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Am Beispiel des Propheten Ibrahim können wir lernen, unser Leben dem Schöpfer zu übergeben. Von Imam Hanif Whyte

Tawakkul - Vertrauen auf Allah

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(iz). Allah, der Erhabene, sagt in seinem Edlen Qur’an: „Und vertraue auf den Ewiglebenden, Der nicht stirbt, und preise Seine Lobenswürdigkeit. Es genügt, dass Er gegenüber den Sünden Seiner Diener wohlwissend ist.“ (Al-Furqan, 58) und „auf Allah sollen die Gläubigen vertrauen.“ (At-Taghabun, 13)

In Allahs Buch können wir lernen, dass wir durch Seine Barmherzigkeit zur Wahrheit geführt wurden und dass es zu allen Zeiten unsere Pflicht ist, Menschen zu sein, die dazu aufrufen. Denn Allah sagt im Qur’an: „Und unter denen, die Wir erschufen, gibt es eine Gemeinschaft, die mit der Wahrheit leitet und danach Gerechtigkeit übt.“ (Al-A’raf, 181)

Aber damit wir unsere Möglichkeiten realisieren können und zu solchen Menschen werden können, und damit wir angesichts der Lüge die Wahrheit ohne Angst vertreten können, benötigt es einen starken Iman [wird manchmal verkürzend mit „Glaube“ übersetzt]. Es benötigt Wissen, das von Gewissheit geprägt ist, sodass wir erkennen, dass alles, was wir haben, von Allah kommt. Und dass, solange wir diesem Weg folgen, das beste in diesem Leben und in der Akhira [dem Jenseits] haben werden. Wir brauchen aber auch vollkommenes Vertrauen auf Allah allein, was im Arabischen Tawakkul genannt wird. Vor Kurzem konnten wir wieder etwas beobachten, dass sich nur als ein modernes Wunder bezeichnen lässt. Über drei Millionen Muslime – jung und alt, männlich oder weiblich, arabisch oder nichtarabisch – sind aus jedem Kontinent in die Stadt Mekka und auf die Ebene von ‘Arafat gereist, um die fünfte Säule unseres Dins zu etablieren: die Hadsch. Tatsache ist, dass keine Planung und keine Vorbereitung von Seiten der Menschen dies ermöglichen kann. Es geschieht nur durch die Gnade Allahs, dass die Hadsch weiterhin stattfindet, dass ihre Riten und Handlungen beschützt sind und dass die allermeisten sicher in ihre Heimat zurückkehren.

Während der Hadsch befinden sich die Pilger in der Position des totalen Vertrauens auf Allah. Daher ist es angemessen, in größeren Einzelheiten über die Frage von Tawakkul zu sprechen. Viele der Riten der Hadsch entstammen der Sunna von Ibrahim und seiner Familie. Dazu zählen der Weg zwischen Safa und Marwa, das Steinigen der Dschamarat und das Opfern am Tag des ‘Id Al-Adha. Es findet sich einiges zum Leben von Saijiduna Ibrahim im Qur’an und in den prophetischen Überlieferungen. Unser Meister Ibrahim verkörperte Tawakkul und führte sein Leben in komplettem Vertrauen auf Allah. Ein Blick auf sein Leben ermöglicht uns ein besseres Verständnis dafür, wie wir unser Leben führen sollten. Er war einer größten Propheten Allahs. Er wird 73 Mal im Qur’an, in 25 Suren, erwähnt. Er hat einen hohen Rang bei Allah, denn er sagt im Qur’an: „Und wer hat eine schönere Religion als jener, der sich Allah ergibt und dabei Güte übt und dem Glauben Ibrahims folgt, des Aufrechten? Und Allah nahm Sich Ibrahim zum Freund.“ (An-Nisa, 125) und an einer späteren Stelle: „Wahrlich, Ibrahim war ein Vorbild: (er war) gehorsam gegen Allah, lauter im Glauben, und er gehörte nicht zu den Götzendienern.“ (An-Nahl, 120)

Der Prophet Ibrahim wurde in einem Zeitalter des Götzendienstes geboren. Sogar sein eigener Vater Azar machte Götzen mit seinen eigenen Händen und verkaufte diese. Allah segnete Ibrahim bereits in jungen Jahren mit Weisheit und Unterscheidungsvermögen, wie Er uns in der Sura Al-Anbija (21, 51) berichtete: „Und vordem gaben Wir Ibrahim seine Rechtschaffenheit; denn Wir kannten ihn.“

