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Auszüge aus dem Tafsir der Sura Al-Ikhlas von Ibn Dschuzaij Al-Kalbi

Ein Drittel des Qur’an

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„Sprich: ‘Er ist Allah, Absolute Einheit,
Allah, der Absolute (Ewige Unabhängige, von Dem alles abhängt).
Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden,
und keiner kommt Ihm gleich.’“
(Al-Ikhlas)

Die Einheitslehre steht im Mittelpunkt des Islam und stellt den Anfang der muslimischen Existenz dar. Daher beginnt die erste Hälfte des doppelten Glaubensbekenntnisses mit der alles überragenden Aussage, dass es keinen Gott gibt außer Allah. In Seiner letztgültigen Offenbarung an den Menschen, dem Qur’an, hat Allah die notwendigen Elemente dieses Einheits-Wissens offenbart. Es kulminiert unter anderem in der Sure Al-Ikhlas. Im Folgenden zitieren wir Auszüge aus dem bekannten Qur’ankommentar des andalu­sischen Gelehrten Ibn Dschuzaij Al-Kalbi, „At-Tashil fi’Ulum At-Tanzil“, um einen Einblick in diesen kurzen Abschnitt des Qur’an zu vermitteln. Diese Erklärung des Qur’an zählt nicht nur zu den kürzeren, sondern auch den verständlichsten ihrer Art.

Der Grund für die Offenbarung der Sure Al-Ikhlas bestand darin, dass einige Juden zum Propheten kamen und fragten: „O Muhammad, beschreibe uns deinen Herrn und seine Abstammung, denn Er hat sich selbst und Seine Abstammung in der Thora beschrieben!“ Der Gesandte Allahs begann zu zittern und fiel bewusstlos zu Boden. Dann überbrachte Dschibril ihm diese Sure. Es wurde auch gesagt, dass die mekkanischen Götzenanbeter dem Gesandten Allahs sagten: „Beschreibe uns die Abstammung deines Herrn!“ Daraufhin sei diese Sure offenbart wurden. Gilt das erstere, dann wäre diese Sure medinensischen Ursprungs, da die Frage von Juden in Medina gestellt wurde. Im zweiten Fall wäre sie mekkanisch.

Es gibt Meinungsunterschiede über die Bedeutung der Worte des Propheten, wonach die Sura Al-Ikhlas „einem Drittel des Qur’an entspricht“. Es heißt, dass sich das auf die Menge der Belohnung bezieht – wer sie rezitiert, erhält die gleiche Belohnung, die eine Person erhält, wenn sie ein Drittel des Qur’an rezitiert. Es wurde auch gesagt, dass dies sich auf die Bedeutungen dieser Sure bezieht. Denn die Wissensgebiete des Qur’an sind drei: Tauhid, die Gesetze der Schari’a und Geschichten vergangener Völker. Diese Sure Al-Ikhlas umfasst alle Aspekte des Tauhid, welche dementsprechend ein Drittel des Qur’an ausmachen. Dies ist die augenfälligste Auslegung, die auch durch die Art und Weise bestätigt wird, auf die Ibn Atija das Hadith versteht. Seine Interpretation wird dadurch bestärkt, dass sich in einigen Überlieferungen dieses Hadithes die folgenden Aussagen finden: „Allah hat den Qur’an in drei Teile aufgeteilt und Er machte ‘Sprich: Er ist Allah, Absolute Einheit’ zu einem dieser Teile des Qur’an.“

An-Nisa’i überlieferte, dass der Prophet einen Mann hörte, der die Sure Al-Ikhlas rezitierte, und er sagte: „Was diesen Mann betrifft, so wurde ihm vergeben [das heißt, seine falschen Handlungen].“ In einer anderen Überlieferung heißt es: „Der Garten wird eine Verpflichtung [im Sinne einer Belohnung] für ihn.“ Bei Muslim findet sich ein Bericht, wonach der Gesandte Allahs einen Mann mit auf eine Expedition schickte und dieser ausschließlich die Sure Al-Ikhlas im Gebet las. Als sie heimkehrten, berichteten sie dies dem Propheten, und er wies sie an: „Fragt ihn, warum er das gemacht hat.“ Sie gingen sie zu dem Mann, worauf er entgegnete: „Sie beschreibt das Wesen des All-Erbarmers und ich liebe es, sie zu rezitieren.“ Daraufhin sagte der Gesandte Allahs: „Sagt ihm, dass er von Allah geliebt wird.“ In einem anderen Hadith bei At-Tirmidhi wird der Prophet dazu zitiert: „Deine Liebe für sie wird deinen Eintritt in den Garten bewirken.“ At-Tirmidhi hat auch das folgende Hadith des Propheten überliefert: „Wer ‘Sprich: Er ist Allah, Absolute Einheit’ einhundert Mal täglich rezitiert, dem werden die falschen Handlungen von 50 Jahren vergeben, es sei denn, er hat Schulden.“

