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Bekannte Muslime. Von Hasbullah Schafi’i

Die Prüfungen der vier Imame (6)

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(iz). Allah sagt in der Sure Al-Baqara, dass Er Seinen Dienern antwortet, wenn sie Ihn anrufen. Durch göttlichen Ratschluss starb Al-Mamun in der gleichen Nacht und der Prozess wurde verschoben. Imam Ahmad wurde inhaftiert, bis Al-Mamuns Bruder, Al-Mu’tasim, der ihm auf dem Thron folgte, bereit war, den Fall zu sichten.

Der neue Kalif war ein ehemaliger General, und anders als sein philosophischer Bruder beinahe analphabetisch. Jedoch hatte er den gleichen Wazir, Ahmad ibn Abi Du’ad. Wegen dessen Sticheleien nahm Al-Mu’tasim den Fall wieder auf und war hartnäckig darauf bedacht, von Imam Ahmad zu hören, dass der Qur’an erschaffen sei, oder er würde ihn bis zum Tode auspeitschen lassen.

Und so begann das Verfahren am Hof von Al-Mu’tasim erneut. Imam Ahmad wurde gefragt, ob er akzeptiere, dass der Qur’an geschaffen sei, worauf er offen und ruhig entgegnete: „Gib mir etwas als [Beweis für diese Behauptung] vom Buch Allahs und der Sunna des Gesandten Allah, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben.“ Und so wurde der Imam für seine Antwort brutal ausgepeitscht. Er wurde dann ein zweites Mal gefragt, worauf Imam Ahmad die gleiche Antwort gab. Er wurde wieder dieser brutalen Strafe unterzogen und er verlor das Bewusstsein. Als Imam Ahmad wieder bei sich war, versuchte Abdurrahman ibn Ishaq, Sohn des Polizeichefs, ihn dazu zu bringen, zu sagen, was er musste, um den Kalifen zufrieden zu stellen und weiterem Ärger und Strafe aus dem Weg zu gehen. Imam Ahmad gab einfach nicht nach, denn er zementierte einen wichtigen Pfeiler der islamischen Glaubenslehre (‘Aqida), damit die Nachwelt nicht in die Irre gehen sollte. Er wurde skrupellos ausgepeitscht. Dieses Mal von einem stärkeren Mann, der zuvor so schon viele Menschen getötet hatte. Wieder verlor Imam Ahmad das Bewusstsein.

Der Khalif kannte seinen Ruf und wollte ihn nicht töten lassen. So entließ er Imam Ahmad aus seiner Haft. Je mehr der Imam ausgepeitscht wurde, desto mehr wurde die ‘Aqida der Ahl As-Sunna geprägt und gestärkt. Selbst ein Mann wie Imam Asch-Schafi’i, welcher der Bestrafung clever entging, schickte eine Nachricht an Imam Ahmad, während dieser noch im Gefängnis saß. Er überbrachte ihm die „Frohe Botschaft des Gartens“ vom Propheten, den er in einem Traum gesehen hatte. Imam Asch-Schafi’i bat um ein Kleidungsstück seines Lehrers, denn er wollte etwas haben, das den Körper eines der Leute des Gartens berührt hatte. Imam Ahmad verzieh Al-Mu’tasim später (genauso wie Imam Malik Al-Mansur vergeben hatte), nachdem er gehört hatte, dass dieser die Grenzen des muslimischen Gebiets verteidigte. Nachdem Al-Wathiq zu dessen Nachfolger wurde, wurde Imam Ahmad wieder verfolgt, aber dieses Mal nicht ausgepeitscht. Dies dauerte solange, bis ein Hofnarr in der Gegenwart des Kalifen Al-Wathiq die traurige Nachricht vom „Tod des Qur’an“ und seine Sorge verkündete, dass die Tarawih-Gebete im Ramadan „ohne den Qur’an“ würden stattfinden müssen. Verwirrt wollte der Kalif wissen, wie dies möglich sei.

Der Narr entgegnete, dass alles Erschaffene den Tod schmeckt und dass dem Qur’an [als logische Folge der mu’tazilitischen Irrlehre] das gleiche Schicksal blühe. Al-Wathiq lachte, aber nahm augenblicklich den subtilen, und doch unerschütterlich vorgetragenen Beweis gegen das wahr, an was er und seine beide Vorläufer geglaubt hatten. Ein gewisser Schaikh Al-Adhrami forderte den Wazir Ahmad ibn Abi Du’ad später zu einer Debatte über das Thema heraus. Beide Ereignisse schwächten die offizielle Position, und Imam Ahmad wurde entlassen.

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