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Es braucht nachhaltigere Ernährungsmodelle

Vernünftige Lebensgewohnheiten fördern die Gesundheit von Mensch und Umwelt. Von Tharanga Yakupitiyage

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Foto: Valerie Aksakova, Freepik.com

(IPS). Nachhaltigkeit bei Lebensmitteln – bei der Produktion und beim Verbrauch – befindet sich im Herzen einer gesunden Öffentlichkeit und eines lebensfähigen Planeten. Anlässlich des Tages der Weltgesundheit Anfang April wird zunehmend deutlich, dass wir eine radikale Veränderung des weltweiten Nahrungssystems brauchen. „In den letzten Jahren haben wir eine allmähliche Abkehr von nachhaltigen Ernährungsmodellen wie der mediterranen Diät zugunsten von Modellen erlebt, die reich sind an tierischen Proteinen, ­verarbeiteten Lebensmitteln mit hohen Anteilen an Zucker, Salz, Fett oder wenig Ballaststoffen“, sagte Katarzyna Dembska, Ernährungswissenschaftlerin von der Barilla Foundation.

Auf lange Sicht könnten diese Ernährungslösungen zu kostspieligen Krankheiten oder Gesundheitsproblemen führen. Die Wahl einer nachhaltigen Diät hat – neben Verringerung von Umweltschäden – eine positive Wirkung auf die Langlebigkeit, erklärte die Forscherin.

Eine wissenschaftliche Fachkommission (EAT-Lancet) spiegelte diese Einschätzungen in einem Bericht wider. Dort heißt es: „Nahrung ist der größte einzelne Hebel zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit sowie der ökologischen Nachhaltigkeit auf der Erde.“ In ihrem jetzigen Zustand gefährde sie beide Seiten.

Nach Angaben der Barilla Foundation seien mehr als 650 Millionen Menschen weltweit über 18 Jahren (oder rund 13 Prozent der Weltbevölkerung) fettleibig. Dieses Krankheitsbild, verursacht durch ungesunde Ernährungen, gehört zu den Hauptrisikofaktoren für nicht-übertragbare Krankheiten wie Herzkrankheiten, Atemwegserkrankungen und Diabetes.

Neue Forschungen des US-amerikanischen Institute of Health Metrics and Evaluation (IHME) ergaben, dass gesundheitsschädliche Essgewohnheiten weltweit für 11 Millionen Tote verantwortlich seien – das sind mehr als Tote durch Tabak. Demnach trügen Diäten, die reich an Natrium und arm an Ballast­stoffen, Früchten, Gemüsen und Nüssen seien, zu ernährungsbedingten Todesfällen bei. Herz- und Schlaganfälle seien die wichtigsten Todesursachen in Zusammenhang mit Nahrungsaufnahme.

Die Studie fand ebenfalls heraus, dass eine Ernährungsumstellung einen von fünf Todesfällen weltweit verhindern könnte. „Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Ernährungspolitik zur Förderung der Aufnahme von gegenwärtig zu geringen Anteilen förderlicher ist als eine solche, die sich ausschließlich auf Zucker und Fett fokussiert. Es braucht eine umfangreiche Intervention zur Förderung dieser (…) Lebensmittel in allen Ländern“, sagten Forscher.

Fettleibigkeit und ernährungsbedingte Krankheiten verursachen zudem hohe langfristige Kosten, die „das gesamte globale Wirtschafts- und Gesundheitssystem belasten“, sagte die Barilla Foundation. Adipositas kostet die Weltwirtschaft schätzungsweise zwei Billionen US-Dollar, was fast drei Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmacht.

Das System der Lebensmittelindustrie schadet aber nicht nur der menschlichen Gesundheit, sondern auch der Umwelt. Sie zählt zu den größten Beiträgen des Klimawandels. Nach Angaben der UN-Universität machen die Emissionen von Nutztieren fast 15 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen aus. Allein Rindfleisch und Milchprodukte machen 65 Prozent des tierischen Sektors aus.

Die WHO sagt voraus, dass der Klima­wandel zwischen 2030 und 2050 250.000 zusätzliche Todesfälle durch Unterernährung und Hitzestress verursachen werde. Dies könne jedoch durch eine Verschiebung der Weise, wie wir essen und produzieren, verhindert werden. „Die Pflege unserer Gesundheit beginnt wirklich auf unserem Teller“, sagte Dembska.

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