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Ab in den Dschungel!

Die frühere niederländische Kolonie Suriname ist ein Geheimtipp. Von Christina Weise

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Foto: Floetyo.com

(KNA). Trotz der wunderschönen Hauptstadt Paramaribo, beeindruckender und teils unberührter Natur und einer multikulturellen Gesellschaft: Suriname ist fast unbekannt – zudem politisch unsicher und in einer Wirtschaftskrise.

Schon von weitem sind sie zu hören und danach nicht mehr zu übersehen: die knallbunten Minivans, die öffentlichen Busse von Paramaribo. Aus den offenen Fenstern dröhnt Musik, die farbigen Türen zieren Bilder von Stars wie Bob Marley, Shakira oder Bollywood-Sternchen. Die Vans schlängeln sich durch den chaotischen Verkehr der 250.000-Einwohner-Stadt Paramaribo mit ihren prächtigen weißen Holzhäusern, die von ausladende Balkone und Veranden geschmückt werden. Die kolonialen Gebäude erinnern an die Zeit, als Suriname noch unter niederländischer Herrschaft stand.

Ganz im Norden, eingeklemmt zwischen Guyana, Brasilien, Französisch-Guyana und dem Atlantik liegt das kleinste Land Südamerikas. Suriname ist nur knapp halb so groß wie Deutschland und fast völlig von tropischem Regenwald bedeckt. In der Hauptstadt, am breiten Suriname-Fluss, legten einst die niederländischen Handelsschiffe an. In den großen hellen Villen im Zentrum wohnten die Kolonialherren. Seit 2002 gehört die Altstadt zum Unesco-Weltkulturerbe. Heute sind hier vor allem Banken, Institute, Ämter und Pensionen untergebracht.

Peter Duker steigt aus einem der Kleinbusse. Zügig geht er in den Palmengarten, wo die schwül-tropische Hitze besser auszuhalten ist. „Suriname ist multikulturell“, sagt Duker, dessen Familie aus den Niederlanden stammt, und schaut den vorbeischlendernden Passanten hinterher. „Hier leben Menschen indonesischer, indischer, chinesischer, afrikanischer und europäischer Herkunft. Sie sind Surinamer, haben aber all ihre ­Traditionen und Religionen bewahrt.“

In Paramaribo steht die katholische Kathedrale nicht weit entfernt von der größten Moschee der Karibik – und diese ist direkt neben einer stattlichen Synagoge. Nur wenige Straßen weiter ein prächtiger buddhistischer Tempel. Bei einem Spaziergang durch das kleine Stadtzentrum zeigt sich die Vielfalt auch in den exotischen Gerüchen, verschiedenen Musikstilen und dem bunten Sprachenmix.

In Suriname sprechen alle Menschen Niederländisch, die einheimische Sprache Sranantongo sowie die Sprache ihres Herkunftslandes. „Jede Kultur hat hier ihren nationalen Feiertag. Bei den Festen können auch die Mitglieder anderer Kulturen mitmachen“, berichtet Duker. „So wird sich ein bisschen vermischt, aber eigentlich leben wir hier neben- und nicht miteinander. Einerseits ist es etwas schade, andererseits ist solch ein friedliches Nebeneinander ein gutes Vorbild für den Rest der Welt.“

Die Hälfte der Surinamer lebt in Paramaribo, die anderen verstreut an der Küste oder im tiefen Urwald. Dort ist Waddy Siesa geboren, rund sieben Stunden Fahrtzeit von der Hauptstadt, in einem kleinen Dorf am Flussufer. Aus dem dichten Regenwald lugen hier ab und zu kleine Holzhütten mit Palmdächern hervor. Im seichten Wasser davor spielen Kinder, Frauen waschen Wäsche und Geschirr. Es sind die Dörfer der Maroons, der Nachfahren entflohener Sklaven, von denen auch Waddy Siesa abstammt. Bis heute gibt es in Suriname viele solcher Dörfer, in denen die Menschen noch sehr ursprünglich leben, ohne Strom und fließend Wasser.

