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Aus Liebe zum Buch

Musa Adam hat seine Leidenschaft zur Berufung gemacht

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Foto: Autor

(iz). Musa Adam ist Betreiber des Buchhandels Iqra Agencies im südafrikanischen Städtchen Laudium nahe der Hauptstadt Pretoria. Mit ihm sprachen wir darüber, wie und warum man einen Buchhandel beginnt, und seine Liebe zum Lesen.

Islamische Zeitung: Wie begann Ihre Leidenschaft fürs Lesen?

Musa Adam: Seit meiner frühen Jugend liebe ich das Lesen und bin seitdem von Büchern umgeben. Das begann noch, bevor ich mit 19 Jahren nach England ging, um die Schule abzuschließen. Dort traf ich Schüler von Schaikh Dr. Abdalqadir As-Sufi, einem Sufischaikh, dem ich dann in London begegnete.

Nach diesen Begegnungen steigerte sich meine Faszination zu Büchern. Als Folge brachte ich die Lehren des Schaikhs in Form von Büchern nach Südafrika – noch während der Apartheid in meinem Land.

Islamische Zeitung: Ab wann konnten Sie aus Ihrer Leidenschaft einen Lebensunterhalt beziehen?

Musa Adam: Mir ging es zu Beginn nicht um den Verdienst durch den Buchverkauf. Zu Beginn ging es mir darum, die Bücher, die mir am Herzen lagen, unter die Leute zu bringen.

Islamische Zeitung: Wann öffneten Sie den ersten Laden?

Musa Adam: 1979 begann ich mit dem Handel. Zuerst im Gemischtwarenladen meines Vaters. Die Reise begann mit einigen wenigen Bücher wie „The Meaning of Man“ (Schaikh Ali Al-Dschamal aus Fes), „Letter to an African Muslim“ (Schaikh Dr. Abdalqadir As-Sufi), „Fusus Al-Hikam“ (Muhjiddin ibn Al-‘Arabi), die Lehrbriefe von Schaikh Ad-Darqawi und den Diwan von Schaikh Muhammad ibn Al-Habib.

Ich ging von Tür zu Tür und traf Leute in der Moschee. Manchmal lud ich Leute ein, die Nachbarn und Freunde einluden, um einige meiner Bücher zu sehen. Langsam begann ich, mir alles zu besorgen, was die Leute lesen wollten. Wenn sie mich nach einem Buch fragten, besorgte ich es für sie. „Wir erwerben, was Sie benötigen“ – das ist unser Motto.

1980 erhielt das Geschäft seinen bleibenden Namen: Iqraa Agencies. Es leitete sich aus dem arabischen Wort für das Lesen ab und passte einfach besser für den Buchhandel. 1982 zogen wir in die Räumlichkeiten, in denen wir seit fast 40 Jahren sind. Mein verstorbener Großvater, Ahmad Issa Hassim, verbrachte viel Zeit im Buchladen. Sein Ratschlag klingt immer noch in mir nach. Er sagte: „Musa, wirf das Handtuch nicht in den Ring.“ Er wusste, dass es beim Buchhandel nicht um Geld geht und dass es eine schwierige Reise sein werde. Das ist immer noch der Fall, aber wir haben genug zu essen, die Miete wird gezahlt und viele Leute sind sehr dankbar, dass es uns gibt.

Islamische Zeitung: Sind Sie spezialisiert auf bestimmte Titel und was lesen Sie im Moment?

Musa Adam: Iqra Agencies ist auf klassische und gegenwärtige Titel zum Islam fokussiert. Wir haben weltweite Angebote in mehreren Sprachen.

Gegenwärtig versuche ich, zwei Bücher zu beenden. Eines ist „A Palace of Books“ von Alice Kaplan. Es gefällt mir, weil es von Büchern handelt und das Gebiet der Literatur erkundet. Das ist eine großartige Lektüre und gibt tiefe Einblicke in die Buchkultur und eignet sich besonders für Leute, die mit Büchern leben. Außerdem lese ich gerade über die Stadt Bath. Ich werde ein bisschen nostalgisch und habe mir einige Bildbände über die Stadt besorgt. Zwischen 1977-79 verbrachte ich zwei Jahre dort und habe mich außerordentlich wohl gefühlt.

Manchmal lese ich auch Kinderbücher. Ich habe viele Kinder bei mir im Haus. Eines davon ist „Ein Tiger kam zum Tee“, 1968 geschrieben und illustriert von Judith Kerr. Es handelt von einem Tiger, der ein Mädchen zu Hause besucht. Er wird von Mutter und Tochter willkommen geheißen. Weil er so hungrig ist, isst er alle Lebensmittel im Haus. Es ist eine so schöne Geschichte; kurz, aber wunderbar gestaltet.

Islamische Zeitung: Warum ist Literatur für Sie wichtig und warum sollten Leute Bücher kaufen?

Musa Adam: Ich sage den Leuten recht häufig, dass Bücher in ihren Häusern länger bleiben als sie selbst. Ein Haus ohne sie ist kein Zuhause. Ein Menü ist nach seinem Verzehr schnell vergessen. Bücher aber werden erinnert und noch Generationen später benutzt. Ich kenne viele Menschen, die mich an Bücher erinnern, die für sie bei uns gekauft wurden. Es ist so herzerwärmend zu wissen, dass es so viele Menschen gibt, die so dankbar für Bücher und Drucksachen sind, die länger als ein Leben lang halten.

Islamische Zeitung: Lieber Musa Adam, wir danken für das Gespräch.

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