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Bekannte Muslime

Schaikh Mulla ‘Ali Al-Qari

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(iz). Shaykh Mulla ‘Ali Al-Qari war ein heraus­ragender Imam, Gelehrter und bekannter Rezitator des Qur’ans. Der Imam erhielt diesen ehrenden Beinamen für seine Meis­terschaft in den qur’anischen Rezitationsweisen und sein umfangreiches Wissen auf dem Gebiet. Außerdem beherrschte er den Qur’an so außerordentlich, dass er die Menschen seiner Geburtsstadt Herat im Tarawwih-Gebet leitete.

Herat selbst war eine der bedeutendsten Städte des historischen Khorassan und liegt im heutigen Afghanistan, wo es die zweit­größte Stadt ist. Historiker und Biografen konnten sich bisher nicht auf ein genaues Geburtsdatum des großen Gelehrten einigen, aber sind sich sicher, dass er im 15. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung zur Welt kam.

Sein Suche nach Wissen kann in zwei wesentliche Stadien unterteilt werden: Die erste Phase war in seiner Heimatstadt Herat, wo er die Rezitation des Qur’ans ­studierte, den er von Anfang bis Ende ­auswendig lernte. Er lernte auch die ­wesentlichen islamischen Disziplinen und besuchte die dortigen Studienzirkel.

Die Wissenschaft der korrekten qur’anischen Rezitation studierte er bei seinem Lehrer, Mu’in Ad-Din Al-Hirawi. In ­dieser Zeit war Herat eine wichtiges Zentrum muslimischer Zivilisation in Zentralasien. Allerdings befand sich der Stern der Stadt bereits im Niedergang. Nachdem sie 1515 vom schi’itischen Herrscher Persiens, Schah Isma’il, dem ersten der Safawiden, erobert wurde, unterdrückte und verfolgte er die Muslime. Er befahl, dass die Imame bei ihren Freitagsansprachen die Rechtgelei­te­ten Khalifen verfluchen sollten. Dies ­führte dazu, dass insbesondere viele Gelehrte es vorzogen, Herat zu verlassen. Zu ihnen zählte auch ‘Ali Al-Qari.

Die zweite Phase seiner Aneignung von Wissen begann eben mit jener Reise zum Heiligtum von Mekka, wo er sein Wissen und Verständnis vermehrte, aber auch seine Demut und Aufrichtigkeit gegenüber Allah. Der Schaikh lebte ein einfaches und bescheidenes Leben. Er lebte von den Früchten seiner eigenen Arbeit. Nach Angaben von ‘Abdalhalim An-Nu’mani verdiente er seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf selbstgeschriebener Bücher, das heißt als Schreiber. Sein vorherrschen­der spirituelle Zustand war geprägt durch Gleichgültigkeit gegenüber materiellem Reichtum, Freundlichkeit und Zufriedenheit mit dem nötigsten.

Mulla ‘Ali Al-Qari war tiefreligiös, fürchtete Allah, war vorsichtig in islamischen Angelegenheiten, teilnahmslos in Dingen der materiellen Welt, freundlich und würdevoll. Er war der Ansicht, dass der Umgang mit den Herrschern, die Annahme von Gehältern und die Suche nach offiziellen Ämtern schädlich für die persönliche Gottesfurcht und Aufrichtigkeit sei. Er berichtete über seinen Vater, der wollte, dass aus ihm eigentlich kein Gelehrter werden sollte, weil er befürchtete, dass sein Sohn vor den Türen der Herrschenden enden könnte.

Schaikh Mulla ‘Ali Al-Qari forderte die Erneuerungen, falschen Ansichten und Handlungen heraus, die es in seiner Zeit gab und verurteilte sie mit einer festen Stimme. Zu seinem umfangreichen schriftlichen Werk zählen das „Dscham’ Al-Wasail” ein Kommentar auf „Asch-Schama’il” von Imam At-Tirmidhi, ein Kommentar auf die „Muwatta’” von Imam Malik und ein Kommentar auf das Buch „Asch-Schifa” von Qadi ‘Ijad.

Die Biografen erwähnen, dass Schaikh Mulla ‘Ali Al-Qari in der ehrwürdigen Stadt Mekka im Jahre 1014 nach der Hidschra verstarb. Es wurde berichtet, dass die Gelehrten von Ägypten, als sie von seinem Tod hörten, das Totengebet für ihn in der Al-Azhar verrichteten. Daran sollen über 4.000 Menschen teilgenommen haben.

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