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Berlin: Neues Magazin für muslimische Frauen

„Vielfalt erwünscht“

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(i). Die erstmals im August erschienene Zeitschrift “IMRA’AH” ist ein neuer Versuch, ein Lifestyle-Magazin speziell für muslimische Frauen auch in Deutschland zu etablieren. Wir sprachen mit Sandra Adeoye, Chefredakteurin von “IMRA’AH”, über deren Konzept.

Islamische Zeitung: Wie kam es zur Idee für Ihr neues Frauenmagazin „IMRA’AH“?

Sandra Adeoye: Der Gedanke an ein Magazin, basierend auf derartigen Hintergründen, beschäftigte mich, besonders aufgrund der momentanen medialen Darstellungen des Islams, schon eine geraume Zeit. Durch ein Projekt der Hochschule, ein innovatives Magazin zu entwickeln und zu entwerfen, entschloss ich mich, den Gedanken zu realisieren.

Islamische Zeitung: Was ist das Konzept der Zeitschrift?

Sandra Adeoye: Das Konzept, auf dem diese Zeitschrift basiert, ist das Aufheben von Vorurteilen gegenüber dem Islam und seinem Einfluss auf die Frauenwelt. Sie soll innovativ, aber auch extrovertiert mit Thematiken für Frauen, Tipps und Tricks, Mode etc., umgehen, aber auch informieren durch Neuigkeiten aus der Umma und inspirieren durch Interviews mit Frauen, die ihren Erfolg im Beruf gefunden haben und es schaffen, diesen mit Familie und Glauben verbinden.

Islamische Zeitung: Haben Sie sich auch von englischsprachigen Lifestyle-Magazinen wie beispielsweise „emel“ inspirieren lassen?

Sandra Adeoye: Das muss ich ver­nei­nen. „emel“ oder auch das „Sisters Ma­ga­zine“ sind großartige Magazine, dennoch wusste ich zu Beginn des Projektes „IMRA’AH“ noch nichts von diesen Zeitschriften. Erst später erfuhr ich, das diese bereits auf dem englischsprachigen Markt bestehen.

Islamische Zeitung: Wie ist bisher die Resonanz auf das Magazin?

Sandra Adeoye: Es gibt sowohl sehr positive Resonanz, als auch, wie könnte es anders sein, Kritiken an der Zeitschrift, aber ich denke das ist auf die jeweiligen Charaktere der Frauen zurückzuführen. Da die erste Ausgabe, aufgrund der da­ma­ligen Aufgabenstellung, noch vielen Einschränkungen unterlag, war es mir leider nicht möglich, auf alle Bedürfnisse eingehen zu können. Islamische Zeitung: Was waren die kon­kreten Kritikpunkte, wenn es welche gab?

Sandra Adeoye: Kritiken gab es bisher nur bezüglich Themen wie: „Wie man mit einem dezenten MakeUp und einem bezaubernden Lächeln seinem Mann den Tag verschönert“ oder „Drei Gerichte, die Männerherzen höher ­schlagen lassen“. Einige Leser denken, dass “IMRA’AH” versuchen würde, das „klassische“, westliche Frauenbild zu bedie­nen, aber was wirklich dahintersteckt ist der Gedanke, den Facetten des Lebens der verschiedensten Frauen in der jewei­ligen Gesellschaft gerecht zu werden. Wir vertreten nicht nur ein Frauenbild, sondern verschiedene. Und zum Leben einer Frau gehört nun einmal ein vielfältiges Spektrum an Tätigkeiten und Interessen.

Islamische Zeitung: Wie hoch ist ihre Auflage derzeit, und was ist die Erscheinungsweise?

Sandra Adeoye: Da dies die erste Ausgabe der Zeitschrift ist, ist die Auflagenzahl noch recht überschaubar. Zur Zeit können Interessierte sich das Maga­zin über unsere Webseite bestellen oder es in diversen Online-Shops erhalten.

Islamische Zeitung: Wenn man Ihren Bereich Mode- oder Schminktipps betrachtet – sind Sie auch offen für alternative Lebensweisen, die nicht dem hiesigen Modell der Konsumgesellschaft und dem von ihr propagierten Frauenbild entsprechen, sondern dieses in eher Frage stellen?

Sandra Adeoye: Ich finde nicht unbedingt, dass der Schmink – und Modebereich sich so sehr von den Traditionen der arabisch-islamischen Welt oder anderen islamischen Ländern unterscheidet. Auch dort ist ein Schminken für besondere Anlässe oder Feierlich­keiten üblich, nur dass sich die Utensilien unterscheiden. Dort eher mit Khol und Henna, hier eher mit „Instantprodukten“. Auch die Mode sehe ich nicht an einer Konsumgesellschaft orientiert. In jedem Land kleiden sie die Muslimas gerne schön und bunt. Und was ist falsch daran, sich für den Ehemann schön zu machen? Das ist dass, was wir damit zeigen wollen. Ich bin nicht sicher, was Sie mit ­„alternativem Frauenbild“ mei­nen. Wir bei “IMRA’AH” sind der Meinung, die muslimische Frau als selbstbestimmtes Wesen kann aktiv unterscheiden und entscheiden, was sie möch­te und was nicht. Ob Sie Mutter sein möchte, berufs­tätig und Mutter oder viel­leicht gar keine Mutter.

Islamische Zeitung: Wo liegen die Gren­zen, was Sie als muslimisches Frauenma­gazin inhaltlich in ihrem Themenspektrum für vertretbar halten? Wie ist diesbezüglich ihre redaktio­nelle Linie?

Sandra Adeoye: „IMRA’AH“ möch­te sich keine Grenzen setzen und thema­tisch uneingeschränkt bleiben, even­tuell sogar das sagen, was andere nicht sagen – aber dennoch auf die richtige Art, untermauert von Fakten. Immer wieder be­kom­men wir verschiedenste Anregungen über die von uns bekleideten so­zi­alen Netzwerke, die von Kunst und Politik bis zu Fraun­themen und Frauenbewegungen im In- und ­Ausland reichen. Basierend darauf ­glauben wir an ein weites Themenspektrum, denn nicht nur unsere LeserInnen sind viel­fältig, sondern genauso deren Interessensgebiete.

Islamische Zeitung: Liebe Frau Adeoye, vielen Dank für das Gespräch.

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