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Auf den Spuren des Propheten

Imam Malik sammelte und lehrte das Wissen und die Praxis der Leute von Medina

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Foto: Maxpixel.net

(madanitimbukti.wordpress.com). Was von Anfang an bei der Behandlung des Themas Madhhab verstanden werden muss, ist, dass sich das Konzept dieses Begriffs in Hinblick auf Imam Malik und der Leute Medinas von der Vorstellung unterscheidet, die auf andere Städte, ihre Imame und Schulen angewandt wurde. Der Ursprung und die frühe Bedeutung von Madhhab für die Leute von Medina ist gleichbedeutend mit dem Wort ‘Amal.

In seiner Muwatta’ bezog sich Imam Malik auf ‘Amal mit den Worten: „Die Angelegenheit wird von den Leuten ­praktiziert. Und das Wissen davon ist in den Herzen der Leute. Es wird in Übereinstimmung mit der Praxis (arab. ‘amal) der Vergangenheit gehandelt.“ (Al-Muwatta’ mit dem Kommentar von Imam Az-Zurqani)

‘Amal ist die Handlung oder Praxis, die in Übereinstimmung mit oder der Stärke des Verhaltens von jemand an­de­rem verrichtet wird. Der ‘Amal von ­Medina ist daher die Handlung oder ­Praxis der Leute von Medina, die jedes Tun an der Praxis oder der Stärke des Verhaltens des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, seiner Gefährten, der Nachfolgegeneration (arab. tabi’un) und ihrer Nachfolger ­(tabi’u tabi’in) ausrichteten.

Daraus wird klar ersichtlich, dass der ‘Amal von Medina in Wirklichkeit nichts anderes als Sunna Muhammads ist, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben. Sie ist kombiniert mit den anerkannten Handlungen der edlen, frühen Gene­rationen (arab. salaf), die der Prophet, Allahs Heil und Segen auf ihm, in einem bekannten und korrekten Hadith als ­herausragend bezeichnete. Imam Malik sagte in einer überlieferten Aussage, dass er die Angelegenheit in Bezug zur Sunna und dem, was von den Leuten des Wissens dazu gesagt wurde, bedacht habe. Es handle sich hier um die Praxis seit der Zeit des Gesandten Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sowie der rechtgeleiteten Kalifen und derjenigen, die er in seiner Lebenszeit getroffen habe. „Es ist ihre Meinung, der ich folge. Und ich bin nicht über sie hinausge­gangen im Austausch (zur Meinung) von jemand anderem.“

Es gibt bestimmte Sätze und Ausdrücke, die Imam Malik in der Muwatta’ nutzte. Sie verweisen klar darauf, dass das, was er mit dem Wort Sunna meint, die etablierte Praxis beziehungsweise die bestimmenden Präzedenzfälle sind. Das beschreibt die etablierte Praxis oder die bestimmenden Präzedenzfälle des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, oder der Mitglieder der ersten drei herausragenden Generationen oder der Gelehrten der Stadt, welche seine Zeitgenossen waren.

Einige seiner Formulierungen hierzu lauten wie folgt: „Die Sunna Seines ­Propheten“ (arab. sunnatu nabijihi); „die Sunna, über die es keine Unstimmigkeit diesbezüglich gibt“; „das ist die Sunna, über die es keine Meinungsverschiedenheiten unter uns gibt und die immer noch der ‘Amal der Leute ist“; „und so habe ich es gehört und es ist die Praxis der Menschen unter uns“; „die Sunna unter uns und deren Praxis ich bei den Leuten des Wissens in unserer Stadt g­esehen habe“; „dies ist die Praxis unter uns und das, was ich von den Menschen des Wissens gehört habe“; „und es hat mich erreicht, dass ‘Umar ibn Al-Khattab sagte …“ sowie „es ist die Praxis, welche die Leute des Wissens in unserer Stadt fortsetzen“.

Das Wort Madhhab wurzelt in der ersten Form des Verbs dhahaba und sie bedeutet, „er ging“. Wenn Imam Malik sagte, dass er eine Angelegenheit ent­sprechend der Madhhab der Leute von Medina betrachtete, meinte er, dass er ein Rechtsurteil in Übereinstimmung mit der Meinung, dem Weg oder der Methode der Leute des Wissens in Medina fällte. Entweder waren das seine Zeitgenossen oder Vorläufer – bis zurück in die Zeit des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben. Selbst, wenn er gezwungen war, Idschtihad einzusetzen, setzte er sich die Madhhab, oder den Weg, der Medinenser als Grenze.

Es wurde berichtet, wonach der Imam sagte: „Wo ich nichts von ihnen (den Gelehrten Medinas) gehört habe, habe ich mein eigenes Urteil angewandt und die Angelegenheit gemäß der Madhdab ­derer, denen ich begegnet bin, betrachtet. Bis ich das Gefühl hatte, dass ich bei der Wahrheit angelangt bin oder ihrer Nähe davon, damit es nicht außerhalb des Madhhab der Leute Medinas und ihrer Meinungen wäre …“ Aus dieser Aussage lässt sich ablesen, dass das Wort Madhhab in seinem früheren Gebrauch beinahe synonym mit ‘Amal ist. Daher lässt sich sagen, dass Imam Maliks Madhhab der ‘Amal von Medina war.

Ibn Taimija sagte über dieses Thema: „Alles Lob gebührt Allah. Es ist die Madhhab der Leute Medinas – der Stadt des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, der Heimstätte der Auswanderung und Hilfe. In Medina bestimmte Allah die Sunna des Islam und Seine Schari’a. Hierin wanderten die Muhadschirun und Sein Gesandter zu Allah aus; und in Medina waren die Ansar. ‘Und diejenigen, die in der Wohnstätte und im Glauben vor ihnen zu Hause waren, lieben, wer zu ihnen ausgewandert ist (…)’ (Al-Haschr, Sure 59, 9) Ihre Madhhab, die in der Zeit der Sahaba, der Tabi’un und der Tabi’u Tabi’in existierte, war die korrekteste Madhhab aller Städte im Osten wie im Westen – in ihren Wurzeln und Zweigen.“

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