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Auszüge aus dem Buch „The Four Imams“ (Die Vier Imame). Von Muhammad Abu Zahra, London

Die frühen Schüler von Imam Malik

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(iz). Der Fiqh von Malik wurde auf zwei Wegen übermittelt. Einer dieser Wege waren die Bücher von Malik, die von ihm überliefert worden sind. Das zuverlässigste und stärkste unter diesen ist die Muwatta’. Sie überlieferten sein Fiqh und viele Bücher wurden von ihm überliefert. Von keinem anderen Imam ist bekannt, dass er eine so große Anzahl an Schülern hatte wie Malik. Sie waren sicherlich sehr zahlreich und kamen aus allen Teilen der Welt. Er hatte Studenten aus Khorasan, Iraq und Syrien, obwohl die meisten aus Medina, Ägypten und Nordafrika kamen.

Der Grund dafür liegt darin, dass er im Hidschaz und insbesondere in Medina al-Munawwara zu Hause war. Er verließ Medina nur, um auf die Hadsch zu gehen und es ist nicht bekannt, dass er den Hidschaz jemals verlassen hätte. Medina war die Heimat des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben. Leute aus aller Welt kamen nach oder vor ihrer Hadsch dorthin. Malik wurde gut achtzig Jahre alt und unterrichtete mindestens sechzig Jahre seines Lebens. Dies ist ein weiterer Faktor, der die Menge seiner Schüler erklärt.

Die Bedeutung der Rolle von seinen Schülern kann der Tatsache entnommen werden, dass die Muwatta’ nur eine kleine Zahl der Themen enthält, die er unterrichtete und über die er Fatwas gab. Jedoch haben seine Studenten diese Fatwas aufgezeichnet. Es wäre unmöglich, sich in Gänze und umfassend hier mit all seinen Schülern befassen zu wollen, also werde ich nur kurz einige wenige der wichtigeren erwähnen: ‘Abdullah ibn Wahb, ‘Abdu’r-Rahman ibn al-Qasim, Aschhab ibn ‘Abdu’l-’Aziz al-’Amiri und Asad ibn al-Furat.

‘Abdullah ibn Wahb

Dieser Mann kam aus einem mit den Quraisch verbündeten Berberstamm. Er bleib bei Malik über zwanzig Jahre und verbreitete dessen Fiqh in Ägypten. Er studierte nicht nur bei Malik, sondern auch mit vielen der Gefährten von az-zuhri. Er nahm von über 400 Hadithgelehrten [Lehrer der prophetischen Überlieferungen] aus Ägypten, dem Hidschaz und Irak. Dezu gehörten unter anderem Sufjan ath-Thauri, Ibn ‘Ujaina, Ibn Dschuraidsch, ‘Abdu’r-Rahman ibn Zijad al-Ifriqi, Sa’id ibn Abi Ajjub und andere. Viele überlieferten von ihm. Asbagh, einer der Schüler der Gefährten von Imam Malik, sagte: „Ibn Wahb war der Gefährte Maliks mit dem größten Wissen der Sunna und der Überlieferungen, obwohl er von Männern überlieferte, die als schwach galten.“

Ibn Wahb selbst erkannte an, dass einige seiner Ahadith [pl. von Hadith] schwach waren. Von ihm stammte die Aussage: „Hätte Allah mich nicht durch Malik und al-Laith gerettet, wäre ich verloren gewesen.“ Auf die Frage nach dem Grund dieser Aussage, antwortete er: „Ich hatte viele Ahadith und dies verwirrte mich. Ich brachte sie vor Malik und al-Laith und sie sagten: ‘Nimm dies und verlasse jenes.’“

Malik respektierte und liebte ihn. Er sparte bei keinem seiner Gefährten mit Kritik außer bei Ibn Wahb. Wenn er ihm schrieb, nannte er Ibn Wahb „den Faqih [Rechtsgelehrten]“. Ibn Wahb war einer der Leute, die Maliks Methode in Ägypten und in Nordafrika verbreitete. Während der Lebenszeit von Imam Malik und nach dessen Tod reisten viele Leute zu ihm, um den Fiqh von Malik zu studieren. Er hinterließ viele ausgezeichnete Bücher, darunter eine Aufzeichnung dessen, was er von Malik gelernt hatte, die dreißig Bände umfasste. Er starb 72jährig im Jahre 197 n.H.

‘Abdu’r-Rahman ibn al-Qasim

Dieser Gelehrte war einer derjenigen Gefährten Maliks, der einen außerordentlichen Einfluss auf die Aufzeichnungen der Schule Maliks hatte, da er die Quelle für Sahnun in dessen Niederschriften der Lehre Maliks war. In der Schule von Malik hat er die gleiche Rolle wie sie Muhammad ibn al-Hasan asch-Schaibani in der Schule von Abu Hanifa hat. Es gibt einen komplett erhaltenen Briefwechsel zwischen beiden Männern. Beide übermittelten ihre Schule und machten freien Gebrauch vom Idschtihad. Ibn al-Qasim hatte Ansichten, die sich von denen seines Schaikhs, Imam Malik, unterschieden, so dass man auch über ihn sagte, er sei durch Meinungen dominiert gewesen. Ibn ‘Abdu’l-Barr sagte über ihn: „Er war ein Faqih, der durch Meinungen dominiert wurde. Er war ein rechtschaffener, armer und aufrichtiger Mann.“

Er traf Malik nach Ibn Wahb und blieb – über zwanzig Jahre – bei ihm. Er lernte sein Fiqh. Ebenso traf er die Gelehrten, al-Laith, ‘Abdu’l-’Aziz ibn al-Madschishun und Muslim ibn Khalid al-Zandschi. Viele überlieferten von ihm und befragten ihn über die Fatwas von Malik. Ibn Wahb sagte immer: „Wenn ihr diese Angelegenheit wollt, [sprich das Fiqh von Malik], dann müsst ihr Ibn al-Qasim haben. Er ist darin einzigartig.“ Seine Übermittlung der Muwatta’ ist die reinste und Sahnun lernte den Inhalt der Mudawwana, die verständlichste Sammlung des Fiqh von Malik, von ihm. Daher kann er als der wichtigste Übermittler des Maliki-Fiqh betrachtet werden. In der Mudawwana ist er die Hauptquelle.

