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Christchurch: Gibt es Verbindungen zum Balkan?

Attentäter von Christchurch soll im November 2018 als Tourist eine Reihe historischer Orte in Bulgarien besucht haben

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Foto: d_proffer, via Wikimedia Commons | Lizenz: CC BY 2.0

Sofia (dpa). Nach dem Terrorangriff auf zwei Moscheen in Neuseeland überprüfen die bulgarischen Geheimdienste mögliche Verbindungen des Attentäters auf dem Balkan. Der Australier hatte auf seine Waffen unter anderem Namen von Kämpfern und Schlachten gegen die Osmanen in Bulgarien und anderswo auf dem Balkan geschrieben. Der Attentäter von Christchurch habe im November 2018 als Tourist eine Reihe historischer Orte in Bulgarien besucht, sagte der bulgarische Generalstaatsanwalt Sotir Zazarow am Freitagabend nach einem Treffen von Regierungsvertretern mit den Geheimdiensten.

Der Australier kennt offensichtlich die Geschichte der Balkanregion zur Zeit des Osmanischen Reiches erstaunlich gut. „Ich kann entschieden sagen, dass dieser Mensch ein Spezialist in Balkangeschichte war“, sagte der renommierte bulgarische Archäologe Nikolaj Owtscharow der Nachrichtenagentur Focus in Sofia. Auf den Waffen des Attentäters sei unter anderem der Name von Fürst Lazar zu lesen, der die Schlacht auf dem Amselfeld im heutigen Kosovo angeführt habe. Die Geheimdienste sollten klären, wie der Attentäter zu diesen Kenntnissen gekommen sei.

Der Attentäter sei im vergangenen Herbst von Dubai nach Bulgarien geflogen, sagte Generalstaatsanwalt Zazarow. Bulgarien habe er vom 9. bis 15. November 2018 bereist, wobei er er Gasthäuser den Hotels vorgezogen habe. Anschließend sei der Attentäter mit der rumänischen Fluggesellschaft nach Bukarest weitergeflogen. In Rumänien habe er ein Auto gemietet, um nach Ungarn weiterzureisen. Es sei unklar, ob er alleine unterwegs gewesen sei. Bereits vom 28. bis 30. Dezember 2016 hatte der Attentäter nach den bulgarischen Erkenntnissen auch Serbien besucht. Dabei sei er auch durch Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Kroatien gereist. Damals sei er vor allem mit Bussen unterwegs gewesen.

Sofia prüfe nun, was für Kontakte der Mann in Bulgarien gehabt habe, sagte Zazarow. Es gebe allerdings keine Angaben über mögliche Terroraktivität in Bulgarien. Die bulgarischen Geheimdienste arbeiteten mit ihren Partnern in den USA, Neuseeland, Australien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Serbien und Montenegro zusammen.

In einem im Internet kursierenden Video über die Bluttat in Christchurch sind mit Namen und Symbolen beschriebene Waffen des mutmaßlichen Täters zu sehen. Einige Beschriftungen verweisen auf die Belagerung Wiens durch die Türken 1683, die Schlachten im Russisch-Osmanischen Krieg 1877-78 am Schipkapass im bulgarischen Balkangebirge und den Kampf des albanischen Fürsten Skanderbeg (1405-1468) gegen die Osmanen.

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