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Bahadur Schah Zafar II., der letzte Moghul-Sultan

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(iz). Bahadur Schah Zafar II., direkter Nachkommen von Dschingis Khan, Tamerlan, Aurangzeb, Dschahangir und Schah Dschahan, war der letzte Moghul-Herrscher von Delhi und einer der talentiertesten und freundlichsten Vertreter dieser bemerkenswerten Dynastie. Geboren im Jahre 1775, als die Briten sich noch um das Ufer des Indischen Ozeans gruppierten, musste er in seiner Lebenszeit erleben, wie die muslimische Regierung Indiens in die Bedeutungslosigkeit gedemütigt wurde und die Briten von einfachen Händlern zur mächtigsten Militärmacht wurden, die Indien jemals gesehen hatte.

Zafar folgte seinem Vater im Jahre 1838 auf den Thron, als er selbst bereits Mitte 60 war und der politische Niedergang bereits eingeleitet war. Aber trotzdem gelang es ihm, einen Kreis von Gelehrten und Künstlern um sich herum zu sammeln, der von bisher unbekannter Brillanz war. Insbesondere unter seiner Führung kam es in Delhi zu einer der größten literarischen Wiederbelebungen der indischen Geschichte.

Der Sultan war ein Sufi, Dichter und Kalligraf von enormen Fähigkeiten, aber seine größte kulturelle Leistung war es, den größten Dichter der Liebe, Ghalib, und dessen Rivalen, Zauq, zu fördern. Während die Briten ihm die politische Macht nahmen – die Entfernung der Moghuln von den Münzen, Kontrolle von Delhi und Planung eines Staatsstreiches – wurden am Hofe die perfekten Gedichte im Urdu erschaffen.

Kein Freund der Briten, konnte sich Zafar nicht dagegen wehren, dass er zum Führer eines Aufstandes gemacht wurde, dessen Beginn bereits düster überschattet wurde: Eine Bauernarmee ohne Anführer gegen die damals größte Militärmacht der Welt. Und es gab keine Verbündeten, die mit einer Armee hätten eingreifen können.

Innerhalb von einem Monat war Delhi von den Briten umzingelt und der Boden war bereitet für eine der gnadenlosesten Belagerungen der Geschichte. Dies war das Stalingrad der Briten. Ein Kampf auf Leben und Tod zwischen zwei Mächten, die sich nicht zurückziehen konnten. Vier Monate lang, mitten im heißesten Sommer, wurde die indische Hauptstadt von der britischen Artillerie bombardiert. Die Anzahl von Opfern vor unvorstellbar. Schließlich, am 14. September 1857, eroberten die Briten die Stadt. Jeder, der den nachfolgenden Völkermord überlebte, wurde aufs Land vertrieben. Delhi wurde zu einer leeren Ruine.

In den Wochen, die dem Massaker folgen sollten, besorgte das rachsüchtige England die gesamte Zerstörung von großen Gebieten Moghul-Delhis. Das Rote Fort wurde geplündert und vieles davon dem Erdboden gleich gemacht.

Auch wenn sich die königliche Familie friedlich ergab, wurden alle zehn überlebenden Söhne des Kaisers kaltblütig erschossen. Er habe nur 24 Stunden gebraucht, um sich der fürstlichen Mitglieder des Hauses von „Timur dem Tartaren“ zu entledigen, schrieb Captain Hodson an seine Schwester. Der Sultan wurden in einem Schauprozess in den Ruinen seines alten Palastes angeklagt und zu Verbannung verurteilt. Er verließ sein geliebtes Delhi auf einem Ochsenkarren. Getrennt von jedem, den er liebte und mit gebrochenem Herzen starb der letzte Großmogul im Exil von Rangun am Freitag, den 7. November 1862 im Alter von 87 Jahren.

Die Geschichte und das Leben von Bahadur Schah Zafar II. ist eine außerordentliche. Regierende kommen und gehen, dass wissen wir spätestens seit Ibn Khaldun. Wie hart auch immer die neuen Herren, deren Grausamkeit und Unmenschlichkeit übrigens von keinem Vorgänger erreicht wurde, versuchten, den islamischen Charakter Delhis auszulöschen, so ist er auch heute noch sichtbar. Inmitten der neuen Stadt erinnern plötzliche auftauchende Moscheen, alte islamische Schulen oder Grabmäler daran, das Neu Delhi gar nicht so neu ist.

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