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Frühe Kommentatoren des Qur’an

Bekannte Muslime: über die Beiträge der Prophetengefährten zum Verständnis der Offenbarung

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Beschäftigen wir uns heute mit dem Islam und seinen Repräsentanten, dann fallen Politiker, Bürokraten und auch Ideologen auf, selten aber Muslime, die sich gezielt auf die Offenbarung des Islam – den Qur’an – beziehen oder dazu in der Lage sind. Bei gesellschaftlichen oder politischen Fragen scheint dies nicht sonderlich ins Gewicht zu fallen. Aber schon bei – vielleicht banalen – Einzelfragen wird ein Verständnis der islamischen Rechtsquellen notwendig. Die erste davon ist bekanntermaßen der Qur’an – das unerschaffene Wort Allahs. Ein wirkliches Wissen davon – natürlich sind die Qur’ankommentare zumindest auf Arabisch in Buchform vorhanden – ist uns Heutigen allzu oft fern, da nur eine Minderheit derjenigen, die heute Kommentare über das Wort Allahs abgeben, überhaupt nach klassischen Gesichtspunkten dazu in der Lage sind.

Bezüglich des Kommentars des Qur’ans gab es in den ersten Generationen zwei Gruppen: Die einen kommentierten den Qur’an und sprachen über seine Bedeutungen. Und dann gab es jene, die dies nicht taten. ‘A’ischa, möge Allah mit ihr zufrieden sein, berichtet uns: „Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, kommentierte keinen Vers des Qur’an, bis er von Dschibril Wissen über ihn hatte.“ Und der Prophet sagte auch: „Wer über den Qur’an entsprechend seiner eigenen Meinung spricht und Recht hat, der hat einen Fehler gemacht.“ Die Wissenden interpretieren die Aussage von ‘A’ischa so, dass es sich hier um Angelegenheiten des Unsichtbaren im Qur’an handelt, von denen Wissen nur durch die Gnade Allahs erlangt werden kann. Die andere Aussage bedeute, dass eine solche Person über den Qur’an spricht, ohne über das notwendige Wissen und die gelehrten Instrumente zu verfügen. Es gibt drei Stufen unter den Kommentatoren des Edlen Qur’an. Den ersten Grad bilden die Gefährten des Propheten, und es wird gesagt, dass derjenige mit dem meisten Wissen unter ihnen Ibn ‘Abbas war. ‘Ali ibn Abi Talib lobte die Kommentare von Ibn ‘Abbas mit den Worten: „Diese sind, als würde man durch einen dünnen Schleier hindurch in das Unsichtbare blicken.“ Dieser sagte wiederum: „Mein Kommentar des Qur’an stammt von ‘Ali ibn Abi Talib.“ Nach ihnen kommen ‘Abullah ibn Mas’ud, Ubaij ibn Ka’b, Zaid ibn Thabit, ‘Abdullah ibn ‘Umar ibn Al-Khattab und ‘Abdullah ibn ‘Amr ibn Al-’As. Alles, was von ihnen überliefert wird, gilt als gut.

Den zweiten Rang nehmen die Nachfolger (Tabi’un) der Prophetengefährten ein. Die anerkanntesten unter diesen, wenn es um die Kommentierung des Qur’an geht, waren Hasan ibn Hasan Al-Basri, Sa’id ibn Dschubair, Mudschahir, der freigelassene Sklave von Ibn ‘Abbas und Alqama, der Gefährte von ‘Abdullah ibn Mas’ud. Nach ihnen kommen ‘Ikrima, Qatadam, As-Sa’di, Ad-Dahkak ibn Mazahim, Abu Salih und Abu Afsah Al-’Alija.

Die späteren, aufrechten Leute der jeweils nachfolgenden Generationen nahmen die Verantwortung auf sich, den Qur’an zu kommentieren. Die Leute verfassten Bücher darüber. Dazu zählen Al-Mufaddal, ‘Abd Ar-Razzaq, ‘Abd ibn Humaid u.v.a.m. Später versammelte Muhammad ibn Dscharir At-Tabari die Aussagen früherer Kommentatoren und perfektionierte deren Studium. Die bekanntesten Kommentatoren in Andalusien und Nordafrika waren die beiden Qadis, Abu Bakr ibn Al-’Arabi und Abu Muhammad ‘Abd Al-Haqq ibn ‘Atijja (nach Ibn Dschuzaij Al-Kalbi gilt es als eines der besten Bücher zum Thema), sowie Al-Qurtubi. Anerkannt im Nahen Osten sind unter anderem Ibn Kathir (der heute noch sehr beliebt ist), Ibn Al-Khatib, Az-Zamakhschari (der laut Ibn Dschuzaij allerdings wegen einer mu’tazilitischen Neigung mit Vorsicht zu behandeln sei) und schließlich Dschalaluddin As-Sujuti, der den unter dem Namen Dschalalain (wörtl. „die beiden Dschalal“) bekannt gewordenen Qur’ankommentar seines Lehrers, Dschalaluddin Al-Mahalli, fertig stellte.

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