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Bekannte Muslime

Ibn ‘Abbad von Ronda

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(iz). Ibn ‘Abbad aus Ronda, mit vollem Namen Muhammad ibn Abi Ishaq Ar-Rundi, geboren im Jahre 732/1332, zählt zu den bedeutenden Lehrern des Tasawwuf (Sufismus) des muslimischen Andalusiens. Gemeinsam mit anderen Meistern seiner Zeit gehörte er zu den führenden Gestalten einer jener Phasen, die als „klassische Perioden“ des Sufismus bezeichnet wurden. Auf der Suche nach Wissen wanderte er in jungen Jahren, angezogen von den renommierten Madrassen, ins heutige Marokko aus.

Innerhalb der Zirkel der muslimischen Gelehrten wird er auch heute noch in hohem Ansehen gehalten. Quellen hinterlassen uns ein Bild eines malikitischen Rechtsgelehrten und Vertreters der Schadhili-Tariqat. Wie schon Hasan Al-Basri, ‘Abdulqadir Al-Dschilani, Imam Dschunaid oder auch Dschalaluddin Rumi erhielten alle diese Gelehrte eine grundlegende Ausbildung in den Wissenschaften, die die gesamten äußeren islamischen Wissenschaften bilden. Einige von ihnen, wie ‘Abdulqadir Al-Dschilani im hanbalitischen Fiqh, schrieben umfassende Bücher zu diesen Themen. Erst danach, so die Anweisung von Muhasibi, dem Lehrer von Imam Dschunaid, widmeten sie sich den inneren Aspekten des Islam und der Führung der Menschen auf ihrem Weg zu Allah. Ibn ‘Abbad verkörperte die höchsten Ideale und Möglichkeiten seiner Gemeinde und wurde, in den Worten von Miguel Asin Palacios, „der Führer des Bewusstseins seiner Zeit“.

Bekannt wurde er auch für den Kommentar der Hikam (Weisheitssprüche) seines Lehrers Ibn ‘Ata’Allah (gest. 709/1309) unter dem Titel „Ghaith Al-Mawahib Al-’Alija“. Ebenso bedeutend sind zwei seiner Briefsammlungen namens „Ar-Rasa’il As-Sughra“ und „Ar-Rasa’il Al-Kubra“. Zur seiner bleibenden Hinterlassenschaft, die im Alltag durch die nach ihm kommenden Lehrer der Schadhilija an die nächsten Generationen weitergegeben wurden, zählt darin insbesondere jene persönliche Korrespondenz, in der er denjenigen Fragenden antwortet, die nach Hinweisen und wirklichem Wissen von Allah (Ma’rifa) suchten. In den Briefen wird auch anhand der praktischen Begrifflichkeit deutlich, dass in der Tariqat, so Schaikh Muhammad ibn Al-Habib, ein Schritt auf dem Geraden Weg wichtiger ist als tausend Erfahrungen im Unsichtbaren. Der Weg zu Allah ist essenziell eine Reise, die einerseits nur durch Allah und einen lebenden Wegweiser erfolgreich ist, die aber andererseits auch Schritte des Reisenden notwendig macht. In einem seiner Briefe schrieb er nach ‘Abdulqadir Al-Dschilani, in dessen Nachfolge er stand, über die Abwendung von den falschen Taten, anstatt sich mit ihnen übermäßig zu beschäftigen. „Lasst uns unseren Blick von unseren Nachlässigkeiten abwenden und zu Söhnen des Augenblicks werden. Unser einziges Handeln hierin ist, dass wir unseren Blick auf die Segnungen richten, die Allah uns gegeben hat.“

Seine – darin enthaltenen – Briefe an Jahja As-Sarradsch, einem Rechtsgelehrten und Muhaddith, der unter den Fuqaha von Fes hohen Respekt genoss, bezeugen die fundamentalen Prinzipien, Einstellungen und die Lebenspraxis der islamischen Spiritualität von Ibn ‘Abbad. Sie beleuchten auch den Rahmen hinter den grundlegenden Themen der Beziehung zwischen Lehrer und Schüler sowie den grundlegenden Eckpfeilern in der Lehre der Schadhilija: kompromissloses Festhalten am islamischen Recht und die korrekte innere Einstellung (Adab).

Kurz gefasst stehen die Briefe für klare und verständliche Kriterien über die Aspekte der individuellen Umwandlung, die im Kern der islamischen-spirituellen Erziehung liegt und an deren Ende wirkliches Wissen von Allah (Ma’rifa) steht.

Im Rahmen seiner Tariqat war Ibn ‘Abbad einer der bekanntesten Nachfolger von Ibn ‘Ata’illah. Er starb 793/1390 in Fes und wurde dort auch begraben. (Abdel Hadi Honerkamp)

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