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3.000 Experten bei Weltklimagipfel

„Überwältigende Beweise für die Dringlichkeit der Krise“

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Foto: pixabay.com, Alexas Fotos

Bonn (dpa). Ein halbes Jahr nach dem Weltklimagipfel in Polen treffen sich seit gestern in Bonn rund 3000 Experten zu einer weiteren großen UN-Klimakonferenz. Vor Beginn der zehntägigen Beratungen mahnte die Klimachefin der Vereinten Nationen, Patricia Espinosa, die Erderhitzung sei die größte Herausforderung dieser und kommender Generationen – und es gebe überwältigende Beweise für die Dringlichkeit der Krise. „Jugendliche auf der ganzen Welt wissen das – und sie sind wütend.“ Die jungen Menschen forderten, dass jetzt gehandelt werde.

Weiter sagte die frühere mexikanische Außenministerin, sie habe Verständnis für die Protestbewegung Fridays for Future. „Wir begrüßen ihre inspirierenden Stimmen als Teil unserer allgemeinen Anstrengungen, den weltweiten Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen.“ Man dürfe nie vergessen, dass gerade junge Menschen die Welt verändern könnten. Zurzeit seien sie dabei, genau das zu tun.

Das Bonner Treffen soll unter anderem den nächsten Weltklimagipfel im Dezember in Santiago de Chile vorbereiten. Dort soll sich etwas bewegen, denn die Zusagen aller Länder weltweit reichen nicht, um das Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Danach soll die Erderhitzung möglichst auf 1,5 Grad begrenzt werden.

Schon jetzt hat sich die Erde nach Befunden des Weltklimarats IPCC gegenüber der vorindustriellen Zeit um etwa ein Grad Celsius erwärmt. Geht es weiter wie bisher, ist sie Ende dieses Jahrhunderts wohl gut drei Grad wärmer. Zu den fatalen Folgen gehören je nach Region mehr Hitzewellen, längere Dürren sowie mehr Stürme, Starkregen und Hochwasser. Doch auch im vergangenen Jahr stieg der Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid an, anstatt zu sinken.

Die Bundesregierung berät derzeit darüber, wie in der Energiewirtschaft, im Verkehr, der Industrie, dem Gebäudebereich und anderen Sektoren der Ausstoß von Treibhausgasen gesenkt werden kann. Weil Deutschland nicht nur eigene, sondern auch EU-Ziele verfehlt, drohen hohe Strafen.

Im Gespräch ist, eine Steuer auf den Ausstoß von CO2 zu erheben, um klimafreundliche Technologien zu fördern. Grundsatzentscheidungen sollen im Herbst fallen.

Deutschland soll Stand jetzt bis 2050 den Treibhausgas-Ausstoß um 80 bis 95 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren. Im Klimaschutzplan von 2016 der vorigen großen Koalition aus Union und SPD ist vom „Leitbild einer weitgehenden Treibhausgasneutralität bis 2050“ die Rede.

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