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Bonn: Arbeitsgruppe für neue Moschee äußert sich zu Islamismus-Vorwürfen

Präventionsarbeit verstärken

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(PM/ib) Die Arbeitsgruppe „Neue Moschee in Tannenbusch” hat sich am 19. Januar intensiv mit der aktuellen Presseberichterstattung über Islamisten in Bonn beschäftigt, in deren Zusammenhang auch gegenüber dem Moscheeverein Al Muhajirin Vorwürfe erhoben worden waren, dieser dulde Extremisten in seiner Moschee. In der rund zweistündigen Sitzung wurden die aktuellen Entwicklungen diskutiert.  

Die Arbeitsgruppe, die das Bauvorhaben des Moscheevereins Al Muhajirin begleitet, hat einvernehmlich klar gestellt, dass in der Vergangenheit bereits oft und intensiv auch über die inhaltliche Ausrichtung des Moscheevereins Al Muhajirin gesprochen worden sei. Es habe für alle die Möglichkeit bestanden, Fragen zu stellen, ebenso habe der Moscheeverein Erklärungen abgegeben. Diese Diskussionen seien für alle Seiten wichtig. Es gebe aber keinen Anlass, von vorne zu beginnen oder neues Misstrauen zu säen.  

Vor der Genehmigung des Bauvorhabens Brühler Straße habe der Verein eine Grundsatzerklärung abgegeben, die dem Stadtrat im Dezember 2009 vorgelegen habe. Die verbindliche Zusage des Vereins bezüglich Transparenz, Offenheit und Zusammenarbeit sei zudem Bestandteil des Grundstückkaufvertrags. Aus Sicht der Arbeitsgruppe gebe es nun keinen neuen Grund, dies erneut zu diskutieren. Ebenso gebe es keinen Anlass, an den Erklärungen des Vereins zu zweifeln.  

Die Arbeitsgruppe ruft gleichwohl alle Bonner Moscheevereine und den Rat der Muslime auf, sich laut, klar und eindeutig von Positionen extremistischer Gruppierungen zu distanzieren und entsprechende Aktivitäten in ihren Räumen nicht zu dulden. Eine solche Offensive sei für alle wichtig. Darüber hinaus müsse, so die Arbeitsgruppe, in Zusammenarbeit mit Moscheevereinen und vielen anderen dafür gesorgt werden, dass die Radikalisierung insbesondere muslimischer Jugendlicher verhindert werde. Diese Präventionsarbeit müsse gemeinsames Anliegen sein und noch intensiver und unter Beteiligung vieler Institutionen dringend verstärkt werden.  

Die Arbeitsgruppe warnt gleichzeitig vor nicht belegbaren Vermutungen oder Vermischungen, die in der Öffentlichkeit den Eindruck erweckten, Al Muhajirin sei nachgewiesenermaßen ein Treffpunkt radikaler Muslime. Diese Nachweise sind nicht erbracht worden. Solche Darstellungen könnten aber leicht zu einer pauschalen Verdächtigung gegenüber Muslimen insgesamt führen, wie dies zuletzt von Muslimen auch in Bonn zunehmend erlebt werde, und eine Atmosphäre gegenseitigen Misstrauens schaffen und verstärken. Die internationale UN-Stadt Bonn kann dies nicht hinnehmen.  

Die Arbeitsgruppe „Neue Moschee in Tannenbusch” besteht aus Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunalpolitik, Evangelischen und Katholischen Kirchen, Rat der Muslime, Arbeitskreis Muslime und Christen im Bonner Norden, Stadtverwaltung und Moscheeverein Al Muhajirin. Sie wurde auf Initiative der städtischen Integrationsbeauftragten 2010 gebildet, um den Bau der neuen Moschee zu begleiten. Hierzu haben bereits mehrere öffentliche Veranstaltungen in Tannenbusch stattgefunden, um Bürgerinnen und Bürger zu informieren. Auch in Zukunft wird sich die Arbeitsgruppe gemeinsam mit dem Moscheeverein für einen fairen und sachlichen Dialog einsetzen.  

An der gestrigen Sitzung haben Vertreterinnen und Vertreter der CDU, SPD, Grünen, FDP, Linken und BIG, der Evangelischen und der Katholischen Kirche, des Arbeitskreises Muslime und Christen im Bonner Norden, des Moscheevereins Al Muhajirin und der Stadtverwaltung teilgenommen.

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