IZ News Ticker

Beim Umgang mit jungen Muslimen ist Sensibilität gefragt. Von Shehnaz Toorawa

Kinder in Moscheen

Werbung

Stellen wir uns eine Moschee vor, in der der Imam und die gesamte Gemeinschaft im Gebet inne halten, sodass ein Säugling sein Spiel beenden kann. Stellen wir uns eine Moschee vor, in der der Imam das Gebet leitet, während er ein Kind in seinen Armen hält. Stellen wir uns eine Moschee vor, in der ein schreiendes Baby die Absicht des Imams verändert, sodass er das Gebet für die gesamte Gemeinde kürzer macht als gewöhnlich. Dies war die Moschee des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben. Für die obigen Beispiele finden sich Quellen in verschiedenen Sammlungen prophetischer Aussagen:

• Von Schadad wurde überliefert, dass der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, für eines der beiden mittleren Gebete (Dhur oder ‘Asr) in die Moschee kam. Dabei trug er Hasan oder Hussain – zwei seiner Enkel – auf seinen Armen. Er stellte sich vor die Gemeinde, stellte ihn auf den Boden, sagte das „Takbir“ und fuhr mit dem Gebet fort. Während des Gebets verharrte der Prophet lange in einer Niederwerfung, sodass Schadad seinen Kopf hob. Er sah, dass ein Kind auf dem Rücken des Propheten saß. Als die Leute ihn nach dem Gebet fragten, ob er während des Gebets eine Offenbarung erhielt oder ob etwas anderes geschehen sei. Er antwortete ihnen: „Keines von beiden war der Fall. Mein Enkel machte mich zu seinem Träger und ich wollte mich nicht eilen, bis sein Wunsch erfüllt war.“ (Bei Nasa’i, Ibn Asakir und Hakim)

• Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, betete, während er seine Enkelin Umamah bint Zainab in seinen Armen hielt. Bei der Niederwerfung legte er sie auf den Boden und nahm sie wieder in die Arme, wenn er sich erhob. (Bei Bukhari und Muslim)

• Der Prophet sagte: „Während ich im Gebet stand, wollte ich es verlängern. Aber als ich die Schreie eines Kindes hörte, hielt ich es kurz, denn ich wollte seine Mutter nicht beunruhigen.“ (Bei Bukhari)

Diese Beispiele belegen, wie natürlich es für Babys und Kinder war, ein Teil der Prophetenmoschee zu sein. Sie zeigen uns, dass der Prophet die Natur von Kindern verstand und sich um ihre Bedürfnisse und Bequemlichkeit in der Moschee sorgte. Die Frage stellt sich, ob es heute in unseren Moscheen ebenso aussieht? Wir beobachten, wie ein Kind fortgetragen und es angewiesen wird, sich hinzusetzen und still zu sein, weil es durch die Reihen lief. Oder wir hören, das Frauen gebeten werden, die Moschee zu verlassen, weil ihr Säugling schreit.

Es steht außer Frage, dass unsere Moscheen dem prophetischen Vorbild folgen und Kinder willkommen heißen sollten, anstatt sie abzustoßen. Es geht hier immerhin um das Wohlergehen der Mütter und um die Zukunft unserer Kinder (die hoffentlich in der Zukunft eben jene Moscheen führen werden). Wenn die Räume des Gebetes für ihn nicht einladend sind, wird sich unser Nachwuchs nach anderen Orten umsehen. Kinder blühen auf, wenn sie ein Gefühl der Zugehörigkeit verspüren. Wenn wir möchten, dass sie sich als Teil der muslimischen Gemeinschaft fühlen, dann müssen sie in der Moschee willkommen sein.

Euch gefällt der Artikel? Hier könnt ihr ihn teilen!

Facebook
Twitter
Instagram
Lade...

Wenn Sie diese Seite weiter benutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies. mehr Informationen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Sie stimmen der Verwendung von Cookies zu, wenn Sie "Akzeptieren" klicken.

Schließen