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Bekannte Muslime. Von Hasbullah Schafi’i

Die Prüfungen der vier Imame (5)

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(iz). Al-Ma’mun übernahm diese Doktrin als staat­liche Lehre des Büros des Khalifats. Darüber hinaus war sein Wazir ebenfalls Anhänger der Sekte der Mu’tazila. Imam Asch-Schafi’i, der die Beschäftigung mit der vorherrschenden theologischen Dialektik verabscheute, wurde wiederholt von Spionen und Heuchlern befragt und bedrängt. Er vermied detailierte Antworten, auch wenn er selbst mit erstaunlichem Selbstbewusstsein behauptete, dass er – als Antwort – ein Buch auf jede Frage produzieren könnte, die ihm gestellt wurde.

Die Situation verschlechterte sich jedoch und der Imam (berühmt für seine Weigerung, sich an allen Angelegenheiten zu beteiligen, die den theologischen Einflüsterungen der Mu’taziliten folgten, geschweige denn, diese anzuerkennen) wurde wegen seiner Weigerung verhaftet, die Behauptung zu unterstützen, der Qur’an sei erschaffen worden. Asch-Schafi’i wurde verhaftet und dann angeklagt; früher wegen angeblicher alidischer Parteilichkeit und nun, weil er sich der Mu’tazila verweigerte. Jener große Lehrer vermied wiederum jegliche Einzelheiten in seinen Antworten und ihm wurde daher ein Befehl erteilt: Er sollte auf seiner Kanzel erklären, dass alle vier im Qur’an erklärten Offenbarungen Allahs – Taurah, Zabur, Indschil und Qur’an – die Schöpfungen Allahs seien.

Der Imam bestieg dramatisch die Kanzel, erhob seine Hand, und zeigte seine vier Finger (wobei sein Daumen gefaltet war). Asch-Schafi’i zeigt auf jeden seiner Finger, als er sagte: „Die Taurah, Zabur, Indschil und der Qur’an [und er wartete ein Weilchen] … Diese vier [und Asch-Schafi’i zeigte wieder auf alle vier seiner Finger] sind die Schöpfungen Allahs.“ Kurz danach wurde er entlassen. Als der Imam von den Leuten befragt wurde, warum er solch eine Aussage des Unglaubens – entgegen seiner eigenen Lehren und Urteile – gefällt hatte, entgegnete Asch-Schafi’i, dass er nur meinte, dass seine vier Finger, und nicht die vier Offenbarungen, erschaffen seien.

Die intelligente Art und Weise, in welcher Asch-Schafi’i handelte, schützte ihn nicht nur vor Inhaftierung und Folter, sondern verwies auch auf die Notwendigkeit des Gebrauchs von Intelligenz, wenn man mit Leuten von gefährlicher Unwissenheit konfrontiert ist. An diesem Tag reflektierte er – wie in einem Spiegel – das Ziehkind, dass er als Schüler unter Imam Malik gewesen war, als er weit entfernt von diesem an der Tür der Prophetenmoschee hockte und kein Geld für Stifte oder Tinte hatte. Daher benutzte er seinen eigenen Speichel, um sich das Gehörte auf seine Handflächen zu schreiben und es sofort auswendig zu lernen.

Imam Ahmad

Al-Ma’muns Verfolgung der Gelehrten dauerte auch nachdem Imam Asch-Schafi’i freigelassen wurde an. Dem schloss sich die Periode der Verfolgung von Imam Ahmad an. Der Khalif befahl seinem Polizeichef, Ishaq ibn Ibrahim, Druck auf alle Gelehrten und Leute mit Ansehen auszuüben, damit sie erklärten, der Qur’an sei erschaffen worden (makhluq). Alle Gelehrten und respektablen Menschen taten dies; wenn auch nur, um Verfolgung zu entkommen. Sie wussten, dass Al-Ma’mun ein pervertierter, mu’tazilitischer Tyrann war.

Zwei waren mutig genug, die Wahrheit angesichts solcher Verfolgung auszusprechen: Imam Muhammad ibn Nuh und Imam Ahmad ibn Hanbal. Die beiden Gelehrten wurden gleichzeitig verhaftet und von Bagdad in die Gegenwart des Khalifen nach Qarsus [in der heutigen Türkei] ge­bracht. Auf dem Weg dorthin ließen ­einige Offizielle Imam Ahmad wissen, dass er – sollte er die Frage zur Erschaffenheit des Qur’an negativ beantworten – hingerichtet werden sollte. In der Nacht seiner Verhaftung flehte der erschütterte Imam, weil sein Gottesdienst unterbrochen wurde und er sich Verfolgung gegenüber sah, Allah um Schutz an.

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