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Benjamin Idriz über den unsäglichen „Islamismus“

Kampf um die Begriffe

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(iz). Der Begriff des „Islamismus“ ist heute Nahrung für rechtsextremistische und islamfeindliche Gruppen (PEGIDA und dergleichen), die gegen den Islam und die Muslime gerichtet sind. Der Begriff des sogenannten „Islamismus“ wird als Waffe instrumentalisiert, um die Muslime klein zu halten und eine Weltreligion zu diffamieren. Gewisse Kreise, die diesen Begriff als Waffe einsetzen und die Gesellschaft vor der angeblichen Islamisierung warnen, schüren Angst vor dem Islam und hetzen die Gesellschaft gegen Muslime auf.

Es gibt keine renommierte, glaubhafte Instanz in Deutschland, die eine überzeugende, wissenschaftlich fundierte Antwort darauf liefert, wo Islam aufhört und Islamismus beginnt. Da zuverlässige wissenschaftliche Stellen keine Definitionen des „Islamismus“ liefern, hat die überwiegende Mehrheit der Bürger als der Entscheidungsträger zu fungieren und somit zwischen den Begriffen „Islam“ und „Islamismus“ zu unterscheiden. Wer dieses Thema einseitig nur von denjenigen behandeln lässt, die es ausschließlich in eine Perspektive der Gefährdung der Staats– und Gesellschaftsordnung stellen, liefert ein unsachgemäßes Bild, subjektive falsche Ergebnisse und letztlich einen Missbrauch dergleichen.

Wenn es nachgewiesene Bestrebungen gäbe, den Islam für Gewaltausübungen zu instrumentalisieren, oder die Ordnung des Landes gefährden zu wollen, so dürfen sie nicht mit dem Namen einer Religion belegt werden indem man dem Eigennamen der Religion fünf weitere Buchstaben (-ismus) hinzufügt. Solche Bestrebungen müssen objektiv beim Eigennamen genannt werden, aber nicht mit dem Namen des islamischen Glaubens. Denn Unruhestifter, die den Frieden gefährden, können unter keinen Umständen islamisch sein. Genauso wie der Ausdruck „christlicher Terror“ von einem Christen als beleidigend empfunden werden würde, wird der Ausdruck „islam(ist)ischer Terror“ von einem Muslim ebenfalls als beleidigend empfunden werden. Denn keine Religion befürwortet ihrem Wesen nach extreme Positionen, geschweige denn Gewalt und Terror. Der Terror ist genauso wenig dem Islam eigen, wie dem Christen- oder dem Judentum. Das heißt, dass der Terror weder „islamisch“ noch „islamistisch“ sein kann. Terror ist Terror, ohne ein religiöses Attribut. Den Namen einer Weltreligion als gleichbedeutend mit dem Terror zu verwenden, ist nicht nur ein schändlicher Missbrauch sondern verstößt gegen die Verfassung, die den Schutz der Glaubensfreiheit und der Menschenwürde garantiert.

Die Ausdrücke „Islamismus“ und „Islamistischer Terrorismus“ in den Berichterstattungen, beleidigen den Glauben und verletzen die Menschenwürde der friedfertigen Muslime, die in diesem Land leben, weil damit der Name ihrer Religion diskreditiert wird. So ist die Verquickung von Islam und Terror für die Bürger komplett, wenn die Bürger dem falschen Klischee der Medien entsprechende Berichte lesen oder schauen. Es ist für den Frieden und die Sicherheit des Landes und der Welt wichtig, den Namen der Religion Islam von extremistischen und terroristischen Bestrebungen fernzuhalten.

Ist nun also die Sorge vor radikalen Kräften völlig unberechtigt? Natürlich nicht. Nur müssen sie richtig, authentisch und beim Eigennamen genannt werden.

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