Er war ein großzügiger und enthaltsamer Mann. Er akzeptierte keinerlei Unterstützung von den Herrschern und er sagte: „Es liegt nichts Gutes in der Nähe zu den Herrschern.“ Zuerst besuchte er sie, blieb ihnen dann aber später fern. Er starb 191 n.H. im Alter von 63 Jahren.

Aschhab ibn ‘Abdu’l-’Aziz al-’Amiri

Aschhab studierte mit al-Laith, Jahja ibn Ajjub und Ibn Lahi’a. Er leistete Malik Gesellschaft und lernte das Fiqh und gehörte zu denen, die das Recht von Malik überlieferten. Er hatte eine Sammlung, die die „Mudawwana von Aschhab“ oder das „Buch von Aschhab“ genannt wurde. Er war ein Zeitgenosse von Ibn al-Qasim, aber er war jünger als er. Sahnun war ein Schüler von beiden und wurde gefragt, wer von den beiden Männern mehr Fiqh habe. Er antwortete: „Sie waren wie zwei Pferde, die nebeneinander liefen. Einmal hat der eine Erfolg und der andere war erfolglos und ein anderes Mal war es umgekehrt.“

Ibn al-Qasim und Aschhab waren einmal uneins über etwas, was Malik zu einer bestimmten Sache gesagt hatte und beide schwuren, den anderen zu widerlegen. Daraufhin befragten sie Ibn Wahb, der ein älterer Gefährte als sie beide war und er sagte ihnen, dass Malik beide Aussagen gemacht hatte. Asch-Schafi’i traf Aschhab und sagte: „Ich habe niemanden mit mehr Fiqh gesehen, als Aschhab. Er hat in Ägypten die Führung im Fiqh inne.“

Aschhab stellte ein Buch namens al-Mudawwana zusammen, welches nicht die Mudawwana von Sahnun ist. Qadi ‘Ijad sagte darüber: „Es ist ein großes, majestätisches Buch, welches viel Wissen enthält.“ Ibn Harith meinte: „Als Asadijja [die Grundlage für die Mudawwana von Sahnun] vollendet wurde, nahm Aschhab sie und redigierte das Buch, dass er zu einigem darin Einwände hatte. Er fertigte ein edles Buch an. Als Ibn al-Qasim davon hörte, bemerkte er, dass er ein vollständiges Buch gefunden hatte, auf dem er aufbaute. Aschhab sagte ihm: ‘Du schöpft aus einer Quelle und ich von vielen.’ Also antwortete Ibn al-Qasim ihm: ‘Deine Quellen sind trübe, während meine klar ist.’“

Sahnun war sowohl ein Schüler von Aschhab als auch von Ibn al-Qasim, also nahm er von beiden. Aschhab hinterließ noch weitere Werke. Er wurde 140 n.H. geboren und starb 204, nur wenige Tage nach asch-Schafi’i.

Asad ibn al-Furat

Asads Ursprünge liegen in Khorassan, obwohl er in Harran geboren wurde. Dann zog sein Vater nach Tunis. Einige sagen, er wäre in Tunis geboren worden. Er lernte den Qur’an auswendig und studierte dann Fiqh. Er reiste in den Osten und hörte die Muwatta’ und andere Lehren von Malik. Er zog danach in den Irak, wo er Abu Jusuf und Muhammad ibn al-Hasan asch-Schaibani traf.

Asad verband den Fiqh des Irak mit dem von Malik. Er hatte sowohl unter Malik als auch unter Muhammad ibn al-Hasan gelernt. Der Schüler Maliks, der am meisten von ihm nahm, war Ibn al-Qasim.

Nach dem „Madarik“ [einem Quellenwerk über die Gelehrten der Schule von Malik, welches von Qadi ‘Ijad geschrieben wurde]: „Als Asad nach Ägypten kam, ging er zu Ibn Wahb uns sagte diesem: ‘Dies sind die Bücher von Abu Hanifa’. Danach bat er Ibn Wahb darum, auf die rechtlichen Fragen entsprechend der Schule von Malik zu antworten. Ibn Wahb hatte zu große Skrupel und weigerte sich, dies zu tun. Asad ging zu Ibn al-Qasim, der die gestellten Fragen entsprechend dem beantwortete, was er von Maliks tatsächlichen Worten wusste. Wenn er unsicher war, sagte Ibn al-Qasim: ‘Ich könnte mir vorstellen’, ‘Ich nehme an’ und ‘Ich denke, dass …’. Bei einer Gelegenheit sagte Ibn al-Qasim: ‘Ich hörte ihn [Malik] auf diese und jene Frage Folgendes antworten und deine Frage ähnelt ihr.’ Bei einer anderen Gelegenheit, folgte er seinem eigenen Idschtihad entsprechend dem, was Malik gesagt hatte. Er [Asad] stellte die Antworten zu Büchern zusammen, die später al-Asadijja genannt wurden.“

Die Asadijja war die Grundlage für die Mudawwana von Sahnun. Asad wurde zum Qadi von Qairuwan ernannt. Er starb 212 n.H. während der Belagerung von Syrakus [Sizilien], während er Befehlshaber und Qadi der Armee war. Er wurde 145 n.H. ­geboren.

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Muhammad Abu Zahra

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