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Buchvorstellung: „Rechtspopulismus als ‘Bürgerbewegung’“. Von Safia Bouchari, Mainz

Die Rechte und der Islam

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(iz). Alexander Häusler, Sozialwissenschaftler und an der Arbeitsstelle Neonazismus an der Fachhochschule Düsseldorf tätig, ist als kompetenter Experte zum Thema Rechtsextremismus in Deutschland bekannt. In dem von ihm herausgegebenen, neu erschienenen Band „Rechtspopulismus als ‘Bürgerbewegung’“ geht es um die in den letzten Jahren in Europa und eben auch in Deutschland verstärkt auftretenden rechtspopulisitischen Bewegungen, die vor allem mit Kampagnen gegen den ­Islam, Muslime und Moscheebau versuchen, ihr rechtsextremes Weltbild ­unters Volk zu bringen. Das Buch will diese „Agitationsform von antiislamisch ausgerichtetem Rechtspopulismus“ ausführlich analysieren und „in den Kontext gesellschaftlicher und kommunalpolitischer Auseinandersetzungen“ um die Themen Islam und Integration ­stellen.

Nach interessanten Grundlagenbeiträgen über Populismus und, von Herausgeber Häusler, über „Rechtspopulismus als Stilmittel zur Modernisierung der extremen Rechten“ beschäftigen sich insgesamt sieben Beiträge verschiedener Autoren mit den „Pro“-Bewegungen als neuer rechtspopulistischer Partei – von „Pro Köln“ über „Pro NRW“ und „Pro D“ bis hin zu Aktivitäten von „Pro“-Gruppen in Berlin und Brandenburg und München. Dabei wird deren Entstehungsgeschichte, ihre Struktur, Methodik, Programmatik und Aktivitäten ausführlich beschrieben und analysiert und in den Kontext der extremen Rechten eingeordnet. Der Jugendarbeit dieser Gruppen widmet sich ein eigener Beitrag.

Der zweite Teil des Buches befasst sich mit „Islam und Moscheebau im Kontext politischer Auseinandersetzungen“. Hier geht es vor allem um den anti-islamischen Populismus als neuer Wahlkampf­strategie der Rechten. Konkrete lokale Beispiele behandeln unter anderem die Kölner Moscheedebatte als“Kulturkampf von Rechts“, die Moscheebau-Berichterstattung des „Kölner Stadt-Anzeigers“, die Begegnungsstätte der neuen Moschee in Duisburg-Marxloh oder auch den Fall des Ralph Giordano, der mit islamfeindlichen Statements in der Debatte um den Kölner Moscheebau für Diskus­sionen sorgte. Auch diese Beispiele lesen sich spannend und interessant. Schließlich bietet das Buch noch Beispiele aus der Praxis für den Umgang mit Rechtspopulismus und anti-islamischen Kampagnen in den Kommunen, wie dem Umgang mit der „Pro Köln“-Fraktion im Kölner Stadtrat oder den Aktivitäten gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in Oberhausen.

Das Buch ist eine spannende und erhellende, entlarvende Lektüre, die jedem zu empfehlen ist, der sich für aktuelle Phänomene des Rechtsextremismus und anti-islamischen Populismus interessiert.

Alexander Häusler (Hrsg.)
Rechtspopulismus als „Bürgerbewegung“
Kampagnen gegen Islam und Moscheebau und kommunale Gegenstrategien
VS-Verlag für Sozialwissenschaften, 2008
292 Seiten, Broschiert
ISBN: 978-3-531-15919-5
Preis: 24,90 Euro

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Safia Bouchari

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