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Angst ist „ein Zerstörer“

Wissenschaftler sieht massiven Wandel der politischen Kultur

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Foto: Kalispera Dell | Lizenz: CC BY 3.0

Berlin (KNA). Nach Einschätzung des Politologen Herfried Münkler hat sich die politische Kultur in Deutschland durch die Pegida-Bewegung massiv gewandelt. „Pegida war ein Dammbruch“, sagte er der „Welt“ (20. Mai).

In der Hochburg der antiislamischen Demonstrationen, Dresden, gebe es einen „Opfermythos“ in Folge der Bombenangriffe von 1945, so der Berliner Wissenschaftler weiter. „Die Vorstellung war: Wer das erlebt hat, der darf alles sagen, was andere sich nicht trauen würden.“ Diese Wirkung hätten viele Beobachter falsch eingeschätzt.

Grundsätzlich schwinde „die Präsenz, dass es eine Verhängnis in der deutschen Geschichte gibt“, so Münkler weiter. „Dieses ‘Nie wieder!’ langweilte irgendwann, da war eine Sättigung da, ein Überdruss.“

Die Generation, die sich noch stark mit der jüngeren Geschichte auseinandergesetzt habe, scheide nun aus dem Berufsleben und der Öffentlichkeit aus. „Was viele Generationen als ein Lernen aus der deutschen Geschichte rubriziert haben, wird mit großer Lust in den Dreck getreten“, kritisierte der Forscher.

Die Flüchtlinge seien in dieser Situation der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe. In der Folge hätten sich Unsicherheit und Ungewissheit ausgebreitet, „und das in einem Zustand tendenziell hoher Sicherheit.“ Angst sei jedoch „ein Politikzerstörer“, mahnte Münkler.

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