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Auch ein Vorbild

Unter den Prophetengefährten befanden sich auch Reiche und erfolgreiche Händler

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Foto: publicdomainpictures.net

Viele kennen die Lebensgeschichten von frühen Muslimen im Hinblick auf ihre Geduld in Armut, ihren Verzicht auf die unnötigen Dinge der Welt (Zuhd) und ihre allgemeine Abkehr von den Stolperfallen des materiellen Lebens.

Doch besteht hier – in diesem Zeitalter des Überflusses – unser Problem im Umgang mit einem Zuviel und nicht mit einem Zuwenig. Daher können viele auch nichts mit Geschichten über Mangel und Entbehrung anfangen. Eine Alternative in Bezug auf das Leben der ersten Generation und ihres Vorbilds besteht darin, sich mit der Biografie der Wohlhabenden unter ihnen zu beschäftigen.

Khadidscha Bint Khuwailid: Sie war die Mutter der Gläubigen, die Allah durch den Engel Dschibril segnete. Der Engel sagte dem Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben: „Khadidscha kommt zu Dir mit einer Speise. Wenn sie bei dir angelangt, richte ihr Grüße von ihrem Herrn, dem Erhabenen und Glorreichen, und von mir aus. Und gib ihr gute Nachricht von einem Palast aus Juwelen im Paradies, in dem es keinen Lärm und keine Last gibt.“ (Sahih Muslim)

Khadidscha gehörte zu den wohlhabendsten Frauen ihrer Zeit. Sie gab ein beträchtliches Vermögen für die Linderung und Hilfe der entstehenden muslimischen Gemeinschaft aus. Während der drei Jahre des Boykotts, welche die Muslime in Shi’b Abi Talib (einem Tal nahe Mekkas, wo sie isoliert waren) verbrachten, brachte sie beinahe alleine ihre Handelsvertreter dazu, Lebensmittel und andere Notwendigkeiten zu besorgen.

Ihr fehlte es mit Sicherheit nicht an Haushaltshilfen oder Dienern. Die Tatsache aber, dass sie die Mahlzeiten des Propheten selbst trug, spricht Bände über ihre Demut und Achtung sowie die Liebe zu ihrem Ehemann, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben.

‘Uthman ibn ‘Affan: Er war der Gefährte, über den der Gesandte Allahs, Heil und Segen auf ihm, sagte: „Von diesem Tag an wird ‘Uthman durch nichts Schaden erleiden (das heißt, ungeachtet dessen, was er tut).“ Veranlasst wurde diese Aussage dadurch, dass er eine schlecht ausgerüstete Patrouille ausstattete, die auf dem Weg war, um sich den Römern in den Weg zu stellen. Diese hatten sich bei Tabuk im 9. Jahr nach der Hidschra versammelt. Der Prophetengefährte spendete 300 Kamele, 100 Pferde und Ausrüstung. Von Tausenden Gold-Dinaren ganz zu schweigen.

Bei einer anderen Gelegenheit half er der Gemeinschaft, die in Medina unter akutem Wassermangel litt. Die Muslime mussten Wasser zu horrenden Preisen kaufen. ‘Uthman erstand eine Süßwasserquelle namens Ar-Rumah und stellte sie den Muslimen zur Verfügung.

Später wurde Medina, während der Khilafa von Abu Bakr, von einem schwerwiegenden Hunger getroffen. Die Händler der Stadt versammelten sich bei seinem Haus, als eine große Karawane aus Damaskus voller Lebensmittel und Waren eintraf. ‘Uthman gab die gesamte Karawane an die Einwohner.

Die herausstechendste unter den vielen Eigenschaften von ‘Uthman war sein vollkommenes Vertrauen in das Versprechen Allahs. Es kam von seinem starken Iman. Anders als die meisten von uns war er sicher, dass dasjenige, was bei Allah ist, ohne Zweifel besser ist. Dieses Vertrauen spiegelte sich in seiner einmaligen Großzügigkeit und seinem Verlangen wieder, Allahs Wohlgefallen durch den Dienst an den Muslimen zu erlangen.

‘Abdurrahman ibn ‘Auf: Als er nach Medina auswanderte, hatte er keinen Groschen. Das veranlasste Sa’d ibn Rab’i Al-Ansari (mit dem er eine Brüderschaft knüpfte), ihm die Hälfte seines Besitzes anzubieten. ‘Abdurrahman ibn ‘Auf wies das Angebot höflich ab und wollte stattdessen den Weg zum nächsten Marktplatz wissen. Innerhalb kurzer Zeit war er in seinem Geschäft so gesegnet, dass er sagte: „Ich habe das Gefühl, ich muss nur einen Stein aufheben, um darunter Gold oder Silber zu finden.“

Nach dem Ableben des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sorgte er sich in überragender Weise um die Mütter der Gläubigen (das heißt, um die Gattinnen des Propheten). ‘A’ischa betete für ihn: „Möge Allah ihm das Wasser von Salsabil (einer Quelle im Paradies) gewähren.“

Ibn ‘Auf gehörte zu den zehn Prophetengefährten, denen das Paradies versprochen wurde. Einmal erinnerte sich ‘A’ischa an die Prophetenworte, dass ‘Abdurrahman, möge Allah mit beiden zufrieden sein, „das Paradies kriechend betreten“ werde. Als er das hörte, ging er zu ‘A’ischa, um den Bericht zu bestätigen. Als sie betonte, dass sie das in der Tat hörte, gab er ihr die Erträge einer Karawane, die aus Syrien kam. Das war seine Dankbarkeit für die frohe Botschaft des Paradieses – in der Hoffnung auf größere Belohnung.

Einmal setzte ‘Abdurrahman ibn ‘Auf sich zum Essen nieder, um sein Fasten zu brechen. Er weinte angesichts des Wohlstands, an dem er sich erfreute, und dachte an die Prophetengefährten, die in Armut starben.

Zweifelsohne gehörte ‘Abdurrahman ibn ‘Auf zu denjenigen, die sich an diesen Qur’anvers erinnerten: „Als sie dann vergaßen, womit sie ermahnt worden waren, öffneten Wir ihnen die Tore zu allen Dingen. Als sie dann froh waren über das, was ihnen gegeben worden war, ergriffen Wir sie plötzlich. Da waren sie sogleich verzweifelt.“ (Al-An’am, 44)

Al-Hasan Al-Basri sagte in einer Erklärung dieses Verses: „Wer Versorgung von Allah erhält, und nicht versteht, dass Allah ihn prüft, hat keine Weisheit. Wer wenig Versorgung hat und glaubt, dass Allah nicht für ihn sorgen wird, hat keine Weisheit.“
In diesen Worten und den Biografien der Prophetengefährten sind Zeichen für Leute, die verstehen.

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