Von einem jungen Alter an vertraute der Prophet Ibrahim vollkommen auf Allah und wies die Lehren seiner Vorfahren zurück. Er bemühte sich, sein Volk vor dessen falschem Weg zu warnen und sie auf den rechten Weg zu führen. Allah fährt mit seiner Beschreibung in der Sura Asch-Schu’ara (26, 75) fort: „Er sagte: ‘Seht ihr denn nicht, was ihr da angebetet habt, ihr und eure Vorväter? Sie sind mir feindlich (gesonnen); nicht aber der Herr der Welten, Der mich erschaffen hat; und Er ist es, Der mich richtig führt und Der mir Speise und Trank gibt. Und wenn ich krank bin, ist Er es, Der mich heilt, und (Er ist es,) Der mich sterben lassen wird und mich dann wieder zum Leben zurückbringt, und von Dem ich hoffe, dass Er mir meine Fehler am Tage des Gerichts vergeben werde.’“

Saijiduna Ibrahim blieb standhaft gegenüber den Götzendienern und zeigte diesen den Irrtum ihres Weges auf. Er fürchtete sich nicht vor deren Rache. Und Ibrahim erinnerte die Menschen daran, dass sie ausschließlich Diener ­Allahs sind, und dass Er Macht über alle Dinge hat.

Wir können nicht umhin, die Parallelen zwischen der Zeit von Ibrahim und unserem Zeitalter zu ziehen. Wieder haben die Menschen die Anbetung Allahs verlassen und sich Götzen zugewandt. Heute nehmen sie die Form von Reichtum und Ruhm an. Aber wir sollten standhaft sein und die Menschen zur Wahrheit aufrufen. Dies ist unser einziger Daseinszweck in der Welt. Wir müssen Allah anbeten und die Menschen zu Seinem Din einladen. Und wir müssen darauf vertrauen, dass Allah, solange wir dies tun, uns beschützen und uns versorgen wird.

Eines Tages entschied sich Ibrahim, seinem Volk den Fehler ihrer Lebensweise zu zeigen, und zerstörte ihre Götzen. Angefüllt von vollkommenem und unerschütterlichem Vertrauen in Allah nahm unser Meister Ibrahim seine Axt, ging zum Tempel und zerschlug alle Idole mit Ausnahme von einem, um das er seine Axt hing. Allah unterweist uns davon in der Sura Al-Anbija (21, 57): „Und, bei Allah, ich will gewiss gegen eure Götzen verfahren, nachdem ihr kehrt gemacht habt und weggegangen seid.’ Alsdann schlug er sie in Stücke – mit Ausnahme des größten von ihnen -, damit sie sich an ihn wenden könnten. Sie sagten: ‘Wer hat unseren Göttern dies angetan? Er muss wahrlich ein Frevler sein.’ Sie sagten: ‘Wir hörten einen jungen Mann von ihnen reden; Ibrahim heißt er.’ Sie sagten: ‘So bringt ihn vor die Augen der Menschen, damit sie das bezeugen.’ Sie sagten: ‘Bist du es gewesen, der unseren Göttern dies angetan hat, o Ibrahim?’ Er sagte: ‘Nein, dieser da, der größte von ihnen, hat es getan. Fragt sie doch, wenn sie reden können.’“

Bedenken wir, dass Ibrahim zu jener Zeit ein junger Mann war, und Allah ­beschrieb ihn als „Fitan“ oder junger Mann. Voller Ärger und Frustra­tion entschieden sich die Götzenanbeter dazu, ihn in ein riesiges Feuer zu werfen und bei lebendigem Leib zu verbrennen: „Sie sagten: ‘Verbrennt ihn und helft euren ­Göttern, wenn ihr etwas tun wollt.’“ (Al-Anbija, 67)

Aber wie alles andere auch ist das Feuer eines der Geschöpfe Allahs und so hat Er Macht darüber und verfährt mit ihm, wie Er will. Allah sagt: „Wir sprachen: ‘O Feuer, sei kühl und ein Frieden für Ibrahim’.“ (Al-Anbija, 68)

Allah kann für uns sorgen und uns Erfolg von einem Ort aus gewähren, den wir am wenigsten erwarten. Wir brauchen nichts außer Ihm. Als Ibrahim in das Feuer geworfen wurde, war sein Bittgebet „Hasbi Allahu wa ni’mal wakil“ (Allah ist genug für mich und Er ist der beste Beschützer).

Denn Allah sagt in der Sura Ali ‘Imran: „Diejenigen, zu denen die Leute sagen: ‘Die Menschen haben sich gegen euch versammelt, also fürchtet sie.’ Doch dies steigerte bloß ihren Iman und sie sagten: ‘Allah ist genug für uns und der beste Beschützer.’“ (Ali ‘Imran, 173)

Und an dem Punkt, an dem er in das Feuer geworfen werden sollte, kam der Engel Dschibril [Gabriel] zu ihm und fragte: „O Ibrahim, gibt es etwas, dass du wünschst?“ Ibrahim entgegnete: „Von dir nichts.“ In dem eigentlichen Augenblick, in dem er getötet werden sollte, blieb unser Meister Ibrahim standhaft. Dies war ein Mann, für den Tawakkul kein Ideal, sondern eine Wirklichkeit war.

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