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Aufklärung gefordert

Menschenrechtler zum Tod von Mohammad Mursi

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Foto: Jonathan Rashad, via flickr | Lizenz: CC BY 3.0

(KNA/iz). Nach dem Tod des früheren ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi haben Menschenrechtler aus aller Welt Vorwürfe gegen die ägyptischen Behörden erhoben und eine zügige sowie unabhängige Untersuchung verlangt. Es bestehe Grund zur Sorge, dass Mursi während der fast sechsjährigen Haft eine angemessene medizinische Versorgung verweigert worden sei, sagte ein Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros am 18. Juni in Genf. Auch Ägypten habe den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte unterschrieben. Demnach seien Staaten verpflichtet, das Leben und die Gesundheit von Gefangenen zu sichern.

Mohammed Mursi brach am 17. Juni vor Gericht bewusstlos zusammen. Der 67-jährige, ehemalige Präsident Ägyptens, der vor rund sechs Jahren durch das Militär gestürzt wurde, litt unter Diabetes. Laut Berichten sei der Politiker nicht nur weitestgehend von seinem Umfeld isoliert gewesen, auch habe man ihm, so die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), wohl die ausreichende medizinische Versorgung für sein chronisches Leiden verweigert. Nach Angaben von Medien habe ihn seine Familie nur einige Male besuchen können. Nach Ansicht von Magdalena Mughrabi, stellvertretende Leiterin für den Nahen Osten und Nordafrika bei Amnesty International (ai), hätten die ägyptischen Behörden die Verantwortung gehabt, einen ausreichenden Zugang zu medizinischer Versorgung für Mursi zu gewährleisten.

UN-Menschenrechtssprecher Rupert Colville sagte zum Tode des inhaftieren, ersten demokratisch gewählten Präsidenten Ägyptens: ­„Jedem plötzlichen Tod in Haft muss eine ­sofortige, unparteiliche, gründliche und transparente Untersuchung folgen, durchgeführt von einer unabhängigen Stelle, um die Todes­ursache zu klären.“ Es gebe zudem Hinweise, dass er in fortgesetzter Einzelhaft gehalten wurde und Anwälte sowie Familienangehörige ihn nur selten besuchen durften.

Die HRW-Vertreterin Sarah Leah Whitson warf dem Sisi-Regime auf Twitter vor, es habe „Präsident Mursi gezielt für harte Behandlung und Isolation“ herausgepickt. Was immer ­seine politischen Ansichten gewesen sei, die Behandlung Mursis und die dafür Verantwortlichen müssten untersucht und entsprechend angeklagt werden. Über das berüchtigte Scorpion-Gefängnis, in dem Mursi einsitzen musste, sagte die EU-Direktorin von Human Rights Watch Lotte Leicht: „Es wurde so entworfen, dass diejenigen, die hineingehen, erst wieder hinauskommen, wenn sie tot sind. Es wurde für politische Gefangene gebaut.“

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Malik Özkan

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