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Bundesweit erstes „Muslimisches SeelsorgeTelefon“ gegründet. Von Marie Wildermann

Hilfe für Krisenfälle

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(KNA). Schwächen soll man nicht nach Außen tragen. Diesen Grundsatz, der sich aus dem Islam ableite, hätten viele Muslime tief verinnerlicht, so Imran Sagir. Ein Seelsorgetelefon, bei dem beide Seiten anonym blieben, der Hilfesuchende aber dennoch professionelle Unterstützung erfahre, sei daher für Muslime eine wichtige Einrichtung. Sagir ist Geschäftsführer des neu gegründeten „Muslimischen SeelsorgeTelefons“ in Berlin. Nach viermonatiger Testphase wurde diese bisher einmalige Einrichtung nun offiziell eröffnet.

„Wenn Muslime anrufen mit ihren familiären aber auch persönlichen Problemen, dann berührt das oft die Religion“, sagte Sagir bei der Festveranstaltung im Roten Rathaus, an der auch Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) und Integrationssenatorin Heidi Knake-Werner (LINKE) teilnahmen. Körting betonte, die Gründung des Muslimischen SeelsorgeTelefons sei ein bedeutender Schritt und ein Zeichen für die Bereitschaft, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen.

Knake-Werner erklärte in ihrem Grußwort, gerade in einer persönlichen Krise sei es wichtig, vertrauenswürdige Ansprechpartner zu haben, die auch die religiöse Perspektive mitberücksichtigten. Ebenfalls geladen waren Vertreter der beiden großen Kirchen und die kirchlichen Wohlfahrtsverbände. Caritas und Diakonie sind Kooperationspartner des „Muslimischen SeelsorgeTelefons“ und bilden die muslimischen Seelsorger aus. Zudem mietete der islamische Wohlfahrtsverband „Islamic Relief“ als Träger der Einrichtung Räume der Caritas im Prenzlauer Berg an.

Bislang gibt es 22 muslimische Mitarbeiter für den ehrenamtlichen Dienst, den sie derzeit von 16 bis 24 Uhr anbieten. Ihrer Ausbildung liegt ein nach bundesdeutschen Kriterien vorgegebenes Konzept zugrunde, das auf dem christlichen Menschenbild basiert. Diese Grundlage wurde entsprechend den religiösen Überzeugungen der Muslime verändert, so Geschäftsführer Sagir.

Der Islam umfasse alle Lebensbereiche, hob der Sprecher des Koordinierungsrates der Muslime in Deutschland, Axel Ayyub Köhler, bei der Veranstaltung hervor. „Man kann sich vorstellen, dass da Konflikte vorprogrammiert sind. Nicht alle werden damit unbeschadet fertig. Viele bedürfen deswegen unserer Hilfe“, meinte Köhler.

Hinweis: Das „Muslimische SeelsorgeTelefon“ bietet unter der Telefonnummer 030/443 509 821 auch nichtmuslimischen Anrufern Hilfe bei Problemen an.

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