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Ceric: Noch keine Versöhnung nach Srebrenica

Appelle zur Versöhnung in aller Welt 25 Jahre nach dem Genozid

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Foto: Paul Katzenberger, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY-SA 3.0

(KNA) Mustafa. Ceric (68), ehemaliger Großmufti von Bosnien-Herzegowina, sieht den Versöhnungsprozess 25 Jahre nach dem Massaker von Srebrenica unverändert schwierig. Zwar gebe es einzelne Personen und Gruppen unter den Serben, die bereit seien, die „Sünde des Völkermordes“ zu gestehen und um Vergebung zu bitten. Aber die offizielle serbische Haltung sei immer noch „in den Ketten der Verleugnung gefangen“, sagte Ceric dem Portal „Vatican News“.

Das, so der Geistliche, stelle ein Hindernis für die Versöhnung dar, die auf Wahrheit und Gerechtigkeit beruhen müsse. Er hoffe, dass die gesamte serbische Nation erkenne, dass ein Eingeständnis der Sünde der einzige Weg zur Vergebung sei. Bei dem von serbischen Einheiten begangenen Massaker während des Bosnienkriegs waren im Juli 1995 mehr als 8.100 bosnische muslimische Männer getötet worden. Ceric war zu dieser Zeit als Großmufti von Bosnien-Herzegowina ein wichtiger spiritueller Führer der bosnischen Muslime.

Vertreter von Politik und Religionen haben an den Völkermord von Srebrenica vor 25 Jahren erinnert. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mahnte zur weiteren Aufarbeitung. „Erinnern an das Leid und den Schmerz ist ein zentraler Baustein für Versöhnung. Genauso gehört die strafrechtliche Aufarbeitung der Geschehnisse dazu“, sagte Steinmeier in einer Videobotschaft für die zentrale Gedenkfeier. Damit sei es aber nicht getan. „Es gilt neue Brücken zu bauen, wo alte zerstört wurden. Vertrauen zu schaffen, wo hasserfüllte Kriegsrhetorik gegeneinander aufgewiegelt hat. Das Gespräch zu suchen, wo lange kein Wort mehr gesagt wurde“, so der Bundespräsident.

Auch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) appellierte, dass Srebrenica sich niemals wiederholen dürfe. „Nationalistischen Tendenzen, wo immer sie uns begegnen, müssen wir entschieden entgegen treten“, sagte er. Neben dem Gedenken an die Opfer sei die Anerkennung der strafrechtlichen Verantwortung der Täter zentral, um eine Gesellschaft zu versöhnen.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, mahnte, stets wachsamer zu sein und entschiedener gegen jede Form des blinden Nationalismus, Extremismus und Rassismus in ganz Europa vorzugehen. „Wir brauchen eine Erinnerungskultur in Europa über den serbischen Vernichtungsfeldzug inmitten unseres Kontinents gegen das muslimische Volk der Bosniaken. Das Wissen darüber muss besser als bisher in die europäischen Schulbücher, Universitäten und in die Geschichtsschreibung Einzug finden“, so Mazyek.

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