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Berlin: Uni-Institute am Start

In der Bundeshauptstadt wird Religion 2019 ein wichtiges Thema

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Foto: < href=https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Bjoertvedt>Bjoertvedt, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Dauerstreit um das Neutralitätsgesetz, das muslimischen Lehrerinnen das Kopftuch verbietet, kocht in Berlin immer wieder hoch. Doch auch darüber hinaus haben Fragen rund um Religion 2019 in der Haupstadt Konjunktur. Von Gregor Krumpholz

Berlin (KNA). Es ist paradox: Während der Einfluss der Kirchen zu schwinden scheint, wird das Thema Religion in Berlin immer wichtiger. Mehrere christliche und muslimische Projekte, die damit zu tun haben, stehen in diesem Jahr vor der Verwirklichung oder vor wichtigen Weichenstellungen.

Im Bereich der Hochschulen sind es gleich zwei Einrichtungen: das Institut für Katholische Theologie und jenes für Islamische Theologie an der Humboldt-Universität. Beide Vorhaben erhielten in den vergangenen Monaten die Zustimmung der Hochschulgremien. Nun werden die Berufungen der Professoren vorbereitet und Studienordnungen erarbeitet. Beginnen soll der Lehrbetrieb im Wintersemester 2019/20, also ab Herbst.

Mit dem Institut für Katholische Theologie erfüllt sich ein lange gehegter Wunsch der Kirche. Denn eine Fakultätsgründung an der Humboldt-Universität blieb vor gut 20 Jahren im Planungsstadium. Überdies war das bisherige Seminar für Katholische Theologie an der Freien Universität Berlin auf zuletzt nur noch zwei Professuren reduziert.

Sie werden nun an die Humboldt-Universität verlagert und um drei weitere ergänzt. Mit der bereits bestehenden Stiftungsprofessur, die nach dem katholischen Religionsphilosophen Romano Guardini (1885-1968) benannt ist, wird das Institut sechs Professuren umfassen. Nach Angaben von Gründungsdirektor Johannes Helmrath will sich die katholische Kirche mit dieser Stärkung der Hochschultheologie stärker in die gesellschaftlichen und politischen Debatten einbringen.

Weiter vorangeschritten als das katholische Pendant ist der Aufbau des Instituts für Islamische Theologie. Es soll Muslimen und Nicht-Muslimen ermöglichen, den Islam nach wissenschaftlichen Standards zu studieren. Damit soll das Institut auch zur Integration der Muslime in die Gesellschaft beitragen. Die jüngste Debatte um die Moscheesteuer machte deutlich, wie sehr dieses Thema nicht nur die Politik umtreibt.

Probevorlesungen von Kandidaten für die vier Professuren finden bereits ab Mitte Januar statt. Gründungsdirektor Michael Borgolte ist überaus zufrieden mit der Zahl und Qualität der Bewerbungen. Das Bundesbildungsministerium fördert überdies bis 2023 zwei weitere Forschungsprofessuren. Zudem bewilligte es Mittel für eine Gruppe von Nachwuchswissenschaftlern, die Themen wie das Verhältnis muslimischer Gemeinden zum säkularen Rechtsstaat behandelt.

Offen ist jedoch noch, wie sich der künftige Beirat des Instituts zu den Berufungen positioniert, bei denen das Gremium mitentscheidet. Darin sind neben Islamwissenschaftlern auch drei muslimische Verbände vertreten. Universität und Berliner Senat verteidigen die Zusammensetzung gegen Kritik sogenannter „Liberaler“ jedoch mit dem Argument, dass vor allem muslimische Vereine und Organisationen Stellen für Imame und Religionslehrer bieten könnten.

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