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At-Tahadschud: Wenn sich die Türen des Himmels öffnen

Schaikh Faraz Rabbani erklärt das Nachtgebet

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Foto: By Zied Nsir | Lizenz: CC BY-SA 3.0

(iz). Es gibt viele Hinweise im Qur’an und der Sunna. Sie zeigen uns die Exzellenz und den Verdienst des Tahadschud-Gebets – dem freiwilligen Nachtgebet.

Allah, der Allerhöchste, sagt: „Etabliere das Gebet beim Neigen der Sonne bis zum Dunkel der Nacht, und die Lesung der Morgendämmerung. Gewiss, die (Qur’an-)Lesung der Morgendämmerung wird bezeugt. Und verbringe einen Teil der Nacht damit, zusätzlich für dich zu beten. Vielleicht wird dich dein Herr in einen lobenswerten Rang erheben.“ (Al-Isra, 78-9)

Abu Huraira berichtete, dass der Gesandte Allahs, Segen und Frieden auf ihm, sagte: „Das beste Gebet nach dem Pflichtgebet ist dasjenige in der Nacht.“ Dieser Prophetengefährte berichtete auch folgenden Austausch. Ein Mann wollte vom Gesandten Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, wissen: „Welches Gebet ist – nach den Pflichtgebeten – das vortrefflichste?“ Der Prophet antwortete: „Das Gebet in der Tiefe der Nacht.“

Abdallah ibn Salam berichtete folgendes Hadith vom Propheten, Allahs Heil und Segen auf ihm: „Oh, ihr Leute! Verbreitet die Friedensgrüße, speist andere, erhaltet die Familienbande und betet in der Nacht, wenn andere schlafen und ihr werdet sicher in den Himmel eintreten.“

Abu Umama Al-Bahili berichtete, dass der Gesandte Allahs sagte: „Haltet am Nachtgebet fest. Denn es war der Weg der Rechtschaffenen vor euch. Ein Weg, sich eurem Herrn anzunähern. Eine Auslöschung von Fehlern und ein Schild gegen falsche Taten.“ In einigen Überlieferungen findet sich ein Zusatz: „Und es wehrt Krankheit vom Körper ab.“

Der Prophetengefährte Ibn Mas’ud sagte: „Der Vorrang des nächtlichen Gebets über dem täglichen ist wie die Tugend der heimlichen Wohltätigkeit über die öffentliche.“ Die Gelehrten beziehen diese Aussage auf die freiwilligen Gebete.

Imam Saffarini, der hanbalitische Faqih und Sufi, erklärte in seinem „Scharh Mandhumat Al-Adab“, dass das nächtliche Gebet dem täglichen überlegen sei. Und zwar aus folgendem Grund: „Es ist verborgener und näher an der Aufrichtigkeit. Die rechtschaffenen frühen Muslime (die sogenannten Salaf) bemühten sich sehr stark darum, ihre Geheimnisse (das heißt, die Handlungen zwischen ihnen und Allah) zu bewahren.“

Hasan Al-Basri sagte: „Es war so, dass eine Person Gäste hatte, die über Nacht blieben. Sie betete, ohne dass ihre Besucher es mitbekamen …“

Das nächtliche Gebet ist härter für das niedere Selbst. Denn dies ist eine Zeit der Ruhe von den Anstrengungen des Tages. Also ist das Ablassen vom Schlaf, obwohl das niedere Selbst danach verlangt, ein enormer Kampf (Mudschahad). Einige haben gesagt: „Die beste Arbeit, die das niedere Selbst zwangsweise tun muss.“

Die Rezitation des Qur’an im Nachtgebet ist näher am Nachsinnen. Denn die Dinge, die unser Herz beschäftigen, sind nachts mehrheitlich abwesend. Also ist unser Kern aufmerksam. Darüber sagt Allah im Qur’an: „Das Aufstehen in der Nacht hat stärkeren Einfluss (auf die Seele) und bringt eher aufklärende Worte. Du hast ja am Tage lange Zeit für Beschäftigung. Und gedenke des Namens deines Herrn und widme dich Ihm ganz allein.“ (Al-Muzzammil, 6-8)

Aus diesem Grund ist es uns empfohlen, den Qur’an im Tahadschud zu rezitieren. Und daher ist es auch ein Schutz vor falschen Taten.

Zu dieser Zeit sind die Türen des Himmels geöffnet. Bittgebete werden beantwortet und die Bedürfnisse des Bittenden erfüllt.

Allah lobt diejenigen, die nachts für Seine Erinnerung aufwachen, ihn anflehen und Vergebung von Ihm erbeten. Er sagt im Qur’an: „Ihre Seiten weichen vor den Schlafstätten zurück; sie rufen ihren Herrn in Furcht und Begehren an und geben von dem, womit Wir sie versorgt haben, aus. Keine Seele weiß, welche Freuden im Verborgenen für sie bereitgehalten werden als Lohn für das, was sie zu tun pflegten.“ (As-Sadschda, 16-17)

Imam Abu Sa’Id Al-Khadimi sagte: „Es gibt einen Konsens der Gelehrten darüber, dass das nächtliche Gebet zu den besten aller tugendhaften Handlungen zählt.“

Die Gelehrten leiten aus dem Qur’an und den Hadithen des Propheten einige Parameter für das Tahadschud ab:

1. Die minimale Länge beträgt zwei Rakat (eine Rakat ist ein Gebetszyklus aus Stehen, Verbeugung und Niederwerfung).

2. Die optimale empfohlene Länge sind acht Rakat, weil dies die übliche Praxis des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sowie seiner Gefährten war.

3. Ein längere Rezitation in dem jeweiligen Gebet ist einer größeren Zahl an Gebeten vorzuziehen.

4. Teilt man die Nacht in drei Teile, dann ist das letzte Drittel der beste Zeitpunkt für das Tahadschud.

5. Der volle Nutzen des Gebets entfaltet sich erst, wenn man zuvor geschlafen hat. Eine der sprachlichen Bedeutungen von Tahadschud ist, sich vom Schlaf zu befreien.

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