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Aus Liebe zum Propheten: von der Überlieferung der Sunna. Von Hassan Ritter, Leipzig

Kurzserie: Mehr als nur Sprache (1)

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(iz). „Oh ihr, die ihr glaubt! Erhebt eure Stimme nicht über die des Propheten! Sprecht zu ihm auch nicht so laut wie ihr euch untereinander unterhaltet, damit eure Werke nicht hinfällig werden, ohne dass ihr es bemerkt.“

Viele Einzelheiten aus dem Alltag des Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Frieden, sind uns überliefert worden, da er für seine Gefährten die unmittelbarste und klarste Manifestation des göttlichen Willens war und es galt, ihn von Anbeginn an als Vorbild zu nehmen auf dem Weg zurück zu unserem Schöpfer. In der Nachahmung selbst manchmal sehr alltäglich erscheinender Handlungen des Propheten ist über die Jahrhunderte hinweg auch die Liebe und der tiefe Respekt ihm gegenüber zum Ausdruck gekommen. Es geht dabei also weniger um eine lediglich mechanische Nachahmung oder um das bloße Abarbeiten ritueller Pflichten, was Muslimen von einigen Nichtmuslimen manchmal vorgeworfen wird. Auch Muslimen eher „puritanischer Prägung“ scheint eine allzu tiefe Beziehung zum Propheten als verdächtig. Es heißt, seine Mission in dieser Welt sei abgeschlossen und es gehe nun lediglich um die Befolgung der Anweisungen, die uns durch seine Sunna überliefert werden. Im Folgenden werden einige Überlieferungen aus dem Werk „Asch-Schifa“ des Qadi ‘Ijad aufgeführt, um zu verdeutlichen, wie die Gefährten des Propheten sich ihm gegenüber zu seinen Lebzeiten verhielten und welch tiefe Gefühle oft allein schon seine Erwähnung oder eine seiner Überlieferungen bei seinen Gefährten und deren Nachfolgern auslösten.

Es ist sicher nicht unangebracht, zu behaupten, dass vor allem auch diese innige Beziehung zu „Al-Mustafa“, dem Auserwählten Allahs, zur Bewahrung seiner Überlieferungen wesentlich beigetragen hat, da man zunächst aus Liebe zu ihm bestrebt war, alles bis ins kleinste Detail festzuhalten, und der tiefe Respekt ihm und seiner Botschaft gegenüber seine Anhänger fürchten ließ, ihm auch nur ein falsches Wort in den Mund zu legen.

Aus den Überlieferungen der Gefährten des Propheten und deren Nachfolger ist ein anderer Umgang mit der prophetischen Tradition herauszulesen, als der, der heutzutage leider oft unter Muslimen üblich geworden ist. Auch wenn es sich bei Qur’an und Sunna um die unbestreitbaren Grundlagen des Islam handelt, werden Aussagen, die mit „Allah hat gesagt, der Prophet hat gesagt …“ beginnen, heute oft allzu leichtfertig verwendet, früher hingegen zumindest äußerst gut bedacht und abgewogen. In Diskussionen, die unter Muslimen heutzutage zu vernehmen sind, scheinen solche Zitate manchmal leider nicht zur Klarstellung eines Sachverhaltes zu dienen, sondern es ist bei manchem der Drang spürbar, mit der Autorität des unanfechtbaren Qur’ans und des Propheten möglicherweise eigene Interessen oder Meinungen durchzusetzen. Außerdem bleibt zu bedenken, dass es nicht nur um die korrekte Weitergabe eines qur’anischen Verses oder eines Hadithes geht, sondern auch um die Art und Weise sowie den Rahmen, in denen man diese einbringt. Wenn man sich der immensen Wirkkraft und Bedeutung der Offenbarungstexte bewusst ist, einen Einblick in den enormen Umfang der Hadith-Wissenschaften vornimmt und sich die Komplexität der gesellschaftlichen Verhältnisse und des menschlichen Wesens an sich vergegenwärtigt, sollte man zu der Einsicht gelangen, dass man sich diesen Quellen nur in äußerster Demut und Respekt nähern sollte.

Keiner der frommen Vorfahren (Salaf) hätte sich wohl zu verbalen Auseinandersetzungen hinreißen lassen, in denen die Aussprüche des Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Frieden, zur bloßen Untermalung und Autorisierung des eigenen Standpunktes gedient hätten. Der erwähnte Vers „Erhebt eure Stimme nicht über die des Propheten…“ ist auch in diesem Sinn zu verstehen, da jene Aufforderung nicht auf die Zeit beschränkt ist, in der der Prophet, Allah segne ihn und schenke ihm Frieden, noch in dieser Welt lebte. Verdeutlicht wird dies auch durch den Umgang der früheren Generationen der Rechtschaffenen mit dem prophetischen Erbe.

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