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Beiträge für die Zeit: Umweltfreundliche Nachhaltigkeit ist alles andere als eine neue Idee. Von Zahid Husain, Manchester

Die Vision einer „Öko-Moschee”

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(iz). In meiner Lebenszeit zog die Gefahr einer sich am Horizont abzeichnenden globalen Katastrophe herauf. Die Temperaturen steigen, und Wissenschaftler streiten darüber, ob es nicht bereits zu spät ist.

Es ist schwer vorstellbar, dass es eine Zeit gab, in der wir uns nicht um Erdöl, Gas oder Atomenergie zu kümmern brauchten. Trotz der besten Technologie können wir bisher keine billige, saubere Energie erzeugen. Es gibt Sonne, Regen, geothermische und hydroelektrische Energie im Übermaß, aber wir leiden an einer tödlichen Abhängigkeit: Gegen die Natur ziehen wir es vor, Öl aus den Tiefen der Erde zu fördern und hinterlassen dabei Narben auf ihr.

Ein eher zufälliges Gespräch mit Usman Ali, dem Vorsitzenden der Islamischen Gemeinschaft an der Universität von Salford, brachte die Idee der Öko-Moschee hervor. Sie kam in jenem Augenblick zustande, als wir auf dem Gelände der Universität standen: Statt der Errichtung eines neuen Gebäudes, warum errichten wir nicht eine ökologisch und wirtschaftlich nachhaltige Moschee? Es braucht Zeit, lohnt sich aber dafür. Nicht nur wegen der Nachfrage nach einer solchen Einrichtung, sonder auch weil wir als Muslime eine wichtige Rolle bei der Rettung unseres Planeten auszufüllen haben.

Die Öko-Moschee soll nicht nur aus ökologisch verträglichen Materialien entstehen und umweltfreundliche Energien erzeugen. Sie soll auch ein Modell bei der Verbindung zwischen Glaube und Ökologie sein und andere Moscheen und Zentren motivieren, ihr Denken auf die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen bestehender Moscheen lenken.

Unser Projekt befindet sich in der Entwicklungsphase und es könnten einige wenige Jahre vergehen, bis es voll umgesetzt wird. Wir sind guten Mutes, Sponsoren zu finden, die uns bei der Schaffung der ersten Moschee dieser Art helfen möchten.

Unsere Hoffnung ist, dass eines Tages alle Moscheen in Großbritannien Strom und Gas von „sauberen” und alternativen Energien beziehen. Wir müssen weniger Wasser verbrauchen, dürfen weniger Wärme verschwenden und müssen reduzieren, recyceln und wieder verwenden.

Es findet sich im Kern des Ganzen eine gewisse Ironie. Trotz Verbreitung der „neuen” Idee einer umweltfreundlichen Moschee waren die ersten Moscheen in jedem Sinne des Wortes Öko-Moscheen. Dabei handelte es sich nicht um eine „neue” Idee, sondern um eine alte, die vom Dachboden geholt, abgestaubt und der Welt vorgestellt wurde. Wir möchten zurück zur Art und Weise gehen, wie unsere Moschee einmal waren – und eigentlich auch sein sollten.

Vielleicht können wir dazu beitragen, dass die schwarzen Wolken am Horizont sich wieder verziehen werden.

Webseite:
http://www.ecomosque.org.uk
Der Autor verließ die Wirtschaft, um sich der Entwicklung „sozialer Ökonomien” zu widmen und ist heute Geschäftsführer der religiösen, gemein­nützigen Firma „Regenesis Squared”.

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