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China: Gedenken an Gulja-Massaker vor 20 Jahren

Menschenrechte und Gerechtigkeit für Uiguren: Kreislauf der Gewalt endlich beenden!

Göttingen (GfbV). Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) erinnert an die Opfer des Gulja-Massakers vor 20 Jahren in Ostturkestan/Xinjiang im Nordwesten Chinas. Mehr als 100 Uiguren waren am 5. Februar 1997 bei der brutalen Niederschlagung einer friedlichen Demonstration in der Stadt Gulja nahe der Grenze zu Kasachstan von chinesischen Sicherheitskräften getötet worden.

„Das Massaker von Gulja löste eine Welle der Repression aus, die bis heute anhält. Willkür, Verfolgung und gewaltsamer Tod sind für Angehörige der muslimischen Volksgruppe der Uiguren seither alltäglich“, berichtete der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius am Freitag in Göttingen.

Statt die Verantwortlichen für das Blutbad zur Rechenschaft zu ziehen, wurden nach der Demonstration bis zu 4.000 Menschen verhaftet. Mehr als 200 Uiguren wurden in den folgenden zwei Jahren wegen ihrer angeblichen Teilnahme an Protesten zum Tode verurteilt und hingerichtet. 90 Uiguren mussten langjährige Haftstrafen verbüßen.

„Das Massaker von Gulja markiert einen tiefen Einschnitt in Ostturkestan. Seitdem ist die Lage dort eskaliert“, sagte Delius. Einerseits wiederhole sich dort immer das gleiche Gewaltmuster: Uiguren protestierten friedlich gegen Einschränkungen ihrer Religionsfreiheit oder willkürliche Festnahmen. Daraufhin eröffneten verängstigte Sicherheitskräfte mit scharfer Munition das Feuer auf die Demonstranten und rechtfertigten ihren unverhältnismäßigen Gewalteinsatz mit vermeintlicher Terrorabwehr. Andererseits gebe es neben friedlichen Protesten auch immer häufiger Verzweiflungstaten von Uiguren, die mit Gewaltakten auf die dramatische Lage in ihrer Heimat aufmerksam machen wollten.

„Der Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt muss endlich durchbrochen werden“, forderte Delius. „Dafür müssen Chinas Behörden endlich die willkürliche Verfolgung beenden und den Uiguren ihre verfassungsmäßig garantierten Rechte auch tatsächlich einräumen.“

Nach der brutalen Niederschlagung eines Protestes von uigurischen Jugendlichen gegen die willkürliche Verhaftung von 30 religiösen Führern hatten mehrere tausend Menschen vor 20 Jahren friedlich in Gulja demonstriert. Bereitschaftspolizei setzte scharfe Munition ein und feuerte wahllos in die Menschenmenge. In den folgenden Tagen wurde die Stadt von 40.000 Sicherheitskräften hermetisch abgeriegelt und das Stadion in ein Internierungslager für festgenommene Uiguren verwandelt.

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