Doch nicht nur Wald und Hütten sind auf dem Weg zu Waddy Siesas Heimatdorf zu sehen, sondern auch gerodete Flächen, Anhänger mit dicken Baumstämmen und riesige Goldgruben. Gold ist der Exportschlager des Landes, gefolgt von Holz, Aluminium und Öl. Echte Kontrollen für Abholzungen und Rohstoffabbau gibt es nicht. Suriname ist zwar eine Demokratie, Präsident ist aber der frühere Militärdiktator Desiré Bouterse. Die Regierung des 72-Jährigen gilt als korrupt, er wird von Interpol gesucht.

Suriname steckt tief in einer Wirtschaftskrise, vor allem wegen niedriger Rohstoffpreise. Bouterse setzt auf Investitionen aus dem Ausland. Wichtige Handelspartner sind die USA, die Arabischen Emirate und Europa, immer stärker auch China. Wie in anderen Ländern Lateinamerikas nutzen chinesische Unternehmer die Krise in Suriname, um sich mit Investitionen Zugänge zu Rohstoffen zu sichern.

„Momentan wird hier Einkommen über den Naturschutz gestellt. Sogar im Naturreservat wird Gold geschürft, und die Regierung toleriert es“, sagt Lizet van Velsen. Noch sei die Abholzung nicht so schlimm wie etwa in Brasilien. Doch der Wald müsse wieder aufgeforstet werden.

Die 32-jährige Niederländerin mit den rotblonden Haaren lebt seit zehn Jahren in Suriname. Sie arbeitet in einem Reisebüro, das auf nachhaltigen Tourismus spezialisiert ist. Es kooperiert vor allem mit kleinen lokalen Reiseanbietern, etwa um Touristen den Dschungel zu zeigen.

Allerdings hat sich in den vergangenen Jahren nicht viel verändert; noch immer befindet sich der Tourismussektor im Aufbau. Auch wenn Touristen Arbeitsplätze und Geld bringen und mehr Möglichkeiten für die Menschen im Inland schaffen – der Tourismus muss auch helfen, die Natur zu schützen. Denn noch ist Suriname mit 93 Prozent Regenwald das grünste Land der Welt. Noch gibt es hier Wasserfälle, Berge mit atemberaubender Aussicht, exotische Tiere und eine einzigartige Fauna.
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Klamotten für Babys: Mieten statt Kaufen
Alternativen in Sachen Kinderkleidung. Tipps von Farin/BASMA Magazine

(BASMA Magazin). „Sie werden so schnell groß!“ ist einer der wohl am häufigsten gesagten Sätze im Zusammenhang mit Kindern. Mit etwas Wehmut räumen wir, besonders in den ersten Lebensjahren, deswegen eine zu klein gewordene Kleidergröße nach der anderen aus. Wer es sich leichter machen und nebenher noch vermehrt auf Nachhaltigkeit setzen möchte, kann Kinderkleidung auch mieten. Ja, richtig gehört. Wo und wie das geht, zeige ich Ihnen heute.

Besonders bei Kinderkleidung gerät man allzu oft in Versuchung, mehr zu kaufen, als man vielleicht benötigt. Deswegen gibt es sie oft auch gleich in 5-er oder 7-er Packungen. Dass dieses Prinzip nicht sehr nachhaltig ist, muss wohl nicht extra betont werden. Denn für jedes Kleidungsstück, das wir kaufen, werden Ressourcen benötigt. Je länger ein Kleidungsstück deswegen getragen werden kann, desto besser für die Umweltbilanz.

