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Aufklären und mobilisieren! Umweltschutz und fairer Handel in Moscheen und „Kulturzentren“. Ein Bericht von Morad Bouras

Eine nachahmenswerte Idee

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„Der Mensch ist nicht das Produkt seiner Umwelt – die Umwelt ist das Produkt des Menschen.“ Benjamin Disraeli



„Green Up My Local Community!“, so lautet der Slogan einer europaweiten Kampagne, die von der FEMYSO (Forum of European Muslim Youth and Students Organization) und MADE in Europe initiiert wird und im kommenden Monat diesen Jahres seinen offiziellen Start einläutet. Mit dieser Kampagne soll ein Bewusstsein geschaffen werden, das sich den Problemen aus unfairen Handel und des fehlenden Umweltschutzes stellt, und ihnen entscheidend entgegentritt.

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Der Hintergrund
Moscheen und „Kulturzentren“ sind in Vereinsform organisiert, die durch Spenden und Mitgliedsbeiträge am Leben erhalten werden können. Oft sieht die finanzielle Lage nicht danach aus, als seien Produkte aus fairem Handel oder umweltfreundliche Strom- und Heizlösungen für die Vereinskasse erschwinglich. Gleichwohl könnten Ökostrom und sanierte und energiesparende Häuser ihren ökologischen Teil dazu beitragen, um ein umweltbewussteres Gemeindehaus zu unterhalten, um dieses Bewusstsein auf die Besucher zu übertragen.

Bevor allerdings Maßnahmen bewusst ergriffen werden können, muss den Menschen der Gemeinden zunächst klar werden, mit welcher Herausforderung sie es zu tun haben und wie wichtig es ist, diese anzunehmen und zu meistern.



Islamisch begründeter Umweltschutz?
Muss das Label Islam drauf geschrieben werden, um Gutes und Sinnvolles seitens der Muslime zu vollbringen? Klare Antwort: Nein! Die Initiatoren der Kampagne sind sich jedoch darüber im Klaren, dass dieses Feld ein Neuland für die Moscheen und „Kulturzentren“ darstellt.

Der Islam ist nicht nur eine Religion. Für die Muslime ist er eine Lebensart, welche stark mit dem Bewusstsein zu tun hat; sich und seine Umwelt zu kennen, sich und seine Umwelt zu hegen und zu pflegen. 
Umweltschutz und fairer Handel aus islamischer Sicht sind keine aus der Luft gegriffenen Konstruktionen. Sie sind im Islam immanent. Wer den Zugang zu diesem Wissen hat und sehr wohl weiß, dass ein fehlender Umweltschutz und ein unfairer Handel sowohl der Erde, als auch den Menschen einen beträchtlichen Schaden verursacht, der muss sich verpflichtet fühlen, diesen mit seinen Möglichkeiten zu vermeiden.



Umweltschutz und fairer Handel gehen Hand in Hand
Wer fairen Handel betreiben will und dem Kaffeebauern in Süd-Amerika einen gerechten Lohn zahlen möchte, der sollte zumindest wissen, dass die Rodung vom Regenwald, um neue Ernteflächen zu gewinnen, nicht die Lösung sein kann. Bisweilen sind unzählige Dokumentationen aus Film und Fernsehen, aus Wissenschaft und Umweltverbandsarbeit vorhanden, die den Menschen ein neues Bewusstsein zum Planeten Erde geben wollen. Sie stellen dar, wie schädlich die CO2 Emissionen sind, wie Kaffeebauern in Afrika und Süd-Amerika ausgebeutet werden, wie viel Nahrung in der „westlichen Welt„ täglich vernichtet wird und wie das Lebensmittel Mais als Kraftstoff verwendet, und sein Preis dadurch unerschwinglich für diejenigen wird, für die Mais ein Grundnahrungsmittel darstellt. 

Das ökonomische Prinzip: So günstig wie möglich zu beziehen und so teuer wie möglich zu verkaufen, löst auf den Weltmarkt den Effekt aus, dass die Ärmsten darunter leiden. Sie erhalten für ihre Arbeitskraft und den Verkauf ihrer Rohstoffe, den berühmt berüchtigten „Hungerlohn“. Ein stetiges Wirtschaftswachstum kann nicht das Ziel sein, wenn täglich hunderttausend Menschen an Hunger oder seinen unmittelbaren Folgen sterben. Dies konstatierte der ehemalige UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Nahrung Jean Ziegler. Anders formuliert meint Ziegler, dass der „Raubtierkapitalismus“ keine Fairness im Handel kennt und kein Umweltbewusstsein besitzt.

Aufklären und mobilisieren!
Aus über zehn europäischen Städten, werden demnächst junge aktive Muslime in Berlin eintreffen. Das mehrtätige Seminar will zu diesen Themen Wissen vermitteln, die Kompetenzen der Teilnehmer trainieren und praxisnahe Projekte vorstellen. Denn „Green Up My Local Community!“ soll seine Umsetzung nicht nur in der Theorie erfahren. Umweltschutz und fairer Handel braucht den Praxisbezug.

Die Moscheen und „Kulturzentren“ europäischer Länder hinken auf diesem Feld augenscheinlich zurück. Durch die Beteiligung vieler Aktivisten, sollen Idealerweise bereits nach dem Seminar Multiplikatoren Effekte entstehen, die ihre unmittelbare Umwelt zu dem Produkt werden lassen, welches ein Stückweit gerechter und weniger von Umweltbelastungen betroffen ist. Wer gewillt ist diesen Dienst an die Menschheit zu leisten, der wird kurzfristig mit Anerkennung und längerfristig mit einem geschützteren Planeten, einer zufriedeneren Menschheit und mit zahlreichen guten Taten belohnt.

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