Das Pronomen „Huwa (arab. für ‘Er’)“ in „Sprich: Er ist Allah, Absolute Einheit“ verweist nach Ansicht der Grammatiker aus Basra auf Respekt und Anbetung – es tritt ohne vorherige Nennung von Allah auf. Das Wort „Ahad (arab. für ‘Absolute Einheit’)“ hat zwei Bedeutungen. Die erste steht für eine Negation und die zweite, in diesem Fall, für Einzigartigkeit. Die Beschreibung Allahs in Begriffen der Einzigartigkeit hat drei Bedeutungen, von denen alle in Bezug auf Allah, den Erhabenen, wahr sind. Die erste Aussage ist, dass Er Einer ist, ohne zweiten – und dies ist eine Negation der Vielzahl. Die zweite ist, dass Er einzigartig und ohne Partner ist und die dritte, dass Er Einheit ist, das heißt, dass Er nicht in Teile gespalten werden kann. Die offensichtlichste Bedeutung der Sure Al-Ikhlas ist hierbei die Leugnung jeglicher Partnerschaft – ihre Absicht [für Allah, die Sure zu offenbaren] war es, die Behauptung der Muschrikun [die Ihm Partner beigesellen] zurückzuweisen. Diese Bedeutung findet sich auch in dem Ajat: „Und euer Gott ist Ein Gott.“ Allah gibt schlüssige Beweise Seiner absoluten Einheit und die Zurückweisung [eines jeglichen Anspruches] von Partnerschaft.

Dazu finden sich viele Beispiele im Qur’an, aber die deutlichsten sind vier:
• Das erste ist Seine Aussage „ist Er, Der erschafft, wie derjenige, der nicht erschafft?“, denn wenn Allah der Schöpfer aller Dinge ist, kann es niemanden geben, der Sein Partner sein könnte.
• Zweitens Sein Vers: „Hätte es andere Götter neben Allah im Himmel oder auf Erden gegeben, dann wären diese zerstört wurden“.
• Drittens, Seine Aussage: „Hätte es, wie ihr behauptet, andere Götter gemeinsam neben Ihm gegeben, dann hätten sie einen Weg zum Meister des Throns gesucht.“
• Und viertens offenbarte Allah: „Und es gibt keinen anderen Gott neben Ihm, denn dann wäre jeder Gott mit dem gegangen, was er erschaffen hätte und einer von ihnen hätte sich über den anderen erhoben.“

Das Wort „Samad (arab. für den Ewigen Versorger von allem)“ bedeutet wörtlich der Eine, zu dem alles [in der Schöpfung] sich hinwendet und Zuflucht sucht. Diese Bedeutung korrespondiert mit Versen wie in der Sure Mariam: „Es gibt niemanden in den Himmeln und auf der Erde, der nicht zum All-Erbarmer als Sklave kommen würde.“

Die Worte „Lam jalid (arab. für ‘er hat nicht gebärt’)“ sind eine Zurückweisung jener, die Allah einen Sohn zuschreiben – darunter jene Christen, die behaupten „‘Isa ist der Sohn von Allah“ und jene Juden, die sagten „Uzair ist der Sohn von Allah“ oder jener Araber, die behaupteten, „die Engel sind die Töchter von Allah“. Allah hat Beweise im Qur’an offenbart, dass Er keinen Sohn hat. Dabei sind vier besonders bedeutsam:

• Erstens gilt, dass ein Sohn das gleiche Geschlecht wie sein Vater haben müsste, aber Allah hat kein Geschlecht und daher ist es auch unmöglich, dass er einen Sohn haben könnte. Dies wird auch in dem folgenden Ajat bestätigt: „Der Messias, der Sohn der Mariam, war nur ein Gesandter, vor dem andere Gesandte kamen und gingen. Seine Mutter war eine Frau der Wahrheit. Beide nahmen Nahrung zu sich.“ Hier schreibt Allah ihnen abhängige, irdische Eigenschaften zu, die jeden Anspruch auf Zeitlosigkeit oder Ewigkeit verneinen und so die Behauptungen der Kuffar [jene, die die Wahrheit bedecken] entwerten.
• Zweitens hat ein Vater einen Sohn aus Gründen der Notwendigkeit, aber Allah bedarf keiner Sache und so braucht Er auch keinen Sohn. Darauf wird im folgenden verwiesen, wenn Er, möge Er gepriesen sein, sagt: „Sie sagen: ‘Allah hat einen Sohn.’ Verherrlicht sei Er! Er ist der Reiche ohne eigenes Bedürfnis.“
• Drittens ist die gesamte Schöpfung ­Allah unterworfen und dieser Zustand des Sklave-Seins steht im Widerspruch zur Göttlichkeit. Einen Hinweis darauf erhalten wir hier: „Es gibt niemanden in den Himmeln und auf der Erde, der nicht zum All-Erbarmer als Sklave kommen würde.“ • Viertens kann nur jemand mit einer Ehefrau einen Sohn haben und Allah ta’ala hat sich keine Frau genommen und kann daher keinen Sohn haben. Darauf nahm Er im folgenden Vers Bezug: „Wie könnte Er einen Sohn haben, wenn Er keine Frau hat?“

Die Worte „wa lam julad (arab. für ‘und wurde nicht geboren)“ ist eine Zurückweisung jener, die zum Propheten sagten: „Beschreibe uns die Abstammung deines Herren!“ Jedes geborene Ding ist abhängig und stammt aus dieser Welt, während Allah der Erste ist. Es gibt keinen Anfang Seiner Existenz und Er ist Al-Qadim, Der immer existierte. Vor der endlosen Zeit existierte nichts bei Ihm. Und so ist es unmöglich, dass es einen Sohn geben könnte.

Die Worte „wa lam jakul lahu kufuwan ahad (arab. für ‘und keiner kommt Ihm gleich’)“ sind eine Intensivierung der Eingangsworte der Sure, namentlich „Er ist Allah, Absolute Einheit“ und werden in einem anderen Vers „Nichts ist wie Er“ bestätigt.

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Ibn Dschuzaij Al-Kalbi

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