Und hier kommt das Mieten von Kleidung ins Spiel. Das funktioniert so: Sie wählen online aus, welche Kleidungsstücke Sie brauchen und bekommen sie nach wenigen Tagen nach Hause geliefert. Monatlich erhalten Sie eine Rechnung für die Teile, die sich noch bei Ihnen befinden. Alles, was Sie nicht mehr benötigen, schicken Sie einfach wieder zurück und bezahlen nur für die Tage, in denen die Teile auch wirklich bei Ihnen waren. Teilweise haben Sie auch die Möglichkeit, die Mietsachen zu behalten und den bis zum Kaufpreis noch ausstehenden Betrag zu bezahlen, sodass das Kleidungsstück in Ihren Besitz übergeht. In Deutschland haben wir ein paar wenige Anbieter

Mein absoluter Favorit macht den Anfang. Ich selbst miete seit mittlerweile gut drei Jahren Kleidung für meine Töchter bei der Räuberbande. Es macht richtig Spaß, dem kleinen Unternehmen beim Wachsen und „Weltverbessern“ zuzuschauen und seine Entwicklung zu verfolgen. Es hat sich in der Auswahl seiner Mietkleidung auf ökologische und nachhaltige Kinderkleidung spezialisiert. Und seit Kurzem gibt es auch ausgewählte Sachen für die Mamas. Die Kleidungsstücke können viel mehr Kinder bei ihren Abenteuern begleiten, als wenn sie nach dem Herauswachsen erstmal auf dem Dachboden landen. Der Name der Räubersachen steht dafür, dass die Kinder keine Scheu haben sollen, Kinder zu sein, sondern sich frei bewegen und ihre Welt erforschen können. Wenn dann mal ein Loch oder ein hartnäckiger Fleck entsteht, kümmert sich die Bande nach der Rückgabe liebevoll darum, Löcher kunstvoll zu stopfen, durchgelaufene Füßchen an Overalls zu erneuern und die kuschelweiche Kleidung fit für eine neue Runde zu machen.

Mit Kilenda habe ich selbst noch keine Erfahrung. Der Schwerpunkt hier ist ein anderer als bei den Räubersachen, denn hier finden Sie viele klassische Kindermarken wie Steiff, Alvi oder Sigikid und eine größere Auswahl. Das Prinzip ist ähnlich: Sie mieten die Kleidungsstücke Ihrer Wahl und schicken sie zurück, wenn sie zu klein geworden sind oder nicht mehr benötigt werden. Alle Sachen sind versichert, sodass sich auch hier keine Gedanken um Tomatensaucenflecken gemacht werden müssen.

Bei Kilenda ist dank der großen Auswahl sicherlich für jeden etwas dabei. Und auch wenn viele der angebotenen Hersteller nicht unter Fair Fashion Kriterien fallen, gibt es auch hier eine Auswahl an Bio-Mode und zusätzlich können etwa auch Baby Ausstattung, Spielzeuge oder Umstandsmode gemietet werden.

Seit Kurzem gehört auch Tchibo zu den Vermietern von Kinderkleidung. Tchibo Share ist somit noch ganz neu in dem Bereich. Und auch hier sollen die Kleidungsstücke nach Benutzung professionell ausgebessert werden, wodurch eine möglichst lange Tragedauer ermöglicht werden soll. Ein Teil des Sortiments hat dabei neben der Bio- auch die GOTS-Zertifizierung. Tchibo Share läuft übrigens in Kooperation mit Kilenda und ist zunächst als Probemodell angedacht, das in Zukunft auch auf weitere Bereiche ausgedehnt werden könnte. Der Gedanke dahinter: „Wie kann ein Unternehmen Geld verdienen und gleichzeitig den Kunden im Sinne der Nachhaltigkeit dazu animieren, weniger zu kaufen?“.

Mieten statt Kaufen kann Geld und Zeit sparen, sofern man auch hier nicht über die Stränge schlägt und mehr mietet, als die Kinder tragen können. Geld wird gespart, da zum Beispiel hochwertige Kinderschuhe, die saisonbedingt nur wenige Monate getragen werden können, so nur für die Zeit bezahlt werden, in der das Kind sie auch tatsächlich trägt. Zeit wird gespart, da sich nicht um den Verkauf, das zeitaufwändige Einstellen bei eBay Kleinanzeigen und Co. gekümmert werden muss, wenn die Kinder herausgewachsen sind. Und Nachhaltigkeit steht ganz groß über dem Konzept, da ein Kleidungsstück umso nachhaltiger ist, je länger es getragen wird.

Der Text ist am 25. Januar 2018 auf der Webseite von BASMA Magazine erschienen.

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