Häuser zerstört wurden. Wirbelstürme traten in schneller Abfolge auf: Hurricane Harvey (machte mehr als 800.000 Menschen hilfsbedürftig), Hurricane Irma (der stärkste im Atlantik seit 2005) und Hurricane Maria (der stärkste, der seit 1928 auf Puerto Rico traf).

Wissenschaftler arbeiten an der Erforschung der Rolle des Klimawandels bei diesen Ereignissen. Sie haben bereits jetzt herausgefunden, dass menschliche Einflüsse den schweren Regen von Hurricane Harvey um das 3,5-fache sowie seine Intensität um mindestens 20 Prozent steigerten. Laut Angaben der Amerikanischen Meteorologischen Gesellschaft seien Wissenschaftler zunehmen in der Lage zu beurteilen, ob Klimawandel auf extreme Wetterlagen einwirke.

Steigender Meeresspiegel: Wissenschaftler haben Grönlands Meeresboden und Felsuntergrund vermessen. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass küstennahe Gletscher zwei bis vier Mal mehr durch beschleunigtes Abschmelzen gefährdet sind, als früher angenommen.

In der Antarktis dokumentierten Forscher zum ersten Mal weitverbreitete Bewegungen von Schmelzwasser und umfangreiche Abflüsse auf der Oberfläche. Sie könnten Wasser in Gebiete von Eisschollen leiten, die empfänglich für einen Zusammenbruch sind. All das könnte einen zukünftigen Verlust der Eismasse beschleunigen.

Eis: Wissenschaftler stellten auch das Ausmaß und die Rate fest, in welchen sich das arktische Meereseis verringert. Die Werte sind seit über 1.500 Jahren die höchsten. Dieses Eis erreichte im März letzten Jahres sein geringstes Ausmaß. Insbesondere die älteren Bestände, die im geringeren Maße abschmelzen als neu gebildetes Eis, haben erheblich abgenommen.

Ökologische Unterbrechungen: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass tropische Wälder eine kritische Schwelle erreicht haben. Sie wandeln sich von Kohlenstoffspeichern, wobei sie mehr Kohlenstoffdioxid aufnehmen als an die Atmosphäre abzugeben, zu einer Kohlenstoffquelle. Das liegt an Entwaldung, Verfall und Veränderungen in der Landnutzung.

2016 erreichten die Dauerfrostböden ihre höchsten Temperaturen. Vorläufige Daten legen für 2017 den Schluss nahe, dass dies auch dieses Mal gelten wird. Eine solche Erwärmung könnte dazu führen, dass die Ökosysteme des Perma­frostbodens auftauen und destabilisiert werden. Darin gebundene Treibhausgase können freigesetzt werden.

Eine Studie, die im Magazin „Nature“ veröffentlicht wurde, stellte fest, dass Ökosysteme länger denn je brauchen, um sich von Trockenphasen zu erholen – insbesondere in den Tropen und in Höhengebieten des Nordens. Erholungszeit ist ein Indikator für die Widerstandsfähigkeit eines Ökosystems. Eine verminderte Erholung könnte zu weit verbreitetem Baumsterben führen.

Es ist klar, dass Entwicklungen in die falsche Richtung laufen. Aber 2018 ermöglicht einen Neustart. Und eine Gelegenheit, um von 2017 zu lernen.

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