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„Britische Werte“: Förderte London Anstieg von Islamfeindlichkeit?

Polizisten fordern Wechsel

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(KUNA). Muslimische Polizeibeamte in Großbritannien haben am 21. Januar die Antiterrorstrategie der Regierung als eine „Beleidigung für britische Werte“ bezeichnet. Diese habe zu einem Ansteigen der Islamophobie geführt. Die Nationale Vereinigung Muslimischer Polizisten bezeichnete die so genannte „Prevent strategy“ – die entworfen wurde, um die Ausbreitung gewalttätigen Extremismus zu verhindern – als „stigmatisierend“ für Muslime, indem sie sich ausschließlich auf den „so genannten 'islamischen Extremismus' fokussiert“, hieß es in der Tageszeitung „The Daily Telegraph“.

In einer Eingabe an das Komitee für Gemeinden und lokale Verwaltung des britischen Unterhauses, die auf der Webseite dieses Komitees veröffentlicht wurde, heißt es, dass jene Fokussierung auf muslimische Gemeinschaften die extremistische Bedrohung von Seiten rechtsradikaler Gruppierungen ignoriere: „Es lässt sich belegen, dass es eine Verbindung zwischen der gestiegenen Islamfeindlichkeit und unserem Prevent-Programm gibt. Dieses fördert die stereotypen Bilder, die von Medien und einigen rechtsgerichteten Parteien gefördert werden – das heißt, alle Muslime seien böse und man könne ihnen nicht trauen“, hieß es. „Unser britisches System ist ein Modell, das die Welt nachahmen sollte. Und doch haben wir uns auf einen Weg begeben, der den innersten Kern der britischen Wert ernsthaft bedroht.“

Das Hass auf Muslime sei auf ein derartiges Niveau gestiegen, dass sämtlicher Vernunft widerspricht und dass jenen Werten Hohn spräche. „Mittlerweile ist das Klima dermaßen, dass Muslime einem täglichen Angriff unter­liegen. Dies würde, wenn es woanders geschähe, das Land lächerlich machen.“ Die britischen Werte dürften nicht weiter geschwächt werden, indem dieses Verhalten anhalte und solche Regelungen unwidersprochen blieben.

Die Vereinigung, die mehr als 2.000 Mitglieder hat, erklärte, dass es unter Muslimen „ein Gefühl der Frustration“ darüber gäbe, dass ihre Anliegen nicht gehört würden, und sie warnte, dass es bereits zu „ernsthaftem Schaden“ gekommen sei.

Ein Sprecher der Behörde für Gemeinden und lokale Verwaltung widersprach: „Der durch Al-Qaida inspirierte Terrorismus ist die größte Bedrohung für das Vereinigte Königreich, und jede verantwortungsbewusste Regierung muss sicherstellen, dass sie die angemessenen Schritte ergreift. Die Vorstellung jedoch, wonach wir uns bei Terrorfragen ausschließlich auf Muslime fokussieren, ist vollkommen falsch.“

„Muslime, wie andere Religionsgemeinschaften, stehen mit sämtlichen Regierungsabteilungen im Austausch – von Gesundheit über Erziehung bis zu Arbeit und Renten, aber auch Kultur, Medien und Sport. Sie spielen eine wichtige Rolle innerhalb unserer Gesellschaft – im öffentlichen und im zivilgesellschaftlichen Leben.“ Es leben mehr als 1,6 Millionen Muslime in Großbritannien. Die Mehrheit von ihnen stammt vom Indischen Subkontinent.

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