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Stuttgarter IT-Unternehmer Frank Müller will Palästina verändern

Auf der Suche nach Frieden: „Krieg oder Himmel auf Erden“

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Frank Müller, AXSOS Vorstand, im Gespräch mit palästinensischen Medienvertretern. (Foto: Axsos AG)

Im Heiligen Land entscheidet sich nicht weniger als das Schicksal der Welt – davon ist IT-Unternehmer Frank Müller überzeugt. Mit seinem Engagement will der Gründer der Stuttgarter Axsos AG etwas in Palästina bewegen.

Ramallah (KNA). Palästinensische Gastfreundschaft, orientalische Menschenkenntnis, deutsche Prozesstreue. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Mit diesem Rezept will Frank Müller die Welt verbessern. Genauer: Palästina, das Heilige Land, den Nahen Osten. Vor sechs Jahren eröffnete der Stuttgarter IT-Unternehmer in Ramallah seine erste Nahost-Niederlassung – mit fünf Mitarbeitern. Seither ist das palästinensische Team seiner Axsos AG auf rund 40 Mitarbeiter gewachsen. Geht es nach Müller, werden es 2030 bis zu 1.000 Arbeitsplätze sein.

Für den wirtschaftlichen Erfolg seiner anwenderorientierten IT setzt der Firmengründer auf „friedliches und friedfertiges Miteinander“, für seine hehren Ziele auf „unternehmerische Sozialverantwortung“: Fast ein Viertel des Axsos-Ertrags fließe in gesellschaftliches Engagement, „mehr als der biblische Zehnte“.

Brombeer ist die dominierende Farbe der Axsos-Räume im sonst charakterlosen Büroturm eines Neubauviertels der Boomtown Ramallah. Unter Schwarz-Weiß-Fotos mit schwäbisch-idyllischen Motiven – „in den deutschen Büros hängen Bilder aus dem Heiligen Land“ – sitzt ein junges Team mit auffällig hohem Frauenanteil.

Das Ungewöhnliche aber zeigt sich von der Terrasse der fünften Etage, und es bleibt dem geübten Betrachter vorbehalten: Nahezu kein Müll ziert die Grünflächen zu den Nachbargebäuden. Baden-Württembergs Winfried Kretschmann, Deutschlands erster grüner Ministerpräsident, hat seinen Besuch angekündigt – und Müller hat es geschafft, Ramallah davon zu überzeugen, dass eine saubere Nachbarschaft besser aussieht.

Als Müller in den 1990er Jahren ein 15-monatiges Sabbatical in Jerusalem verbrachte, kam er „mit einem unreflektierten pro-israelischen Bild und als verbohrter Provinzialist“, wie er sagt. Heute ist der Protestant mit einer muslimischen Palästinenserin verheiratet, die von einer jüdischen Großmutter abstammt. In Jerusalem entsteht die zweite Axsos-Niederlassung, die Zusammenarbeit mit jüdischen Israelis erwartet Frank Müller mit Spannung: ein sensibles Thema im israelisch-palästinensischen Konflikt, dessen ist er sich bewusst.

Was es in Palästina „dringend“ brauche, sagt er, „ist ein Bewusstseinswandel. Und der geht am schnellsten, wenn man ihn breit angeht.“ In Müllers Vorstellungen heißt das: Ein Firmencampus mit eigenem Kindergarten und Schule, in religiöser und kultureller Diversität. So will er zum Frieden in Nahost beitragen. Palästina sei dafür der geeignete Standort. Denn es entscheide sich hier, „wie schnell wir in einen Dritten Weltkrieg geraten oder sich die Vision des Vater Unser vom Reich Gottes ‘wie im Himmel so auf Erden’ erfüllt“. Nirgends, sagt er, sei die „Verdichtung so hoch“ und manifestierten sich „gute wie böse Energien“ so sehr wie hier.

Der Protestant aus einer kirchlich geprägten Familie spricht von Jesu Botschaft der Liebe als Gegenpol zur Angst, von Heilung und von Hoffnung. Freiheit ist dabei eines seiner zentralen Worte, die Freiheit, die „in uns selbst liegt, uns eine Wahl lässt und zum Handeln in Verantwortung aufruft“. Für den Baden-Württemberger ist dies der Gegenpol zur „Unfreiheit im Kopf“ und der „manifestierten Opferrolle“, die er der palästinensischen Seite teilweise zuschreibt.

Viele Nichtregierungsorgansiationen (NRO) vernachlässigen diesen Aspekt nach Einschätzung Müllers. Aus dem Gewinn seines Unternehmens finanziert er daher eine Jugendarbeiterstelle in der christlichen Vereinigung YMCA in Ostjerusalem. Er unterstützt zudem den mit GEZ-Geldern geförderten dualen IT-Studiengang der Al-Quds-Universität und vermittelt Austauschprogramme zwischen palästinensischen Filmstudierenden und der Filmakademie Ludwigsburg. Das alles seien Versuche, „die positiven Seiten Palästinas“ näherzubringen. „Wenn wir genügend Menschen finden, die diese Vision teilen, und sie untereinander vernetzen“, sagt Müller, „steigt die Hoffnung auf Veränderung“.

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